12 Donnerstag den 15. Januar .
Kießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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■tureeitt: Schulftraße 7.
Darmstadt, 11. Januar. MN Genehmigung Sr. König!. Hoheit bee Großherzogs ist Seitens der Großh. Ministerien des Innern und der Justiz und der Finanzen an die Zweite Kammer der Stände nachstehende Präposition 9 lanÖ3ur Ausführung des Art. 81 des Gesetzes vom 16. Juni 1874, das Volksschulwesen im Großherzogthum betr., waren für Unterstützungen von Gemeinden in Schulhausbauten für die Finanzperiode 1876—78 und 1879—82 ie 36 000 JL und da diese Summe sich als durchaus unzureichend erwies, für 1882—85 tue Summe von 72,000 JL in das Staatsbudget eingestellt worden. Der gleiche Betrag ist auch in dem Staatsbudget für die Finanzperiode 1885—88 unter Capitel 80 Tit- 45 vorgesehen. Die Großh. Regierung konnte schon bet Aufstellung des Budgets sich nicht verhehlen, daß diese Summe voraussichtlich nicht ausreichen werde, um allen begründeten Anforderungen Genüge leisten zu können und sie ist in dieser Auffassung inzwischen noch dadurch bestärkt worben, daß zu bcn Gesuchen, welche damals bereits vorlagen, noch solche aus den Gemeinden Hering, Nieder-Kain-bach, Heisters, Ober- und Unter-Wegfurth, Ober- Seemen und Schlitz hinzugekommen und noch weitere UnterstützungSgefuche zu erroan^njwb.^ ^eflierung daher nachträglich eine weitere Summe für Unterstützungen von Gemeinden in Schulhausbauten anfordern zu sollen und ergeht mit Allerhöchster Genehmigung Sr. König!. Hoheit des GroßherzogS an die Stände des Großherzogthums und zunächst an die Zweite Kammer das Ansinnen im Staatsbudget für die Finanzperiode 1885—88 unter
Capitcl 80 Lit. 25 für Unterstützungen von Gemeinden in Schulhus- bauten vorgesehenen 72,000 JL die Summe von 100,000 X der Großh. Regierung zur Verfügung stellen zu wollen.
Darmstadt, 11. Januar. Das Amtsblatt des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, Section für Justizverwaltung, Nr. 1, enthält Aus- id?reiben an fämmtliche Justizbehörden d. d. Darmstadt, am 2. Januar, betr.: Die von dem gerichtlichen Personal zu tragende Amtstracht.
„Nachdem Se. König! Hoheit der Großherzog mittelst Allerhöchster Entschließung vom 24. v. Mts. zu bestimmen geruht haben, daß in Zukunft auch die Großh. Amtsanwälte in Den öffentlichen Sitzungen der Amtsgerichte und Schöffengerichte die in den §§ 1, 2 und 3 der Verordnung vom 15. August 1879, die von bcn Richtern, Staatsanwälten, Gerichtsschreibern und Nechtsan- walten zu tragende Amtstracht betr., für Richter und Staatsanwälte vorge- f(triebene Amtstracht zu tragen haben, so bringen wir dieses hiermit zur Kenntniß der Justizbehörden und wollen sich die Großh. Amtsanwälte darnach bemessen? ______________________
Berlin, 13. Januar. [<Retd)6tafl.] Die heutige Sitzung des Reichstages, die sich bi« <n mc siebente Stunde hinzo?, hat nicht viel Interessantes geboten. An erster Stelle der Tagesordnung sand die dritte Berathung des NachtragSetatS, Kamerun betreffend, einstimmige Bewilligung. Danach wurde die Spectalberathung deS Militär- Etats fortgesetzt. Dieselbe verlief äußerst ruhig und ohne Anregung, da prajudictelle Punkte zur Erörterung nicht vorlagen uno die streitigen Momente bereits in der Budget-Commission eine so gründliche Erörterung gefunden hatten, daß die einzelnen Parteien, entgegen dem Gebrauch früherer Sessionen, cS jetzt vermieden und wie wir hören, auch ferner zu vermeiden geneigt sind, all drese spectellen Punkte, diesen Ballast der Berathung tm Plenum nochmals vorzubrtngev.
