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Erscheint tL-ttch mH *<w*me de« «BvtL-S.

Gießen, am 11. September 1885.

au und Kind.

Gefunden: 1 Armband, 2 Taschentücher, 1 Cigarren - Etui mit Inhalt, 1 Paar Handschuhe und 1 Stück Band, 1 eiserne Kette, 1 wollenes

Darmstadt, 11. September. Nach Abschluß der Submissions-Ver- Handlungen mit drei als Concurrenten ausgetretenen Unternehmer-Consortien ist nunmehr der Bau und Betrieb der vier Nebenbahnen in Starkenburg und Rheinhessen, nämlich der Linien Neinheim-Reichelsheim, Osthoseu- Westhofen, Sprendlingen - Wöllstein und Worms-Offstein-Landesgrenze, mit G nehmigung Sr. Königl. Hoheit des Grobherzogs, durch Erlaß des Großh. Finanzministe- liums dem aus der Bank für Handel und Industrie und H. Bachstein in Berlin gebildeten Consortium übertragen worden. Die zugesagte Staatsbeihülfe beträgt in der ewigen R '.hensolge bn? Linien: 200,000 v4L + 74,500 c/Z + 74,500 4- 150.000 JL, zusammen 499,000 JL Es ist hiernach möglich geworbt, an den vorgesehen gewesenen und ,r Großh. Regierung von den Lanoständen zur Verfügung gestellten Summen für jene Staatöbeihülfen eine Ersparniß von im Ganzen 171,000 zu erzielen, wovon aus die Linie Reinheim-Reichelsheim 90,000 Jt. aus Worms-Offstein 70,000 JL und aus Die beiden kleineren Rhein- chesstschen Bahnen je 5500 <X entfallen.

Die Gesammtsorderung des Consortiums Bank - Dachstein war um 46,000 JL niedriger, als die zunächst höhere Gesammtsorderung einer con- currirenden Gesellschaft.

6 und Schwiezn'

GroßherzoglicheS Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann.

Halstuch.

Gießen, am 12. September 1885.

Cs wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Grobherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz durch Entschließung vom 7. l. M. zu Nr. M. I. 15 528, dem Comit6 des Vereins für die Wiederherstellung der St. Katharinenkirche zu Oppenheim die Erlaubniß zur Veranstaltung einer Verloosung von Gold- und Silberwerthen, sowie von goldenen und silbernen Medaillen mit dem Bilde der Kirche erthellt hat.

Aus dem Erlöse dieser Verloosung sollen Mittel zur Herstellung der Gewölbe und verschiedener Verschönerungsarbeiten im Innern der Hauptkirche, Lur Reparatur des Westchors und der romanischen Thürme gewonnen werden. Es dürfen nicht mehr als 5000 Loose ausgegeben werden.

Der Vertrieb der Loose ist im ganzen Großherzogthum gestattet.

Vermischtes.

Mainz, 11. September. In der Untersuchung wegen des ToppelmordeS hat sich ein weiterem mickriges Judicium dafür ergeben, daß der ermordete Mann der Schuhmacher Wothe und daß der inhaftirte Schustergeselle Herbst dessen Mörder üt. In der Arrestzelle zu Laubenheim, woselbst Herbst bekanntlich in der Nacht nach den Mordthaten untergebrackt war, sanden sich nämlich in einer Maueröffnung versteckt zwei Fingerringe vor, die als Wothe's Eigenthum agnoscirt wurden. Herbst hatte dieselben offenbar dem von ihm ermordeten Wothe abgezogen und solche nach seiner Inhaftnahme aus Furcht vor Entdeckung im Gefängniß verborgen. Im Weiteren ist nach zuverlässigem Vernehmen durch die Untersuchung bis jetzt Folgendes festgestellt worden: 1. daß Herbst am Abende der That zwischen 8 und 9 Uhr allein die Wothe sche Wohnung betreten und daß man bald darauf einen heftigen Schrei aus derselben gehört bat; 2. daß sich die Ehefrau Wothe in der kritischen Zeit außer Hause befand, ihrem Gewerbe nachgehend; 3. daß dieselbe beim Eintritt ins Haus von Hausgenoven nach einer Wirthschaft verwiesen wurde, woselbst sie von Herbst und ihrem Mann er­wartet werde; 4. daß sie in dieser Wirthschaft mit Herbst zusammengekommen tff und mit Letzterem ein vertrautes Gespräch im Flüsterton geführt hat, denenInhalt bie Ehefrau Wothe heftig zu beunruhigen schien; 5. daß die Wothe die Wirthtchatt m Gesellschaft des Herbst verlassen und sich mit Letzterem nach ihrer Behauiung begeben hat 6. daß der ermordete Mann im Belle liegend, und zwar vor der tfrau, umge­bracht und dann im Zimmer zerschnitten worden ist, wobei diese geholten haben muß- 7 daß die Ehefrau Wothe später, in den Kleidern und autzer Bett und zwar durch einen wuchtigen Hieb auf den Hinterkopf, getödtet und daraus erst auf das Bett gelegt worden ist. (tfr- Z )

