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39 Choleratodes­an der Cholera eingetroffen und

Vermisstes.

Eine originelle Idee hatte ein Bierbrauer in Königshofen. Derselbe befestigte an erhöhtem Punkte seines Hauses ein Glöckchen und wird nun bei jedem frischen Anstich damit geläutet. Wer aus dieses Zeichen geht, läuft nicht Gefahr, einen alten Schoppen zu bekommen und übt die Anstichglocke bis auf weite Entfernung hin ihre Anziehungskrasl auf durstige Seelen aus.

[Preisausschreiben.] Das Ministerium von Elsaß-Lothringcn hat ein Preis­ausschreiben erlassen, mit drei Preisen von je 300, 200 unb IW JL für eine Schrift, welche in Form einer volksthümlichen Erzählung die üblen Folgen von Trunk- s\idH darftellt.

London, 11. August. Unterhaus. Smith hofft, daß die Reserve des Heeres bald entlassen werden könne, da andere Maßregeln getroffen würden, um die Kräfte zur Vertheidigung des Landes in dein Zustande der Vorbereitung und Tüchtigkeit zu erhalten. Hicks Beach hofft, der Schluß des Parlaments finde am Freitag oder Samstag statt.

Chriftiania, 11. August. Gladstone ist in Staranger angenommen und setzt morgen die Reise nach Hardanger fort.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Eorrespondenz- Bureau.

Gastein, 11. August. Der Kaiser verließ um 1 Uhr 20 Min. Nachmittags die Gemächer im Badeschlosse. Im Vestibüle erwarteten ihn zahlreiche Kurgäste, von denen er in leutseliger Weise Abschied nahm, die Hoffnung auf glückliche Wiederkehr atlssprechend. Bott der auf dein Straubinger Platze angesammelten Menge enthnsiaffisch begrüßt, begab sich der Kaiser sodann in das Hotel Straubinger, um der Großherzogin von Weimar einen Abschiedsbesuch abzustatten. Hier verweilte er etwa 20 Minuten, worauf er im Wagen Platz nahm; neben ihm der Flügeladjutant v. Plessen. Die Musik spielte die preußische Volkshymne; das Publikum brachte eudlose^begeisterte Hochrufe aus. Der Kaiser dankte, aufrecht im Wagen stehend, nach allen Seiten hin, worauf um 1 Uhr 50 Minuten die Abreise erfolgte. Den Ortsarmen überwies der Kaiser 500 Gulden.

Salzburg, 11. August. Kaiser Wilhelm traf um 5 Uhr Nachmittags, von dem Präsidenten Czedck unb Hofrath Klaudy begleitet, hier ein, wurde auf dem Bahnhof empfangen vom Statthalter Thun, dem Landeshauptmailn Chorinski, dem Bürger­meister Scheibl und begab sich in das Hotel d'Europe, wo er vom Erzherzog Ludwig Victor begrüßt wurde. Um 6 Uhr begann das Dürer, wozu Thun, Chorinsky und Scheibl geladen waren.

Berlin, 11. August. Die Telegraphen-Eonferenz hat heute die Commissionen conftituirt. Die Conrrniffion für Tarifwesen besteht aus den Delegirten Deutschlands, Oesterreich-Ungarns, Belgiens, Dänemarks, Spaniens, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, Japans, Luxemburgs, Norwegens, der "Niederlande, Portugals, Rußlands, Schwedens, der Schwei; und Türkei. Zum Präsidenten wurde Brunner von Watten- roul (Oesterreich), zum Vicepräsidenten Di Amico (Italien), zum Berichterstatter Fribourg (Frankreich) gewählt. Die Commission für technische und Betriebsangelegen­heiten besteht aus den Delegirten Deutschlands, Belgiens, Brasiliens, Frankreichs, Großbritanniens, Rumäniens, Schwedens, Portugals, Rußlands und Britisch-Indiens. Zum Präsidenten wurde Hake (Deutschland), zum Vicepräsidenten Capanema (Brasilien), zum Berichterstatter Delarge (Belgien) gewählt.

Elberfeld, 11. August. DieElberfelder Reitling" meldet, die Ostafrikanische Gesellschaft habe den Verkauf von Spirituosen innerhalb des Gesellschaftsgebiets auf medicinische, hygienische unb industrielle Zwecke, sowie auf nicht gesundheitsschädliche Getränke beschränkt. Die Gesellschaft habe ferner eine Preisaufgabe über die Erziehung des Regers zur Plantagenarbeit auszuschreiben beabsichtigt.

