vus Airlenbach für diese Stelle bestätigt, am 15. Decbr. wurde dem Schullehrer Christian Gerhard zu Wallsnrod die Lehrerstelle an der Gemeindeschuls zu Stumpertenrod übertragen; an dems. Tage wurde dem Kart Henkel aus Louisenlust das Patent als Geometer 1. Klasse für den Kreis Büdingen ertheilt.
7. Charakterverleihungen.
8. Ruhestandsversetzungen:
Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 11. Decbr. den Lehrer an dem Schullehrer-Seminar zu Friedberg Andreas Kirchner auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, an dems. Tage den Expeditor der Main-Neckar-Eisenbahn Heinrich Schilling in Darmstadt, am 12. Decbr. den Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Alzey Martin Orschied auf sein Nachsuchen, am 15. Decbr. den Krankenpferdewärter Wilhelm Best wegen gestörter Gesundheit, mit Wirkung vom 1. Januar 1884 an, — in den Ruhestand zu versetzen.
91ni 20. Novbr. wurde der Schullehrer an der Gememdeschule zu Mörstadt Bernhard Bär aus sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, am 28. Novbr. wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Groß-Gerau Wilhelm Eduard Ganzert auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, am 8. Decbr. wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Ober-Mörlen Michael Beyke aus sein Nachsuchen — in den Ruhestand versetzt.
9. Concurrenzeröffnungen:
Erledigt sind: Die evang. Pfarrstelle zu Gonterskirchen; dotationsmäßiger Gehalt 1543 JL.; das Präsentationsrecht für die Stelle steht für diesmal dem Herrn Grafen zu Solms-Laubach zu. Die evang. Psürrstelle zu Wallertheim; dotationsmäßiger Gehalt 3147 JL An der Gemeindeschule zu Bessungen, im Kreise Darmstadt; 1) eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle und 2) eine mit einer evang. Lehrerin zu besetzende Lehrerinnenstelle mit einem Ansangsgehalt von je 1200 JL; es wird bei 1) Befähigung zur Ertheilung des Turnunterrichts verlangt. Die mit einen: evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Obbornhosen mit einem Gehalt von 1275 mit der Stelle ist Kirchendienst verbunden; dem Herrn Fürsten zu Solms- Braunfels steht das Präsentationsrecht zu. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Selzen mit einem Gehalt von 900 JL Die mit einem evang. Lehrer zu besetzendeLehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wintersheim mit einem Gehalt von 900 <X; mit der Stelle ist Oiganistendienst verbunden. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzendeLehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lumda mit einem Gehalt von 900 mit der Stelle ift Kirchendienst verbunden. Drei mit kath. Lehrern zu besetzende Lehrer- stellen an der Gemeindeschule zu Bürstadt mit nach dem Dienstalter der betr. Lehrer sich bemeffenden Gehalt von 1000 bis 1400 JL. jährlich. Die Con- currenzeröffnung in Beilage Nr. 25 Seite 196 des Regierungsblattes wird hiermit zurückgezogen. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Biblis mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 1000 bis 1500 jährlich. Eine Lehrerstelle an der Volksschule (Stadtknabenschule) zu Gießen mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemeffenden Gehalt von 1200 bis 2400 <M.
Darmstadt, 24. Decbr. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:
Am 15. Decbr. den Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei Alzey I Martin Brunner in gleicher Diensteigenschaft in die Districtseinnehmerei^ Bretzenheim zu versetzen.
Darmstadt, 26. December. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen heute den Hauptmann und Batteriechef Schede vom Großh. Feld- Artillerie-Regiment Nr. 25 (Großh. Artillerie - Corps), den Hauptmann und Compagniechef Frhrn. Röder v. Diersburg vom 2. Großh. Infanterie-Regiment ^Großherzog) Nr. 116, den Amtsrichter Ludwig von Lauterbach.
— 1. Darmstadt, 24. December. Die Abgeordneten Geyer. Racke und Möhn haben bet der zwetten Kammer der Stände etnen Antrag betreffs der Herstellung des neuen Festungsabschlusses am unteren Rhetnthor zu Mainz eingebracht. Dieselben beantragen:
„Die Kammer wolle die Großh. Staatsregierung ersuchen, mit dem Köntgl. Preußischen KriegSministenum tn Verhandlung zu treten, damit die projecttrten Arbeiten für den neuen Festungsabschluß am unteren Rhetnthor infolange eingestellt werden, bis die von den Ständen gewünschten und bean- fragten Vorarbeiten zur Verbesserung der Strecke MainmÜndung-Jngelheimer Aue von Großh Regierung bearbeitet und durch eine Commission von anerkannte auswärtigen Sachverständigen geprüft und für gut befunden worden sind."
