Standpunkte der Versöhnlichkeit und hoffe, daß der Landtag seine Mission vom gleichen Standpunkt aus erfüllen werde. Der Landtag beschloß, dem Kaiser gelegentlich seiner Anwesenheit bei der bevorstehenden Jubelfeier eine Huldigungä- Adresse zu überreichen und wählte sodann den Adreßausfchuß. Morgen findet die Wahl des Landesausschusses statt.
Lemberg, 25. Juni. In Folge anhaltender Regengüsse ist tn Galizien aus verschiedenen Orten Ueberschwemmungsgefahr signalisirt.
Nyiregyhaza, 25. Juni. Ttsza-Eszlarer Procetz. Bei Beginn der heutigen Verhandlung gab der Präsident die Erklärung ab. daß er, vom Vicegespan verständigt, es seien Zeugen bet ihm erschienen, welche zwei Personen namhaft machen wollten, die für die sogenannte Dadaer Leiche die Kleider Esther's geliefert hätten, den Untersuchungsrichter nach Tisza-Eszlar zur Vernehmung der Zeugen entsendet habe; die verdächtigen Personen würden polizeilich bewacht. Der Staatsanwalt verlangt die Vorladung der Zeugen und der Verdächtigen unter polizeilicher Bewachung. Der Vertheidtger Eötoös erklärt, polizeiliche Bewachung sei nicht nur unnöthlg, sondern ungesetzlich. Die Angelegenheit gehöre ausschließlich vor Gericht, keine Verwaltuags- behörde, selbst der König nicht, dürfe die verfassungsmäßige Garantie der persönlichen Freiheit antasten. Das Gesetz mache keinen Unterschied zwischen Juden und Christen.
Der Präsident erklärte in Bezug auf die polizeiliche Bewachung der beiden Personen, welche für die sogenannte Dadaer Leiche die Kleider Esther's geliefert haben sollen, er fühle sich nicht berufen, das Vorgehen der Verwaltungsbehörde zum Gegenstand einer Kritik zu machen. Er theilte dann im höheren Auftrage mit, daß die Aussage des Moritz Scharf über einen Erlaß des Ministers des Innern, durch welchen ihm eine Versorgung für die Zukunft zugesichert werden würde, auf Unwahrheit beruhe. Hierauf wird der Zeuge Hermann Rosenberg vernommen, bet dem Esther's Schwester tn Dienst stand. Derselbe will, als er mit seiner Dtenstmagd vom Kaufmann heimkehrte, Esther gegen 1 Uhr getroffen haben.
Durch die weiteren Aussagen der Zeugen wurde das Alibi zweier Schächter nachgewiesen, nachdem das Alibi des dritten schon am Samstag nachgewiesen worden war. Esther's Mutter sagte aus, die Juden hätten ihr nicht Tausende versprochen, damit sie ein fremdes Kind als ihr eigenes anerkenne, sondern hätten ihr 200 Fl. versprochen, wenn sie ihnen die Heimkehr Esther's anzeige. Die Gerichts- und Polizeiorgane, vor denen Moritz Scharf zuerst aussagte, stellen in Abrede, denselben durch Gewalt zur Aussage gepreßt zu haben. Dagegen gibt der Gerichtskanzlist, welcher dem Untersuchungsrichter beigegeben war, zu, er habe dem Jungen mit ewigem Kerker gedroht und ihm gesagt, sein Vater habe bereits gestanden — worauf Moritz alles erzählt habe. Sem Vater rief dazwischen: „Der hat meinen Sohn abgerichtet!"
Rom, 25. Juni. In dem Theater in Dervio (Provinz Como) brach gestern Abend während der Vorstellung Feuer aus. 47 Personen kamen ums Leben, 10 wuxden verwundet.
