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läßt, ift am 30. v. M. auf dein hiesigen Friedhöfe gemacht worden. Man fand nämlich daselbst, in ein Kinderhemd eingewickelt, einen bereits in Verwesung übergegangencn Arm von einem neugeborenen Kinde. Derselbe war anscheinend mit einem scharfen Instrumente vom Rumpfe getrennt. Die Zeichnung war zwar aus dein Hemde entfernt, doch schien dieselbe A. K. 6 gewesen zu sein. Die Polizei fahndet auf den Urheber, resp.^die Urheberin des hier offenbar vorliegenden Verbrechens. — Die Löschprobe mit Siegfr. Bauer's Feuer-Annihilator, welche heute Vormittag auf dem Uebnugs- platze der Feuerwehr im Beisein eines zahlreichen Publikums und vieler Sachverständiger stattfand, hatte den günstigsten Verlauf. Ein ziemlich großer Holzstoß, welcher in Brand gesetzt worden war, wurde durch den Feuer-Annihilator in der kurzen Zeit von ca. 50 Secunden vollständig gelöscht. Der genannte Löschapparat stellt eine kleine Spritze dar, die außerdem auch für den Haus- und Gartengebrauch Verwendung finden konn^ der Apparat ist äußerst practisch construirt und kann demselben fortwährend von dcr Feuerlöschmasse zugegossen werden. Die Ansicht der Fachleute ging dahin, daß -er Feuer-Annihilator wohl ein ebenso praktischer Apparat wie der Extincteur sei, doch in der Wirkung seien sich beide ziemlich gleich, dcr Annihilator sei zwar in Fabriken, Werkstätten und Zimmern bei der Entstehung eines Brandes ein sehr brauchbarer Apparat, sobald aber das Feuer gewisse Dimensionen überschritten, sei der Apparat, gleich dem Extincteur, völlig wirkungslos. — Vom dritten Stock des Militärlaza- reihs in der Altmünstergasse ist heute Morgen ein kranker Soldat herabgesprungen, nachdem er sich vorher all seiner Kleider erledigt hatte. Schwer verletzt, aber noch lebend wurde er vom Platze getragen. — Der Mainzer Turngesellschaft sind mittelst Entschließung des Großherzogs vom 21. Mai l. I. Eorporationsrechte verliehen worden. Dieselbe ist dadurch in die Lage versetzt, den seither in Miethe gehabten Turnplatz vor be in Gauthor in Eigenthum zu erwerben.
Basel, 8. Juni. Am Sonntag Abend V, Uhr prallte, wie wir schon kurz mit- gcrheilt haben, ein Schiff mit fünfzehn Insassen, Mitgliedern des Rheinclubs, die von einem Ausflug nach Rheinfelden zurückkehrten, an ein Joch der alten Rheinbrücke und schlug um. Die „R. Zur. Z." erhält von einem Eorrespondenten über den Unglücksfall folgenden Bericht: Ein Kahn mit etwa zwölf Personen, worunter auch Kinder, stieß an ein Joch der alten Brücke an und die meisten Insassen fielen ins Wasser. Man vermißt bis jetzt zwölf Personen, die ohne Zweifel ertrunken sind. Andere Kähne sind weben mit Aufsuchen der Leichen beschäftigt, doch, wie es scheint, bis jetzt ohne Erfolg. Ein Kinderwägclchen mit Kind ist gerettet. Das Unglück ist um so unbegreiflicher, als das Boot von der Schifffahrt Kundigen geleitet worden ist und der Rhein ganz ruhig fließt, ohne große Wafsermasse. — Der „Strb. Post" wird über den Unfall von hier geschrieben: „Durch ein plötzlich eingetretenes grausiges Ereigniß wurden wir heute hi Bestürzung versetzt. Ein sogenannter Doppelkahn, der, mit siebzehn Personen besetzt, fall Rhein herunterfuhr, prallte, von der Strömung entführt, gegen den zweitletzten Pfeiler dcr Brücke, wodurch die Insassen ins Wasser geschleudert wurden. Von diesen ertranken elf, darunter — wie ich höre — sieben weibliche Personen und nur sechs konnten gerettet werden. Die Schuld liegt an der ungeschickten Leitung des Kahns; dieselbe darf, laut behördlicher Vorschriften, nur tüchtigen, von der Behörde als Schiffer anerkannten Persönlichkeiten anvertraut werden, was, wie ich höre, hier um- gangen wurde."