Wien, 11. August. Der Minister des Auswärtigen, Graf Kalnoky, ist zum Besuch des deutschen Reichskanzlers Fürsten v. Bismarck heute Vormittag nach Varzin abgereift.

Wie diePresse" erfährt, wird der Reichsrath frühestens für die letzte Woche des Monats September einberufen werden.

Paris, 11. August. Die Handelskammer von Marseille richtete eine Adresse an den Handelsminifter, worin sie gegen die harten Ouarantänemaßregeln Spaniens gegenüber Gibraltar protestirt. Die Minister des Handels und des Auswärtigen werden ersucht, schritte zu thun, um die Aushebung dieser Härten zu erwirken.

DerMonde" und derUnivcrs" veröffentlichen ein Schreiben des Directors der auswänigen Missionen, worin derselbe eine Depesche des apostolischen Vikars von Ost-Cochinchina bom 8. d. Mts. rnittheilt, welche lautet: Poirier, Guegan, Garin, Mace unb Martin sind mit mehr als 10 000 Christen niedergemetzelt. Die Meuchel­morde und Brandstiftungen dauern fort, das Vikariat ist vernichtet.

Darmstadt, 11. Mrgust. Se. Königl. Hoheit oer Großherzog haben Allergnäbigst geruht: .

Am 9. August dem Schullehrer Heinrich Leich trveitz zu Nieder-Beervach, im Greife Darmstadt, das Allgemeine Ehrenzeichen mit Der Inschrift:Für fünfzigjährige treue Dienste" zu verleihen.

Marseille, 11. August. Im Laufe des Dienstags kamen fälle vor.

Madrid, 11. August. Der Erzbischof von Sevilla ist gestorben.

Brindisi, 11. August. Der König von Griechenland ist hier begibt sich über Wien nach Gmunden.

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G. Gießen, 12. August. [Sterblichkeit in Gießen.] Die Sterblichkeit stieg während der Wod)e vom 2. bis 8. August wiederum unb zwar wesentlich in Folge ber hier herrschenden Masernepidemie. Dieser Krankhell fielen im Laufe der Woche 7 Kinder zum Opfer. Ein Kind starb außerdem an Ruhr. Bei Erwachsenen war Todesursache: Altersschwäche zweimal, Lungenschwindsucht, Magenkrebs, Erweiterung einer großen Schlagader, organische Herzkrankheit je einmal. Die Zahl sämmllicher Todesfälle während der oben angegebenen Zeit betrug demnach 14.

Gießen, 12. August. Aus einer uns vorliegenden amerikanischen Leitung Der Deulsch-Amerikanische Grocer", erscheinend in San Francisco, ersehen wir, daß unser früherer Mitbürger Herr Wilhelm Wenzel bortfclbft Mitte Juli ein großes Restaurantunter der FirmaGraf Litho's Aurora" eröffnet hat. Außer der eine ganze Seite einnehmenden, splendid ausgestatteten Annonce finden wir auch eine Beschreibung des Restaurants in genannter Zeitung. Da es vielleicht den einen ober anberen unserer Leser intereffiren wirb, wie das Restaurant eingerichtet ist, lassen wir die Beschreibung folgen:

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All überschwenglich wollen wir nicht werden, wie andere Zcitungsmenschen bei der Besprechung der neuenAurora" geworden sind, unb vonFeenreich" unb Feen unb Himmelreich u. s. w. gefaselt haben. Wer hat überhaupt schon das Feenreich gesehenV Wo liegt es? möchten wir wohl wissen? Aber das können mir, ohne Widerspruch zu erwarten, behaupten, daß Herr Wenzel besser bekannt als Graf Litho am letzten Dienstag die schönste, größte unb feinste Unterhaltung^ unb Ersrischungshalle an biefer Küste eröffnet hat. Die Halle liegt an ber Geary Str., etwas oberhalb Kearny, wo früher dasIchi Ban" war unb erstreckt sich durch den Block nach ber Morton Straße. Die äußere Seite fällt schon ber schönen Malerei halber sogleich in die Augen, ist nämlich in Braunroth unb Golb gehalten unb mit den üblichen Schildern verziert.^ Das Innere ist nach ber Idee ber aufsteigenden Morgenröthe auf beiden langen Seiten der Halle ganz herrlich gemalt: gleich links am Fenster erblicken wir ein großes Bild der Atorgenröthe, weiterhin Landschaften, Berge, Bäume, Seen, tropische Gewächse von den ersten Strahlen der Morgenröthe angehaucht, ^ehr hübsch. Ebenso ist die rechte lange Wand unb die Decke verziert. Letztere stellt einen leicht bewölkten, von der Morgenröthe angehauchten Himmel bar. Den Hintergrunb nimmt eine Bühne ein, die aber von lebenden tropischen Gewächsen unb treueren Blumen beinahe ganz verdeckt ist unb auf der jeden Abend ein starkes Musikcorps, unter Leitung des Herrn Fiedler, die schönsten Oper- und andere Stücke spielt.

