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gehalten, baß man die Uebclstände der fehlenden Orchesterbegleitung und die mangelnde Scene für Augenblicke vergessen und sich der absoluten KunNletstung hingeben konnte. Logl hatte in der noch jugendlichen Künstlerin Fräulein Wittich eine wohlgeeignete Vertreterin für die Partie der Sieglinde gewonnen. Fräulein Wittich gebietet über eine sehr schöne, wohlgeschulte Mezzo-Sopranstimme. Außer im Duett sang Fräulein Wittich noch Wagners Studie zu TristanTräume" (1862), Liszt's drama­tische Loreley und Lieder von Lassen, Meyer-Helmund und A. Ritter; Kompositionen, die sämmtlich der sich vornehmlich der neueren Richtung ergebenen Dame auf's Beste entsprachen und deren Wiedergabe den Beweis lieferte, daß Fräulein Wittich's musikalische Fähigkeiten bereits einen anzuerkennenden hohen Entwicklungsgang durch­gemacht haben. C.

Wieseck , 4. November. Ein Akt brutalster Rohheit wurde an einem im vorigen Jahre neu angelegten, dem Ludwig Weller gehörigen Baumstücke in der Nähe der Badenburg verübt. Es wurden hier von 34 jungen Bäumchen zwei vollständig ab­gebrochen und zwölf derart mit einem Messer zerschnitten, daß an ein Weiterwachsen nicht mehr zu denken ist. Möge es gelingen, den ehrlosen Menschen, der diesen, jeden­falls Racheakt, verübte, ausfindig zu machen.

Von der preußisch-waldeckischen Grenze, 28. October, erhält die Hess. Morgenztg." nachfolgende Schilderung eines von zwei Unholden angerichteten Blutbades, die schier an das Unglaubliche grenzt:Auf der Landstraße zwischen Bredelar und Marsberg (Kreis Brilon) spielten sich am Tage des Viehmarktes in letzterer Stadt grauenhafte ©eenen ab. Zwei Burschen, gebürtig aus Rösebeck, welche jetzt in Bredelar in Dienst stehen, überfielen und mißhandelten auf's Grausamste die vom Markte mit ihren Heerden Heimkehrenden, aber auch alle, welche den Weg daher­gezogen kamen. Am Wege im Walde versteckt, lauerten sie und als sie zwei ihre Heerden führende Schäfer erblickten, schlichen sie hinterrücks heran und stürzten sich dann, der eine mit einem schweren Todtschläger, der andere mit einer Pflugschippe bewaffnet, auf die Ahnungslosen und schlugen sie zu Boden. Dann rannten sie weiter; wer ihnen entgegenkam, wurde niedergeschmettert und auf's Unmenschlichste mißhandelt. Greise, junge Männer, Frauen und Kinder erlitten dasselbe Schicksal; Niemand wurde verschont. Die Kerle schienen von einer Mordmanie befallen zu sein; sie geberdeten sich wie rasende Bestien. Die Angegriffenen fanden gar nicht Zeit und Besinnung, sich zur Wehre zu setzen. Der Ueberfall geschah zu plötzlich, zu überraschend, und die Waffen der Unmenschen sausten zu schrecklich und wuchtig auf die Köpfe und Glied­maßen der Unglücklichen hernieder. Nur zwei Schäfer versuchten Widerstand; sie wollten, wie es in der Bibel heißt,ihr Leben lassen für ihre Schafe"; sie wurden jedoch auch sehr bald überwältigt. Einigen gelang es, vor dem Schlimmsten sich durch die Flucht zu retten. Die ihrer Hüter beraubten Schafe zerstreuten sich auf die Felder. Alle die Opfer der Bestialität hatten mit den Buben nie irgend welchen Streit gehabt oder sie irgendwo einmal gereizt; ja es ist anzunehmen, daß sie ihnen persönlich ganz und gar unbekannt waren. Eine halbe Stunde unterhalb Bredelar im Walde nahm der entsetzliche Akt seinen Anfang und von da bis zur Stadtgrenze bot die Straße -einen Anblick wie nach einer Schlacht. Allenthalben Blutlachen und bewußtlose, wie tobt daliegende oder röchelnde und wimmernde Menschen. Wie groß die Anzahl der Ueberfallenen und Verwundeten ist, weiß man zur Zeit noch nicht. Manche hatten sich, sobald die Kannibalen bei ihnen vorbei waren, trotz ihrer Verletzungen wieder erhoben und ihren Weg fortgesetzt. Gegen 15 wurden auf Wagen, welche von den Behörden requirirt waren, von der Straße aufgelesen und in ihre Heimathsdörfer gebracht. 17 andere wurden von dem telegraphisch herbeicitirten Arzt Stadtberg in Bredelar im Hotel Weber verbunden; es befinden sich darunter mehrere mit durch­schlagenen Armen, einer mit doppelt gebrochenem Arm, zwei mit durchschlagenen Beinen, einige mit Schädelbrüchen und anderen schweren Verwundungen. Die meisten der Verwundeten sind Waldecker aus Rhenegge, Sudeck, Heringhausen, Giebringhausen, Stormbruch und Ottlar. Die Mordgesellen sind verhaftet; einer derselbe ist bereits wegen Todtschlags mit mehrjährigem Zuchthaus bestraft.