Interessant war die Erscheinung, daß der Aba. Richter für die Bewilligung zweier mehrgeforderten GeneralstabS-Offijiere mit je 5700 JL etvtrat, deren Streichung die Commission aus SparsamkettSrückstchtln beantragt hatte. Der genannte Ab, geordnete war der Meinung, daß hier — eS dreht sich um Thorn und Königsberg — besondere Verhältnisse oorltegen und er keine Schwächung des GeneralstabS in seinen Kräften wünsche.
DaS Haus entschied sich dann, dem Vorschläge deS Abg. Richter gemäß, die Forderung zu bewilligen.
Die Abg. v. Buol und Rackö vom Lentrum wünschten bet den Uebungen der Truppen und der dadurch entstehenden EinquartierungSlast eine gerechte Verthetlung und Erhöhung der Entschädigung; dem schloß sich der Abg. Dtrtchlet, bezüglich der Entschädigung für geleistete Fuhren bet den Manöoern, an.
Der Herr Kriegsmtnister versprach tm ersteren Falle dte Sache zu prüfen, hinsichtlich der Fuhren glaubte er indessen nicht, daß dte mit Abmessung der Entschädigung betrauten Landräthe nicht genügend baS Interesse der daran Bethetltgten, sondern nur daS deS FtSkuS tm Auge gehabt hätten-
Don 20 Militär-Assistenzärzten, die die Commission von den im Ganzen geforderten 673 zu stretchen beantragt hatte, werden auf Vorschlag deS Abg. v. Manow acht aufS Neue hinzubewilltgt, so daß nur 12 aubfallen. Die Entscheidung hierüber wurde durch Hammelsprung herdeigefühlt; 148 stimmten für dte Bewilligung, 114 Abgeordnete dagegen.
Eine längere Debatte entstand wegen der Einführung in den Etat von 71 Waffen- metsiern bei der Artillerie, gegen dte sich die Abg. von Huene und Richter erklärten, weil dadurch, ohne Noth zumal, eine Verstärkung der feststehenden FrtedenSpräsenz- stärke herbeigefühlt werden würde und das Bedürfnttz nicht nachgewtesen sei. Dte Position wurde gestrichen.
Adg. d. Vollmar (Soctaldem.) brachte zur Sprache, daß man io Breslau bet einzelnen Truppentheilen Versuche mit einer Zwiebacksart angestellt habe, ohne sich vorher über dte Güte dcS Fabrikats eine Gewißheit geschafft zu haben und tadelte an der Hand dieser Thalsache diese Einrichtung einer VersuchS-Compagnie.
Der Kriegsmtnister fand die Angelegenheit, dte tm Interesse der Schlagfertigkeit des Heeres zeitweise stattftnden müsse, übertrieben dargestellt.
Auf eine in der Budgetcommtssion an ihn ergangene Aufforderung hin ertheilte der Herr Kriegsmtnister Auskunft über den ModuS der Getreldeankäufe für die Armee, aus der sich ergab, daß von Roggen und Wetzen 15vCt. freihändig, auS erster Hand, 85pCt. durch Zwischenhändler beschafft worden scten; bei Hafer war daS Verhältniß 2l pCt. und 79pCt; bet Heu und Stroh 62pCt. und 38vCt. Dieser ModuS habe der Verwaltung einen Nutzen rrsp. eine Ersparniß von 268,000 gebracht.
Abg. Rickert und Dtrtchlet, sowie Adg. Stiller glaubten diese Schlußfolgerung bezüglich der Ersparniß bestreiten zu müssen und verlangten SpecialtfirUng, dte jedoch von den Abgg. v. Schalscha und v. Maltzahn nicht für nöthig gehalten wurden.
