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Darmstadt, 0. Juli. Se. Königl. Hoheit der Großherzog wohnten heute Vormittag der Besichtigung des Großh. Feld-Artillerie-Regiments Nr. 25 (Großh. Artillerie-Corps) bei, welche auf dem Griesheimer Artillerie-Schießplatz durch den General-Jnspecteur der Artillerie v. Voigks-Rheetz stattsand.

Heute Nachmittag 5 Uhr werden Se. Königl. Hoheit einer Einladung zum Diner des Officier-Corps genannten Regiments im Kasino der Artillerie-Kaserne Folge geben.

Zum Reichscommiffar für die Regulirung des Rhein» auf der Strecke zwischen Mainz und Bingen aus Grund de» zwischen Preußen und dem Groß- herzogthum Hessen abgeschloffenen Staatsvertrages ist Seitens des Reichskanzler» der badische Oberbaudirector Honiell ernannt worden. Im vorliegenden Falle wird zum ersten Male die Regulirung eines deutschen Stromes unter dauernde Aussicht der Reicher gestellt. Die Generalpläne sind aus Grund der von Reichs wegen unter Vorsitz eines Reichrkommiffarr nach Anhörung der inleressirten Grundbesitzer, Schifffahrttreibenden ic. an Ort und Stelle abgehaltenen Enquete ausgestellt und dem Vertrag beigesügt worden. Die Specialpläne muß der Reichrkommiffar prüfen und genehmigen, sowie die vertragsmäßige Aussührung derselben überwachen.

Telegraphische Depeschen.

Wolkf'S telegr. Eorrespondenz» Bureau.

EmS, 9. Juli. Se. Majestät der Kaiser machte gestern Mittag eine Spazier­fahrt und besuchte Abends das Theater. Heute früh ließ sich Allerhöchstderselbe nach der Trinkkur die hier zur Kur anwesenden Offiziere am Kurhause vorstellen, machte dann eine Promenade, woran sich eine Ausfahrt schloß und nahm später die Vorträge des Generallieutcnants von Albedyll und des Hofmarschalls Grafen von Perponcher entgegen. An dem Diner nehmen heute der gestern eingetroffene Fürst von L-chwarzburg- Ruoolstadt, sowie die heute erwarteten Fürst und Fürstin zu Wied und der General von Stosch Theil.

Schwerin L 9. Juli. Zur Berichtigung gcgenthciliger Meldungen er­klären dieMecklenb. Anzeigen", daß die Regierung von Mecklenburg-Schwerin bei der Abstimmung im Bundesrath über die braunschweigische Angelegenheit ohne jede Verwahrung dem ihren Ansichten vollkommen entsprechenden Anträge des Justizaus­schusses zugestimmt hat.

Berlin, 9. Juli. DerNordd. Allg. Ztg." zufolge erhielt das Lehrcrpensions- Gesctz am 6. Juli die königliche Sanction.

PariS, 9. Juli. DieAgence Havas" demcntirt form dl die Nachricht, daß Freyciner eine Note über die Suezcanalfrage erlassen habe; in dieser Angelegenheit sei kein Schritt seit der Versendung der Protokolle der Suezcommission geschehen.

Das Gerücht von der Zurückberufung des französischen Botschafters in Petersburg ist unbegründet.

Ein Telegramm des Generals Eourcel aus Hue vom 8. Juli constatirt, daß die militärische Lage in Hue und Tongking fortfährt, eine befriedigende zu sein.

Regierungskreise dementiren, daß von der Absendung von 4000 Mann Truppen nach Madagaskar die Rede sei.

