Freitag den 10. April
1885
Nr. 82
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis
Prei5 vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlichrr.
Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps.
Bwredtt t Schulstraße 7.
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auS der von Großh. Ober-Rechnungskammer abgeschloffeueu Rechnung der KreLskaffe des Kreises Gießen für 1882/83.
Einnahme
Nubrik-Nr.
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23742.39
Einnahme 148542.66
II. de« Fond zur Gewährung von Beihülfen an Reservisten re.
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Rubrik-Nr.
249.80
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1.
3.
4.
6.
7.
Gesamtsumme der Einnahmen Gesammtsumme der Ausgaben
69.20 «X
180.60 „
Beiträge der Gemeinden und Gemarkungen Gebühren......
Strafen .....
Kapitalien
Ersetzte Kreisunterstützungeu .
Jt
107487.67
413.87
3520.86
1081.68
129.85
108.86
1208.80
180.82
30208.35
11.02
4190.88
und dieser besteht: a. in baarem Vorrath b. in liquidieren Ausständen
a. baar
b. liquidirte Ausstände
Summa der gäbe.
bester Lage fr !.d.A.
8. Proceßkosten
9. Zurückzuempsangende Beihülsen von Reservisten
10. Ersatzposten .
11. Zuschuß aus anderen Kassen-
19. Ausstände aus vorhergehenden Jahren .
. 23747.19 at. 245—
In Gemäßheit des Art. 43 der Kreisordnung wird der vorstehende Auszug zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Gießen, am 4. April 1885.
Der Vorsitzende des Kreisausschuffes des Kreises Gießen.
Dr. Boekmann.
Erscheint tfifllidt) mit Ausnahme beö MonkagS
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Politische Ueberficht.
Gießen, 9. April.
Die Weltlage hat sich während der Osterseiertage nach keiner Seite hin verändert und präsentiren sich demnach diejenigen Punkte, welche vorzugsweise das allgemeine Interesse erregen, in demselben Lichte, wie vor dem Feste. Die Chancen für eine friedliche Lösung der afghanischen Grenzsrage sind dieselben geblieben und jedenfalls werden die nächsten Monate eine definitive Verständigung zwischen Rußland und England über den asghanischen Länderstreisen bringen, durch den der ganze Streitfall hervorgerusen worden ist. In Frankreich ist die Ministerkrisis beendet und ein Ministerium zusammengetreten, von welchem das Land hofft, daß es ersprießliche Dienste demselben leiste. Was die militärische Situation in Tongking nach den jüngsten Niederlagen der Franzosen anbelangt, so ist dieselbe nach wie vor eine äußerst unklare und die Berichte der französischen Heerführer bilden ein wahres Labyrinth von Wider* sorüchen und Unwahrscheinlichkeiten, aus dem sich herauszuwinden, zur Unmöglichkeit wird. Die militärische Action der Engländer im Ost-Sudan bietet gleichfalls dasselbe Bild dar, wie vor dem Osterfeste, ihre Operationen gegen dm verwegenen Rebellensührer Osman Digma wollen partout nicht vom Flecke kommen, trotz aller Siege, und gewinnt es mehr und mehr den Anschein, als ob die Expedition General Graham's denselben kläglichen Ausgang nehmen werde, als die Wolseley'sche Nil-Campagne. Endlich erübrigt noch ein Blick auf die cmtral-amerikanischen Wirren, denen sich von Europa aus nur schwer folgen läßt; nach den jüngsten Berichten wäre indessen das Unternehmen des Präsidenten von Guatemala, Barrios, die fünf central-amerikanischen Republiken unter einen Hut zu bringen, als gescheitert zu betrachten und BarrioS selbst soll in einem Treffen mit den Truppen von San Salvador geblieben sein. Zuverlässige Nachrichten liegen aber hierüber ebensowenig vor, als über die Unruhen in Panama.
Fürst Bismarck spricht in der „Nordd. Allg. Zeitung" in einfachen Worten seinen Dank für die ihm anläßlich seines 70. Geburtstages so überaus zahlreich zugeaangenen Kundgebungen herzlicher Theilnahme aus.