sDas nennt man practische Mathematik!) Ein Lehrer hat seinen Schülern eben klar zu machen versucht, daß man Gleiches nur zu Gleichem addiren könne, daß z. B. 2 Kühe und 2 Pferde zusammen nicht etwa 4 Kühe oder 4 Pferde ausmachen. Aber, Herr Lehrer", ruft da plötzlich der kleine Sohn eines Milchhändlers,2 Quart Milch und 2 Quart Wasser geben doch zusammen 4 Quart Milch." Der Lehrer mußte sich diesem Rechenkünstler gegenüber für besiegt erklären.

[teilte Tournüre mehr!) DerVossischen Zeitung" wird aus Paris ge­schrieben:Die Stunde des Sattelkissens, dieser Ausgeburt einer verirrten Mode- entwickelung, hat geschlagen. Die Abwerfung des Auswuchses geht wiederum von Paris aus. Bei der jetzt in Eu stattgehabten dänisch-orleanistischen Hochzeit erschienen die Braut wie alle anderen Damen ohne das unnatürliche Anhängsel. Die vornehme Welt wird sich jetzt beeilen, das Sattelkissen abzuwerfen, welches nunmehr nur noch von Dienstmädchen, Scheuerfrauen und Näherinnen, außerdem natürlich auch von gewissen Nachtwandlerinnen getragen werden wird. Mit der von einigen Speculanten genährten Hoffnung, das Sattelkissen werde sich wiederum zum Gehkorb entwickeln, ist es nunmehr vorbei."

sVacante Stellen für Militäranwärter im Bereiche des 11. Armee-Corps.) Innerhalb des 3. Verwaltungsbezirks des Großherzogthums Sachsen-Weimar-Eisenach, Großherzoglicher Bezirksdirector in Eisenach, Chausseewärter, auf Kündigung, 40 JL monatlich Löhnung und freie Wohnung. Großalmerode, Stadtrath, Stadt- und Polizeidiener, auf dreimonatliche Kündigung, 340 JL jährlich, freie Wohnung, 10,59 a Dienstland und die zu etwa 90 JL zu veranschlagenden Ausrufegebühren. Melsungen, städtische Verwaltung, Adjunct für den Executor, auf Kündigung ohne Pensionsberechtigung, Gehalt jährlich 360 JL und 3,6 Rm. Brennholz, Dienstkleidung alle 2 bezw. 3 Jahre, das Aufkommen an Mahn- und Execulionsgebühren. Ober­rahmede, Postagentur, Landbriefträger, auf vierwöchentliche Kündigung, 600 JL Gehalt

unb 60 jl Wohnungsgeldzuschuß. Oranienstein, Commando des Cadettenhauses, Lazarethwärter, auf ^Kündigung, 760 JL Gehalt, freie Dienstwohnung, Feuerung und ^cht.. Sonneberg (Sachsen-Meiningen), Postamt, Postschaffner, auf vierwöchentliche Kündigung, 800 Jt Gehalt und 42 JL Wohnungsgeldzuschuß.

