Ausgabe 
28.1.1883 Erstes Blatt
 
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Ar. 28. Erstes Blatt. Sonntag den 28. Januar

1898.

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Aults- uitb Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Surrt« r Cchulstraße 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mari 50 Pf.

Amtlicher H y e i l.

Gefundene Gegenstände:

2 Portemonnaie'« mit Inhalt, 1 Messerchen, 1 Taschentuch, l Pincenpz, 1 Peitsche, mehrere Schlüssel. Gießen, den 27. Januar 1882. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Fresenius.

Darmstadt, 25. Januar. Im Etatsjahr 188182 hat die Bterproduktion tm Großherzogthum Hessen wiederum eine kleine Steigerung erfahren. Im Betrieb standen 294 Brauereien, die fast sämmtlich unter der Bedingung der Nachversteuerung fixtrt waren. Die Menge des gewonnen n Bieres betrug 740,8/8 Hektoliter und der darauf entfallende Betrag der Braustcuer 697,588 JL, so daß einschließlich der erhobenen Ueberaangsabgaben und Zölle für emgefühNetz Bier die Gesammteinnahme von Bier 709,883 JbL betrug. Interessant ist, daß der Verbrauch von Malzsurrogaten, insbesondere von Reis in Folge der Abneigung der Consumenten gegen die bellen Reisbiere in Ab­nahme begriffen ist. Nach Mittheilungen der Bergbehörde waren tm Jahre 1881 in Hessen 19 Eisensteinbergwerke mit 742 Arbeitern tm Betrieb und betrug die Förderung 133,761 Tonnen im (Hrsammtwerthe von 855,753 Braunkohlenwerke waren 9 und zwar mit einer Belegschaft von 399 Arbeitern in Betrieb. Die Gesammtfbrderung wurde zu 30,758 Tonnen im Werthe von 239,153 JL. angegeben (F. Z)

Hamburg, 25. Januar. Das tragische Ende derCimbria" mag den Hinweis von Interesse erscheinen lasten, daß der verunglückte Passagier- Dampfer, so kurz seine Lausbahn gewesen, dennoch in einem gegebenen Zeitpunkte eine geschichtliche Rolle gespielt hat. Es war das im Jahre 1878, als die Cimbria" mit den Mannschaften der russischen Kreuzer an Bord von Baltisch- Port nach Amerika in See stach. Die aus 60 Officieren und 600 Mann be­stehende Expedition wurde nächtlicherweile per Eisenbahn von Kronstadt nach Baltisch-Port geschafft und dort ebenso geheimnißvoll aus derCimbria" einge­schifft. Sie langte auch ohne Unfall in Maine, einem der 9tew-Englandstaaten an, und in Großbritannien ist die allgemeine, durch das Auftauchen der russi­schen Mariners an den transatlantischen Gestaden erzeugte Sensation noch heute unvergessen, wenngleich der englisch-russische Conflict glücklicherweise im Keime dahinwelkte.

Hamburg, 25. Januar. Seitens der Direction derHamburg-Amerikanischen PacketfuhU-Actien Gesellschaft" wild derHamb. Börsenhalle" mitgetheilt, daß eine von derselben angestelltc Untersuchung zu ihrem größten Bedauern leider ergeben hat, daß der auf dem Bureau der Gesellschaft angestellte Commis Enge! am Samstag Abend nach Emtreffeu der ersten Nachricht von der zwischen derCimbria" und demSultan" stattgesundemn Collision dem Geldwechsler G»ügel den Auftrag zum Blancoverkauf von Aktien der Gesellschaft ertheilte. Engel ist daraufhin sofort entlassen worden. Zur weheren Klarleaung de« Falles übe, Haupt sei noch hinzugefügt, daß um die ge­dachte Zeit nur die Thatsache, daß eine Coll sion stattgefundcn, bekannt war, dagegen noch nichts von dem traurigen Ausgange derselben und daß man deßhalb noch die Hoffnung hegen durfte, daß dieCimbria" im Stande gewesen sein könne, ihre Reise zunächst nach Havre fortzusehen oder irgend einen andern Hafen zu erreichen. Die erste Gewißheit brachte e n um 7 Uhr 35 Minuten in Cuxhaven ausgegebeneS und um 7 Uhr 45 Minuten hier einge»'offenes Telegramm dev Agnlen der Gesellschaft in Cuxhaven, welchem cm um 8 Uhr 20 Minuten in Cuxhaven aufgegcbeneS und um 8 Uhr 45 Minuten hier eingetroffenetz Telegramm deS zweiten Officieis Sprutb folgte. Nachdem sich inzwischen herausgcstcllt hat, daß die von derTheta" geborgenen Per­sonen erst um 7 Uhr 30 Minuten und nicht, w e bisher gemeldet war, bald nach 5 Uhr in Cuxhaven gelandet sind. Hot demnach auch in Bezug auf die Meldung von Cuxhaven nach dier keine Verzögerung stattgcfunden.

Telegraphische Depeschen.

Wolff s telegr. Eorrespondenz-Bnreau.