Die „Nordd. Allg. Zeitung" schreibt: „Dem auswärtigen Amte zehen aus allen Theilen Deutschlands zahlreiche Gesuche zu um Anstellung und Verwendung in den unter deutschen Schutz gestellten Gebieten, um kostenfreie Beförderung dahin und um Belehrung und Auskunft über die dortigen Verhältnisse. Wir machen deshalb darauf aufmerksam, daß oas Reich Stellen in nieten Schutzgebieten nicht zu vergeben, auch keine Fonds zur kostenfreien lieber* jührung von Auswanderern zur Verfügung hat- Derartige Gesuche werden
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. 148542.66 . 124550-47
Verglichen, bleibt Rest 23992.19
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vielmehr an diejenigen Handlungshäuser zu richten sein, die in jenen Gebieten Niederlassungen haben, wie z. B. an Herrn F. A. E. Lüderitz in Bremen, das Syndikat für West-Afrika in Hamburg, das Comits der Neu-Guinea- Compagnie oder auch an die deutsche Ost-Afrikanische Gesellschaft und andere Colonisations-Vereine."
Nachdem es Freycinet, DeveS und Constans nach einander ab- gelehnt haben, den Geburtshelfer des neuen französischen Ministeriums zu machen, hat sich endlich der Kammerpräsident Brisson auf wiederholtes An- drängendes Präsidenten Gröoy dieser undankbaren Aufgabe unterzogen. Das Cabinet Brisson ist nunmehr zusammengesetzt: Brisson Präsidium und Justiz, Freycinet Auswärtiges, Allain Targs Inneres, Clamagsran Finan- zen, Campenon Krieg, Sadi Carnot öffentliche Arbeiten, Legrand Ackerbau, Hervömangon Handel, Goblet Unterricht, Sarrien Posten, Galiber Marine.
Die russische Antwort auf die Vorschläge des Londoner Cabinets zur Lösung des afghanischen Grenz-Conflictes ist nunmehr in London überreicht worden. Ihr Wortlaut ist zwar noch nicht bekannt, wie aber „Reuter's Bureau" erfährt, soll die Haltung der Antwort eine sehr versöhnliche sein, doch mache sich noch ein weiterer diplomatischer Gedanken-AuStausch zwischen London und Petersburg nöthig, ehe die gemischte Commission zur Feststellung der afghanischen Grenze schreiten könne. Die Londoner Presse bezeichnet überwiegend die Antwort Rußlands als ungenügend; Die „Mornig Post" meint, dieselbe biete noch keine entschiedene Bürgschaft für eine friedliche Lösung der Streitfrage. Die „Times" glauben ebenfalls, die Antwort als unannehmbar für England be- zeichnen zu müssen, während der „Standard" der Anschauung ist, daß die noch bestehenden Differenzen durch gegenseitige Concessionen beglichen werden würden. Dieser Standpunkt ist offenbar der vernünftigste und steht nicht zu bezweifeln, daß sich auch die englische Regierung auf denselben bei der weiteren Behandlung der afghanischen Frage stellen wird. Wenn unterdessen der Emir von Afghanistan in Rawul-Pindi vom Vicekönig von Indien durch Truppen-Revuen und Bankette in ostentativer Weise fetirt wird, so thut das nichts zur Sache; die Verständigung zwischen England und Rußland wird durch diese dem afghanischen Herrscher erwiesenen Ehren gewiß nicht beeinflußt.
Ein amtliches Communiquv der türkischen Regierung besagt, daß die Pforte bei der Unterzeichnung der egyptischen Finanz-Convention ihre, von England acceptirten Vorbehalte aufrecht erhalten habe. Denselben zufolge soll in dem Reglement über den Suez-Canal der Türkei die Befugniß eingeräumt werden, im Falle innerer Unruhen oder auch einer kriegführenden
20. Kaffevorrath aus „
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22. Besoldungen ....
23. Diäten und Gebühren ....
24. Botenlohn und Verkündigungskosten
25. Für Bureaubedürfnisse und Geräthschaften
26. Kreisunterstützungen ....
28. Erbauung und Unterhaltung von Kreisstraßen
29. Für den Lesezirkel der Lehrerconferenzen
30. Für Formularien und Buchbinderkosten •
31- Zuschuß in andere Kassen • • /
32. Beihülse an Angehörige der Reserve
34. Remunerationen
35. Uneinbringliche Posten und Nachlässe . . __________________
Summa der Ausgabe 124550.47
zusammen wie oben 23992.19
Gießen, am 30. März 1884.
Der Rechner der Kreiskasse Gießen. Grüneberg.
Revidirt, ohne daß sich für vorstehenden Abschluß eine Aenderung ergeben hat.
Darmstadt, den 26. März 1885.
Großherzogliche Ober-Rechnungskammer.
Hahn-
Beckenhaub.
zusammen wie oben 23992.19 «X
Davon gehören an:
I. der KreiSkaffe:
a. baar .... 23677.99 JU
b. liquidirte Ausstände 64.40 „
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