Ausgabe 
29.11.1883 Erstes Blatt
 
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<t. 278 Grstes Blatt. Donnerstag den 29. November LGKI

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

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Z. v. Moser, de 10 Uhr. .axitlee'ä*

Dureattr Schulstraße 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

§ 5-

die Erlaubnis; in § 42b,

4)

v. Starck.

Erlaubnis.

Wenn das Krcisamt Anstand nimmt:

Zoglichen Siegels.

Darmstadt, den 17. November 1883. (L. S.) Lud w l g.

91 November. Der zweiten Kammer der Stände sind zwei Be­richte ches e§n Ausschusses, erstattet vondem Abgeordnet-nT hcob °^zug^angen welche die Beschlüsse der ersten Kammer über den-s-tz-ntwms, betr. ndaynen,

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IN Absatz 3 des Artikels 3 fixirt wurde, steht die zweite Mmmer, aus vt j L7.ffAMA'KSS° », -L«» D°. Ms e

zurückzunehtnen, oder

10) den Gewerbebetrieb nach § 59a

zu untersagen, so ist die Sache dem Kreisausschuß zur Entscheidung vorzulegen.

& 6 Gegen die Entscheidung des Kreiöausschuffes in den riallen der §§ 1 bis 5 der gegenwärtigen Verordnung findet ein RecurS an den Provtnztal- aüsschuß und gegen dessen Entscheidung ein Recurs an das Ministerium des

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lichen Interesse von Seiten des Vorsitzenden des Kreisausschusses resp. Provm-

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1874, die innere Verwaltung und die Vertretung der Kretse und der Provinzen betreffend, vorgeschriebene Verfahren Anwendung.

& 7. Gegenwärtige Verordnung tritt am 1. Januar 1884 ut Kraft.

Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und betgedruckten Großher­

den Wandergewerbeschein nach den §§ 57 pos. 1, 2, 3 und 4,

5) die Erlaubniß in § 62 Absatz 2

Zu ertheilen, oder der Ansicht ist, daß Grund vorliegt,

6) die Erlaubniß in § 42b,

7) die Legitimationskarte nach § 44a,

8) den Wandergewerbeschein nach § 58, oder tue Ausdehnung desselben nach § 60 Absatz 3,

9) die Erlaubniß in § 62 Absatz 2

Deutschland.

Darmstadt, 27. Novbr. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 25 enthält:

Allerhöchste Verordnung, die Ausführung des Reichsgesetzes vom 1. Julr 1883 wegen Abänderung der Gewerbeordnung betreffend. Dasselbe lautet:

Ludwig IV. von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein 2C. rc.

Zur Ausführung des oben bezeichneten Reichsgesetzes verordnen Wir hier­mit, wie folgt:

§ 1. Ueber die Ertheilung oder Verweigerung der Genehmigung zum Beginn des in dem ersten Satze des § 33a der Gewerbeordnung vorgesehenen Gewerbebetriebes und über die Untersagung des Gewerbebetriebes in den Fällen des letzten Satzes des § 33a der Gewerbeordnung beschließt der Kreisausschuß.

§ 2. Die im ersten und vierten Absätze des § 42b und im ersten Ab- satze des § 55 der Gewerbeordnung bezeichneten Rechte der höheren Verwal- lungsbehörde üben die Kreisämter aus.

§ 3. Personen, welche die in dem § 35 der Gewerbeordnung bezeich­neten Gewerbe beginnen, haben bei Eröffnung ihres Gewerbebetriebes der Ortspolizeibehörde ihres Wohnortes hiervon Anzeige zu machen.

§ 4. Den Kreisämtern steht zu:

1) Ertheilung der in § 42b der Gewerbeordnung erwähnten Erlaubniß, 2) Ertheilung der Legitimationökarte nach § 44a der Gewerbeordnung, Z) Genehmigung des im letzten Absatz des § 56 der Gewerbeordnung bezeichneten Druckschristen-Verzeichnisses,

4) Gestattung von Ausnahmen von dem Verbot des ersten Absatzes des § 56c der Gewerbeordnung,

5) Ertheilung des Wandergewerbescheines nach § 61 der Gewerbeord­nung, und Versagung desselben nach § 57 Ziffer 5 der Ge­werbeordnung,

6) Erlaß von Verfügungen aus Grund der §§ 60 Absatz 2, 60b und 62 Absatz 4 der Gewerbeordnung,

7) Ertheilung der im § 62 Absatz 1 der Gewerbeordnung erwähnten

1) die Erlaubniß in § 42b,

2) die Legitimationskarte nach § 44a,

3) die Genehmigung des in § 56 erwähnten Drucks chrifien-Verzelchmss es,

die Ablehnung der g,forderten Bausumme befürwortet. Angesichts dessen find rotr auf den AuSgang der Sache gespannt. (Fr- Z)

Kegyptes.