London, 9. Juli. Jin Unterhaus erklärt Bourke, es sei nicht beabsichtigt, aus Northbroofs Berichten über Egypten Weiteres zu veröffentlichen. Die Schriftstücke über die Suezcanal - Conferenz seien zur Vorlage in Vorbereitung. Das Haus wird Gelegenheit haben, über die Convention, deren Wortlaut noch nicht vereinbart ist, seine Ansicht auszusprechen, bevor weitere Schritte erfolgen. Die Negierung erhielt bisher keine Bestätigung von Pain's Tod. Es sei nicht im Staatsinteresse ersprießlich, Lnmsden's Schriftwechsel im gegenwärtigen Stadium der Unterhandlungen mit Rußland zu veröffentlichen. Hicks-Beach bestätigt, die Ernennung einer Untersuchunas-Eorn- mission des Handels - Nothstandes sei beschlossen. Hicks-Beach erklärt, er behalte die Vorschläge Ehildcrs bei bezüglich des Budgets bis auf diejenigen, welche das Hails i seiner Sitzung voin 9. v. M. abgelehnt habe und werden weitere neue Steuern nicht beantragt. Von dem Elf - Millionen - Credit seien bereits 9,850,000 Lstrl. verausgabt. Bei dein Eredit der veranschlagten Ausgaben für die Admiralität habe man den Vor­anschlag um eine halbe Million überstiegen. Das Gesammtdeficit des Vorjahres und des laufenden Jahres betrage 3,870,000, er beabsichtige dasselbe durch Schatzbons und Schatzamts-Tratten zu decken.

Im Oberhaus nahm Rothschild seinen Sitz ein. Die schottische Ministerbill wurde in zweiter Lesung angenommen.

Brüssel, 9. Juli. Die Polizei nahm heute in einem Locale, wo Anarchisten regelmäßig zusammenkommen und wo auch das von ihnen herausgegebene Journal Ni Dieu, ni Maitre gedruckt wurde, eine Haussuchung vor und beschlagnahmte eine Anzahl Schriftstücke, verhaftete 14 Personen, wovon indeß nur einige in Haft behalten wurden. Unter den Verhafteten befinden sich ein Russe und ein Deutscher, die übrigen sind Franzosen und Belgier.

Universität-- Chronik.

An Stelle des verstorbenen Geh. Ober-Medicinal-Raths Henle ist dessen Schwiegersohn, Professor Dr. Merkel aus Königsberg, als ordentlicher Professor der medicinischen Facultät und Director des anatomischen Instituts nach Göttingen berufen worden. Derselbe hat, wie dieG. Fr. Pr." aus zuverlässiger Quelle erfährt, den Ruf angenommen und wird schon zu Michaelis nach dort übersiedeln.

Dr. Georg Voß ist zum Privatdocenten der Kunstgeschichte an der Königl. technischen Hochschule in Berlin ernannt worden.

Zum Rector der Prager Universität wurde Prof. v. Mertens gewählt.

Lokale-.

Gießen, 10. Juli. In dem Processe Reichstagsabgeordneter Hinze von Berlin contra Rechtsanwalt Jöckel von Friedberg und Redacteur Binder nagel von ebenda wegen Beleidigung gelegentlich der letzten Reichstagswahl wurde heute Morgen bei Großh. Strafkammer das am 3. d. Mts. ausgesetzte Urtheil verkündet. Dasselbe lautet: Es ist für Recht erkannt worden, das Urtheil des Schöffengerichts (Friedberg) auf­zuheben und die beiden Angeklagten wegen dreier Beleidigungen des Privatklägers, den Rechtsanwalt Hermann Jöckel in eine Geldsttafe von 320 X, im Falle der Un­einbringlichkeit 30 Tage Gefängniß, den Verleger und Redaeteur Binder nagel in eine Geldsttafe von 60 JL beziehungsweise 6 Tage Gefängniß, außerdem beide zur Tragung der Kosten und der dem Privatkläger erwachsenen nothwendigen Ausgaben zu oerurtheilen."

Auf eine traurige Art verunglückte gestern Nachmittag ein Metzgerlehrling. Durch eine noch nicht aufgeklärte Ursache gerieth derselbe mit dem Kopfe in einen hängenden Strick und jedenfalls beim Ausgleiten stürzte er und brach das Genick. Der junge Mann war der Sohn wohlhabender Leute einer benachbarten Gemeinde.

Vermischtes.