Mainz, 11. September. Dreihundert Mark Belohnung ist nun durch das hiesige Untersuchungsgcrichr für Denjenigen ausgesetzt, welcher die fehlenden Körper- theile, Kopf, Arme und Beine, zu der am 27. August im Rheine aufgefundenen männ­lichen Leiche oder die bunte Reisetasche auffindet, mit welcher der mutmaßliche Mörder G. Friedrich Herbst am Tage nach der That hier wiederholt gesehen worden ist. In dem Locale in Laubenheim, in welchem Herbst bis zu seiner Verbringung nach Mainz

Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.

Qum Zwecke einer Prüfung der definitiv erklärte«, sowie zur Aufnahme neuer Ber«ins>Stuteu werden die Herren Pferde- besider einaeladen, ihre Vereins-Stuten, sowie sonstige fehlerfreien nicht über 8 Jahre alten Zuchtstuten der von dem Landespferdezuchtvereine bestellten Corn- Mission Montag den 21. September I. I., Nachmittag» l Uhr in Grünbrrg (am Gasthause zum Hirsch) vorzusührm.

Gießen, am 12. September 1885.

Der Director des landwrrthschastlichen Bczirksverems Gießen.

Nover.

Lokales.

Gießen, 12. September. Aus Darmstadt gebt uns die telegraphische Meldung zu, daß von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog dem Herrn Rechtsanwalt Dr. Dornseiff der Eharacter als Justizrath, Herren Landgcrichtsrath Berdel le, Professor Dr. Thaer das Ritterkreuz erster Elasse Philipps des Großmüthigen, Haupt­steueramts-Assistent Henkel der Eharacter als Revisions - Eontroleur, Steuerrqth Engisch das Ritterkreuz erster Elasse Philipps des Großmüthigen, den Hauptleuten Hof und Eullmann vom 116. Regiment dieselbe Tecoration, Hautboist Gröninger, Bezirksfeldwebel Bertram zu Lich das st'lderne Kreuz desselben Ordens verliehen worden ist. Wir gratuliren

Gießen, 12. September. Zur Feier des hohen Geburtsfestes Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs haben heute die öffentlichen Gebäude Flaggenschmuck angelegt. Das officielle Festessen findet heute Mittag im HötelEinhorn" statt.

Heute Abend kehrt unser Regiment wieder aus den Manöoern zurück. Tie Entlassung der Reserven findet darauf alsbald statt.

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London, 11. September. DerPall Niall Gazette" zufolge haben die beider seitigen Vertreter Englands und Rußlands das Protokoll für den Ausgleich des Streites um den Zulfikarpaß gestern unterzeichnet, wozu das Blatt hinzufügt, daß von dem kleinen und unfruchtbaren Landstrich, welcher daS Object des Streites bildete, eine Hälfte auf Rußland und die andere auf Afghanistan übergeht. Die Limitations-Eom Mission soll im November zusammentretcn. Lessar reist am Sonntag nach St. Peters­burg ab, da er seine Mission beendet sieht.

