Ausgabe 
1.12.1885 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

ein.

mH**

X

X

X

X X

r 1885,

»Vereins

f Felchner

s Berlin, des nkfurt a. M., insorchesters.

Cherubim'.

d. Hiller.

10. Mai 1885.) ^oewe.

Schubert.

Reinecke.

Kwasl Chopin.

rz. Schubert.

. Schumann.

, >. Beethoven.

ugikalienhandlun? Z,50) zu haben-

rmen ist aus dem

»inen

738?

;hen

Nr. 28». Zweites Blatt Dienstag den I. Deccmbcr 1888

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigtblatt für den Kreis Gießen.

GchuTHraße 7.

Erscheint -LWTZch vNL 1m5 M-«1chGK.

a»

Hsttbeik rrnd Drrkehr.

ii.

r. 30. November, lieber die Colonialpolitik und See-Damvfer-Sub-

ventron äußert sich der Jahresbericht der Handelskammer folgendermaßen:

~ Die Colomalpolrtik des deutschen Reichs und die nunmehr zum Gesetz erhobene hpirt rrrpifhpn 9mprFp bbn»« 1L .r Zusammenhänge, ls beide

Dein gleichen Zwecke dienen sollen, der in Deutschland fast auf allen Gebieten der 3iibiiftne vorhandenen Ueberproduction neue Absatzgebiete zu verschaffen und die Ver- btnfcung diesen Absatzgebleten zu erleichtern und zu sichern. Dabei dürfen wir aber ben Begriff der Colomalpolttik nicht in dem engen Sinne fassen, als wenn wir damit r Maßnahmen Oezeichneii wollten, welche auf Erwerb und Organisation von hp^fs-nr?'11 °9sSn?tet wenn beispielsweise bei der Organisation

Ausführung gelangt, fremde Nationen ohne Belastung furch Differentialzölle m gleicher Welse rote das Mutterland in den Colonien zur freien ^oncur^enz zuzulaßen, und wenn hierdurch erreicht wird, daß eine gleiche 4u= laffung den Deutschen in den bisher durch Differentialzölle geschützten französischen und portugiesischen Colonien zu Theil wird, so gelangt man mit dieser Maßregel oiel- feS? "jra* w-Nlger 8« dem erstrebten Ziele als durch Neugründung von Colonien n 1,^,7 ferner als einen, Erfolg der deutschen Colonialpolitik ansehen,

^Eun unter der Aegide Deutschlands diejenigen Streitpunkte bei colonialen Erwerbungen roelcbe den Kenn von Verwickelungen in sich tragen könnten, im Wege friedlicher Ver- NiÄs"?-9.Eden; und mit Genugthuung können wir auf die unter Deutsch-

$cfuItatre der Congoconferenz zurückblicken. Ein umfangreiches

^decken des Congo, ferne Mundungen und die angrenzenden Länder, wird ^^tkampfe im Handel und Verkehr aller Nationen auf Grund der Gleichberechtigung erschlossen, und sofern rotr überhaupt Vertrauen hegen auf die Con- 01^611310619^ der deutschen Industrie, dürfen wir erwarten, daß auch in jenem Gebrete den Erzeugnissen deutschen Gewerbefleißes breite Bahnen des Absatzes geöffnet rÄCn^^r rcUl'bc ?cd)t?ie Colonialpolitik des deutschen Reichs von sämmt- H^en Handelskammern mit Freuden begrüßt- mit nicht weniger freudigem Gefühle muffen wir aber auch die maßvolle und zielbewußte Art und Weise anerkennen mit melier die Colomalpolitik zur Durchführung gelangte, und es war eine wahlberechtigte M^ung, wenn der Vertreter der Darmstadter Handelskammer auf dem letzten deutschen iW^/°ge in der einstimmig gefaßten Resolution auch dasWie" der deutschen iMomalpolitik betont wissen wollte. '

Wie wesentlich die Dampfersubvention dazu beitragen wird, die colonialen Be- trebungen rn dem von uns etwas weiter gefaßten Sinne zu unterstützen, bedarf kaum der näheren Ausführung. Wir verhehlen uns freilich nicht, daß die Früchte der Unternehmung dem deutschen Volke vielleicht erst nach Jahren zu Gute kommen nnfpr11^ meb schon darin einen großen Fortschritt erblicken, daß d/!

