Mr. 261
Erstes Blatt
Sonntag den
8 November
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Erscheint tlglich mit Ausnahme des Montags.
Gießen, am 7. November 1885.
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1. Recurs des IoH-Snnes........ bVbv» 1-1*1141 OC
Gememderaths daselbst wegen Verweigerung des Gemeindenutzens. '
2. Klage des Ortsarmenverbands Lorbach gegen den Ortsarmenverband Rohrbach wegen Unterstützung der Heinrich Kreuzer Ehefrau zu Herrnhaag.
b-^ecurs des Mullers Jean Kipp zu Ockstadt gegen einen Gemeinderathsbeschluß betr. Herstellung des sogen. Mühlhohlwegs in der Gemarkung Ockstadt.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ______ Fresenius________
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 P*.
Halsband mi'Äechmarke.1 1 2 ®e^en' 1 F^bzeichen, 1 Geldtäschchen, 1 Taschentuch, 1 Schiefertafel, 1 Portemonnaie ohne Inhalt, 1 Hande-
S'WS' 6. November. Der General - Gouverneur Dondukow - Korsakow ist gestern über Baku nach Askhabad abgereist.
Belgrad, 6. November. Eine Havas-Meldung lautet: Fürst Milan äußerte gegenüber dem französischen Gesandten, Serbien könne sich mit Wiederherstellung des atatrnj quo ants nicht begnügen, wenn es nicht Garantien gegen die Wiederkehr solcher Ereignisse. wie der jungst in Ostrumelien vorgekommenen, erhielte.
Athen, 6. November. Der neue türkische Gesandte überreichte hier seine Accre- dltlve und betonte dabei seinen Wunsch in Betreff Herstellung freundschaftliche Beziehungen zwischen der Türkei und Griechenland. Der König antwortete im nämlichen Sinne.
r -c G; Novbr. Die Kamnier genehmigte die vorgeschlagene patriotische An
leihe. Trttupis betonte die Nothwendigkeil neuer Abgaben, welche die Verzinsung und Tilgung der.großen Anleihe garantirten. Delyannis erklärte, er werde der Kammer demnächst neue Finanzmaßregeln Vorschlägen.
Sofia, 6 November. Meldung der „Agence Havas".f Die Zeitungsnach- rlchten, der Fürst habe versprochen, die Entscheidungen der Conferenz zu acceptirem stnd unbegründet. Eine solche Verpflichtung ist von dem Fürsten keineswegs verlangt worden und derselbe versprach nur gemäß den in der Collective der Botschafter erfolgten Anempfehlungen, die Ordnung und Sicherheit aufrecht zu erhalten.
Konstantinopel, 6. November. Der gestrigen, etwa eine Stunde dauernden Eonfcrenz sollte Abends noch eme private Zusammenkunft der Botschafter folgen.
Bukarest, 6. November. Der Minister des Aeußern, Campineano, demissionirte. Der Ministerpräsident Bratiano übernahm interimistisch das Auswärtige.
Bureau: Schulftraße 7.
Dienstag den 17. l. Mts.:
4- Klage der Gemeinde Billertshausen gegen die Gemeinde Angenrod wegen Aufstellung des Kirchenooranschlags zu Billertshausen.
5. Recurs des Mullers Joh. Sünder zu Harheim gegen einen Polizeibefehl Großh. Krelsamtes Friedberg wegen Unterhaltung des Mühlgrabens an der Untermuhle zu Harheim.
6* Aecurs des Müllers Karl Koch in Assenheim gegen einen Polizeibefehl betreffend den Zustand des Wehrs an der Koch scheu Muhle zu Assenheim.
_ ta Netzen, 7. November. Oeffentliche Sitzungen des Prooinzialausschusses der Pro^nz Oberhessen finden statt und kommt zur Verhandlung:
1 den 16. l. Mts.:
Gießen, 7. November. («Sitzung der Stadtverordneten, Donnerstag _, Olovember, Nachm. 4 Uhr.) Erschienen sind sämmtliche Herren des Stadtvorstandes. Herr Bürgermeister Bramm gedenkt in warmen Worten des dahlngeschiedenen bewahrten Gemeinderaths-Mitgliedes Herrn Georg Ferdinand Garl, sowie des langjährigen Stadtrechners, Herrn Stadtrentmeister Enders. Die Versammlung ehrt ihr Andenken und erhebt sich von den Sitzen. Alsdann wird zur Tagesordnung übergegangen.
Behufs Uebertragung der Armenpraxis an das akademische Hospital wird der mit demselben abzuschließende Vertrag bei einer jährlichen Vergütung von 10,000 JL gutgeheißen.
Prüfung der Rechnung der Armenkasse pro 1884/5 ergab deren Richtigkeit und betrugen hiernach in dem abgelaufenen Rechnungsjahre die Gesammt- Emnahmen JL 51,235.50 die Gesammt-Ausgaben 47,970.17 am Schlüsse des- elben Jahres beträgt das Kapitalvermögen der Armenkasse JL 273,978.78 H; das Ersebmß der Rechnung der Plock'schen Stiftung ist: Einnahmen JL 4496.85 Ausgaben JL 4218.74 Gesainmtvermögeii JL 80,538.37
Der Vorschlag zum Localbaustatut, die Art des Ausbaues verschiedener Straßen betreffend, wird gutgeheißen.
