Die in den spanischen Ch olera-Bullekins eingetretene Pause hat jetzt wieder ihr Ende erreicht und neue Hiobsposten kommen von jenseüs der Pyrenäen. Aranjuez, die 9 Stunden südlich von Madrid gelegene schöne Frühlingsresidenz des spanischen Hofes, ist plötzlich zu einem Hauptherd der Cholera geworden. An einem einzigen Tage der vergangenen Woche sind daselbst 200 Erkrankungen an der Cholera vorgekommen, von denen 74 einen tödtlichm Ausgang nahmen. Auf diese Kunde hin eilte König Alfonso sofort nach der schwer heimgesuchten Stadt, wo er mehrere Stunden in den mit Cholerakranken überfüllten Spitälern weilte. Dieser Beweis seltenen moralischen Muthes ist dem Könige von der hauptstädtischen Bevölkerung sehr hoch angerechnet worden, denn bei seiner Rückkehr nach Madrid wurde er von einer zahllosen Menschenmenge empfangen und unter enthusiastischen Beisallsbezeug- ungen nach dem Palais geleitet.
Darmstadt, 6. Juli. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:
Am 27. Juni den Kreisveter'märarzt des Kreisveterinäramts Nidda, Dr. Franz Kreuoer, mit Wirkung vom 1. August d. Js. an, in den Ruhestand zu versetzen.__
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Correspondenz-Bureau.
Berlin, 6. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Die vom Minister des Innern bet der Interpellation über die Ausweisung russisch-polnischer Ueberläufer in Aussicht gestellten Conferenzen des -Oberpräsidenten mit betheiligten Beamten haben unter Betheiligung von Ministerialcommissarien stattgefunden und zu bem Ergebniß geführt, daß sowohl über die Rothwenbigkeit der Maßregel, als auch über die Art, wie sie unter Beobachtung aller berücksichtigungswerthen Interessen in Wirksamkeit treten kann, unter den mit den Verhältnissen vertrauten Beamten wesentlich übereinstimmende Auffassungen herrschen- Als Resultat sind in nächster Zeit weitere 'Maßnahmen zu erwarten, um die Answeisungsmaßregel energisch und confeguent durchzuführen.
— In der vergangenen Rächt fand in Folge eines zwischen einer Patrouille des Franzregiments und einer Civilperfon entstandenen Streites vor der Kaserne des Franzregiments ein Auslauf statt, der nur durch das Cinschreiten einer halben Compagnie des Regiments bewältigt werden konnte. Neun Personen wurden luegen Landfriedensbruch und Auflauf verhaftet.
— Die „Nationalzeitung" meldet: In Negierungskreisen verlautet, wegen Aenderung des Actiengesellschaftsgesetzes, die sich in Folge der Erfahrungen bei den Colonial-Unternehmungen wünschenswert!) herausgestellt habe, werde dem Reichstage in der nächsten Session eine Vorlage zugehen.
Koblenz, 6. Juli. Ihre Majestät die Kaiserin gewährte heute im Seilern Sr. K. u. K- Hoheit des Kronprinzen und des Fürsten von Hohenzollern einer Deputation der von Bingen eingetroffenen Independent - New - 2)ort Schützen - Gesellschaft eine Audienz und erschien später auf bem Balkon, als die Gesellschaft an dem Schlosse vorbeizog.
Potsdam, 6. Juli. Als der Herzog Ernst Günther zu Schleswig-Holstein heute Nachmittag aus dem neuen Garten fuhr, scheuten die Pferde. Der Herzog wurde aus dem Wagen geschleudert und verletzte sich leicht an der Hand.
Zürich, G. Juli. Die Einführung der obligatorischen Fortbildungsschule wurde ui der Volksabstimmung mit 24,995 gegen 21,849 Stimmen abgelehnt.