In den Motiven heißt es:
Die Ständekammer habe die Jnhibkrung eines Theils der neuen Mainzer Hafenbauten, welche zu Bedenken und Beschwerden Veranlassung gegeben, beschlossen. Zwar sagt'N die Erläuterungen der Großh. Regierung zu dem Gutachten dcr Mainzer Com- mlssion, daß eine Stftirung der zu den Hafenbauten gehörenden Wallschüttung. n, nachdem dieselben bereits die Höhe von vielen Metern über die Hochwasserftände des Rheins erreicht haben, nicht mehr thunlich wäre und somit die vorgeschlagene Maßregel bet dem bertnaligen Stande des fraglichen Baues als eine jetzt nicht mehr wirksame bezeichnet werden muß.
Jndeß habe sich dargcthan, daß noch gut die Hälfte jener Anschüttungsarbetten fehlen und weiter die an die Sandaufschüttung sich anschließenden fortificatortschen Kunstbauten. Es ständen somit noch sehr kostspielige Arbeiten an dieser Stelle aus, wahrend die seithertgen Ausführungen sich fast ausschließlich als Sandschüttung mit Erdverkleidung darstellte. Sonach erscheine es als naturgemäße Ergänzung der des- fallsigen Beschlüsse, wenn Sorge getragen werde, daß diejenigen Arbeiten eingestellt werden, welche die Stadt Mainz in Folge Ueberetnkommens mit der Festungsbehörde ncch auszuführen habe.
Würde nämlich ungeachtet des Beschlusses der Stänbekammer mit den Arbeiten zum Abschluß der Festung Mainz fortgefahren, so käme ein Definitivum zu Stande, Las nicht mehr zu beseitigen wäre und alle wetteren Verbesserungsarbeiten auf der fraglichen Stromstrecke zur Unmöglichkeit machen würde.
Telegraphische Depeschen.
WoLff'A lelegr. Eorresporrderrz-Birrearr.
Berlin, 27. December. Se. Maj. der Kaiser conferirte heute Mittag mit dem Kriegsminister. Se. K. K. Hoheit der Kronprinz empfing gestern Nachmittag den Kardinal Hohenlohe. Dem spanischen Gesandten und dem italienischen Botschafter hatte der Kronprinz am ersten Weihnachtsfeiertage einen Besuch abgestattet.
— Der Ministerpräsident v. Puttkamer ist heute Nachmittag nach Friedrichsruhe abgereist.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." sagt, die Bearbeitung der von dem Bischof von Culm am 19. December eingegangenen Dispensgesuche katholischer Geist- Acher sei von dem Cultusminister sofort in Angriff genommen worden, Zu
nächst würden diejenigen Fälle erledigt, deren Erledigung nach der vom Staats- ministerium mit königlicher Genehmigung sestgesüllten Grundsätzen ohne weiteren Aufenthalt möglich sei. Die Ausfertigung der Dispense erfolge, sobald die Prüfung für eine einzelne Diöcefe beendet fei. 119 für die Diöcese Breslau bestimmte Dispense seien bereits heute dem Bischöfe von Culm übersandt worden.
Leipzig, 27. December. Der Professor der Geschichte v. Noorden ist in der vergangenen Nacht nach längerem Kranksein, 50 Jahre alt, gestorben.
Stuttgart, 27. December. Der „Staats-Anz. für Wurttemb." theilt mit, daß die Genesung des Königs zu San Remo in einem befriedigenden, obgleich langsamem Fortschritte begriffen sei und daß die neuralgischen Schmerzen, beinahe aufgehört hätten. Dagegen sei die katarrhalische Affektion noch nicht gehoben, der König habe jedoch täglich ausgehen und aursahren können.