Als vorläufiges Resultat der Platzfrage behufs Erbauung eines Steig- 9 a y ,c find "ls passend gelegen, jetzt zu Casernenzwecken dienend, das ehemalige Hof- gericht auf dem Brand und die frühere Caserne und Lazareth, Seltersweg 55, in's Auge gefaßt, jedoch wird die Angelegenheit bis zur Enthebung von der jetzigen Bestimmung dieser Gebäude verschoben.
Der Pachtvertrag mit dem Eisverein wird auf jährlich 300 je festgesetzt, barauf stdoch verzichtet, falls der Verein sich dazu verstehen könnte, sämmtlichen Schulern der Stadt die Eisbahn zur freien Benutzung zu überlassen.
Bezüglich des Tonnenwagens wird Beschluß gefaßt, daß derselbe für die Folge zu verdecken sei, daß er ferner im Winterhalbjahr nur bis Vormittags 10 Uhu und im Sommerhalbjahr nur bis Vormittags 8 Uhr fahren darf. (Hiermit ist eine große Unannehmlichkeit in unserem täglichen Straßenverkehr abgeschafft!)
Ueber die Verwerthung und Entfernung der Fäcalstoffe wird ein Antrag der Baudeputation der Versammlung zur Einsicht vorgelegt.
Der Ausbau der Ostanlage hatte die Eingabe einer Beschwerde des Wirths > Herrn Ruppel zur Folge, dahin gehend, daß die Anlage des Trottoirs vor seinem- Hofe zu hoch und dadurch bei Regenwetter der Abfluß des Wassers aus seinem Hole unmöglich sei; da jedoch festgestellt wurde, daß die Anlage des fraglichen Hofes nicht auf der von dem Stndtbaumeister angegebenen Höhe erfolgt sei, wurde die Beschwerde auf Antrag der Baudcputation abgewiesen.
Auf Eingaben von Bewohnern' der Schillerstraße um Ausbau derselben respektive Weiterführung des Trottoirs über die Steinstraße hinaus wurde beschlossen, die. Kosten für Ausfüllung und Pflasterung in das nächste Budget aufzunehmen; desgleichen für Pflasterung des Trottoir in der Bleichstraße bis zur Wieseck.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'- telegr. Eorrespondenz - Bureau.
S. an®ellin,<n6\^0DcmbcrV Seine Majestät der Kaiser conferirte Nachmittags mit ^MjMurlster Puttkamer und reiste um 4V* Uhr zur Abhaltung der Hofjagd nach
— Eine Generalverfügung des Justizministers vonr 21. October empfiehlt dringend, m strafgerichtlrchen Hauptverhandlungen den wesentlichen Inhalt der Aussagen der vernommenen Personen in das Protokoll aufzunehmen, überdies in allen geeigneten Fallen nach § 273 der Strafproceßordnung vollständige Niederschreibung und Vorlesung anzuordnen.
Berlin, 6. November. Nunmehr sind sämmtliche 433 Wahlen bekannt. Gewählt find 141 Eonjervatlve, 60 Frciconservative, 99 Klerikale, 70 Nationalliberale, 44 Freisinnige, 14 Polen, 2 Dänen, 3 Welfen.
Straßburg, 6. November. Heute Nachmittag fand die Auffahrt der Studenten- ‘ Wtm 22 Vier- und Sechsspännern, mit berittenem Musikcorps an der Spitze, statt. Der Statthalter empfing die Vertreter der Studentenschaft und sagte nochmals sein Erscheinen zum heutigen Commers zu. Bei Empfang derselben hielt der Sprecher eine Ansprache, worin er dem Statthalter für die Annahme der Huldigung dankte und die Hoffnung aussprach, daß sich die Wünsche, die er an die Uebernahme seines hohen Amtes geknupst erfüllen möchten, auch für die Universität. Die Ansprache schloß mit dem Wahlspruch der Universität: litteris et patriae. Der Statthalter erwiderte er Ä b,ic.el2re- b» ihm die Studentenschaft erweise, wohl zu fdjätat. Die Studcntcn- tooft habe den Wahlspruch der Universität stets befolgt und sei berufen, den Baum der deutschen Wissenschaft tm Reichslande zu pflegen. Ter Statthalter ersuchte die Deputation, seinen Dank auch den Kommilitonen ,u übermittclii _ ... Straßburg, 6 November Beim Empfang der Vereinsoorstände sagte der Statthalter! „Ich danke Ihnen für den schönen Zug, er ist Niir ein Beweis, daß ich ^^dre"nde finde, und soll mir ein gutes Zeichen sein am ersten Tage meiner Amts- tkatlgkert. Sle haben Ihre Aufgabe richtig erfaßt. Die Schützen- und Turnvereine sollen dre alte deutsche Sitte hegen, die Gesangvereine das deutsche Lied, die Krieger- vereme sollen die Liebe und Treue für den Kaiser mehren." Nach dreifachem Hoch auf den Kaiser wurde die Nationalhymne gesungen.
