— Der diesjährige Commers alter deutscher Corpsstudenten, welcher im vorigen Herbste in Lübeck abgchallen wurde, findet am 3. October d. I. m Hamburg statt ?nd wird im An,chluß daran rin Ausflug nach Blauk-N-I- am 4. Octabrr arranltaltrt werden.^ jüngste Professor dürft- gewiß der in Raab gebürtige Grnft Muranyi sein, welcher am 11. September b. I. seinen s-chz-hnt-n G-burlS ag sciern raub. Muranyi hat sich sofort nachdem er bie M-wntatS -Pru^ng abgcl^t hatte, rur Stenoarapben - Prosesioren - Prüfung gemeldet, welche er am 20. v. MtS. mir Erfolg bestand, so datz der fünfzehnjährige Jüngling bereits diploinrrter Professor ist. —
Vermischte-.
W » rms, 29. Juni. Ein grausiger Fall hat sich im Laufe des gestrigen Tages in dem benachbarten Hochheim zugetragen. Die Frau des O-conomen.Scholl warfle= 8g» fltt&e « FMi s,:s" sms saiax" ~ ssr xtinbc den Kopf zerfleischte. Als man dem unglücklichen Opfer des als bissig bekannten Pferdes zu Hilfe sprang, war der Kopf des Ersteren bereits bis zur Unkenntlich keil cnistelll. Mit Knüttelschlägen nur konnte das gierig an dem Blut leckende Pferd von dem Wägelchen verscheucht werden. 9toch soll das kleine Wesen am Leben sein, aber die Ant-tnm?n S inipber hcracftcllt zu sehen, ist gering. Der von hier herbeigerufene Arzt erklärte, es sei nicht anders denkbar, als daß das Pferd den Kopf des Kleinen gleich 9ani i,Uei,rfl‘en9fu"t 029°” Am Aushängeschild- eines hi-sigen Geschäftshauses prangen gegenwärtig 'in stolzen Schriftzügen bte sensationellen Waarcn-n.ps-hlungs- roirtC: -'O6inb Lüutenant ^d-r Festungsartillcrie in Cattaro, Namens B-rghannn-r Krt, säeäsä«
schossencr Brust. Das Geschoß war eine nichtadjustirte Uebungs-Granate und hatte dem Selbstmörder ein regelmäßig cylindrisches Loch durch den Bruftkorper geschlagen Tiic cominissionelle Aufnahme des Thatbestandes ergab, daß der Selbstmörder die Kanone mittelst eines Lineals, das, an der Spitze gespalten ein eingeklemmtes^Zündhölzchen enthielt, entzündet hatte. Ferner wurde noch erhoben, daß auch die Karduse von ihm erzeugt wurde und zwar aus dem Pulver von etwa 74 ^>tuck blmdenGewehr- Patronen Der Verstorbene hinterließ drei Briefe, darunter einen an seinen Vat^. m welchem er als Motiv seiner That unerwiderte Liebe angab. Die Kugel war, nachdem sie den Körper des Unglücklichen durchbohrt, in eine gegenüberliegende Felswand ße= ^8^'In^em Processe der Neichsfechtschule zu Leipzig gegen die Reichsoberfechtschule zu Magdeburg wegen Herauszahlung von 296,499.3^ Iiebst^Zmsen
wurde am 30. Juni zu Magdeburg in die mündliche Verhandlung des Rechtsstreites eingetreten. Der Vorsitzende, Landgerichts - Direktor Reich, nahm Veranlassung, die persönlich anwesenden Mitglieder der Vorstände der streitenden Fechtschulcn iw^ Interesse der Sache und zur Ersparung weiterer Kosten ausAnbahnung hinzuweisen. Rach einigen Erörterungen zwischen den Parteieii erklärten bMelbcn sich schließlich mit dem Versuch des Abschlusses eines in feinen Grundzugen schon früher gegenseitig besprochenen Vergleiches einverstanden.
— sSchützt die Vögel im Bauer vor den Sonnenstrahlen.j Tagtäglich kann manschen, wie die armen kleinen Singvögel (besonders Kanu«eu^gel) »or Fenster den glühenden Sonnenstrahlen prcisgcgebcn sind, indem nicht einmal eine Schutzdecke über dem Bauer angebracht ist, geschweige denn eine Vorrichtung zum Baden Niemand denkt daran, daß auch die Vögel bester m der ku.)lercn Lrtube t.- * nnr "\fnitcr Sie sitzen dann mit offenem Schnabel müde und traurig
in^hrenr^kleinen^Gefängniß und^mögen im Stillen die Menschen verwünschen die sie aus Gedankenlosigkeit der Qual ausseyen. Am liebsten gebe man den gefangenen Vögeln ein Badenäpfchen in den Käfig, groß genug, daß |tc bann tauchen können, ♦ mpirnnf tnnlirh mit irischem Wasser gefüllt, und hange sie nur bei kühlem Wetter vor ^as Fenster. Es bedarf wohl nur dieses Hinweises, um viele Vogelliebhaber zu veranlassen ihre Vögel besser vor der Sonne zu beschützen. Auch das Verhangen des Käfigs mit einem weißen Tuche unterlasse man, da die armen Thierchen davon geblendet werden. .
— Das Ungeheuer, über dessen Kommen schon manches Tröpfchen Turte verbraucht worden ist und über das unsere Satvriker "nd Humoristen HeschnAn und gedichtet haben, ist da. Die Krinoline hat in unserer Nachbarschaft Frankfurtsihren vollen Einzug gehalten und wer noch Zweifler ist, der braucht nur ble Reue Kiame ober Große Eschenheimergasse hinunterzugehen, wo m den Schaufenstern vollende Reifröcke in allen Größen aushängen. Vergebens werben sich die Ehegatten strauben, vergebens ältere Frauen das Haupt schütteln, die Krinoline wird auchm unserer ^.tad ihren siegreichen Einzug halten, beim bte ganze fetzige eracht unserer Damen macht die Krinoline zur Bedingung. Auf denn zur Bildung des lange m der Luft schwebenden Anti-Krinolinenvereins'.
— lSüdwestdeutschc Holzberufsgenossensckaft.j Bei der am 25. d. Mts. m also für Württcmbcrq, Baden, Hessen und Elsaß-Lothringen eine eigene Scctwn gebildet. Für Hessen ist Mainz als Sitz der Scction vorgesehen.
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Bekanntmachung.
Im Grundbuch von Garben- teich steht Flur I Nr. 347 noch auf dem Namen von Heinrich Wagner von da, welcher alle seine Immobilien an Christian Leicht von da verkauft haben soll. Da Wagner ohne bekannte Erben gestorben ist, so werden alle, welche von ihm her Ansprüche an jenen Acker bilden können, aufgefordert, solche so gewiß binnen 2 Monaten hier geltend zu machen, als sonst angenommen werden wird, das Eigenthum sei auf Christian Leicht übergegangen und die zum Eintrag ins Mutationsverzeichniß erforderliche Verfügung erfolgt.
Gießen, den 1. Juli 1885. Grobherzogliches Amtsgericht Gießen.
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