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st, ift der Name dieses Scheusals, gebürtig aus Eilendorf bei Aachen, ist seines Handwerks Schneider; derselbe wurde am 21. Juni d. I. aus dem Zuchthause zu Münster nac!^ siebenjähriger Haft entlassen und nach seiner Heimath befördert. Ohne zu arbeiten, verbrachte er acht Tage im Hause seiner Stiefmutter. Am Sonntag früh suchte er dieselbe zu überreden, mit ihm ins Feld zu gehen, was diese auch zusagte, doch bat sie eine Nachbarin und deren Mann, mitzugehen. Als Schröttcr dies gewahr wurde, entfernte er sich, versuchte aber, Abends zurückkehrend, seine Stiefmutter zu würgen; diese vermochte sich indessen loszumachen, lief fort und schrie um Hülfe. Ein in demselben Hause wohnender junger Mann leistete der Frau Beistand, suchte den Schrötter zu beruhigen, erhielt jedoch einen Stich mit einem Dolch in die Seite, so daß er von Schröttcr ablasscn mußte. Schrötter entfernte sich und trieb sich Nachts unrher. Um 3 Uhr Morgens fragte er in freundlichem Tone auf der Chaussee zwischen Eilendorf und Stolberg einen ihm begegnenden, zur Arbeit gehenden Mann nach einer Person flamens Schütz, und als ihm Auskunft gegeben wurde, versetzte er dem Manne kurz hintereinander 2 Stiche, den einen zwischen die Nippen, den anderen in den Unterleib, so daß der Getroffene lautlos zusammenbrach. Schrötter ging ruhig seines Weges weiter nach Stolberg zu und vollführte genau unter denselben Umständen bis zur Stadt noch drei solcher Attentate. Am Ende der Stadt begegneten ihm endlich vier Mann; bei ihnen erkundigte er sich nach dem Wege, der nach Ficht geht. Ein Mehgergcsell dreht sich um und zeigt ihm mit vorgestrecktem Arm die Richtung des Weges; in demselben Augenblick aber bricht er auch mit dem Rufe zusammen: „Ich sterbe, helft mirSeine Kameraden kehren eiligst die paar Schritte zurück, konnten ihren Kameraden indessen nur noch als Leiche zur Seite legen. Ein Dolchstich hatte dem jungen Leben ein Ende gemacht. Das ist jedoch noch nicht alles. Auch der Portier einer Gasfabrik oberhalb Stolbergs wurde von dem Mörder angesprochen und erhielt einen Stich in die Brust. Hierbei blieb der Dolch in den dicken Kleidern des Mannes stecken, ohne den Körper besonders zu verletzen. Der Mörder sah sich der Waffe beraubt und suchte iU entkommen, cs gelang ihm dies auch. Wie ein Lauffeuer ging nun die Kunde von den Ucberfällcn durch die L-tadt und Alles, was irgend abkömmlich war, machte sich auf zur Jagd. Endlich gegen Mittag gelang es zwei jungen Leuten, des Mörders habhaft zu werden und ihn der Polizei zu übergeben. Das Volk war wüthend und suchte ihn zu befreien, um ihn zu lynchen. Im Verhör gestand derselbe seine Thaten ein, drohte jedoch gleichzeitig, wenn sein Kamerad entlassen würde (derselbe erschlug vor einigen Jahren einen Gerichtsvollzieher), der würde es noch besser machen. Zwei von den Ueberfallenen sind Familienväter von 5 resp. 6 Kindern und liegeiCfo schwer darnieder, daß keine Hoffnung vorhanden ist, sie am Leben zu erhalten. _______
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
Samstag den II. Juli.
Nachmittags 2 Uhr: Beichte, Pfarrer Dingcldey.
6. Sonntag nach Trinitatis, 12. Juli.
Vormittags 9^2 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Feier des heiligen Abendmahls.
Nachmittags 2*/r Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Kinderkirche: fällt aus.
Katechismuslehre für die Realschüler, Vormittags 8 Uhr, in der Kleinkinderschule, Pfarrer Dr. Naumann.
Katechismuslehre für die Mädchen, Vormittags 8 Uhr, in der Kirche, Pfarrer Schlosser.
Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 12. bis 18. Juli besorgt Pfarrer Schlosser.
Katholische Gemeinde.
7. Sonntag nach Pfingsten.
Von 6 Uhr an Beichte. Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Com- munion. Um 1/2K) Uhr: Hochamt und Predigt. Um 2 Uhr: Andacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
Freitag Abend 715 Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 9 Uhr.
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