Berlin, 26. Januar Reichstag. Interpellation Schalscha über die Seelsorge der katholischen Soldaten in Koset. Der KuegSinintster e.wrdert, die Theilvahine oder Nichttheilirahme an dem von dem Geistlichen Grünastel gehaltenen Gottesdienste sei den katholischen Soldaten freigeftellt- Die Ansprache an die Rekruten vor deren Ver­eidigung habe Grünastrl gehalten, weil die Militärbehörde denselben als völlig recht- mäßig angestellten Geistlichen anzuseh'.n habe. Ein Gewissenszwang werde von der Mrlitäibehörde nicht geübt. Ballestrem und Windthorst erklären sich durch die Ant­wort des KrtegsministerS befriedigt, Richter spricht sich überhaupt gegen das Institut der Militärgeistlichcn auS, welches Windihorst für r.othwendig hält. Stauffenberg will jeden Gewissenszwang vermieden wissen. Meyer (Jena) betont, die Staats- pfarrcr seien auf Grund der preußischen StaatSgesetze rechtmäßig angestellte Geistliche. Bei Berathung des EtsenbahnrtotS erklärt der Bundescommtssar, cS schwebten Ver­handlungen mit den Schweizer Bahnen, um durch Herabsetzung deren Tarife den deutschen Export nach Italien zu unterstützen. Minister Maybach bemerkt, daS Be­mühen, billigere Kohlentarife nach Italien zu erlangen, sei bisher an dem Widerstand der Gotihardbabn gescheitert, das Ziel werde aber nicht auS den Augen verloren. Beim Etat der Militärverwaltung rügt R-chter da« Ueberhandnehmen deS Kantinenwesen«, wodurch die Privatgastwirthe geschädigt würden. BundeScommissar Kamerltng und Kameke treten den Befürchtungen R chter's entgegen. Der Berichterstatter v. Köller verliest tm Laufe der Debatte die Erklärung deS KrtegsministerS in der Bubget-Com- mission, wonach eine Vermehrung unserer Artillerie nicht beabsichtigt sei, dieselbe könne sich jeder Artillerie der Welt ebenbürtig zur Sette stellen-

Fortsetzung morgen.

Pari-, 26. Januar. Der Ministerpräsident Duclerc war schon am Rittwoch, bei der Konferenz mit der Commission der Depntirtenkannner, von einer leichten Erkältung ergriffen und gestern das Bett zu hüten genöthigt. Sein ^finden hat sich heute etwas gebessert, gleichwohl hat Derselbe bis jetzt Niemand empfangen können und es hat in Folge seines Unwohlseins auch der auf heute Vormittag anbernnnit gewesene Ministerrath nicht stattgesunden. Der gestern von der Commission gefaßte Beschluß findet in parlamentarischen Kreisen nur geringe Zustimmung; gerüchtweise verlautet, daß das Ministerium die Borlage über die Maßregeln gegen Thronprätendenten und wegen Abänderung des Preß- gesetzcs zurückzuziehen beabsichtige, lieber die Vorlage der (Sonuniffion wird von der Kammer morgen ober Montag berntljcn werden.

New-Uork, 26. Januar. Nach einer Depesche aus Cajamaica (Peru) hat der Congreß von Peru beschlossen, Unterhandlungen mit Chili behufs sofor­tigen Friedensschlusses einzuleiten, sei es nun in Verbindung mit Bolivia, sei es ohne dasselbe. Zur Bedingung wird gemacht, daß Peru seine Unabhängig­keit behält und nicht aller seiner für die Besserung der Lage des Landes erfor­derlichen Hülssmittel beraubt werde.

Berlin, 27. Januar. (Privat - Depesche). DieNordd. Allg. Ztg." veröffentlicht ein Schreiben des Kaisers an den Papst. Dasselbe batirt vom 22. December v. Js. und dankt für ein schreiben des Papstes vom 3. Decbr. Der Kaiser hofft, die Befriedigung des Papstes über die Herstellung der preußi­schen Gesandtschaft am Vatikan werde ein neuer Beweggrund fein, das seitherige Entgegenkommen der Regierung bei der Besetzung der Bischofssitze durch ent­sprechende Annäherung zu erwiedern. Die Annähenmg auf dem Gebiete der Anzeige bei geistlichen Ernennungen liege noch mehr im Interesse der Kirche als des Staates, weil es die Besetzung kirchlicher Vacanzen ermögliche. Könnte der Kaiser aus dem Entgegenkommen der Geistlichkeit auf diesem Gebiete die Ueberzeugung gewinnen, daß Bereitwilligkeit zur gegenseitigen Annäherung vor­handen sei, so würde er die Hand dazu bieten können, daß solche Gesetze, welche im Zustande des Kampfes zum Schutze streitiger Rechte des Staates nothwen- dig waren, ohne für friedliche Beziehungen dauernd nothwendig zu fein, der wiederholten Erwägung des Landtags unterziehen zu lassem

Lokales.

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von 6075 v4L erzielt worden.