. ~ sVaeante Stellen für Militäranwärter im Bezirke des 11. Armee-Corps.) Gaffel, Postamt, zwei Postschaffner, auf Kündigung, je 800 JL Gehalt und 180 JL Wohnungsgeldzuschuß. Frankfurt a. M., Direction ber Main - Neckar - Bahn zu Darmstadt, Schaffner, auf Kündigung, 990 JL Maximalgehalt, Wohnungsgelbzuschuß,. Fahrgebühren und freie Dienstkleidung, kann zum Zugmeister aufrücken und mit einem Maxlmalgehalte von 1330 JL jährlich, Wohnungsgeldzuschuß, Fahrgebühren unb freie Dienstkleibung. Frankfurt a. M., Tiefbau-Amt, Negistraturgehilfe, auf Kündigung, Anfangsgehalt, 1700 Jt.; ebenba, Canzlist, auf Kündigung, Änfangsgehalt 1700 Jt. Weimar, Postamt, Landbriefträger, erst auf Kündigung, später auf Lebenszeit, 600 jl Gehalt und 144 jl Wohnungsgeldzuschuß.

Eingesandt.

_ . Gießen, 4. November.

Freud' und Leid wechseln ab, so ift's im Menschen-, so ist's im Vereinsleben. Heute ein frohes Fest, morgen der ernste Trauerzug. Und gerade der altergraute Krieger kennt ihn, den grausen Schnitter Tod. Er kennt ihn, doch fürchtet er ihn nimmermehr. Er weiß, daß nach seinem Tode sein Andenken bestehen wird, daß Freunde, daß Kameraden seine Erinnerung ehren werden.

Und das ist sein Trost. Und die, die er zurückläßt, weiß er gesichert. Die Kameraden, für die er gerne alles that, die betrauern ihn nicht nur, sie helfen auch thatkräftig mit und sorgen für die, deren Sorge ihm oblag. So dem verstorbenen Rain, der, ein Freund dem Freunde, ein Kamerad dem Kameraden, lebte und wandelte. Dies bezeugte ber lange Zug, ber seinem Sarge folgte. Die Gail'sche Feuerwehr mit dem Banner, als dem Abzeichen einer edlen Sache, der er treu gedient, der Veteranen­verein geleiteten den verschiedenen Kameraden zur letzten Ruhe, und viele, die ihm im Leben nahe gestanden, schlossen sich an.

Er konnte dem Vereine der Veteranen nur kurze Zeit angchoren, aber es war lange genug, um ihm Aller Zuneigung zu gewinnen, und gerne hat der Verein die Pflicht erfüllt an seinen Hinterbliebenen, die er dem Todten schuldete. Sei ihm die Erde leicht! h.

Univerfitäts - Chronik.

Die Nachricht, daß der Egyptologe, Professor Ermann, im Auftrage des Ministeriums eine wissenschaftliche Reise unternehmen werde, ist nicht ganz correct. Professor Ermann hat bereits vor vierzehn Tagen Berlin verlassen und wird augen­blicklich schon in Egypten weilen. Der Urlaub des Gelehrten ist vorläufig auf fünf Monate festgesetzt.

Als Privatdocent für Kunstgeschichte hat sich Dr. A. Kalkmann in ber philosophischen Fakultät zu Berlin mit einer Vorlesung überdie Laokoongruppe" habilitirt.

Der bisherige Assistent des pharmakologischen Instituts zu Straßburg, vr R. Ködert, wurde zum außerordentlichen Professor der Arzneimittellehre, Diätetik und Geschichte ber Mebicin in Dorpat gewählt.

rx x-i i prakt. n. Specialarzt für Hant-, Frauen- u. Ge-

I 3p ( tPTI SCll. schlechtskrankheiten (Syphilis) etc. Frankfurt a.M. io stiftatr. 22, fr. Assist. Prof Riconf.. Ausw. briefl.

Handel und Werkshr.