Alsfeld. An die Brüder Adolf und Karl Müller hat Fürst Bismarck am 4. Juli nach seiner Rückkehr von Kissingen nachfolgendes Schreiben gerichtet:Ich danke Ihnen verbindlichst für die freundliche Uebersendung Ihres neuesten Werkes. Ihre treffenden und lebendigen Schilderungen der Vettern meines tteuen Gefährten haben mich in hohem Grade iiitereffirt, und ich freue mich auch, daß in diesem Buche, welches jeder deutsche Hundefreund mit Vergnügen und Nutzen lesen wird, die deutschen Buchstaben wieder zu Ehren gekommen sind. v. Bismarck."

Frankfurt a. M., 8. Juli. Aus Halle a. S. wird derFranks. Ztg." ge­schrieben, der zum Tode verurtheilte Julius Lieske fei nicht von Wehlheiden nach der Strafanstalt in Halle a. S. gebracht worden, sondern befinde sich in dem Zuchthause Wehlheiden bei Kassel, zu dessen Einlieferungsbezirk Frankfurt gehört.

Landsberg a. Warthe, 8. Juli. Heute früh 6 Uhr wurde der Vatermörder Jrednch aus Soldin hier hingcrichtet.

(Zum sechsten deutschen Turnfest, j Dresden rüstet sich zum sechsten deutschen Turnfest, um über 15000 Turner aus deutschen und nichldeutschen Gauen würdig, zu empfangen. Ans dem weiten, schön gelegenen Festplatze, der dicht an den Großen Garten stößt, erheben sich schon imposant^und geschmackvoll die weiten Festgebäude und die Einrichtungen zum Turnen, Fechten, Springen und Spielen. Auch dem Schwimmen in den Elbbädcrn sind zwei Morgenstunden von 79 Uhr am Sonntag gewidmet. Das Fest, welches Samstag den 18. Juli mit dem Empfang der ankommenden Turner und ihrer Begrüßung beginnt, findet am Donnerstag den 23. Juli seinen Abschluß mit der Ausführung von Turnfahrten in die sächsische Schweiz, in die näheren Theilc des Erzgebirges und nach Meißen, woran sich 20 Gruppen mit circa 4000 Turnern betheiligen werden..

Die Bevölkerung Dresdens nimmt regen Antheil an allen Vorbereitungen zum Feste. Auch die Presse und Literatur bleibt nicht zurück. Zwei reichhaltige, frisch ge- chriebene Nummern der ofsieiellen Festzeitung sind bereits erschienen, um die von nah und fern erwarteten Turner und die Einwohner Dresdens von allen Festarrangements zu unterrichten und Stimmung für das Fest zu machen. Auch ein alter kerndeutscher Dichter Johann Fischart erscheint als Gabenspender. SeinGlückhaft Schiff", das Hohelied von Manneskraft und Mannestreu, ist in 2. Auflage als Jubelgabe zum sechsten deutschen Turnfest von H. Stiehler, Dresden, Lchmann'sche Buchdkuckerei 1885, erschienen und für wenige Pfennige zu haben.

Ein begeisterter Turner aus Bremen schreibt, daß er in Dresden ein modernes olympisches Fest erwarte, welches unter der Theilnahme des ganzen deutschen Volkes eine große Anregung weithin üben werde. Er hofft, daß die Vaterstadt Theodor Kömer's auch für würdige vaterländische Gesänge sorgen und die nationale Begeisterung nachhaltig wecken werde, damit dem Vaterlande aus der systematischen Pflege des Turnens in allen Schulen von Stadt und Land ein wehrfähiges Geschlecht erwachse, dem als Frucht körperlicher Hebungen in der Jugend dann auch eher eine Abkürzung der Militärdicnstzeit gewährt werden könne.

Mögen sich die Hoffnungen dieses Patrioten erfüllen und ein glücklicher Stern über dem nächsten deutschen Turnfeste walten!