Die DtScusfion über diesen Punkt war zeitweise eine recht lebhafte, da es natürltch nicht vermieden wurde, dte Gegensätze, dte sich jedeSmal h-rauSstellen, wenn eS sich um eine landwirthschattltche Frage handett. recht breit zu treteo.
Der Dorwurf deS Abg. o Kardoiff, daß Seitens der Linken diese Debatte s, ohne Noth herbeigeführt worden, tonnte von dem Abg. Dtrichlet zurückgegeben werden, da gerade der Parteigenosse deS Abg. v. Kardorff, nämlich Adg. e. Maltzahn,Gültz diese DtScusfion angeregt batte. - . a . ms ,
Morgen findet die Berathung einiger Anträge auS dem Hause statt; der Börsen- steuer-G-setz'Ntwmf deS Abg. v. Wedell-Malchow ist vorläufig zurückgestellt, wie es heißt, tm Etnvcrständniß mit dem Herrn Reichskanzler. Fürst BtSmarck soll diesem Anträge ziemlich refervtrt gegenüberstehen, wenigsten» im Momente; da« schließt aber nicht auS, daß der Antrag in späterer Zett in Gemetufchaft mit dem Anträge Oechel- häuser dennoch zur Berathung gelangen wird.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Eorrespondenz-Bureau.
Berlin, 13. Januar. H ute Abend fand tm RttchStngSgebäude eine Versammlung hervorragender Persönlichkeiten statt, darunter der ReichStagSpräfident, der Gouverneur von Berlin, der Polizeipräsident, der Oberbürgermeister und verschiedene RetchStagSmitglteder rc., um über gemeinsame Hülfeleistung für dte durch daS Erdbeben in Spanten Verunglückten zu beschließen. Der RetchStagSpräsident wurde zum vor- sitzenden, der spanische Gesandte zum Ehrenpräsidenten ernannt. Dte Versammlung beschloß, einen Aufruf zu Sammlungen zu erlossrn. Der Gouverneur gab anheim, auch die Armee an den Sammlungen zu bethetligen. Er wolle die Erlaubntß beim Kaiser erwirken, die« durch bcn KrtegSmtn'ster tn'S Werk zu setzen. Der Kronprinz soll um Urb rnahme deS Protektorats ersucht werden. Sodann wurde ein Exekutiv- Comtte g-wählt. Der spanische Gesandt machte M'tthettungen über den Umfang de« Unglücks, wodurch ca. 40,000 Menschen obdachlos geworden seien, dankte für dte Spanten erwiesene Hülfe und acceptirte daS Amt deS Ehrenpräsidmtev
— Der „Retchsanzetger* meldet: Dem Cowmerclenratb Johann Philipp Petfch-Goll zu Frankfurt a. M. ist der Charakter al« Geheimer Commerctenrath verliehen worden.