Berlin, 30. October. DerReichsanzeiger" schreibt: Da bei ber Bchanb- lung bes Reisegepäcks seitens mit ber Beförderung bcffelben betrauten Beamten und Arbeiter der Eisenbahnvermaltung nach den gemachten Wahrnehmungen häufig nicht mit der erforderlichen Umsicht und Sorgfalt verfahren wird und in Folge dessen Be­schädigungen der Gepäckstücke herbeigeführt und Beschwerden, sowie nicht selten auch- Schadenersatzansprüche gegen die Verwaltung veranlaßt worden sind, so hat der 9)Uniftcv der öffentlichen Arbeiten unterm 24. b. M. Anlaß genommen, die besonbere Aufmerk­samkeit ber königlichen Eisenbahn-Directioncn auf- diese Angelegenheiten hinzulenken. Da die Beschädigungen des Reisegepäcks ebenso häufig auf eine ungeschickte und un­zweckmäßige Verpackung wie auf eine nachlässige unb sorglose Handhabung besselben zurückzuführen finb, wirb es barauf ankommen, einerseits die Gepäckträger, soweit dies in den bezüglichen Dienstanweisungen nicht bereits geschehen sein sollte, über die Be­handlung des Gepäcks zu inftruiren und sie namenllich darauf hinzuweifen, daß die Beförderung einzelner Gepäckstücke stets nur durch Heben, Tragen ober Fahren, niemals aber durch Schleifen ober Werfen zu erfolgen habe, andererseits die Aufsichtsbeamten zu veranlassen, ber strengen Durchführung ber gegebenen Instructionen eine erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenben. Nachlässige ober instructionswibrige Bchanblung bes Reisegepäcks wirb zu bestrafen, geeignetenfalls auch ber Schulbige zum Schabenersatz, heranzuziehen sein.

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Für die Hinterbliebenen der mit S. M. Schiff Augusta Verunglückten gingen ferner bei uns ein: Von den Unteroffizieren des Füsilierbataillons des 116. Jnf.-RgtS. 25 JL Zusammen 67.24 JL

Weitere Gaben nimmt die Exped. d. Bl. gerne entgegen.

Bau- u. Schuitt- hoS;-Verkauf.

Aus den- Waldungen ber Gemeinde Climbach sollen pro 1886 ca- 150 Festmeter Bau- und Schnittholz .aus der Hand zum Verkauf gelangen.

Angebote hieraus wollen längstens bis zum 20. November l. I. bei unterzeichneter Bürgermeisterei, welche jede gewünschte Auskunft er- theilt, eingereicht werden.

Climbach, den 3. November 1885. Großh. Bürgermeisterei Climbach.

___Stein._______7950

Mobiliar-Versteigerung?

Dienstag den 17. November, 7960 Mittags 2 Uhr, lassen die Erben des verstorbenen Rentners W. Dietz in den Neuen Bauen die zu dessen Nachlaß gehörigen Möbel und Haushaltungs- Gegenstände versteigern, als:

Betten, Sopha's, Tische, Stühle, Kommoden, Uhren, Bilder, Klei­dungsstücke, Gartengeräthe rc.

Amtlicher Ipeit.

Berlinische Lebens - Verficherungs- Gesettschast von I83G.

(Alte Berlinische".)

Geschäftsstand der Gesellschaft Ende 1883 :

Versicherungs-Bestand 25326 Personen mit Mark 116,309,709 Capital. Gesammt-Garantie-Fonds Mark 34,487,110.

Gezahlte Versicherungs-Summe seit 1836 Mark 44,370,025.

Die Gesellschaft übernimmt Lebens-, Aussteuer- und Renten- Berficherungen mannigfachster Art.

In einer nunmehr 49 jährigen Wirksamkeit hat die Gesellschaft den Ruf höchster Solidität und Coulanz erworben und vertheilt trotz reichlichster Dotirung des Reservefonds an die, von feder Nachschuß- Verbindlichkeit befreiten Versicherten hohe Dividenden, die gleichbleibend im Verhältniß der einmaligen Jahresprämie (pro 1884 32 %) oder steigend nach Verhältniß der in Summa gezahlten Jahres­prämien bezogen werden könne.

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