Auf der rechten Seite finden mir den 40 Fuß langen prachtvollen Counter, ein Meisterwerk ber bekanntenBoller Furniture Manufacturing Co." der, was geschmack­volle Arbeit unb elegantes Holz anbetrifft, vielleicht nicht besser gemacht m erb en kann. Die Gebrüber Kreeling (Tivoli) finb bekanntlich die Theilhaber ber Boller Furniture Co. Auch haben diese Herren den Austern- und den Cigarren- und Tabak-Counter i verfertigt.

Von ber Thür aus ist ber Fußboden mit höchst geschmackvollem Oil cloth be­deckt, unb ziehen sich große lange Fußdecken zwischen den Tischen bis zum Hintergründe ber Halle.

Wie es scheint, hat Herr Wenzel beim Einkauf nanrentlich die Pionier-Häuser zu patronifiren gesucht, ^o kommen das Oil cloth unb die herrlichen Matten ober Fuß- becken ans dem ivohlbekannten Carpet-Laden des Herrn Wm. Ehrenpfort, die älteste und erste deutsche Carpet-Firma in der Stadt.

Durch die Halle hindurch ziehen sich vier bis fünf Reihen von feingedeckten Tischen und Stühlen, unb mehrere Figuren in Lebensgröße, auf Piedestalen von schwarzem Wallnuß, halten über sich elektrische Lichter, währenb eine Menge geschmack­voller Chaudeli.ers, mit bunten Gläsern, zur Erleuchtung der Halle des Abends bei­tragen. Große orientalische, herrliche Blumenvasen mit prächtigen künstlichen Blumen, extra aus Deutschland importirt, zieren den Counter unb eine Menge buntfarbiger Gläser finb pyramibenartig vor bem prachtvollen, 30 Fuß langen Spiegel aufgestellt. In ber Anordnung dieser Gläser und ber ganzen Counter-Einrichtung hat der geniale Herr Feldmann, der Majordomus, diesmal sich selbst übertroffen.

Die Küche befindet sich im Erdgeschoß unb wirb von einer Gräfin in deutscher Weise geführt unb beaufsichtigt. (Hier wollen wir einschalten, baß wir wieder einmal ein deutsches Beefsteak genossen unb zwar in derAurora". Wie es bereitet mar, wissen wir nicht, aber es war prachtvoll, delikat, zerschmolz auf der Zunge, und ber Unterschieb mit Beefsteaks, bie wir schon in ähnlichen Lokalen gegessen, war so groß, baß wir uns jetzt wundern, warum man well never mind!)

Die prächtige Malerei hat Papa Strauß Swan & Co. ausgeführt. Die tropischen Gewächse unb Bäume hat Herr Lüdemann Baker & Lombarb der bekanntlich die größten Gartenanlagen an dieser Küste hat, geliefert. . Die Plumber- Arbeit, unb es war ziemlich viel, ist von Freunb John Bohn (auch Pionier), Wr. 112 Siebente Straße, ausgeführt unb wird, mir finb es überzeugt, so lange halten, als das Haus steht. Die Stühle lieferte Herr Husjchmidt Market Straße, gegenüber der Kearny Straße, auch eine deutsche Pionier-Firma. Die prachtvolle Auswahl von Gläsern aller Arten, Farben unb Größen besorgte die Firma Nathan L Co. Sutter unterhalb Kearny Straße, die ältere Crockery-Firma an dieser Küste unb deutsch in jeder Beziehung. Den herrlichen, 30 Fuß langen Spiegel stellte die Firma Gump & Co., 581 unb 583 Market Straße ebenfalls das älteste derartige Geschäft an dieser Küste. Alle Teller, Tassen, Messer und Gabeln u. s. w. u. s. m. finb von ganz anderer Fa-on und anderemMake als wir bis jetzt gewöhnt.