Beitrag und Unterstützung stellen sich:

Kravken-Unterstützung

Gießen, 27. Januar. (Sitzung der Stadtverordneten vom 25. Januar.) An- wesep> ,"5eir Bürgermeister Bram m, Herr Beigeordneter Keller, von Seiten der Stadrverordnetm die Herren: Baist, Gail. Grüneberg, Hoch. Hornberger, Kauf, 9üdeking, Ad. Roll, Petri, Psannmüller, Scheel, Schopbach. Vogt, Wenzel und Wort mann. Der in voriger Versammlung ges»ßtc Beschluß, zu den Kosten der Verlegung eines Fluthgrabens in der Neustadt d'.e Firma Gg- PH. Gail mit einem Beitrage von 2000 heranzuziehen, ist von gen. Firma accephrt worden, gleichzeitig wird dieser die Anlage eines weiteren Wasserabfluffes aus einem ihrer Häuser gestattet. Dem Gesuch des Graveurs Jul. Bach um Erlaubniß zur Anbr ngung einer eisernen Schutzstange an seinem Nebengebäude in der P'oastraße wird widcrvfl'ch stattgegeben, desgl. dem Gesuch des Maurermeisters WUdellTr Steinbach um theilweise Chaussirung des Altenfelder Weges nach dem Voranschläge tm Betrage von 834 JL incl. des von :c. Steinbach aufzubringenden Fuhrlohns. Der Gegenstand wegen Erweiterung ein»s städtischen Grabens bei den Bleichen wird der Baud.putation überwiesen. Der Voranschlag für die Anlagen auf der Nord­anloge w'rd geN'hmigt Betreffs des NiveMments der Bleichftraße spricht sich die Versammlung für Beibeboltunp des urspiünplichen Nivellements unter Beisüg'ing un- wlsentlicher Abänderungen der Höhe deS Trottoirs aus. - Die Trottoupflasterung auf der Babnbofstraße von der Löwengasse bis an den Weinsaal wird genehmigt, desgl. die Legung neuer Einfallsteine in den Straßengossen der Brand- und Lindengasse. Dem Gesuche des Herrn Oeconom Helfrich um verschiedene Herstellungen am städtischen Tonnenwagen wird entsprochen. Großh. Polizeiamt hat befürwortet, daß der seit dem Abgänge des Schutzmann Weifert nickt zur Auszahlung gekommene Gebalt von 670 JL abzüglick 150 Kleidergeld als Remuneration der übrigen Schutz- rnannsckaft zugewiesen werden möge. Dt's dem Anträge der Mehrheit der Finanz- commisston cntspreckend genehmigt. Der Vorschlag der Finanzdrputation wegen Untsormirung der HülfSsckutzmänner wird genebmigt. Die Vor anschläge^ für die sacklicken Bedürfnisse der köderen und erweiterten Mädchenschule und der städtischen Volksschule werden den Anträgen entsprechend genehmigt

Gießen, 27. Januar. Eine der besten Krankenkassen ist wob! me Kronken- und Stetbeunterstützungskasse der Tisckler und verwandter BcrufSgenossen Deuffchlands (eingeschriebene HilfSkaffe). Diese Kasse besteht seit 1876, hat über 150 Fialen eine Gesammt-Mitgliederzohl von über 11,000 und einen Kassenbestand von ZoWju Ju Die Unterstützung betrug tm 3. Quartal 1882 über 38,636 und mar ein Uederfchuß

Annonce aufmerksam. . ..

** Gießen, 27 Januar. [Theater.] Man muß der Direction Schubert dtt Anerkennung zollen, daß sie das Publikum durch ein mannigfalt'M Rep^otte durch die Aufführung von Novitäten - oft unter schweren sinanstellenOpfern unddurch Vorführung von Gästen zu befriedigen bestrebt ist In raschem Wcckstl folgen sich die buntesten Farbenspiele; wünsckenswerth wäre cs nur, wenn auck das Publikum die Direction duich bessern Besuch unterstützte; wünschenswertb für d.e ^beatcrkaste und für da« Publikum selbst, das sich so manchen

D.n (Srfnla eines Stückes macht IN erster Linie das Publikum srlbft und an einem folgen fn °0,nüfle, ®r L-chl bat c« oft

I»enu6freublfltttt bte Feere de« Saale« Mich wohl Ahmend etn«ewtrrt bat bab i ketnc ytrnnnnnnhn für das Tbcatcr machen können. Da ijt drNN Psticht dtr Kittik, sich »u erheben und ui sagenHier ist ein Personal, das unzweifelhafte Talente enthält, hier werden Stücke voigeführt, die den verschiedensten Geschmacksrichtungen Rechnung tragen,^ komntt und seht. Niemand wird bei maßvollen Ansprüchen das Haus unbt- ,l f "Hntte"sind wir einmal in der angenebmen Lage, einen flotten Besuch conftatirnr zu können. Da« Trifolium:Die schöne Galathce" von Suppi, die dramatische

Anmeldungen werden zu jeder Zett von den Herren H J ^ n tz c n..

stratze 20 und H. Löb, Kreuzplatz 10, entgegengenommen. Wir machen auf die heutige