Opfer dem deutschen Handel erspart bleiben werden, die bislang die englische Trans- im Gefolge hatten. Mit der Transportvermittelung

Aufstapelung der Erzeugnisse auf englischem Markte Verknüpft; Eng- lanb ist dadurch häufig in die Lage gesetzt, den Marktpreis zu bestimmen und zieht nebenbei einen nicht geringen Handelsgewinn ans seinem Zwischenhandel. Schon allein tlrL^roa9£-9 allgemeiner Natur dürfte im Stande sein, den an sich nicht un­berechtigten Einwendungen der Gegner der Dampferoorlage die Wagschale zu halten ?CIK^n,TrtoQ-l!l?pblCir;n)rCttcrcn Gesichtspunkte, wie sie die colonialen Bestrebungen des Reiches enthalten, außer Acht lassen wollten. Was die Stellung der Kammer U Reichsta^gewend^- f° batte fid? dieselbe mit folgender Petition an

Nachdem die bis jetzt über die Dampfersuboentionsvorlage geführten Verhand­lungen ergeben haben, daß dieses Gesetz bei hohem Reichstage zur endgiltigen Annahme gelangen werde, erlaubt sich die ergeben^ unterzeichnete, den Handelsstand der SMdt Antrag zu^stellen^ Handelskammer m Bezug auf die Ausführung des Gesetzes ben

A**1^?^rjährlich 2 Mark 29 Pf. mir Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl

---

Derttschrand.

Darmstadt, 28. November. Se. König!. Hoheit der Großherzoa baden Mergnädigst geruht:

Am 28. November den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I Karl Küchler, zum Landgerichtsrath bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen,

den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Offenbach, Eberh. Weller, rum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I, sowie

den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Groß-Gerau, Dr. Wilh. Berchel- mann, zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Offenbach,

an dems. Tage den Amtmann bei dem Kreisamte Schotten, Dr. Wilhelm Wagner, zum Amtmann bei dem Kreisamte Oppenheim,

den Regierung-Assessor Ernst Braun von Darmstadt zum Amtmann bei dem Kreisamte Lauterbach,

den Polizei-Commissär 2. Klaffe bei dem Polizeiamt Darmstadt, Polizei- Spector Fritz von Hombergk zu Vach, zum Amtmann bei dem Kceisamte Schotten, mit Wirkung vom 1. Januar 1886 an,

an dems. Tage den Regierungs-Assessor Christian Eckhardt aus Darm- nadt zum Secretär bei dem Oberconststorium, mit Wirkung vom 1. Januar k. Js. an, zu ernennen.

Aus dem Großherzogthum Hessen, 28. Novbr. DieFrkftr. Zeitung" schreibt: Im Laufe dieses Jahres werden sämmtliche Handelsregister des Landes unter Assistenz voMgchkundigen Beiräthen einer gründlichen Revision unterzogen und zeigen die massWaften desfallstgen Publikationen, wie zeitgemäß eine solche Revision war. Hierbei macht sich nun der Mißstand geltend, daß das Gesetz die eintragspflichtigen Firmen etwas zu unbestimmt bezeichnet. Nach dem deutschen Handelsgesetzbuch und nach der hessischen Verordnung vom 9. December 1862 über die Führung der Handelsregister sind diejenigen Rechts­verhältnisse des Handelsstandes, welche für den kaufmännischen Verkehr von erheblichem Interesse sind, in das Handelsregister einzutragen. Trödler, Höcker, Hausirer u. bergt Handelsleute von geringem Gewerbebetriebe, Wirthe, gewöhn- lidje Fuhrleute, gewöhnliche Schiffer und Personen, deren Gewerbe nicht über ben Umfang des Hanbwerksbetriebs hinausgeht, sind von der Eintragspflicht befreit. Den Landesgesetzen ist bezüglich der Bestimmung der Eintragspflicht em gewisser Spielraum gelassen. Diese Kriterien reichen in der Praxis keines­wegs aus. Die Handelskammer in Darmstadt hat nun die übrigen Handels­kammern des Landes zu gemeinsamen Schritten aufgefordert, welche dahin ab- äiden, daß durch Gesetz oder Instruction möglichst sichere Kennzeichen für die Emlragspflicht gegeben werden.

Oesterreich.

?ovember. Tisza beging heute sein zehnjähriges Jubiläum als Ministerpräsident. Die Geistlichkeit erschien zur Begrüßung unter Führung

Kardmals Haynald, welcher in seiner Ansprache das stete Wohlwollen Asza s gegen die katholische Kirche hervorhob und auch um feine fernere Unter­stützung bat. Tisza erwiderte, daß er die ihm zu Theil gewordene Begrüßung würdigen wisse, und daß er hoffe, auch in der Zukunft die Zufriedenheit aller Consesuonen zu erhalten. Ferner erschienen zur Beglückwünschung zahl­reiche Beamte und Deputationen. *

Rußland.

