Am Freitag den 21. d. Mts- fand die WeihnochtSbescheerung deS Kindergartens von Frau Rothe im Saale deS Einhorns statt welche allen Anwesenden einen besonderen Genuß gewährt«'. Durch Sang und Spiel ergötzten die Kleinen die ihrer Feier Beiwohnenden, welche nur ein UttheiL des Lobes für Feau Rotbe hinsichtlich der Art und Weise ihes Verkehres mit dm Zöglingen halten, denn wer es gesehen, wie eS Fran Rotbe verstand, den Verkehr mit dm Kleinen herzlich und liebevoll zu führen, der mußte sich sagen, daß sie sich in guten Händen befänden. Die Eltern der Zöglinge ließen es sich denn auch nicht nehmen, der Frau Rothe durch Ueberreichung eines Geschenkes ihre Anerkennung entgegenzubringen.____
Katholische Gemeinde.
Sonntag in der Weihnachts-Octav.
Von 7 Uhr an: Beichte. 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl- Communion. V2IO Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Andacht-
Sylvestertag.
V26 Uhr: Predigt, hierauf Dank- und Bitt-Andacht. (Nr. 39).
Neujahrstag
Von 7 Uhr an: Beichte. 8 Uhr: Frühmesse und AuStheilung der hl. Comniunion. V2IO Uhr: Hochamt und Predigt; nach dem Amte Collecte zur Aufbesserung deS Armenfonds. 2 Uhr: Andacht. (Nr. 39).
Kirchliche Auzeigen der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
G 0 t t e s d i e n st.
Sonntag, den 30. December (Sonntag n. Weihnachten).
Vormittags 9V-, Uhr: Pfarrer Dinaeldey.
Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Kinderkirche Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Montag, den 31. Dez em bett.
S y l v e st e r g 0 t t e s d i e n st.
Abends 6 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Dienstag, den 1- Januar lNeujahr).
Vormittags 9Vz Uhr: Pfarrer Dr. 9t au mann.
Nachmittags 5 Uhr: P'arrer Dingeldcy.
Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Armen der Gemeinde.
Die P f a r r g e s ch ä f t e in der Woche vom 30. December bis 5. Januar besorgt Pfarrer Dingeldey.
GLugefandt.
Der letzte Chorgesang vor bim „Amen" beim Mo gengottesdienst am heiligen Wcihnachtsfest und ähnliche vereinzelte frühere verfehlte Leistungenwonflelgjen Ktrchenchors veranlassen m;ch, an denselben öffentlich die Bitte zu richten, bei künft g regulären Gottcsdtensren zumal, doÄ nur Gesänge vorzutragen, die vorher tllchtlg em-
geübt sind und von denen er im Voraus g'wiß weiß, daß er sie schön vorzutragen vermag.
Das einfachste leichteste Gesangbuchslied, schön vorgesungen, wird zur Verherrlichung des Gottesdienstes und zur Erhebung der Herzen mehr beitragen als ein nur mittelmäßig gesungenes schwereres Gesangsstück und ein ganz verfehlter Chorgesang, vollends wie der ersterwähnte einer war, kann ja mcht erheben und erbauen, sondern, muß wenigstens Hörer, die auch nur etwas musikalisch sind, tu der Andacht stören und sie verstimmen.
Die gestrigen W-.ihnachtsauffÜhrungen drS evangelischen Kirchenchors,die hoffentlich von berufnerer Feder besprochen werden, haben auf den Einsender und wohl alle Zuhörer einen höchst wohlthuenden und erhebenden Eindruck gemacht, besonders die Gesänge Nr. 1 .Macht hoch das Thor", Nr. 9 „Vom Himmel hoch, da komm ich her" und Nr. 15 „Stille Nacht, b eilige Nacht".
Ein Freund eines schönen KtrchenchorgesangS.
Altkstholischrr Gottesdienst
Sonntag, 30. December findet in der Stadtkirche Vormittags 11 Uhr Hochamt mit Predigt statt.
Montag, 31. December, Vormittags 9 Uhr ebendaselbst eine Seelenmesse für den verstorbenen Professor Dr Anton Bernhard Lutterbeck.