Kopenhagen, 11. September. Im Schloß Fredcnsborg fand ein Galadiner zu 70 Gedecken statt, woran als Gäste das russische Herrscherpaar, der König von Griechenland, die Großherzogin von Mecklenburg und die Prinzessin von Wales theil^ nahmen, König Christian toastete auf den Ezaren und die Festtheilnehmer hörten die russische Volkshymne stehend an.

Madrid, 11. September. Graf Solms wohnte heute dem officiellen Empfange im Königspalaste anläßlich des Namenstages der Prinzessin von Asturien bei.

Telegraphische Depeschen.

Wolsf'S telegr. Correspondenz-Bureau.

Berlin, 11. September. Der Kronprinz von Schweden passirte auf seiner Reise nach Karlsruhe heute Abend um 9 Uhr Berlin.

Karlsruhe, 11. September. Die Parade der Truppen des 14. Armeecorps vor Sr. Majestät dem Kaiser ist auf das Glänzendste verlaufen. Se. Majestät traf, von Se. K. Hoheit dem Großhe-zog begleitet, gegen 10 Uhr Vormittags auf dem Manöverfelde bei Forchheim ein und fuhr, von Sr. K. u. K. Hoheit dem Kronprinzen und den übrigen Fürstlichkeiten gefolgt, zunächst die Front der in zwei Treffen aufae- stellten Truppen ab, hierauf ließ der Kaiser, über eine Stunde im Wagen stehend, die Truppen an sich vorüber defiliren. Der Großhc zog sowie die Prinzen Wilhelm und Jtarl von Baden führten ihre Regimenter dem Kaiser persönlich vor. Schließlich fuhr Se. Majestät der Kaiser die Front der ausgestellten badischen Kriegervereine entlang. Ihre Majestät die Kaiserin wohnte im Wagen der Frau Großherzogin der Parade bei. Das Wetter war anfangs günstig, später trat Regen ein. Se. Maj. der Kaiser wurde von der aus dem ganzen Lande zusaminengeströmten Volksmenge sehr enthusiastisch begrüßt.

.Karlsruhe, 11. September. Im Schlosse sand ein Galadiner statt, woran -außer den allerhöchsten und höchsten Herrschaften die Generalität und die fremdherr- lichen Osficiere theilnahmen.

Berlin, 11. September. Der Generallieutenant Baeyer, der Präsident des geo- Läetischen Instituts, ist heute Nacht gestorben.

Dreöden, 11. September. Die Stadtverordneten haben die Vorlage des Nathes -wegen der Uebernahme des Körner-Museums seitens der Stadt Dresden gestern Abend in geheimer Sitzung genehmigt.

Eisenach, 11. September. Zum Schluß der Hauptversammlung des Gustav- Adolf-Dereins fand gestern eine von mehr als lausend Mitgliedern und Gästen besuchte Machfeier auf der Wartburg statt, wobei Prof. Fricke in erhebenden orten ba§ An- 'denken Luthers und seines Wartburg-Aufenthalts feierte. Abends wurden im Stadt­theater von Einwohnern Eisenachs ©eenen aus Luthers Leben in Bildern dargestellt. Heute Vormittag unternahmen die noch anwesenden Mitglieder der Hauptversammlung einen Ausflug nach Möhra, dem Heimathsorte der Familie Luther.

Paris, 11. September. Eourcy erbat die Genehmigung dazu, den jimgen Lkönig von Anain im Nothfalle abzusetzen. Das französische Cabinet bewilligte dem General volle Actionsfreiheit.

Auf dem gestern Abend vom General Billot allen fremden Cfficieren ge­gebenen Banket brachte der Wirth das Wohl der Gäste aus, worauf General v. Aloens- ieben als ältester der fremden Osficiere mit einem Toast auf den Präsidenten der Siepublif antwortete.

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Nr. 213 Erstes Blatt. Sonntag den 13. September 18KK

ießencr Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.