Die deutschen Sänger-, Schützen- und Turnerseste haben jetzt einen anderen Character, als vor der Begründung des deutschen Reiches. Vor 1871 waren es Sehn- uchtsfeste, in denen sich der Drang der verschiedenen deutschen Stämme nach festerer politischer Vereinigung kundgab. Jetzt ist diese Sehnsucht erfüllt. Deutschland hat aufgehört, ein bloßer geographischer Begriff zu sein, cs ist eine compacte Einheit ge­worden, welche ihre Macht zur besseren Gestaltung der eigenen Zustände und auch zur Förderung der Wohlfahrt naher und ferner Völker geltend machen kann. Jetzt können wir unsere Feste mit einem ganz anderen Hochgefühl feiern; aber den neuerworbenen Rechten und Freiheiten stehen auch Pflichten gegen unsere eigene 'Nation und gegen remde Völker gegenüber.

Wir müssen unseren größeren Nationalfesten einen tieferen Inhalt «eben und anderen Völkern beweisen, daß wir nicht im Essen und Trinken, sondern in ver Pflege höherer Güter die wahre Weihe eines festlichen Zusammenseins von deutschen Brüdern aus allen Ländern erblicken.

Die gymnastischen Hebungen sollen unsere deutsche Jugend nicht blos körperlich gesund und kräftig erhalten, sondern auch den Geist emporheben, den Willen befestigen und die Seele rein erhalten. Ein kräftiger Turner soll sich schämen, seinen edlen Leib zu verweichlichen und niederen Ausschweifungen zu fröhnen. Er soll alles Schwächliche, Unedle und Hnharmonische in ihm und um ihn herum mannhaft bekämpfen.

Wenn die deutschen Turner mit solchen Vorsätzen nach Dresden kommen und sich nicht blos amüfiren, sondern hier lernen, ihre Körperkraft und Gewandtheit stählen und befestigen, Gemeinsinn pflegen und Begeisterung für alles Wahre, Gute und Schöne von hier mit hinwegnehmen wollen, dann wird es ihnen auch an dem wahren Frohsinn nicht fehlen, dann wird das sechste deutsche Turnfest ein neuer Baustein zur Größe, Macht und Wohlfahrt des deutschen Volkes und Reiches werden.