Wien, 27. December. Die „Polit. Corresp." theilt mit, nach dem Unfall, welcher den Kaiser Alexander betroffen, habe auch der österreichisch- ungarische Hof sofort telegraphisch Erkundigungen über das Befinden desselben eingezogen. Nach den eigegangenen Petersburger Berichten seien die Schmerzen im raschen Abnehmen begriffen und die Entzündung vermindere sich zusehends.
Paris, 27. December. Die „Agence Havas" publicirt folgende Mittheilung: Man glaubt, der chinesische Gesandte Marquis Tseng fei nach London gegangen, um die guten Dienste der englischen Regierung in Anspruch zu. nehmen; man zweifelt aber, daß die Bestrebungen Tseng's günstig ausgenommen werden könnten. Es ist unmöglich zu verlangen, daß Frankreich gegenwärtig und überdies nach der Besetzung von Sontay sein Programm für Tongking aufgeben solle. Es scheint auch, daß die aggressive Haltung Chinas Frankreich das Recht giebt, ein Pfand zu verlangen für die pekuniären Verantwortlichkeiten, welche China auf sich geladen hat.
— Die Regierung beschloß, das Verbot der Einfuhr gesalzenen amerikanischen Fleisches aufrechtzuerhalten, bis sich die Kammern über den darauf bezüglichen Gesetzentwurf ausgesprochen hätten, den der Handelsminister Heriffou zu Anfang der neuen Kammersession einzubringen beabsichtigt. Vom Verbote sollen indeß die Häfen von Havre, Nantes und Bordeaux ausgenommen fein, in denen das gesalzene Fleisch einer Prüfung und Ueberwachung unterzogen werden soll, welche die für die öffentliche Gesundheitspflege erforderlichen Garantien bietet.
Nom, 27. December. Prinz Ludwig Wilhelm von Vaden machte gestern in Begleitung des preußischen Gesandten v. Schlözer den: Papste und hierauf auch dem Karoinal-StaatSsecretär Jakobini einen Besuch.
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Gießen, 27. Dccember. [£beater.J „Die Reise durch Berlin in 80 Stunden" von Saltngrö ist eine jener flotten Berliner Possen, die manhtnnimmt, wie sie sich geben. Sw wollen lachen machen und man lacht, ohne peinlich zu prüfen. Was unserer Bühne an Decoratious- und Jnscrnirungsmitteln zur Verfügung steht, war in Bewegung gesetzt und das tn einer Welse, daß wir nur unsere vollste Anerkennung dafür aussprechen können. Das zahlreiche Auditorium kargte denn auch keineswegs mit Beifallsspendeu.
Herr Brautlecht geftaUite die Figur des Rentiers Bielefeld sehr lebensvoll und entfeffclte wahre Lachsalven. Nur möchten wir ihn darauf aufmerksam machen, daß die von ihm befolgte Oeconomis tn der Handhabung feiner Stimmmittel feinen „Pointen" nicht immer zu gute kommt, viele derselben gehen geradezu verloren. — Frau Brede war als Frau Bielefeld sehr am Platze. — Fräulein Hoffman n traf die Chansonettesängertn Helene wohl nicht ganz richtig im Ton, fang und spielte aber im Uebrigen gewandt. — Die beiden Rentiers (Herr Rickelt und Herr Ebel) ent- iöfyfelten eine wirkungsvolle Komik. — Das Studentenkteeblatt wurde von den Herren Burchardt, Schreiner und Peters recht sympathisch dargestellt. — Mit der Liebhaberrolle fand sich Herr Schönwasser (Fritz Krause) nach bester Möglichkeit ab, aber wozu immer die Cigarre im Munde? — Auch die übrigen Mttwtrkenden trugen tn ihren kleinen Rollen dazu bet, daß das Urtheil lauten kann: die Aufführung zeigte mit Ausnahme des letzten, etwas matten Bildes, eine treffliche Einstudirung und hatte ihren redlichen Antheil an dem durchschlagenden Erfolge des Stückes.
Gießen, 28. December. Unseren Mittheilungen über die Wechnachtsbescheerungen wollen wir noch hinzusügen, daß auch der hiesige Kriegerverein am Sonntag Abcnd auf Lony's Bierkeller um den Weihnachtsbaum versammelt war und 5 bedürftigen Kindern verstorbener Kameraden durch reichliche Weihnachtsgeschenke das herrliche Fest verschönerte. Der Verein hatte auch eine Verloosung unter sich veranstaltet und eS gab dieselbe zu viel Scherz und Heiterkeit Veranlassung. Der Zitherverein „Alpen- roschen" sorgte freundlichst durch meisterhafte Vorträge für die musikalische Unterhaltung und trug wesentlich dazu bet, daß Alle, welche der Feier beigewohnt hatten, befriedigt und tn dem Bewußtsein nach Hause gingen, schöne und gemüthltche Stunden verlebt zu haben.