— sTas tiefste Bohrloch der (yrbc.J Wie dic Zeitschrift „Stahl und Eisen" meldet, ist das tiefste Bohrloch dcr Erde nach einem Vortrage von Mohs im Magdeburger Bezirksverein des Vereins deutscher Ingenieure von der preußischen Bergverwaltung im allgemeinen Landesinteresse zur möglichen Erschließung von Steinkohlen bei beni. Dorfe Schladebach nahe der Station Kötschau an dcr Bahn von Eorbctha nach Leipzig nicdergebracht worden. Die Gesammttiefe dieses Bohrlochs, das mit hohler Tiamantbohrkrone und Wasserspülung niedcrgestoßen worden ist, beträgt 1390 Meter, seine untere Weite 48 Mm. und dieselbe zu Tage 280 Mm. Im Ganzen sind 3% Jahre an demselben geaebeitct worden, der Kostenaufwand betrug etwas über 100 000 X Die Temperatur in dem unteren Theile des Bohrloches ist auf 48 Grad E. fcstgcstellt worden.
Temperatur der Lahn und der Luft
nach Reaumur gemessen am 12. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittaas. Wasser 16°, Luft im Schatten 15°.
L. Ehr. Rübs amen, Turn- und Schwimmlehrer.
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gieße».
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
2. Sonntag nach Trinitatis, 14. Juni.
Vormittags 9V- Uhr: Pfarrer Dr. Naumann
l e. Nachmittags 20- Uhr: Pfarrer Din gelbe y.
Krnderkrrche, Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser.
, f?atrc$lSmu§le§re für die Realschüler, Vormittags 11 Uhr, in der Klein- kmderschule, Pfarrer Ov. Naumann. 4 Jaetn-
Nachmittags 2 Uhr findet in dcr Kirche zu Leihgestern das Jahresfest des ® u ft a " =21 b °1 f § = S t i f t u n a statt. F-stpr-dig-r: Pfarrer
A^Mtag, den 21. Juni, findet die Feier des heiligen Abendmahls statt, die Beichte am Samstag zuvor, Nachmittags 2 Uhr. )l9
Dr. " bCr 280(66 °om U' 20. Juni besorgt Pfarrer
Katholische Gemeinde.
m , 3. Sonntag nach Pfingsten.
. V°n 8 Ubr an Beichte. Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Com- mumon. V2IO Uhr: Hochamt und Predigt. Um 2 Uhr: Andacht. ° y
Gottesdienst in der Lynaaoae.
SamsZg Ab-nd°s" Uhr! ^st-g Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag t Uhr.
Allgemeiner Anzeiger.
Heu- u. Grummetgras- Kersteigerung.
Montag den IS. Juni L I. wird von den Gräff. Solms-Laubach'schen Wiesen, Gemark. Arnsburg u. Colnhausen, circa 144 Morgen, da s Heu und Grummet öffentlich ver- steigert. Die Versteigerung beginnt Morgens 9 Uhr, mit der GotteSacker- wäese.
Arnsburg, den 10, Juni 1885. 4377__Henckel.
Das Gras
von den Gem.-Wiesen wird an Ort und Stelle versteigert:
zu Launsbach Donnerstag d. 18. d., 2 Uhr, „ Kinzenbach Freitag d. 19. d-, 2 Uhr, „ Dorlar Samstag d. 20. d , 8 Uhr, „ Garbenheim Samstag d. 20. d-, 2 Uhr, „ Dutenhofen Montag d- 22. d, 8 Uhr, Erofdorf, den 11. Juni 1885.
4381__Das Bürgermeisteramt.
Holzverkauf.
Freitag d. 19. d., um 4 Uhr Nachm-, werden im Gem.-Hause in Kinzenbach *202 rm Lohschälholz aus d. Gem.-Walde verkauft.
Erofdorf, den 11. Juni 1885.
4382__Das Bürgermeisteramt.
Strastenbau
Donnerstag den 18. d., Morgens 10 Uhr, sollen die Arbeiten und Lieferungen zur Straßenherstcllung in Garben heim dahier vergeben werden, ver- m schlagt: Pflasteraufbruch 167,19 X, Pffasterarbeiten 517,38 X, Pflastcr-Basalt- steine 600 X, Pflastersand 257,50 X, Laisaltkleinschlag 442 95 X, Sand 27,50X, Drckarbeit 29,05 X
Crofdorf, den 11. Juni 1885.
4383______ Das Bürgermeisteramt.
Donmrstsg den 18. Juni, Mittags 2 Uhr, mhb in dem Ed. Noll'scheu Hause, Neustadt 49, eine Parthie Mehl, ca.. 25 Sack, sowie 1 Pferd, meh- rese Schweine, wobei ein Zucht- schwein mit Ferkeln, 17 Schafe, Mrodwagen, sonstige Wagen und vLconomiegerathe, Bäckerholz rc. versteigert.
F. Hoffmann,
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Gießen, den 29. Mai 1885. oaon Großberzogliches Ortsgericht. 3990 Müller.
Montag den 15. Juni, Mittags 2 Uhr, werden in dem E. Schramm'schen Hause, Wolkengaffe 17, die noch vorhandenen Betteil und sonstiges Mobiliar versteigert.
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