Gottesdienst in der Synagoge.
Freitag Abend 4 Uhr, Samstag Morgen 836 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr Samstag Abend 4-55 Uhr.
Hand, ein Zeichen, daß er von der Arbeit ausgestandm und in das Haus getreten war, iso ch'n sein gräßliches Schicksal erreichte. NebtN jeder Leiche befand sich am Boden e-ne Blutlache. Drei Petroleumlampen, welche in dem Verkaufs- und Arbeitslokal des Uhrmachers, b-'zw. in dem Zimmer standm, das Mutter und Sohn zur gemeinschaft- ttchen Wohnung diente, waren vollständig ausgebrannt und erloschen. Dieser Umstand, sowie das Gutachten der h-rbeigrholten Aerzte, wonach bet driden Leichen d'.e To-etz- starre schon vor längerer Zeit eingctteten war, lafsm schließen, daß die entsetzliche Blut- Ihat am Abend vor Weihnachten vollführt wurde. Da, wie man nach einer Lücke in dim Uhrenvorrath glaubt annehmcn zu sollen, eine Anzahl der Uhren vuschwunden waren, so scheinen d e beiden Leute einem Raubmord zum Opfer gefallen zu sein. Ob derselbe von einer oder mehreren Personen auSg.ffÜhrt wuib», konnte nicht festgestellt werden, es muß aber, nach den beiden Stichen, welche die Beklagrnswerthen getödtet haben, zu urthetlen, angenommen werden, daß der Mörder die blutige That mit sicherer Hand vollführte. Wie man ferner alaubt annehmen zu sollen, ist der Sohn, welcher dem oder den Thätern die Thür aufschloß, sofort nttdergemacht und dann die Mutter, welche chm in den Flur gefolgt war, obgeschlschttt worben. E ne andere Vermuthung geht dahin, daß der oder die Verbrecher zu später Stunde in die Wttkstäite des Uhrmachers eiugetreten seien und vorgegeben bä ten, einen UhrfcblÜssel fanden zu wollen- $11 § der junge Mann nun mit dem Anstrichen deS Schlüssels beschäftigt gewesen, hätten die Räuber eine Anzahl Uhren an sich geriffm und damit zu entfliehen versucht. Der junge Mann wäre ihnen in den Flur nachgeellt, dort aber erstochen worden, dir Mutter, welche ebenfalls herbeiltef, hätte durch die verruchtm Hände auch bm Tod gefunden- Dock daS sind, wie gesagt, nur Vermuthungen, sichere Anhaltspunkte hat man noch nicht. D e vorerwähnte kranke Frau hat von betn Verbrechen keine Ahnung grhabt, sie lag die Nacht, sowie den gestrigen Tag über ohne Pflege und konnte nicht begreifen, daß Frau Stockhausen sie en dem heiligen Tage so ganz vergessen habe. Sie wurde gestern Abend nach dem Hospital üdergesührt. Als btc Schreckensthat bekannt würbe, sammelten sich große Mknschrnmengcn in der Straße an^ in welcher sie verübt worden, und bald erschien die Polizei und nachher auch die Staatsanwaltschaft am O te des traurigen Verbrechens. Bis zu später Stunde umlagerte das Publkum daS kleine Haus, in welchem dis dahin nur der Friede und das reinste und schönste Fam s licnglück geherrscht, in welchem der brave Sohn der zärtlich geliebten Mutter wahrscheinlich eine Weihnachtsfreude zu bereiten im Begriff gestanden und in das nun ruch» lose Hände Tod und Verderbs gebracht. _
Da lagen sie, die vor mcht langer Zeit den guten Gatten und Vater verloren und d'e von da ab einander alles gewesen, Trost und Stütze, die in ihren bescheidenen V-tthältrnssen einander beglückt hatten, durch herzliche Kmdrstreue der Sohn bte betagte Mutter, durch unendliche Liebe die Mutter den Sohn; da lagen sie, von Frevlers Hond gefällt wie sie zusammen gestanden im Leben, beieinander im Tode. TtefeS Mitleid mit der unglücklichen Famckte erfüllt jedes Fühlenden Bivst, zugleich auch tiefer Abscheu gegen das entsetzliche Verbrechen und die Hoffnung, daß der ober die Thärer dem Arme der strafenden Gerechtigkeit nicht entgehen möchten. Auch hmte Vormittag sammeltt sich das Publikum wieder vor dem Hause an, in welchem die schauerliche That sich ungeahnt und ungestört vollziehen konnte und in welchem die G richtSbchörde mit der Aufnahme der Räumlichkeiten befaßt war. Wie uns um 12 Uhr heute Msttag mit- getberlt wird, hat sich die Behörde eines Mannes, gegen welchen sich Verdacht erhoben, versichert. (Köln. Ztg.)