Vermischtes.
Darmstadt, 21. December. Die diesjährige IO. Generalversammlung des ThterschntzvereinS für das Großherzogthnm Hrss n findet, wie die „Allg. Thierschutz- Zeitschrift" mittheilt, am 29. December, Nachmittags 1*/r Uhr, im RathhauSsaale zu Darmstadt statt, tn demselben Locale, tn welchem vor z hn Jahren d'.e 1. Versammlung abgehalten wurde. VereinSmilglieder und Freunde der Thierschutzdestrebungen sind zum Besuche freundlichst etngelaben. (Vorsitzender tft bekanntlich dermalen Seine Großh. Hoheit Prinz Alexander.) , nr r
Köln, 26. December. Nun ist auch Köln durch eines jener Verbrechen in Aufregung und Trauer versetzt, wie sie tn letzter Zeit tn verschiedenen Städten, jüngst nock tn Straßburg, von ruchloser Hand verübt worden. Der junge Uhrmacher Bernhard Stockhausen und seine betagte Mutter, die Wittwe Stockhausen, wurden in ihrem Hause an der Glockengasse ermordet. Diese ist eine der gangbarsten Straßen unserer Stadt, das Haus liegt dicht neben dem Hauptpostamt, in der Nähe des Stadttheaters und des Polizeipräsidiums. Während des gestrigen Tages blieben die Hausihür, sowie d-r Laden des Schaufensters fest verschlossen und wenn auch, einzelne Nachbarn Stockhausens diesen Umstand sonderbar sanden, so mochte man den Grund dafür doch in dem hohen Feiertag finden. Außer den Stockhausen, Mutter und Sohn, wohnte in dem Hause noch eine ältere Frauensperson in efn m oberen Stockwerke, die schlecht hort und seit einiger Zeit wegen Krankheit das Bett hüten muß. Diese wurde von der Wittwe Stockhausen gepflegt. Ein Herr, der in der Stadt wohnt, in der Nähe der Stockhauscn'schen Wohnung aber in einem Geschäft thättg ist und in diesem mitunter auch zu spater Stunde noch schaffen muß, hat bet der Familie Stockhausen ein moblirteS Zimmer gemietet, tn welchem er, wenn seine Anwesenheit im Geschäfte in der Frühe oder zu später Stunde derlangt wird, zu schlafen pflegt. Gestern Nachmittag nun gegen halb 5 Uhr begab dieser sich nach der Glockengasse, um der Familie Stockhausen zu den Feiertagen zu gratultren. Da er die Hausthür verschlossen fand,, so öffnete er dieselbe mit seinem Schlüssel. In das Haus emtretenb, sah er tm Halbdunkel einen Mann hinter der Thür liegen, tn welchem er bei näherer Besichtigung den Uhrmacher erkannte. Da derselbe sich nicht regte, so fühlte er ihm an die Hand; entsetzt fuhr er zurück, weil dieselbe eiskalt war. Er eilte in das zunächst gelegene Haus und rief den dort wohnenden Leuten zu, sie möchtkn einmal bei Stockhausen Nachsehen, da müsse sich ein Unglück zugetragen haben. Nun gingen mehrere tn das Stock- hausen'sche HauS. Hier bot sich ihnen ein schrecklicher Anblick dar. Der junge Uhrmacher lag auf der Seite, mit dem Kopfe hinter der Hausthür, die Brust war von Stichen zerfetzt, ein Stich in's Herz hatte ihn gelobtet, ein anderer war ihm in ein Auge versetzt worden, auch oben auf dem Kopfe zeigte sich eine Wunde, die von einem Stiche herrührte. Gleich bei ihrem Sohne lag die unglückliche Mutter, ebenfalls eine Leiche; sie hatte eine andere Verletzung am Kopfe und ebenfalls den Todesstoß in die Brust erhalten. Der junge Mann hatte noch ein Stück von einem Maßstock in bcc.


