Loyales.
©itfiett, 28. November. [£beater.J Statt des angekündigten Lustspiels
Glück bet Frauen" mußten eingetrctcntr Hindernisse wetten „D es 3! aÄst en Hausbau" und „Flotte Burscke" wiederholt werden. Wir haben dem bet der ersten
Aufführung Gesagt n nichts hinzuzufügen.
dauern, wenn eS gezwnngen würde, seinen Rechten Achtung zuverschaffm. Die franzö- fische Antwort erinnert daran, daß Frankreich immer erklärt habe, weder Annam noch Tonaking anmktiren zu wollen. Der Vertrag von Hue habe den einzigen Zweck, den Vertrag von 1874 klarzustellen und das Pcoiektorat über T-ngk-ng zu konsolidiren. Frankreich habe es für angemessen befunden, Sontay und Bacntnh zu okkupiren, über nicktS Nebe einem gerechten Vergleiche tm Wege auf Grundlagen, dte Frankretch nie Uufaeaeben und die in dem Vertrage angedeutet seien. Feriy lhetlt weiter mit, daß er dem Marquis Tseng eine Note zugestellt habe, in welcher er denselben zu veranlassen lackte den mklitSrischen Befehlshabern Lpccialvollmachten zugehen zu lassen, um ein ffino-rnebmen herbeizuführen. Kraft dieser Vollmachten sollte China auf friedlichem 2Beae dem Admiral Courbet unter dem Vorbehalt eines weiteren Arrangements S»ntay und Bacntnh übergeben. Später sollte dann über ein definitives Arrangement in Ber. Handlung getreten werden. Diese Mittheilung Feny's habe sich mit einem Schreiben des Marants Tseng gekreuzt, in welchem die Anwesenheit chinesischer Truppm in Tong- Fna konstaiirt wurde, ohne' den Aufenthaltsort derselben zu nennen. Später habe Tfena den Vorschlag Ferry'S abgelehnt, do» habe Tseng wahrscheinlich ohne Instruktionen von V-ckina gehandelt. Der Kriegsminister General Cawpenon erklärt, es feien alle Maßregeln getroffen, um sofort 6000 Mann nach Tongking zu senden, ohne auch nur eine partielle Mobilisirung vornehmen zu müssen- D-r Marineminister P°yron con« ftatirte daß er kein neues Telegramm von Courbet erhalten habe; die Operationen des I hteren hätten bereits begonnen oder würden doch unmittelbar beginnen. Die lctzt- Devesch- Combtt's battre vom 17. ds. und melde, daß Courbet die Truppenconcen- triruna zum Angriff auf Bacninh beendet habe. Der Munster glaubt, daß Courbet die Ankunft des Trausportdampfeis „Correze", welcher 600 Mann Marmetruppe» dringe, abwarten wolle. Der „Correze" hätte heute in der Bay von Along eintreffen rnüffen. P.yron fügte hinzu, er habe Courbet vollste LktionSsrethlit gelaffen, mau h&tft volles Vertrauen in seine Umsicht und ferne Energie fitzen.
— Die Commission wird um 2 Uhr eine neue Sitzung abhalten und sich, wie ,8 heiftt daraus beschränken, die geforderten 9 Millionen zu bewilligen. Die Regierung eikiärte.'ehe sie weitere Forderungen stelle, Leber Nachrichten von Courbet abwarlen zu wollen. a . ßiBf, tz-austragte Clemenceau, in der Kammer die Regierung darüber zu tnterpelltren, ob ein Memorandum exchire und ob der Vormarsch der Franzosen gegen Bacninh foitbuure.
Paris, 28. November. Die Tongk ugs-Commisfion bewilligte den verlangten Eredlt von 9 Millionen mit 9 gegen 2 Stimmen.
Varis, 28. November. Die Tongkingcommission ernannte L4on Renault zum Berichterstatter. Da Ferry in einer Privatunterhaltung mit Clemencrau sich weigerte, die angekündigten Anfragen zu beantworten, beabsichtigt KUmenceau morgen bet Beginn der Kammer wiederum Anfragen zu stellen und wenn Ferry noch die Beantwortung verweigern sollte, Anfragen in Form einer Jnterp-llat on vorzubringen.
