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Sonntag den 4 Januar
1685
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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Vure«n r Schulstraße 7.
Exemplar zugehen wird.
Dr. Boekmaßn.
Betreffend: Gesuche um Beurlaubung von Soldaten zur Disposition des TruppentheilS. Gießen, am 31. December 1884.
Das Großhcrzoglichc SlteiSaint Gießen
att die Grotzherzoglichen Büegermeistersien des Kreises.
-indem wir wiederholt auf die genaue Befolgung der bestehenden Vorschriften in obigem Betreff, auf welche die Großh-rzoMen Bürgermeistereien . , L 4 December l % (Anzeiger Nr. 286) hingewiesen worden sind, aufmertiam machen und hierbei gleichzeitig aus unsere
durch d>e Bekanntmachung vom 4. ^ecem . .1 15 0 igß9 y18g öon 1878 und 241 von 1882) Bezug nehmen, bemerken wir Folgendes: früheren merdeu^mu^ daß^ zunächs^nur die am' besten ausgebildeten Soldaten, welche sich gut geführt haben bei Beurlaubungen zur
_. ...SBe”" roerben können, so ist es doch ftlr die Militärbehörden von Jntereffe, auch die häuslichen Verhaltmsie an der
A^LSNL.1.' lernens um eventuell auch diejenigen zu berücksichtigen, deren Anwesenheit zu Hause dringend wünschenswerth erscheint Hand amll.che»ffeÄ U«ise« Verfahrens weisen wir Sie zufolge früheren Auftrags hierdurch an sich bei Einreichung von Gesuchen u-n Beurtoubung von Soldaten zur Disposition des Truppentheils künftighin des Schema'« zu bedienen, von welchem Ihnen mit der Post em gedrucktes
, . . o Prei- vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringerlrbn.
Erscheint läglich mit Ausnahuie des Montags. Durch die Poft bezogen viertcljcihrlich 2 Mark 50 Pi.
------------Gefunden • 1 Kinderschuh, 2 Paar Handschuhe, 1 einzelner Handschuh, 1 weißes Taschentuch (gez.), 1 Brille, 1 goto. Ohrringchen, 1 Cigarren- spitze 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Hundehalsband, 1 Pelzkragen, mehrere Schlüssel.
Gießen, den 3- Januar 1884. Großherzogliches Polrzeiamt Gießen.
F r_ej enrus.________
Leh v e r -Confer enz
des Conferenzbczirks Gießen: Mittwoch den 7. Januar, Vormittags 10 Uhr, zu Gießen.
Gesang Nr. 5. .6. 130. .
Gießen, den 2. Januar 1885. Büchner, Kreisschulmfpector.
Wochen - Ueberficht.
Gießen, 3. Januar.
Die Angelegenheit der Santa-Lucia-Bai (an der Ostküste Afrikas), welche bekanntlich Deutschland wie England für stch_ reklamiren draht zu ernsten Verwickelungen zwischen beiden Staaten zu führen. Wie die Ausyissung der britischen Flagge in Santa-Lucia beweist, will man engU- sckerseits die deutschen Ansprüche auf die Bucht nicht anerkennen, obgleich dieselbe nebst dem dahinter liegenden Gebiete rechtmäßig von dem Agenten des Hauses Lüderitz erworben worden ist. Es darf als sicher gelten, daß wegen der Lucia-Bai schon seit einiger Zeit Verhandlungen zwischen Deutschland und England schweben, und als eine Folge derselben kann die Aushissung der britischen Flagge in der genannten Bai wohl schwerlich betrachtet werden. Wie verlautet, hat Herr Lüderitz vor einigen Wochen persönlich mit dem auswärtigen Amte hierüber verhandelt und es ist begreiflich, daß er kein Verlangen trägt, seine neuen Erwerbungen unter englischen Schutz gestellt. zu sehen. — Im fiebrigen scheint man jetzt in England entschlossen, zu sein, in den trans- oceanijchen Gebieten mitzunehmen, was eben noch mitzunehmen ijL Wie der „Daily Telegraph" berichtet, wäre der Commandant des englischen Geschwaders in den australischen Gewässern angewiesen, die Louisiaden, die Woodlark-Jnseln, die Long.Jnsel und die Insel Rook unter englisches Protectorat zu stellen, für den Fall, daß der Versuch gemacht werden sollte, in der Nähe des australischen Festlandes Annexionen vorzunehmen. Die angeführten Inseln liegen in der Nähe der deutschen Erwerbungen in der Südjee und ist augenscheinlich, daß sich England durch letztere beunruhigt fühlt.
In Köln wird beabsichtigt, ein großes Banket zu veranstalten, an wachem die Spitzen verschiedener Behörden und die hervorragendsten Industriellen aus ganz Rheinland und Westfalen theilnehmen werben,, auch Mr. Stanley hat sein Erscheinen zugesagt. Der „Allg. Anz. für Rheinland-Westfalen", welcher diese Notiz bringt, fügt hinzu: „Es dürfte wohl keinem Zweifel unterliegen, daß dieses Feit Veranlassung zu einem Stelldichein aller derjenigen werden wird, welche gewillt sind, die mit ebenso vielem Eifer als diplomatischem Geschicke in's Werk gesetzte Colonialpolitik der Reichsregierung mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln zu unterstützen."