Warschau, 28. November. Gestern begann der Proceß gegen die social-revolutionäre VerbindungProletariat." Das Gerichtspersonal besteht aus den. Präsidenten des Warschauer Kriegsgerichts, Frederiks, zwei Kriegs- richten und vier Regiments-Obersten. Als Ankläger fungiren der Krieas- Staatsanwalt Morawsky und drei Substituten. Die Vertheidigung haben 14 hiesige Advocaten und drei aus Rußland übernommen. Vorgeladen sind 113 Zeugen von Seiten der Anklagen und 80 Seitens der Vertheidigung. Der Proceß wird 20 Tage dauern.

Türkei.

Konstantinopel, 27. November. In hiesigen diplomatischen Kreisen überwiegt die Anschauung, daß dem Ersuchen des Fürsten Alexander von Bul­garien um Aufschub in der Entsendung des osmanischen Comwissars nach Wippopel entsprochen werden dürfte, da gewichtige Gründe vorhanden seien auf die persönliche Mitwirkung des Fürsten bei der endgültigen Beruhigung Ost-Rumelieris nicht zu verzichten. Fürst Alexander werde sich durch dieses pichen des Vertrauens seines Lehnsherrn und Europas nur noch stärker ge­funden fühlen, und sein durch die letzten Erfolge noch gesteigertes Ansehen setze ihn in die Lage, einen etwaigen Widerstand Seitens einzelner revolutionärer Persönlichkeiten und Gruppen in Ost-Rumelien erfolgreich aus dem Felde zu Magen. An die dem Fürsten Alexander zugeschriebene Absicht, an seiner Unter* Urfungs-Erklärung zu rütteln, wirb schon beshalb nicht geglaubt, weil berfetbe ?rch eine solche Handlungsweise sich der unzweifelhaften moralischen Erfolge, oie er in der letzten Zeit errungen hat, wieder berauben würde. (Pol. Corresp.)

Konstantinopel, 28. November. (Telegramm desReutersschen öureaus.") Die Pforte hat den Fürsten Alexander telegraphisch aufgefordert, Xie Bewegungen gegen die Serben einzustellen.

Gs möge für die ostasiatifche Hauptlinie Rotterdam ober Antwerpen als Anlaufsstation gewählt werben.

Bei der im Pergleich mit der Situation der übrigen westeuropäischen Cultur- lanber geringen Ausdehnung der deutschen Seeküste ist es für die tiefer im Binnen- laube gelegenen Handelsplätze eine Frage von weittragender Bedeutung, welche fiäfen Die in s Leben tretenden Dampferlinien anlaufen werden, da die Concurremfälsiakeit ?cr feeInen Handelsplätze nicht zum geringen Theile davon abhängt, daß die nach Der stufte su benutzenden Transportwege möglichst billige Transportbedingungen bar' bieten, bafe insbesondere die Nähe des Weges ober bie vorteilhafte Beförderungsart bie Kosten und das Risico des Transportes verringert. 9

arrr überseeische Handel von West- und Südwestdeutschland und vor-

^üem.^r Handel des ganzen Rheinlandes nach den Niederlanden und Belgien bin gramtirt, bebarf wohl keiner weiteren Ausführung und findet feine natürliche Er­klärung theils m der Billigkeit und commerciellen Vortheilhaftigkeit der Verkebrs- bedingungen, theils in der Nähe der hier in Betracht kommenden Seeplätze. 9 ar r ^Diese Umstände müssen unserer unmaßgeblichen Ansicht nach bei der Wahl des Anlandeplatzes der zu fuboentionirenden Dampfer in Betracht gezogen werden, wenn ^ders dem Handel des angeführten Gebietes die erwünschten Vortheile jenes Unter; n^m5sn«yu Gute kommen sollen. Es würde jedoch überflüssig fein, eine in's Einzelne Sehende Begründung unseres Antrags folgen zu lassen, da dem hohen Reichstage be= rett§ eine ganze Reihe von Petitionen, welche sich in ähnlichem Sinne aussprechen, Dorhegen. Indem auch roir uns den schon von anderen Handelskammern an den Tag gelegten und auf ein gleiches Ziel hinstrebenden Wünschen anschließen, möge dies ein Kmmeis darauf fern, bafc ein allgemeines Bedürfniß auch in den den Rheinlanden SÄÄ 0CnC10te Berücksichtigung des gestellten Antrags als , Vorstellung gleichen Inhalts richtete die Kammer auch an die Groß-

§^rA"?e Staatsregierung, damit im Falle der Berücksichtigung unserer Wünsche ^^r*eter der Regierung beim Bundesrathe mit unseren Ansichten bekannt ge­macht werde. ö

Farbige seidene Paille Prancaise, Surah, I Satin merveilleux, Atlasse, Damaste, Ripse und I Taffete Mark 2.20 Pf. per Meter wt. 12.25 Pf. Dcrf. I , m einzelnen Roben und I

Stücken zollfrei in's Haus das Seidenfabrik-Depot 6 Henneberg (K. u- K- HofliefJ I Zurich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. 7657 |