Wir glauben nicht zu weit vom schwarzen Punkte zu schießen, wenn wir der Aurora" eine lange profitable Existenz Voraussagen, unb bem langjährigen Freunde, Graf Litho, wünschen mir es von ganzem Herzen. Er ist ein guter Wirth, liberal, offen in Herz unb Tasche unb wie ber Amerikaner sagen würde:There is nothing mean about bim".

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6(ement ju eirtir so hervorragenden politischen Bedeutung gelangt ist, in die i Intentionen der auswärtigen Politik genau einzuweihen zur Danachachtung. Eeidsioerständlich würde; schon der Parität halber, wenn Gras Taaffe der Zu> iaiamenkanjl in Kleinster zugezogtn würde, auch der ungarische Ministerpräsident doil kaum sehlen können. Ungarische Blatter melden auch, daß in diesem Falle entweder Herr v, Ti-za selbst oder ein anderes Mitglied seines Cabinets in Äremsier erscheinen würde. r . . t ,

Die schon seit längerer Zeit signalurrte Zusammenkunft des Grafen Kalnokn mit dem Fürsten Bismarck soll nun demnächst stattfinden, aber nicht ans österreichischem Boden. Wie HeWiener Abendpost" vernimmt, ge> venlt sich der österreichische Minister de« Auswärtigen nächster Tage nach Varfin zu begeben, da es wieder unwahrscheinlich geworden sei, daß Fürst Bismarck nach Gastein kommen werde. ,

In Frankreich macht sich unmtttelLar nach dem Lchlusse der parla- mentartschen Session dis Wahlbeweguug in verstärktest Maße geltend. Eine a-ögere Anzahl von Departements haben beteilä ihre Wahlliften ausgestellt. Ferri) wird in Lgon eine große Wahlrede hasten und sich dann nach Bordeaux deaebet- um daun eine zweite zum Besten zu geben. Die Opportunisten werden ihren Wahlaufruf erst nach der Lyoner Siebe Ferry's veröffentlichen. Die Ne- aiermtz wird ed»ntalls einen Wahlaufruf vom Stapel lassen, gedenkt jedoch mit ott Veröffentlichung desselben zu warten, bis die Wahlbewegung im vollen Gange ft Als Ferry am Samstag Abend in Lyon eintraf, fanden auf dem Bahn­höfe und vor dem Hotel feindselige Dsmonstrattonen gegen ihn statt; die Polizei zerstreute jchließlich die Menge.

Sir Druinmond Wolff hat seine Mifnon, welche chn als außerordentlichen Gesandten und Bevollmächtigten Englands nach Egypten führt, in voriger Woche angetreten und sich zunächst noch Konstantinopel begeben. Das tnglische Erbittet wünscht demnach zuvörderst mit der Pforte in'S Enwer- nehmen wegen seiner egyptsschen Pläne zu gelangen und Lord Salisbury hat sonnt den Rath befolgt, den Fürst Bismarck seinem Vorgänger Gladstone ertheilte, als dieser Den Kanzler um seine Ansicht über die in Egypten einzn- schlagende Politik ersuchte- Dieser Nath lautete eben dahin, sich zunächst mit bem Sultan, als dem Oberherrn Egyptens, zu verständigen, welchen Rath aber Mr. Gladstone in den Wind schlug, um daun nach seinem Kopfe am Nil weitet« zmvirthschasten; was hierbei schließlich herattsgekomtnen ist, weiß ja Jedermann. Lord Salisbury sucht nun den Fehler Gladstane's wieder gut zu machen; vor­läufig maß indessen abgew.rrtet werden, was Wolff in Konstantinopel erreichen wird. , n , .. ,r m ,

In New-York hat am Samstag das Lircheubegangnrß General Grant's in großartiger Weise staitgesunde». Der Leichenzug war fast 6 eng­lisch- Meilen lang und unter den Theilnehmern desanden sich der Präsident Cleve- land, der Bicepräsident Hendricks, die srüheren Präsidenten Hayes und Archnr, die Minister und Mitglieder des obersten Getichtshofes, das diplomattsch^Corp», die Niitglieder de« CongreffeS und die Gouverneure der verschiedenen Staaten. Alle Geschäfte waren geschlossen.

©in abyssinifches EorpS von 25,000 Mann unter dem Be­fehle des Generals Nas-Alula ist in Ashmara concentrirt, um eventuell zum Entsatz von Kaffala vorzurücken. Nas-Alula wartet nur noch die letzten Be­fehle des Negus von Abyssinicn ab.

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nach Neaumur gemessen am 12. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 16°, Luft im Schatten 20°.

£ Ehr. Rubfamen, Turn- und Schwimmlehrer.