Paris, 6. Juli. Der Kriegsminister wird heute der Kammer die Depeschen Courcy's aus Hue mittheilen, worin es heißt, die Anamiten seien mit einem Verluste von 1200 bis 1500 Manit zurückgeschlagen worden; die französischen Truppen, welche 60 Todte und Verwundete verloren, seien im vollständigen Besitze der Citadelle, in welcher gegen 1000 Geschütze sich befänden. Eourcey sei ohne jede Besorgniß, um allen Eventualitäten vorzubeugen, es seien aber von Haiphong aus Verstärkungen verlangt und bereits abgegangen.
London, 6. Juli. Dem Vernehnien nach würde über den Zeitpunkt der Abreise Sir Henry Drnmmond Wolffs nach Egypten und über den Zweck feiner Sendung nicht früher eine Entscheidung getroffen werden, als bis Wolseley nach seiner Rückkehr aus Egypten der Regierung seine Ansichten persönlich dargelegt haben wird.
Ottawa, 6. Juli. Big Bear, einer der bedeutendsten Führer der Insurgenten, welcher an dem Aufstande Riels theilnahm, wurde mit seiner ganzen Schaar gefangen genommen, als er im Begriff war, sich wegen Diangels an Lebensrnitteln zu ergeben.
Köln, 7. Juli. sPrivat - Depesche.] Das Schwurgericht sprach heute früh 33/< Uhr Tillmann Hans des Todtschlags der Wittwe Stockhausen und deren Sohnes schuldig. Das Urtheil lautete auf lebenslängliche Zuchthausstrafe.
Universität-- Chronik.
— Die beiden Universitätskliniken für innere Medicin zu Berlin, deren eine bekanntlich Gcheimrath Leyden, die andere Geheimrath Gerhardt leiten wird, werden in Bezug auf Zahl der Krankenbetten, Ansnahmetage der Charitä, Wahl der Eivilassistenten rc. vollkommen gleichgestellt werden, so daß es fortan nicht „erste" und „zweite" medicinische Klinik, sondern „Leyden'sche" und „Gerhardt'sche" Klinik heißen wird.
— Das im Wesentlichen im Hinblick auf die Forschungen Robert Koch's in's Leben gerufene hygienische Institut an der Berliner Universität, bestehend aus einer chemischen und bakterioskopischen Abtheilnng, ist jetzt auch äußerlich so weil eingerichtet, daß in demselben der erste bakteriologische CursuS für Aerzte bei einer Theilnahme von 16 Doctoren eröffnet werden konnte. Bis zum Herbste hofft man die noch ausstehenden Umbauten vollenden und gleichzeitig auch ein mit der Anstalt zu verbindendes Hygiene-Museum eröffnen zu können.
Leipzig, 5. Juli. Im Auftrage des Königlich sächsischen Eultusministeriums erläßt das Universitäts-Rentamt hier ein öffentliches Preis-Ausschreiben behufS Erlangung von Planskizzen zn einem neuen Bibliothekgebäude für die Universität Leipzig. Die Plane sind im Maßstab von V2000 der wirklichen Große zu entwerfen und bis zum 7. October d. I., Mittags, mit Motto versehen, einzureichen. Es sind 3 Preise, 4000, 3000 und 1500 Jt, ausgesetzt, außerdem behält sich das Ministerium vor, weitere Entwürfe zu je 1000 Jk anzukaufen. Die Bedingungen 2c. sind kostenfrei vom Universitäts-Rentamt zu beziehen.
Lokale-.
Giehen, 7. Juli. Die Freunde des Gleibergs wird es intercssiren, zu erfahren, daß die Leitung des Geselligkeitsvereins Gleiberg nunmehr wieder den Mittwoch als regelmäßigen Gesellschaftstag ins Auge gefaßt hat und an diesem Tage die gewöhnlichen Verwaltniigssitzungen auf der Burg abhalten wird. Es hat diese Einrichtung den Vorzug, daß inan regelmäßig an diesem Tage Bekannte auf der Burg trifft und daß auch die Mitglieder des Vereins der Verwaltungscommission bei diesem Anlasse etwaige Desiderien vortragen, Rathschläge über Verbesserungen u. s. w. an Ort und Stelle selbst unterbreiten können. Die nächste Sitzung der Vcrwaltnngs- commission findet morgen, Mittwoch den 8. Juli, Nachmittags 5 Uhr, auf der Burg statt.