— Das neue Gelbbuch erscheint wahrscheinlich am Samstag.
— Nach Cherbourg ist der Befehl gegeben, das Kanonenboot .Farcy" zur Fahrt nach Tongkin^b bei der Etatsberathw'g der Finanzminister die
Finanffaae Frankreichs günstiger wie in 1882; dieselbe bessere sich mit lebem Tage. Die Ausweise^ der Zollämter berechtigen keineswegs zu pefsimtsttschen Schatzungen, die schlechten Ernten und die Krise in Mobilien- und Jmmobilien-Werthen führten zwar «ine Verlangsamung der Transaktionen herbei, aber die Einnahmen des Budgets litten darunter nicht Der Finanzminister bekämpft weiter die Absicht der Comm.ssion, die AmortisationS-Summe von hundert auf fichSztg Millionen herabzumindern und halt für noihMendig, die Budgetreserven zur Amvrt strung zu verwenden, allerdwgS mit Maß und großer Vorsicht, denn d e Reserven fe en für die Zukunft von größtem Notz.n- Die Kamm r vertagt die Weiterberathung auf morgen. , L .
Ronvair, 28. November. In einer Tuchfabrik, welche fünzrhnhundert Arveiter beschäftigt, brach heute Nachmittag Fm-r aus,^w-lcheS sich auf eme benachbarte^bedeutende Fabrik verbreitete und nun das ganze Stadtviertel bedroht. DasFmn brennt noch fort. Der bisherige Schaden beträgt bereits mehrere Millionen.
London, 28. November. Nach einem Telegramm des „Standard aus Kairo forderte Baker Pascha die türkischen Officiere auf, ihn nach dem Sudan zu begleiten und willigte die Mehrzahl derselben ein. ,
VeterSburg, 28. November. Das „Journal de St. Potersbourg dementirt die Meldung des „Gaulois" über eine kürzlich gegen das Leben des Kaisers entdeckte Verschwörung, sowie über die Verhaftung mehrerer Beamten.
vermischte-.
— Die Buchdruckerstatist'k vom 1. October 1882 dir Ende September izzz dürfte vom grBfeten Interesse auch für weitere Kreise fein. Derselben entnehmen w*r daß die durchschnittliche Zahl der arbeitslosen Buchdruckergehilfen über 1500 beträgt. Es befanden sich auf der Reife: October 869, November 7iß December 532, Januar 455, Februar 383, März 362, April 433, Mai 580, Jani 68?' Juli 818, August 931, September 918 Gehilfen. An den einzelnen Orten hielten sich' arbeitslos auf: October 152, November 119, December 136, Januar 138, Februar N Mär, 106, April 96, Mai 136, Juni 156, Juli 171, August 217, September 264 Gehilfen Unter den vorgenannten Ziffern sind nur di'fiuigen Buchdruckergehilfen inbegriffen welche schon länger dem Unterstützungsverein Deutscher Buchdrucker angehören; ei ist somit eine größere Anzahl, welche zur Reise- und Arbeitslosen-Unterstützung, die ein- längere BettrasSlcistung in den Verein voraussetzt, keine Berechtigung hat, nicht in Anrechnung gebracht. Ferner umfaßt der Verein mit seinen 11,000 Mitgliedern erst Zweidritiel der sämmilichen Buchdruckergehilftn und ist nach den statistischen Aufnahmen erwiesen, daß die Arbeitslosigkeit unter dm Nichtmitgliedern noch eine weit größere, die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen mit 1500 also eher zu nichtig gegriffen ist. Diese in steter Zunahme begriffene große Zahl der Arbeitslosen ist keineswegs in einem Rückgang des Buchdruckergewerbes zu suchen, sondern bat ihren Grund in der Aufnahme einer zu großen Zahl von Lehrlingen. So kommt eS denn, daß in Deutschland sich über 7000 Buchdruckerlehrlinge bei kaum 16,000 Gehilfen befinden. Es gibt Buchdruckereten, die, nm recht billig arbeiten zu können, fast nur Lehrlinge beschäftige. Wie es dm Letzteren nach der Lehre geht, ob sie in Folge der mangelnden technischen Ausbildung überhaupt im Stande sind, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, das ist Nebensache. Die Verkennung der thatsächiichen Verhättnisse vn- anlaßt noÄ heute viele Eltern und Vormünder, ihre Kinder, bezw. Pflegebefohlenen dem mit Arbeitskräften überladenen Buchdruckergewerbe zuzuführen, ohne sich zu erkundigen. ob dieselben sich für dm Beruf eignen, das betreffende Geschäft eine Garantie für die nöchige Ausbildung des Lehrlings bietet und ob nach verfloffener LehrzM auch Aussicht auf eine Beschäftigung vorhanden ist. W r halten es deshalb für unsere Pflicht, auf die angeführten Verhältnisse aufmerksam zu machen. Mögen Eltern ur.b Vormünder, L-Hrer und Erzieher die mtt Ziffern belegten Angaben der nöthigm Beachtung würdigen.
