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Kriechenland.

Athen, 6. Ium. Dem Vernehmen nach sind aus Kreta Unruhen aus- gebro chen. Einzelheiten liegen noch nicht vor.

Amerika.

Lima, 6. Juni. Ein Telegramm desReuter'schen Bureaus" meldet' 'Vier Bataillone des Generals Caceres haben ihre Dienste dem Präsidenten, General Iglesias, angeboten. Tausend Mann sollen von Lima abrücken, um Arequipa anzugreifen. Die Hafenstadt Mollendo wird am 8. Juni d. Js. dem Handel geöffnet werden.

Telegraphische Depeschen.

Wolffs telegr. Correspondenz - Bureau.

Berlin, 7. Juni. Eine Cabinetsordre vom 3. Juni bestimmt, daß die Officiere des 1. Magdeburgischen Infanterie - Regiments Nr. 26 und die des Hohenzollernschen Füsilier-Regiments Nr. 40 vierzehn Tage, die in den Hohenzollernschen Landen garni- sonirenden Officiere vier Wochen Trauer um den verstorbenen Fürsten von Hohenzollern (Flor um den linken Unterarm) anzulegen haben.

Sigmaringen, 7. Juni. Der Kronprinz und der Großherzog von Baden sind heute Mittag nach Baden-Baden abgereist.

Wien, 7. Juni. Bisher sind 275 Reichsrathswahlen vollzogen; davon entfallen 118 auf die Linke, welche bisher insgesammt 18 Mandate verlor; der böhmische Groß- grundbentz wählte 6 Liberale und 17 Conferv^ive; der oberösterreichische 3 Conser- vative (darunter den Minister Grafen Falkenhayn) und der Salzburger 1 Eonservativen; die Handelskammern von Brünn, Olmütz und Klagenfurt wählten 4 Liberale.

Petersburg, 7. Juni. Großfürst Wladimir trat gestern eine Jnspectionsreise rn der Petersburger und Moskauer Militärbezirke an und wird auch den höchsten Norden, u. a. Novaja Semlja besuchen.

Rom, 7. Juni. Die technische Commission der Sanitätsconferenz genehmigte in ihrer heutigen letzten Sitzung die vorgeschlagenen Mittel gegen Verbreitung der Cholera auf dem Landwege. Morgen findet die Schlußredaction der Beschlüße 'statt, welche der Conferenz in der nächsten Plenarsitzung unterbreitet werden.

Simla, 7. Juni. Der Resident in Kaschmir meldet, daß die Erderschütterungen daselbst noch fortdauern. An einigen stellen habe sich die Erde unter Aufwirbelung eines schwefelhaltigen Staubes und heißen Wassers geöffnet, auch seien Häuser einge­sunken. Dennoch sei die Erdbewegung im Allgemeinen eine leichte.

Tiflis, 7. Juni. Hier ist von der Ermordung Abdurrahman's nichts bekannt.

Urriversttäts- Chronik.

Gießen, 8. Juni. Seinem längeren Leiden ist in der Nacht vom Samstag auf Sonntag Herr Professor Dr. Rob ert von Schlagintweit, geboren den 27. Octo­ber 1833 zu München, erlegen. Wir betrauern in ihm einen Gelehrten von Weltruf bekannt durch seine Forscherreisen mit seinen Brüdern Hermann und Adolf in Indien nach welchen die 3 Brüder 1859 von dem Könige von Bagern in den Adelsstand erhoben wurden sowie durch seine populär-wissenschaftlichen Vorträge.

Bonn, 5. Juni. Der bisherige Privatdocent Dr. Karl Gotthard Lamprecht ßt zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Fakuität hiesiger Universität ernannt worden. Mit diesem Herrn wird der erste aus der Reihe der jungen Ge- ehrten befördert, welchen der eifrige Förderer wifsenschaftlicher Bestrebungen im Rhein- land Gehermerath Dr. v. Mevissen, seit etwa 5 Jahren freigebig das sorgenfreie Studium speciell rheinischer Geschichte ermöglicht hat. Ein anderer Gelehrter aus dieicm Kreise, Dr. Höniger, der Herausgeber der Kölnischen Verwaltungsacten 1^- und 13. Jahrhunderts, hat sich kürzlich an der Berliner Universität für Geschichte

Lokales.

Gießen, 8. Juni. [Turnerisches.) Das gestern auf dem Bad-Nauheimer Hochwald stattgehabte Volksturnfest, begünstigt vom herrlichsten Wetter, hatte einen sehr starken Besuch und Tausende von fröhlichen Menschen waren gekommen, um Antheil zu nehmen an den herrlichen Genüssen der freien Statur, wie auch an den Unterhaltungen eines mit jedem Jahre sich ausdehnenden und schöner gestaltenden Volksturnfestes. Programmmäßig Mittags 1 Uhr begann auf dem Hartmann'schen Felsenkeller die Sitzung des Prersgerichts, in welchem auch Herr Bürgermeister Wörner von Bad-Nauheim erschien und die Vertreter resp. Kampfrichter im Namen Bad-Nauheims herzlich be­grüßte und sie bewillkommnete. Gauvertreter Demuth dankte im Namen der Turner des Gaues Hessen in kurzen kernigen Worten.