Frankfurt a. M., 27. Dec. Gestern Abend gegen 6 Uhr stürzte sich ein junges Mädchen im Alter von 18 Jahren aus einem Fenster des dritten Stockes in dem Hause Nr- 18 der Töngesgasse auf die Straße herab. Dre Unglückliche, welche am Nervenfiebcr erkrankt war, wurde einen Augenblick allein gelassen und sprang rm Fieberwahn zum Fenster hinaus. Arme und Beine waren gebrochen und der Kops schwer verletzt. Nach 10 Minuten erlöste sie der Tod von ihrem Leiden- Es fehlte nicht viel, so hätte dieses Unglück noch ein weiteres zur Folge gehabt; deim das Mädchen stürzte dicht vor einem am Hause mit seinem Kinde vorbeigehenden Manne nieder.
Berlin, 26. Dec- Ueber den am Sonntag hier verübten großen Juwelen- diebstahl berichten die Blätter: Das Diebstahlsobject besteht aus 150Brillantnngen, die sich in einem braunledernen Kasten befanden, meist mit je 1 Stem, etwa 10'^We mit mehreren Steinen von bis 4 Karat- Es ist auf die Entdeckung der ^häterin eine Belohnung von 3000 Mk- ausgesetzt worden. Nach bisherigen E^ttttelungen beträgt der Gesammtwerth der gestohlenen Ringe 60,000 bis 8'J,000 DU. Mit dem Recherchen ist der Eriminalkommissarius Braun beauftragt worden. Die bestohlene Firma domicilirt in Berlin 0. und ist eine der bedeutendsten ihrer Branche. Der etwas lange und schmale Laden war wr Zeit des Diebstahls überfüllt. Der Verdacht der That ruht auf einer Dame, weil zur Zeit in jenem Theil des Ladens kein Herr war, doch kann eine Personalbeschreibung der Diebin nicht gegeben werden- Ob sie allein oder mit Hilfe einer zweiten Person den Diebstahl aiisgeführt, kann nicht gesagt werden- Vermutlich sind die Steine jetzt schon längst herausgebrochen und das Gold eingeschmolzen. Trotzdem hat die Criminalpolizei an alle Juweliere und Pfandleiher Laufzettel ergehen lassen-
— IPreisrichterinnen) Eine höchst originelle Idee, wttche von erfreulicher Bedeutung für bte deutsche Lied er dich tu r-g seM dürfte, sch-ckt sich die unter der R-dact'0N von Dr. phil. Edm- Becktnstedt in Leipzig erschttmnde Wochenschrift „Die Sphttx zu verwnklichen an- Für bte bis zum 15. März 1884 einlaufenben drei besten Ged chte — lyrisches Gedicht, Ballade, vatelländisch.s Lird — sctzt die Redaction der „Sphinx drei wertbvolle Ehrenpreise auS. Abweichmd von der hergebrachten Art und Weife will die Redsclion des „Sphinx" die Entscheidung Über die Gedichte der freisinnigen Denkungsart und dem tiefen Gefühl der deutschen Frauen anheimgeben.
Alle weiteren Bestimmungen, sowohl die Bewelbungen um das Amt der Pre-s- richterinnen, als auch die Einsendung der Gedichte betreffend^ bietet Nr. 17 der „Sphinx , welche Jedem gratiS-franco zugesandt wird, der sich deßhUb an bte Expedition bei „Sphinx", Lelppg, Härtelstraße 17, wendet._____________________________
Schiffsuachrichterr.