Der preußische Gesandte beim Vatikan, Herr v. Schlözer, brachte am Dienstag dem Papste seine Neujahrswünsche dar. Es wäre wohl übereilt, wenn man aus diesem durch die Etiquette gebotenen Vorgänge auf die bevorstehende Erneuerung der Verhandlungen Preußens mit dem Vatikan schließen wollte.
In Frankreich ist am Montag die parlamentarische Session geschloffen worden, nachdem vorher noch beide Häuser des Parlamentes der Regierung den geforderten Kredit im Betrage von einer Milliarde Francs für das erste Quartal 1885 bewilligt hatten. Den Kammern war offenbar daran gelegen, den parlamentarischen Staub wieder einmal von sich zu schütteln, denn sie ließ.m sich nicht einmal Zeit, der Ackerbaukrisis, an welcher Frankreich augenblicklich laborirt, noch eine Sitzung zu widmen und die Interessenten der nothleidenven Landwirthschaft müssen sich wohl oder übel bis zum Wieder- zusammentritt der Kammern gedulden. Daß die Budgetderathung so ganz und gar nach Wunsch des Cabinets Ferry ausgefallen ist, erscheint nur als ein neuer Beweis, wie sehr deffen Einfluß jetzt im Parlamente dominirt und tfl somit die Stellung des Ministeriums nach Innen entschieden als eine gefestigte Zu betrachten. Zu wünschen wäre nur, daß bald auch die Situation in Ostasien
eine der französischen Regierung günstigere werde und die neuerdings aus Ostasien eingelaufenen Nachrichten laffen dies auch erhoffen. Denselben zufolge haben die Franzosen einen Vorstoß gegen Tuyenquan gemacht und den Chinesen hierbei beträchtliche Verluste beigebracht. Ferner fanden in der Umgegend von Hongyen mehrere Gefechte mit Seeräubern statt, wobei die letzteren 300 Todte und zwei Kanonen verloren, während die Franzosen angeblich keine Verluste erlitten. p r_r
Die Gefangennahme von Holländern durch französische Unter* thanen am Congo dürste zu diplomatischen Weiterungen zwischen Holland und Frankreich Anlaß geben. In der Sitzung der ersten holländischen Kammer vom 30. December brachte der Abg. Fransen van der Putte diese Angelegenheit zur Sprache, woraus der Minister van den Does de Villebois erklärte, daß die französische Regierung eine Untersuchung an Ort und Stelle zugesagt habe. Der Präsident der holländischen afrikanischen Gesellschaft, Muller, verlangte, daß Holland überhaupt seine Rechte am Congo Frankreich gegenüber geltend mache, was der Minister mit der Erklärung beantwortete, es könnte dies so lange nicht geschehen, als nicht die Unsicherheit in Bezug auf die Rechte des, französischen Protectorats in den fraglichen Gebieten beseitigt sei.
Das Erlöschen der Cholera in Frankreich und Italien hat Seitens der Schweiz die Aufhebung der sanitären Maßregeln, welchen bisher die Reisenden aus Italien und Frankreich und die Eisenbahn-Verwaltungen unterworfen waren, sowie die Aushebung der Controle in den Gasthöfen vorn 1. Januar ab zur Folge gehabt. Auch die ungarische Regierung hat vom gleichen Tage an die Aushebung der Cholera-Vorsichtsmaßregeln Frankreich gegenüber versügt. , r
Aus London meldet man, daß Königin Victona ihre Zustimmung zur Verlobung der Prinzessin Beatrix mit dem Prinzen Heinrich von Battenberg gegeben habe, unter der Bedingung. daß dieselben ihren Wohnsitz in England, und zwar in einem der königlichen Schlösser, nehmen.
«Deutschland.
Darmstadt, 1. Januar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom Heutigen dem Obersten a. D. Freiherr v. Buseck, „ Oberstlieutenant a. D. Freiherr v. Ricou und „ Divisions-Auditeur, Justizrath Lot heißen das Comthurkreuz 2. Klaffe,
„ Rittmeister Freiherr Schenck zu Schweinsberg, persönlichen Adjutanten Sr. Großh. Hoheit des Prinzen Heinrich das Ritterkreuz 1. Klaffe;
sodann im 2. Dragoner-Regiment (Leib-Dragoner-Regiment) Nr. 24 dem Premier-Lieutenant v. Oertzen,
„ Seconv-Lieutenant und Regiments'Adjutant v. Grolman das Ritterkreuz 2. Klaffe,
„ Ober-Fahnenschmied Zöller das Silberne Kreuz mit der Krone und „ Wachtmeister Frieß
das Silberne Kreuz des Verdlenst-Ordens Philipps des Groß- müthigen
zu verleihen geruht.
Darmstadt, 1. Januar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog habe«