,r. rx B^i ber heute Vormittag 11 Vr Uhr stattgehabten Vorstellung der Beamten hielt der Statthalter folgende Ansprache: „Nachdem Seine Majestät der Kaiser aller- gnadigst geruht haben, mich zum Statthalter in Elsaß - Lothringen zu ernennen, habe ich das Amt am 15 October angetreten. Ich übernehme nun die Geschäfte im vollen Umfange. Es gereicht nur zur Ehre, einem Manne nachzufolgen, der in einer lang- jahngen Laufbahn als Staatsmann und Feldherr seinem Kaiser und König treu gedient und seine letzten Lebensjahre diesem Lande mit voller Hingebung gewidmet hat Ich hoffe, daß Gott mir Kraft verleihen werde, mein Amt zu führen zum Ruhme des Reiches und zum Wohle Elsaß-Lothringens."
,, Nordyausen, 6 November. In dem Diülcnproccsse des Fiskus wider den Relchstagsabgeordneten Lerche wurde ersterer abgewiesen.
Bern, 6 November Der Bundesrath genehmigte das in Berlin revidirte internationale Telegraphenreglement, sowie die dort abgeschlossenen Specialtelegraphen- vertrage mit Deutsch and und Oesterreich-Ungarn. - Dem Wunsche der internationalen M/renz für Schutz des litttarischen und künstlerischen Eigentums entsprechend beschloß der Bundesrath behufs Abschluß einer definitiven internationalen lieberem; fiinft tm September 1886 eine neue Conferenz hier abzuhalten. Die Einladungen find bereits erlassen. 0 1
,, „ .P-sis, 6. November. Freycinet empfing heute Vormittag in privater Eigenlast den bulgarischen Abgesandten Geschoß, welcher den Wunsch vortrug, die Union Bulgariens und Ostrumeliens in irgendwelcher Form ansrecht erhalten ui ieben L«>>cinet erwiderte, er könne von solchen Wünschen, wie immer auch seine persönlichen le für d.e Christen des Orients sein möchten, doch nur in Form eines Renscigne- ments Kenutniß nehmen. u
c. e ~ D/r „Temps" bespricht die jüngsten parlamentarischen Zusaminenkünfte und ? *; b°bcl besprochenen Fragen und sagt über die Beziehungen der Kirche zum Staate, oie Wahlen hatten deutlich gezeigt, daß das Land des Kampfes gegen den Clerus müde fei und den Frieden wolle. Je mehr die Kammer in dieser Frage links gehe, desto mehr werde sich das Land in derselben nach rechts wenden.
— Ein Telegramm des „Monde" aus Rom kündigt die bevorstehende Veröffentlichung der Encyclica über den Liberalismus an. "
Paris, 6. November. Eine Depesche des Generals Courcy aus Tongking be- >agt: Die französischen Truppen führten eine combinirte Action aus, um das Land von den Aufständischen zu säubern. Letztere sind zwar zahlreich, aber schlecht bewaffnet md büßten viel Mannschaften ein. In Thanmoi ist eine große Anzahl Bandenführer Darunter der Oberbefehlshaber der Banden, gefangen genommen. Leider verlieren die Franzosen täglich 5-6 Mann durch die Cholera. n
.. . London, 6. November. Der „Globe" erfährt, das neue Parlament werde in Der Ersten Januarwoche ernberufen und sich sodann einige Zeit vertagen; die Dauer oer Vertagung sei von der Zusammensetzung der Parteien abhängig. Wenn sich eine Iibei-ale Dtaiorttat ergebe, würden die Minister sofort ihre Entlassung nehmen; während far Ver kagung sollten alsdann die neuen Minister ernannt werden. Bei einer con- firvativen Majorität solle die Vertagung so lange dauern, als nothwendig sei, um das Programm für die Session festzustellen. Falls beide Parteien des Parlaments ziemlich stark, wurde die Regierung im Amte bleiben, bis sie bei Stellung der Ve^ trauenstrage eme Niederlage erlitte. 0
’ , , r Bom, 6. 9t0vembcr. Cholera-Erkrankungen resp. Todesfälle in der Provinz
'fllint d's ?r^pino 17 rc P" 7' 1UDDOn in ber Stadt 6 resp. 2, in der Provinz Trapani
Moskau, 6. November. Der „Moskowskija Wjedomosti", zufolge dürften in In ru bildenden obersten Elsenbahnrath außer 14 von der Regierung zu ernennen- " Mitgliedern, 10 Mitglieder eintreten, welche seitens der Eisenbahngesellschaften, . MN/-/ y 5, welche feilens der Gouvernementslandschaften gewählt werden; ferner 3 Mit- > ' xeder des Handels- und Manufacturraths und je ein Repräsentant des Montan- und
^leinkohlenbetriebs.
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