Karlsruhe, 13. Januar. Der Erdgroßherzog von Baden war in Königstein an einem leichten Gelenkrheumatismus erkrankt, wirb sich aber bereits in einigen Tagen nach Karlsruhe begeben-
P«riS, 13. Januar. Die diesjährige ordentliche Session deS Senats und der cr>eputtrtenkammer ist heute eröffnet worden. Im Smat gab der Alterspräsident Carnot den Sympathien für dte Armee in Tougking Ausdruck und sprach dte Hoffnung auS, daß die am 25. d. M- stattfindenden Senatswahlen gute Resultate haben würden- Hierauf wurde zur Abstimmung über dte Wahl des Präsidenten geschritten, wobei sich herauSstellte, daß die zur Wahl erforderliche Anzahl von Senatoren nicht gegenwärtig war. Dte Sitzung wurde daher aufgehoben und auf 4 Uhr Nachmittags eine neue Sitzung anberaumt. , ,
— In der Dkputtrtenkammer gab der Alterspräsident Lecomte in feiner Eröffnungsrede den Wünschen für die 'in Tongktna kämpfenden Soldaten Ausdruck. Zum Präsidenten wurde Brisson mit 274 von 323 abgegebenen Stimmen wieder- gewählt^ berichtet über den Zwischenfall auf dem Posten Sambur: Nach
dem das Erscheinen einer Bande chinesischer Piraten gemeldet war, machte sich der Commandant des Postens allein zur Recognoscirung der Position auf, kehrte aber nicht wieder. Die Garnison deS Postens sei bald darauf angegriffen worden und habe sich angesichis der Unmöglichkeit, Widerstand zu leisten, auf den Fluß zurückgezogen, nachdem sie den Posten in Brand gesteckt. ES liegt kein Beweis vor, daß der König von Kambodscha tn den Vorfall verwickelt sei, in der Hauptstadt Kambodscha wie in den benachbarten Provinzen Cochinchina und Siam herrsche vollkommene Ruhe.
— Nach einer dem Martneministertam zugeganaenen Depesche auS Saigun vom 13. Januar sind die seit dem 11. Januar etngetroffenen Nachrichten auS Kam- bodscha durchaus günstig. Jn Phumpanh und der Umgegend herrscht Ruhe, tm Innern von Kambodscha hat sich keine wettere Bande gezeigt. Dte Ze chen der Erregung sind fast überall geschwunden. z/ _ ,
Paris, 13. Januar. Eine Meldung des „Matin" au» Saigun vom 12. d. Mts. bestätigt, daß der Bruder des Königs von Kambodscha mit chinesischen Piraten den Posten Sambur, welcher mit einer kleinen französischen Gar- nison und anarnitischen Schützen besetzt mar, angegriffen habe. Der Commandant des Postens und mehrere Leute seien nach tapferem Widerstande getödtet worden ; der Gouverneur von Cochinchina fei mit Verstärkungen nach Sambur aufgebrochen. Als Urfache des feindlichen Uebersalls wird das Inkrafttreten des neuerdings mit Kambodscha abgeschlossenen Vertrages angesehen.
London, 13. Januar. Den „Daily News" zufolge erklärte General Wolseley auf eine Anfrage der Regierung, er wünsche keine Verstärkungen weder in Egypten noch in Suakim.
— Der „Times" wirb aus Tientsin von gestern gemeldet, die Koreafrage zwischen China und Japan sei beglichen und es verlaute, daß der betr. Vertrag am 9. d. Mts. in Seul unterzeichnet worden sei.
Nom. 13. Januar. Der Gemeinderath macht bekannt, nach Meldungen aus Orte (Stadt a. d. Tiber) werde der Tiber voraussichtlich Nachmittags 4 Uhr den höchsten Stand erreichen, eine Ueberschwemmung der niedrig gelegenen Stadttheile fei wahrscheinlich, die Bewohner der meist bedrohten Hauser wurden anderwärts untergebracht. ,
— Der Wasserstand des Tiber, welcher in der letzten Nacht eine gefanr* drohende Höbe erreicht hatte, ist erfreulicher Weise seit heute früh wieder im '5’toÄnn’ 13 Januar. Die .Dw°s> tagt b.zügUch btt eaMch.o C-I-n'ol. polüttXaUnb wünsch- auf sr-undschaflUch-m Fuße mtt Wnrn 9?ad)barn ju bleiben und Rerot6°mtt keinem mehr aI8 mit Deutschland- fonne bJ' .XIme«
mit f#tner 9inf(6aiiuna einverstanden sein, die dahin ginge, daß England seine l.ands-
^ben®‘Ä"ide. Weiter beifit es wo w" V-roflichtungen übernommen haben, .find »tr durch bi-selben g-bnnb-n, aber wo bl<3 nicht der Soll un»