... Nachdem die Functionen an die Preisrichter bei den Geräthen vertheilt und ver­schiedene auf das Wettturnen sich beziehende Angelegenheiten besprochen und erledigt waren, zogen die Turner geschlossen unter Vorantritt der sehr gut geschulten Feuerwehr­capelle nach dem Hochwalde. Hier angekommen, begann alsbald unter Leitung des Gauturnwarts Engel (Marburg) das Wettturnen. Dasselbebestand, wie schon früher mitgetheilt, aus Freihoch- und Freiweitsprung, Klimmen und Steinstoßen und be- theiligte.sich daran die sehr stattliche Zahl von 72 Turnern. Es wurden im Ganzen 24 Preise ausgegeben, welche sich wie folgt vertheilen: Gießen 7 Preise, darunter den ?tud; Th. Hof mit 34 Punkten), Wieseck 3 Preise, darunter den zweiten,

Bad-Nauhelm 4 Preise, Friedberg, Usingen, Vilbel, Wetzlar je 2 Preise, Butzbach und 'Lauterbach je einen Preis.

- Nachdem die Preisvertheilung, welche durch den Gauturnwart Obmann Engel rn Marburg vorgenommen, vorüber und Gauvertreter Demuth die Gründe der Ein­führung unseres Volksturnens klargelegt hatte, übernahm der erste Sprecher des Bad- Nauhclmer Turnvereins, Herr Lehrer Wagner, das Wort und sprach ächt turnerische Worte an die Festgeno sen, schließend mit einem dreifachenGut Heil" auf Seine Maiestat Kaiser Wilhelm I., womit die officielle turnerische Feier ihren Abschluß gefunden hatte. 17 D

, ,. 8-^uni. Die am Samstag Abend abgehaltene Generalversammlung

"^^^sigen Gewerbebank genehmigte schlankweg die Vorlagen ihres Aufsichtsrathes. 1L A- ow ioldendenzahlung von 8pCt. Bei der Ersatzwahl wurden wieder- bezw. Egewahlt und erhielten Stimmen: die Herren ve. Gut fleisch 109, Ehr. Leo 96, Ad°lph Noll 110, Ehr. Schopbach 112, PH. Uhl 91 und PH. Walther 107 Stimmen. '

Ein am Samstag wegen Diebstahls von Cigarren beigestecktcr, schon viessoch bestrafter Mann aus einem benachbarten Orte hat sich heule Nacht im ArrestlU mittelst seines Leibriemens erhängt.

Vermischtes.

z-, Darmstadt, 6. Juni. Wie mir hören, finden die diesjährigen Herbstmanövcr der Großherzoglichen (25.) Division in der Provinz Starkenburg statt. Tie den eigentlichen Tivisionsmanövern vorausgehenden Brigadeübungen werden von der 49. Jnfanteriebrigade bei Dieburg, von der 50. Jnfanteriebrigade bei Darmstadt (Artillerie-Schießplatz bei Griesheim) und von der 25. Cavalleriebrigade ebenfalls bei Darmstadt abgehalten. Die Divisionsmanöver sind in der Gegend von Lindenfels Bis zum 12 September, dem Allerhöchsten Geburtsfeste Sr. Königl. Roheit des Groß- Herzogs, werden die Hebungen der Großh. Division beendigt sein/

Marburg, 6.Juni. Gestern Abend gegen 7 Uhr fand ein Soldat beim Baden in der Lahn unterhalb der Militärbadeanstalt die Leiche eines jungen Mannes. Tie- selbe wurde alsbald nach der Sieche gebracht und heute Morgen festgestellt, daß^der Verstorbene der 16jährige Ludwig Zadt aus Niederofleiden war, welcher seit einiger- Zeit bei einem hiesigen Maurermeister als Handlanger in Arbeit stand und am Sonn­tage seine in Weidenhausen innegehabte Wohnung verließ, ohne daß man wußte, wohin er sich begab. Auf welche Weise derselbe um's Leben gekommen, konnte noch nicht fest- gestellt werden..

Marburg, 6. Juni. Ein schweres Gewitter mit starkem Hagelschlag, wie er seit langen Jahren nicht dagewesen, entlud sich heute Nachmittag über unsere Stadt und Flur.