Kairo, 26. November. Wie Privattelegramme aus Khartum melden, hat bie dort herrjchenoe Bestürzung zugenommen in Folge von Gerüchten, wonach der Mahdi mit bedeutenden Strettk,äste» bis tn die Nähe d-r Stadt vorgerückt sei. In den der Regierung zugegangenen Depeschen werden diese Gerüchte nicht bestätigt; diefelden berichten aber, daß die europäischen Bewohner Khartum zu Schiffe verlassen.

Zwei TranSportdawpfer mit einem Detachement Gensdarmeisie werden morgen von Suez aus nach Suakim in See gehen; Baker Pascha wird den Oberbefehl über diese Expeditton übernehmen. Der Kriegsmtnister trifft Vorbereitungen für eine Befestigung des am ersten Nilkatarakt gelegenen Assuan.

Die meisten Europäer bet der int Sudan vernichteten Armee de8 Generals Hicks scheinen eine richtige Vorstellung von der autzerordentlichen Gefahr, in welche fie sich begaben, gehabt zu haben. So hat O'Donooan, der Berichterstatter derDaily NewS", bereits am 19. August an einen Freund geschrieben:Da die Aufständischem Gewehre und Kanonen besitzen, so habe tch böse Ahnungen. Sollte ich auch dieses Mal, aus meinem achten Feldzüge, heil herauskommen, dann werde ich sicher zu glauben aufangen, daß ich nrcht geboren bin, um in einer Schlacht ßctöbtet zu werden." Noch deutlicher spricht sich der Generalstobsmajor Alfred v. Seckendorff in einem von derWiener Presse" veröffentlichten Brief aus dem Lager von Duem, 25. September, an einen Fremd aus. Dort heißt cs- ... ,

®er falsche Prophet wird uns viel« Schwierigkeiten wachen; er ist sehr stark, verfügt außerdem über 15,000 aute Htnterladergew hre und 14 Kanonen, dazu zwei gut befestigte Städte, Bara und Obeid; letztere tft die Hauptstadt des Kordofan. Vor Allem hat der Kerl noch sehr viele und sehr gut berittene Kavallerie und jeber Einzelne seiner Leute ist durch feinen Fanatismus ein Held, was wir von unfern Truppen nichr fügen können. Ich habe die Egypter in drei Schlachten kennen gelernt, wenn mau unter ihnen einen Helden suchen will, muß mar. verflucht lange suchen. Dazu kommt der ungeheure Wassermangel, alle Brunnen auf dem Wege sind zerstört und sowie wir hier abmarschiren, müssen wir den Stil verlassen und andere Flüsse gibt es nicht; wir können nicht mehr Wasser m t uns führen, als gerade für 24 Stunden; e8 ist dteS schon v'el, denn was braucht eine Aimee von 11,000 Mann mit 6000 Kameelen. dazu Pferde, Maulthiere rc. . . . In Korbofan ist nach heute eingetroffenen Nachrtchte« schon jetzt keine ausreichende Nahrung mehr, wie soll es also werden, wenn noch diese Truppenmacht dorthin kommt? Wenn unS der Angriff der Araber rechtzeitig dured unsere Kavallerie gemeldet wird, so wird alle? gut gehen; gelingt eS ihnen, unS zu überraschen, so hege ich die ernstesten Befürchtungen, und sind wir einmal geschlagen, so s hrt kern Mann von uns zurück; dann ist sofort der ganze Sudan im Aufstande, Khartum und BlleS bann verloren; bann werden erst die Leute glauben, daß der falsche Prophet der wahre Mahdi ist".

Di- Aussicht auf reiche B-ute scheint Viele aufrecht erhalten zu haben, demr eS hieß daß die dreiviertel Millionen Pfund, welche der Mahdi außer seinen sonstige« Schätzen zusammengerafft haben soll, unter die Ofsiciere und Soldaten vertheilt »erben würden. ___________

Telegraphische Depeschen.