2 i t e rar t f ch e s.
Goethe's Werke, illustrtrte Ausgabe der Deutschen Verlagsanstalt, vormals Eduard Hallberger in Stuttgart, sind bis zur 49. Lieferung nunmehr zur Ausgabe gelangt. Es befindet sich damit nun der vollständige zweite Band, sowie der größte Theil des dritten, welcher, wie uns die Verlagshandlung mittheist, ebenfalls noch vor Weihnachten fertiggestellt fein wirb, in den Händen deS Publikums. Vom Beginne ber ersten Lieferung bis zur nunmehrigen 49. ist das Prachiw-rk, wie wir schon deS öfteren erwähnten, ein solches, welches in Bezug auf Ausstattung und Eleaan, der Verlagshandlung alle Ehre macht. Rechnen wir hierzu den Gehalt d-S Werke« an sich, die unsterblichen Geistesproducte deS Dichters und nehmen dann noch hen beauemen Bezug deS Werkes in S eferungen, welche für geringen Preis zu haben find, so dürfen wir getrost den Lesern hier eine Weihnachtsgabe empfehlen, welche dem damit Beschenkten ganz gewiß große Freude bereiten wird.
Handel und Vermehr.
Gießen, 28 November. Auf dem gestern und heute dabier abgehaltenenBieh- markt waren aufgetrieben: 2 Pferde, 793 Stück Rindvieh und 532 Stück Schweine. Trotz deS lebhaften Handels wichen dir Preise von denjenigen am vorigen Markte nicht wesmtlick^ab.r bin 1L und Mittwoch den 12. December d. I., am
letzteren Tage auch Krämermarkt (letzter Vieh- und Krämermarkt in 1883).
° Frankfurt, 28. November. Ans dem heutigen Markt kostete der Centnerß-n ,, 2 80—3 50 Stroh X 3.20—3.50, Eier das Hundert 6.40—9.o0, Butter 1 Qualität X 1.30, 2. Qualität X 1.20, Kartoffeln per Gentner X 1.70-2.25, Kolflrabi 3-5 4 per Stück, Erbsen per Psd. 00—00 Rothkrant per <St. 12-o0* Poularden ^ 0-0, Hnhn.^L 1.50-2.20, 1 Ente X 2.00-3.00, 1 Taube 50-60 4 Hahn 0.75-1.30, Gans 5-8.00, Welsche 8-9. ..
Limburg, 28. November. Rother Weizen X l/.lo, weißer Weizen X-.- Korn X 13.00, Gerste X 10.20, Hafer J4 7.00, Erbsen X —, Kartoffeln X —
KimErrrt a. M.. 29. Novbr., Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer CourSberickt. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Ete ea.) Creditactien 2361/6, StaatSbahnactien 262Vr, Galizier 239V-, Lombarden 117V«, Aerd- westbahnactien —, Gotthardbalmactien 955/s, Darmstädter - Bankactien Disconto Commandit 185'/«, Oestcrr. Silberreme 66‘3/is, 4% Ungar Goldrente 73-,«, 40/n 1880er Ruffen 71-/«, 5% 1877r Russen —, 2. Orient-Anleihe 5a V8, 4«/«
Spanier —, 5r/o Rumänische Rente —, 4<V, Unisic. Egypter d4'/,g, 5% Türleu —, Marienburger 94, Hess. Ludwigsbahncict. 1081/2- Tendenz: fest.
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