e. Offenbach, 6. Juni. [VIII. Verbandschießen.j Auf dem Festplatz wird es mit jedem Tag lebhafter. Die Bauten gehen mit schnellen Schritten ihrer Fertig­stellung entgegen und werden ohne Fehl bis zum 10. Juni ferliggestellt fein. Heute schon kann man ersehen, wie stattlich die Festhalle, wie practisch und schön die Bür- hallen und welchen imposanten Eindruck die Portale nach ihrer Vollendung machen werden. Man sieht, daß der Schützenverein es sich angelegen sein läßt, seine Festgäste in jeder Weise zu befriedigen und auch dem Auge etwas zu bieten. Ter Fcftplak dessen Einfriedigung im Laufe der nächsten Woche völlig geschlossen werden soll, ist von geradezu großartigem Umfang und wird selbst für die denkbar höchste Frequenz ausreichen, em Punkt, der gar nicht zu unterschätzen ist. Das Probcbankett wird am 21. Ium pünktlich stattfinden. Es wird an diesem Tage nicht nur die Küche des Herrn Bruch einer Prüfung unterzogen, sondern auch die Getränke und die Scheibcnst'ände. Von der Capelle der freiwilligen Feuerwehr wird bei dieser Gelegenheit bis zur Beendigung der Festlichkeit concertirt. Verflossenen Mittwoch wurden in Gegenwart vieler fremden Schützen die Scheibenstände einer Vorprobe unterzogen, deren Ergebniß die einstimmige Erklärung war, daß das Arrangement ein wohlgelungcnes sei. Wer das Leben und Treiben an besagtem Mittwoch gesehen, konnte übrigens schon einen kleinen Vorgeschmack von dem Fest bekommen. Die Anmeldungen auswärtiger Schützen zu Festkarten, Wohnungen und Festbankett beginnen zahlreicher cinzulaufen, ebenso die Ehrengaben. Von letzteren seien neben dem bereits früher angeführten Preis der Stadt Offenbach im Werthe von 500 Mark genannt: Ter Preis 'des Deutschen Schützenbundes, bestehend aus 300 Mark baar; der Preis des Badischen Landesschützen- oereins im Werthe von 200 Mark; 2 Preise des Pfälzischen Schützenbundes von je 175 Mark Werth; 2 Preise der Mannheimer Schützengesellschaft von je 125 Mark- eine prachtvolle Büchsflinte des Herrn H. Knecht in St. Gallen; 3 Preise des Tffen- bacher Schützenvereins von je 250 Mark 2c. rc. - Im Gabentempel wird sich übrigens wiederum deutlich zeigen, daß Offenbach mit Recht die Stadt des geselligen, des Vereinslebens, genannt wird, denn die meisten hiesigen Vereine werden einen schönen Preis stiften. Einzelne sind bereits eingegangen; so vom hiesigen Fechtclub, vom Bicycle-Club 2C._ Wir werden in einem spätern Artikel Veranlassung nehmen, noch ausführlicher auf die eingegangenen Ehrengaben zurückzukommen und begnügen uns für heute mit dem Resumö, daß, soweit bisher aus allen Vorbereitungen ersichtlich, das VIII. Verbandschießen einen für alle Theilnehmer befriedigenden und erfreulichen Ver­lauf nehmen wird.

[Vacante Stellen für Militäranwärter im Bezirke des 11. Armee-Corps.j Ort der Stationiruna wird bei der Einberufung bestimmt, Bezirk des Kgl. Eisenbahn- Betriebsamts Wiesbaden, Bahnhofsnachtwächter, 50 monatlich. Cassel, Garnison- Bau-Jnspection, Tagewächter, resp. Bureaudiener, 2,50 Tagegelder. Eisenach, Postamt, Landbriefträger, 600 v*L Gehalt und 144 Wohnungsgcldzuscbuß jährlich. Frankfurt a. M., Direction der Main-Neckar-Bahn zu Darmstadt, Wagenwärter, 990 Gehalt, Wohnungsgeldzuschuß, Fahrgebühren und freie Dienstkleidung. Daselbst, Schaffner, Gehalt wie vor. Großrudestedt, Postamt, Landbriefträger, 510 Jl. Gehalt und 60 JL. Wohnungsgeldzuschuß jährlich. Hanau, Postamt, Packetträger, 750 JL Gehalt und 144 JL Wohnungsgeldzrischuß jährlich. - - Hanau, Amtsgericht, Canzleigehülfe, 58 4 für die Seite. Offenbach, Rodach (Herzog- thum Coburg), Themar, Wolfsgefährth, Postämter, Landbriefträger, 510 JL Gehalt jährlich und Wohnungsgeldzuschuß. Bezirk der Großherzogl. Hess. (25.) Division. Station Darmstadt oder Frankfurt der Main-^teckar-Bahn, Direction der Main-Neckar- Bahn, 2 Schaffner, 1150 JL pro Jahr, freie Dienstkleidung und gesetzliche Fahrgebührcn, steigend. Daselbst, 2 Wagenwärter, Gehalt wie vor. Hessische Strecke der Main-Neckar-Bahn, Ersatzbahnwärter, 780900 JL Gehalt jährlich und freier Dienstkleidung. ________________________

Schiffsnachrichten.

Bremen, 6. Juni. [Per transatlantischen Telegraph.f Der Postdampser Main, Capt. H. Christoffers, vom ^Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 24. Mai von Bremen und am 26. 9Nai von Southampton abgegangcn war, ist gestern 2 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 6. Juni. [Per transatlantischen Telegraph.j Der Postdampser Fulda, Capt. O. Heimbruch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 27.Piai von Bremen und am 28. Mai von Southampton abgegangen war, ist heute 1 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.________________________________

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Temperatur der Lahn und der Luft

nach Reaumur gemessen am 8. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 19°, Luft im Schatten 23°.

L. Chr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer.

Allgemeiner

Anzeiger.

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