Bremen, 24- December. sPer transatlantischen Telegraphsl DerPostdampfer General Werder, Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 9. December von Bremen und am 11. Drcember von Southampton abgegangen war, ist gestern 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
Bremen, 24. December. sPcr transatlantischen Telegraph] Der Postdampfer Fulda, Capt. C.Undüisch, vom Norodeutschen Lloy» in Bremen, welcher am 12. December von Bremen und am 14. December von Southampton abgegangen war, ist gestern 10 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
Handkl und Bekehr.
Limburg, 27. December. Rother Weizen «X 16.90, weißer Weizen JL 00.00 Korn ufL 12.00, Gerste X 0.00, Hafer XI —, Erbsen X —, Kartoffeln X —•
MüMfurL K. M., 28. Decbr., Nachm.ttagS 2 Uhr — Mim (Telegraphischer Coursberichl. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann nr Gießen> Creditactten 245, StaatSbahnactien 270, Galitter 246, Lombarden 118V2, Nord- wesibahnactien 1533/e, Gotthardbahnactien -35, Darmstädter - Bankattien —, Disconto Commandit 1921/4. Oesterr. Silbcrreme 67, 4o/o Ungar, ©olbrente 74Vr, 40.» 1830er Ruffen 71, 5% 1877r Russen 89V4, 2. Orient-Anleihe 56Vs, 4°/Q
Spanier 55V<, 6p/o Rvmäniicüe Rente 93Vs, 4% Untflr. Egypter 625/ie, 5% Türken —, Marienburger —. Hess. Ludwigsbabnact. — Tenden»: —.
Allgemeiner Anzeiger.
Hausbursche gesucht.
8491 G. Patz, Schiffenberger Weg.
Ein junges Mädchen aus guter Familie^ das die feine Küche erlernt hat und in allen Zweigen der Hausarbeit erfahren, sucht baldigst Stellung. Näheres in der Exped- d. Bl. 8476
NerrMhrsgescheuke für hLeKlsiukiuder- BewaHrÄustslt.
Seit Jahren haben viele Freunde und Wohlthäter der Kleinkinder- Bewahranstalt zur Enthebung von den üblichen Neujahrsgratulations- defrrchen dieser Anstalt eine Gabe zugewendet. Diejenigen, die auch der dem bevorstehendeil Jahresivechsel solches zu thun gedenken, werden freundlichst gebeten, ihre Gaben einem der Unterzeichneten übermitteln zu wollen. Die Namen derselben werden beim Jahresschluß in diesem Blatt bekannt gemacht werden.
Gießen, den 28. December 1883.
Rentner LouiS Bücking. Pfarrer Dingeldey. Lehrer Inna» Rentamtmann Lynker. Pfarrer Dr. Naumann.
Hsitkarten, Reujahrs-Zratu- fationsfearten liefert in eleganter Ausstattung 8130 II. Hühn, Selt^rsweg.
Agknl gesucht für eine feit langen Jahren gut eingeführte leistungsfährge
Caffee-Firma in FranMuxt a. Main. Offerten unter B. 1244 an Rudolf Moste, Frankfurt a. Main erbeten, 8476
Der Dorstand.
Gießen, Dezember 1883.
8488___
Ein solider, ehrlicher und fleißiger Hausdiener, der im Serviren und allen Hausarbeiten erfahren und gewandt ist, wird sofort gesucht- Guter Lohn wird zu- gesichert und dementsprechende Leistungen verlangt. Nachweis über seitherige Thätig- keit und beste Zeugnisse unbedingt erforderlich. Offerten sind zu richten an Herrn Ferd. Schnitzler in Wetzlar. 8480
Ein größerer wachsamer junger Hofhund wird zu kmrfen gesucht. Von wem sagt die Exped. d- Bl. 8484
Verein
Öer nationalen unö (iöeralen Partei.
Samstag den 29. d. Mts., Abends 8 Uhr, im Cafe Cbel
Generalversammlung.
Tagesordnung: Rechenschaftsbericht, Rechnnngsablage, Vorstandswahl.
Nach hülfe
geg. bill. Honorar wird ertheilt. Gefl. Offerten an die Exped. d. Bl. 8464