Vermischte».
Aus Ober Hessen, 6. Juli, schreibt man dem „M. I.": Eine größere Anzahl Milchprodncenten sind bei der Großh. Regierung um die Ermäßigung der Frachtsätze für den Milchtransport auf den Oberhesfischen Bahnen eingekommen. Die Regierung hat indessen das Gesuch abschlägig beschieden unter Bezugnahme darauf, daß auf den preußischen Bahnen auch keine geringeren Frachtsätze bestünden und daß die Oberhessischen Bahnen durch ihre Unrentabilität keine geringeren Frachtsätze vertragen könnten.
Frankfurt a. M., 6. Juli. Rechtsanwalt Dr. Fester, der Vertheidiger Lieske's, hat gegen das ausgesprochene Todesunheil die Revision eingelegt.
Leeds, 2. Juli. Ein schreckliches Unglück ereignete sich gestern Mittag in der Jngham'schen Nagelfabrik, indem ein Theil des Gebäudes einstürzte und 6 Arbeiterinnen auf der Stelle getöbtet wurden. Tas Gewicht eines großen VorrathS an Nägeln und der schweren Maschinen soll den Einsturz bewirkt haben. Nur dem Umstande, daß das Unglück sich zur Mittagszeit ereignete, wo der größte Tlieil der Arbeiterinnen die Werkstätte verlassen hatte, ist es zu danken, daß die Zahl der Opfer nicht bedeutend größer gewesen. . „
— Eine interessante Augenoperation ist dieser Tage von Professor Dr. Pflüger in Bern vorgenommen morden, über welche einige Mittbcilungen willkommen lein dürften. Bisher war man der Meinung, daß cs ein Ding der Unmöglichkeit sei, einem Blindgeborenen durch Operation das Augenlicht zu geben. Rim wurde zu Dr. Pflüger ein 15jähriger blindgeborener Knabe zur Untersuchung gebracht und letztere ergab, day der Sehnerv selbst nicht gelähmt sei, sondern das Sehen durch ein anderes Hinderniß unmöglich gemacht worden sei. Es war alle Hoffnung vorhanden, daß, wenn das Hinderniß beseitigt werden könnte, auch die Sehkraft sich einstellen würde. Die Operation wurde darum üorgenommen und als man die Binde wieder abnehmen durfte, da siebt der Blindgeborene. Aber er hat schlechterdings keinen Begriff von dem Wesen, den Verhältniffen und Entfernungen der Dinge, die sich ihm zeigen. So z. B. wies ihm Dr. Pflüger feine Hand, welche der Blinde oft betastet und gedrückt hatte, allein dieser wußte nicht, was es sei. Man stellte ihm die pflegende Schwester und einen Herrn gegenüber und fragte ihn, welches die Frau und welches der Mann sei. Er traf das Nichtige. Als man aber der Diaconissin das weiße Häubchen, das er früher befühlt haben mochte, wegnahm und uni den Kops des Herrn ein weißes 4.11a) legte, da mußte der Herr auf einmal die Frau fein. Kurz, trotz der sorgsamsten Pflege machen ihn alle diese neuen Eindrücke ganz confns und müde. Er ist jetzt in der Stille bei seinen Eltern, die in einem Dorfe des Kantons Freiburg wohnen, soll aber bald wieder dem Professor, der an der völligen Herstellung seines Gesichtes nicht zweifelt, ich vorstellen. Ohne Zweifel werden sich da noch eine Fülle der merkwürdigsten und interessantesten psychologischen Beobachtungen anstellen lassen. Man kann sich die Freude und Wonne des armen Menschen anomalen, der sich auf einmal im Besitze der „edlen Himmelsgabc" befand.