sStreiks.j Der Streik der Maurer in Berlin dauert noch unverändert fort. Die Steinträger und Bauarbeiter schlossen sich am 21. Juni, nachdem dieselben einen Bund zur Wahrung ihrer Interessen begründet, dem Streif der Maurer an. Das von den Bauunternehmern, welche städtische Bauten ausführen, an den Magistrat eingereichte Gesuch um Verlängerung der Baufristen mit Rücksicht auf den Streik, ist nach Zeitungsmeldungen abschläglich beschicden worden. Dagegen Haden mehrere große Baugesellschaften beschlossen, für die von ihr demnächst in Generalentreprise zu ver­gebenden Bauten den sonst wohl in den Verträgen üblichen, durch Eonventionalstrafen verschärften Passus, daß ein Streik die verabredeten Termine nicht nlterire, für die Zukunft wegfallen zu lassen. Ebenso hat eine Anzahl Meister und Hnternehmer be­schlossen, in Zukunft nur Submissionsofferten abzugeben unter der Voraussetzung des Wegfalles jener Strafbestimmung. In Zukunft würde die Bedingung aufgenommen werden, daß die Termine sich um so viel verlängern als ein Streik dauert. Seit dem 27. Juni streiken in Berlin die Arbeiter der Hartyiann'schen Eisengießerei, circa 50 Mann, wegen Lohnerhöhung. In der Eohn u. Steinthal'schen Färberei in Berlin haben 40 Arbeiter die Arbeit niedergelegt, weil ihnen die verlangte Erhöhung ihres Lohnes von 18 auf 20 H pro Stunde verweigert wurde. Die Arbeiter einer Albumfabrik und etwa 300 Töpfer in Berlin stellten bei höheren Lohnforderungen Ende Juni die Arbeit ein. Die Arbeiter der Firma Vorwerk u. Sohn in Barmen haben am 22. Juni die Arbeit eingestellt, weil ihre Forderung, Kürzung der Arbeitszeit und 2Oprocentige Lohnerhöhung, für sämmtliche Artikel nicht sofort be­willigt worden war. Die zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in versöhnlichem Geiste gepflogenen Verhandlungen führten sofort durch Bewilligung der Forderungen zur Beendigung des Stteiks. Der Streik der Tischler des bedeutenden Möbel­geschäfts Hermann u. Söhne in Neucoschütz ist nach dreiwöchentlicher Dauer zu Ungunften der Streikenden beendet worden. Der zu Anfang des Streiks den Arbeitern zugesicherte Lohnaufschlag von 10 pEt. (auf ihre Forderung von 25 pEt.) war, weil das Anerbieten nicht acceptirt wurde, wieder zurückgezogen worden. Der größte Theil der in den Bunzlauer und Tillendorfcr Töpfereien beschäftigten zwei­hundert Töpfer legte am 29. Juni in Folge von Differenzen über die Kündigungsfrist die Arbeit nieder. In Folge von Lohndifferenzen haben in Stadtilm (Thüringen) die sämmtlichen Arbeiter (51) der Müller'schen Hutfabrik die Arbeit Ende Juni nieder­gelegt. In Sagan (Schlesien) haben 50 Maurer am Baue der neuen Artillerie- Kaserne die Arbeit niebergdegt, weil einige aus Berlin eingetroffene Gesellen für einen sehr niedrigen Lohn, zehnstündige Arbeitszeit 2JL in Arbeit treten wollten. Die Lohnbewegung hat in Leipzig fast sämmtliche Gewerbe ergriffen. Die Baugewerke haben einen zehnstündigen Arbeitstag erzielt, nun wollen die Gesellen Lohnerhöhung, welche ihnen auch von den Meistern unter der Bedingung zugesichert worden, daß die ersteren dem Jnnungsstatut entsprechend einen Gesellen-Ausfchuß wählen. Die Maler­und Lackirer-Gehilfen haben ihre Forderungen etwas ermäßigt und dürften sie auch erfüllt sehen ebenso wie die Schlosser. Die Glaser verlangen einen wöchentlichen Minimallohn von 20 JC. Die Graveure sind auch in die Lohnbewegung eingetreten, während die Buchbinder und Barbiere mit ihrer Agitation aufgehört haben. Wie man hört, wird auch für die Gigarrcnarbeiter, Tischler, Schmiede und Steinsetzer in nächster Zeit die Lohnbewegung beginnen. In der Pianoforte-Fabrik der Actien- GesellschaftApollo" haben Ende Juni 20 Zusammenseher die Arbeit niebergdegt, weil ihnen ein Abzug von 22 bis 33 pEt. gemacht wurde. In Liegnitz streiken bie Eigarrcnarbeiter sämmtlicher Fabriken behufs Lohnerhöhung feit bem 30. Juni. In Kaiserslau tern stteiken seit bem 80. 3uni bie Schreinergesellen. Der An­laß bazu ist bas Vorgehen der Meister gegen ben Fachverein ber Gehilfen, inbem bie bemfdbeii angehörenben Gesellen entlassen würben. Die briefliche Aufforberung an bie Meister, bie betreffenbe Ausschließung zurückzunehmen, blieb ohne Antwort.

Man schreibt uns aus Görlitz: In Erbmannsdorf hatten nach ben Webern auch bie Spinnerinnen bie Arbeit eingestellt, um eine Erhöhung ihres Wochen­lohnes von 6 auf 7 JL zu erzielen. Am 2. Juli hat aber bie Arbeitseinstellung ber Spinnerinnen eiii^nbe genommen, nachbem bie Direction erklärt hatte, sie werbe ben Betrieb mit ben Spinnerinnen beginnen, welche zu ben alten Lohnsätzen arbeiten wollten unb sie burch bie bewaffnete Macht gegen Drohungen schützen lassen. Am 6. Juli nahmen auch bie Weber bie Arbeit roieber auf. In Muskau in ber Oberlausitz haben am 23. Juni 60 Töpfer in Folge von Lohnbifferenzen bie Arbeit eingestellt.

Stolberg bei Aachen, im Juli. Ein Scheusal in Gestalt eines Menschen o,n etwa 26 Jahren schmächtig kleine Gestalt würbe am 1. b. M. burch bie Stabt -um Bahnhof geführt, um nach Aachen ins Gefängniß abgdiefert zu werden. Schrötter