Wolff'« telegr. Correfpondem-Burearr.

Berlin, 27. November. DieVoss. Ztg" meldet! Auf die Eingabe der hannoverschen Handelskammer gegen den Offieiers-Confumvn-ein erwiberte der Reutzs- taniler: Die Bildung des Vereins widerspreche den reichsgesetzlichen Bestimmungen nicht. Der Reichskanzler fei daher außer Stande, der Ausführung des Vorhabens entgegenzutreten. Eine eventuelle Verleihung der juristischen PersSnlichkM an den projectirten Verein werde nicht von ReichSwegen, sondern nur von Serien btt preußischen Staatsregierung, tn deren Gebiet der Verein den Sitz zu nehmen beab- sichtig-, ttfolgen ^n^o'vember. Der junge Prinz Victor Napoleon hat in einrat Schreiben an bte bonapariisiischen Mitglieder der Adookaten-Eonf-renz, genannt bie Conferen, Mo!S, das von denselben angebotene Banket abgelehnt. Der Prinz W- e t habe gegenwärtig keine politische Rolle zu erfüllen, überdies würbe er sehr betrübt fein, wenn er sähe, daß sein Name zum Vorwand für bte Schaffung eines Antagonismus zwischen seinem Vater unb ihm bienen würbe, ein Antagonismus, der feinem Herzen unb ^^^^flichtgesühl^ftemd fet^ ^gcnce Hapas" veröffentlicht folgende NMe: Wir finb ermächtigt, in formellster Weise,zu erklären, baß die Regierung k-'ne D-, peschen auS Tongiing erhielt. Verschiedene Gerüchte von eingegangenenbeunruhigendert Nachrichten, welche heute circuliren, sind daher als absolut falsch zu betrachten.

London, 27. Novemaer. DemStandard wird aus Kairo von gestern ge­meldet, daß die türkischen Oificiere in egyptischen Diensten sich weigern, nach brat Suban zu gehen, weil ihr Contract nur für Egypten allein gelte A

-Daily News" bringt ein Telegramm auB Nagasa« von gestern, wonach zwet englische Kriegsschiffe nach China abgegangen unb das Abmiralschrff gleichfalls sich bereit halt-, nach eingegangener Orbre sofort zu folgen.

Madrid, 27. November. Fast bie gesammte hiesige Presse äußert ft<6 mWtÄ des Aufenthalts beS beutschen Kronprinzen sortgesitzt in sehr sv^p^hischer Weise über benfelbcn und hebt mit besonderer Genugthunng hervor, daß der Kronprinz, wie auS seinen Aeußerungen hervorgehe, ein lebhaftes Interesse für Spanien unb das spanische Volk bekunde. Kronprinz besuchte gestern Nachmittag mit dem König die

international^metallurgische Ausstellung und empfing hierauf das diplomatische CorpS. Nach dem Galadtner tm königlichen Schlosse wurde vonsämmtlichen Musikcorpsder Garnison im Schloßhofe der große Zapfenstreich ausgeführt, der mit ber V^utzifcherr Volkshymne begann. Mehrere tausend Fackelträger """" im Viereck um dm Schloßhof nm cn ber hinteren Seite be§ ©colOBOOfs, jiroplie tu

aSnbnem Lichtem gwßen Buchstaben das Wort: Willkommen- Der Hof wohnte bem mißerordentlich glänzenden Schauspiele Balkon des Schlosses aus bet

Die Abreise des Kronprinzen unb des Königs nach Toledo ist auf beute ^""'Madrid,^27. Nommber. Das JournalUnion" sagt: Die Persönlichkeit bes deutschen Kronprinzen mache einen tiefen Eindruck auf die Bevölkerung. Cr erfefeetne als Verkörperung des hohen miliiärtschen Ruhmes, der Große des Hohenzollernhauses, b"rufen dereinst noch eine große Rolle in ber Politik Europas zu spielen-

L Die hiesige Rechtsakabemie hat beschlossen, den beutschen Kronprinzen zum @6rCn$Ä,8U27C.rToDember. Der Kronprinz, der König und Gefolge trafen nm HV2 Uhr Vormittags tm Bahnhofe ein und wurden von den Behörden und etnec