M. Eoblenz, 4. Juli. Auf der herrlich über der Stadt Eoblenz gelegenen Feste Eonstantin, die wohl allen Rheinreisenden in Erinnerung geblieben ist, begeht heute das Garderegiment der Kaiserin, das 4. preußische Garde-Grenadier-Regiment das Jubiläum seines 25jährigen Bestehens. Das Fest wird von Militär und Bürgerschaft in großartiger Weise gefeiert und es erhält auch schon durch die Anwesenheit Ihrer Majestät der Kaiserin selbst einen höheren Anstrich. Eine große Zahl fürstlicher und anderer Gäste, hohe Militärs und Cioilbeamte aus der weiteren Umgegend, find bereits eit 2 Tagen hier und gestern Mittag traf auch Prinz Wilhelm von Preußen, sowie als Vertreter des Kaisers der General von Albedyll hier ein. Die Kaiserin, die dem Regimente alljährlich zum Stiftungsfeste beträchtliche Zuschüsse widmet, hat diesmal jedenfalls ein klebriges gethan, denn rings im Bereiche der Festung sind die schönsten Decorationen angebracht und die Eostüme für die Festspiele des Regiments haben offenbar bedeutende Summeii gekostet. In dem Fort, dessen sämmtliche Wände mit Erinnerungen an die kriegerischen Zeiten der letzten 25 Jahre bedeckt sind und die Siegesnamen von 1864, 1866 und 1870/71 tragen, sand heute das große Festspiel statt, zu dem jede der 12 Compagnien eine Nummer gestellt hatte und es war in der That auch für die hohen Herrschaften eine gute, originelle Unterhaltung, diese Wegert urner, Clowns, närrischen Musikanten, ^acHäufer, Tyroler, Eskimos, Turlos, Lagerscenen 2c. mit wirklich überraschender Geschicklichkeit vorgcführt zu sehen. Den Schluß bildete die Huldigung der Borussia und der Germania, die auf Triumphwagen erschienen. Interessant war auch die Gruppe der Altgedienten und Invaliden des Regiments. Die Stadt hat festlich geflaggt. .
Zu der am 26. d. Mts. hier auf dem Rheine stattfindenden IV. Verbands- Regatta sind bis jetzt Anmeldungen von Mannheim, Frankfurt, Offenbach, Eoblenz, Gießen, Oberrad, Metz, Kreuznach, Ludwigshafen, Höchst, Wetzlar, Düsseldorf, Köln, Bernkastel, Ereseld, 9keuwied eingetroffen. Der Termin für Nennung der Mannschaften ist Samstag den 11. d. M. bis Mitternacht. Ohne Zweifel zieht dieses große Wasserfest einen enormen Zufluß von Fremden aus den Städten und Bädern Rheinlands und Nassaus herbei. Der Fremdenverkehr nimmt ohnehin dieses Jahr ganz bedeutende Dimensionen an und auch viele Schülercolonien kommen ans ziemlich entlegenen Gegenden, Dank den ermäßigten Fahrpreisen, hierher an den Rhein. Offenbar muß es um die Geschäfte doch nicht so schlecht stehen. Hier im Stromthale steht der Wein ausgezeichnet und die Kirschen kosten im einzelnen Pfund auf dem Markt mir noch 5 X in Masse nur 3 H. Ebensolchen Ueberfluß verspricht das andere Obst.
Aus Bayern, 3. Juli. Das Gewitter, das in der Nacht vom 1. zum 2.d. M., verbunden mit wolkenbruchartigem Regen, herniederging, hat die bayerischen Seen, Flüsse und Bäche derartig angeschwellt, daß man sich in die Frühjahrszeit versetzt glaubt. Aber damit nicht genug, hat es auch gewaltigen Schaden angerichtet, der sich namentlich am Starnberger See fühlbar macht. Die tiefer liegenden Gärten und Felder standen dort gestern Morgen total unter Wasser, Häuser drohten einzustürzen, der Eisenbahndamm wurde durchbrochen, so daß der Bahnverkehr eingestellt werden mußte. Außer in Starnberg selbst, wo das Unheil durch den.ausgetretenen Meisinger See und den Georgenbach verursacht wurde, sind die Verwüstungen namentlich groß im Bernrieder Park. Auch in Tutzing, Hohenschwangau, Feldafing, Meising 11. s. w. haben Wetter und Wasser furchtbar gehaust. Die Einwohner der betroffenen Orte wurden Nachts allarmirt; sie konnten mit Mühe oft nur das Nothwendigste bergen. In die tiefer gelegenen Theile der betroffenen Ortschaften ging den Zlrbeitenden das Wasser bis unter die Arme. Großen Schaden sollen namentlich die Felder und die Bäume erlitten haben, vor Allem die Obstbäume. Der Bürgermeister von Starnberg, Herr Rupprecht, der gestern Morgen mit dein Bezirksamtmann Ko bell und dem Bezirksingenieur durch die Straßen fuhr, gerieth mit dem Wagen auf der unter Wasser stehenden Straße in ein tiefes Loch, der Wagen stürzte um und Herr Rupprecht wurde sehr schwer, Herr Kobell leicht verletzt. Auch im Gebirge muß das Gewitter furchtbare Verwüstungen angerichtet haben. Die Isar führt nicht nur ungeheure Wassermassen hernieder und droht die Ufer zu übersteigen, sie bringt auch Bäume, todtes Vieh u. s. w. mit herab. Richt nur das Loisachthal steht ganz unter Wasser, die Ebene weithin bei Wolfratshausen ist vollständig überschwemmt. Das Wasser, ist übrigens gestern schon gefallen und rückt heute weiter, so daß die Gefahr wenigstens ebenso schnell wieder vorübergeht, als sie gekommen.
Aus der Schweiz, 2. Juli. In fast allen Kantonen der Ost-und Westschweiz, besonders aber im Kanton Luzern sind von Sonntag bis Dienstag Hagelschläge erfolgt, die zum Theil ungeheueren Schaden angerichtet haben. Die Berichte aus einer Reihe Genieinden sind geradezu trostlos. In Sursee wurde nach dem „Vaterld." Alles zerschlagen. Die schönen Kornfelder sind zerhackt; die Kartoffelfelder zeigen nur gebrochene Strünke, das Gras ist zerschlagen, die Bäume sind großtentheils entlaubt. Gleiche Trauerbotschaften kommen aus anderen Orten. In Gruensee sielen Hagelkörner in bei* Größe von Hühnereiern. Viele tausend Ziegeln wurden zerschlagen, so daß die Leute in den Häusern nicht mehr sicher waren. In den Gemeinden Gunzwil und Schwarzenbach sind die Eulturen gänzlich vernichtet und buchstäblich in den Boden gehackt. In Acsch und Schongau, wo seit Generationen kein Hagclschlag vorgekommen, bedeckten Schloßen in der Große von Hühnereiern den Boden. In Acsch wurden viele Katzen, Hasen und Vogel erschlagen gesunden. Leider ist nur wenig versichert worden und wird der Kanton und die Eidgenossenschaft den Beschädigten beispringen müssen.
— sBetrügerische Stellenvermittelungen in Ungar».] Richt selten sind im Ankündigungstheile deutscher Zeitungen verlockende Anerbietungen guter offener Stellen in Ungarn für Güterinspectoren, Verwalter, Oeconomen, Buchhalter, Kutscher 2c., für Gesellschafterinnen, Erzieherinnen, Gouvernanten, Stubenmädchen 2c. enthalten. Diese Ankündigungen beruhen fast ausschließlich auf betrügerischer Speculation und sollten sehr vorsichtig aufgenommen werden. Erst kürzlich hat die Budapester Polizei wieder zwei solcher „behördlich concessionirter Stellenvermittelungsinstitute" geschlossen, nachdem sich ergeben hatte, daß dieselben ausschließlich zu betrügerischen Zwecken gegründet worden waren und zahlreiche, meist deutsche Anstcllungsuchende um ihr letztes Geld betrogen hatten, ohne auch nur einem einzigen ihrer Opfer eine Stellung verschafft oder Aussicht dazu gehabt zu haben.
Wie man aus Budapest schreibt, können stellcsucheude Deutsche nicht genug vor derartigen Ankündigungen gewarnt werden. Am besten sollten dieselben, seien sie.