Neapel, 25. Juni. Der Stapellauf der Königlichen Aacht „Savoja" hat heute Mittag m Anwesenheit des Königs uud der Königin, sowie der Königlichen Prinzen unter großen Feierlichkeiten stottgefunden. Die Königin von Portugal übernahm die Pathenftelle, der Bischof von Csstellamare vollzog die Einsegnung. Der König hielt nach Schluß der Feier noch eine Revue über das Geschwader ab.
Petersburg, 25. Juni. Erne Feuersbrunst vernichtete heute die an der Newamündung belegene Sägemühle nebst Holzlager, die meisten Prlvathäusir auf der Lootse- Jnsel, ferner die auf dem Gute Jewainsel von der Krone verpachtete Dampfkornmühle, sowie die Fabrik chemischer Produkte, die Knochenmühle und ein Baumwolllager mit 3000 Ballen. Der Schaden beträgt IV2 Millionen Rubel. Geschätzt wird, daß das abgebrannte Eigenthum mit 1 Mill. Rubel versichert ist.
London, 25. Juni. Das Oberhaus nahm in der Specialberathung das Seefischereigesetz in dritter Lesung an, ebenso die Dotations-Bill für Lord Alcester und Lord Wolselep. Für die dritte Lesung der Bill, betr. die Ehe mit der Schwester der verstorbenen Frau, meldete Bauchamp einen Antrag auf Ablehnung an.
— Das „Reuter'sche Bureau" berichtigt seine gestrige Meldung aus Da- miette dahin, daß dort nicht die Cholera, sondern ein gastrisches Fieber ausgebrochen sei, welches einen typhoiden Charakter trägt.
Lokale».
Gießen, 26. Juni. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 28. Juni 1883, Nachmittags 4 Uhr.
1. Berloosung von städtischen Schuldverschreibungen.
2. Umguß einer Glocke des Stadtthurms.
3. Die Verpachtung des Stembruchs im Hangelstein.
4. Gesuch des Vorstandes des Gießener Eisvereins um Ueberlassung der städtischen Wiesen hinter den Eichen zur Anlegung einer Eisbahn.
5. Gesuch des Vorstandes der Gießener Rudergesellschaft um Ueberlassung von Holz und Steinen zur Befestigung des Lahnuttrs an dem Bootsplatz.
6 Anlegung von Flut- und Gewannwegen und Entwässerungsgräben im Neu- städter Feld.
7. Gesuch des Kaufmanns Julius Buch dahier um Erlaubniß zur Vornahme von Bauveränderungen.
8. Gesuch des Gastwirths Konrad Peter Prell dahier um Erlaubniß zur Benutzung eines städtischen Platzes.
9. Canalanlage tu der Neustadt.
10. Den Feldweg in der Lichtenau betr.
11. Die Räumung des Stadtringgrabens.
12. Ausdünstungen aus dem Schoorgraben.
13. Anlagen tn der Wieseck und in dem Schoorgraben und auf deren Böschungen. Gießen, 26. Juni. Wir machen unsere Leser auf das heutige Inserat der Kgl. Eisenbahn-Direciion in Hannover, betr. Retourbillett nach Berlin, aufinetksam.
- Sck würgerichtsverhandlung am 25. Juni l. I. g-gen Christian Weisenstein von Büdesheim wegen Meineid. Weisensttin war beschuldigt:
1. daß er am 12. Januar 1883 in der Strafsache gegen Wilhelm Steitz von Ranstadt wegen Körperverletzung vor einer zur Abnahme von Eiden zuständigen Behörde, nämlich der Strafkammer Gr. Landgerichts der Provinz Oberhessm den vor seiner Vernehmung als Zeuge geleisteten Eid wissentlich durch ein falsches Zeugniß verletzt habe,
2. daß er am 16. März 1883 in derselben Strafsache und vor derselben Behörde als Zeuge wissentlich eine falsche Aussage unter Berufung auf den früher von ihm geleisteten Eid abgegeben habe.
Die Geschworenen erklärten den Angeklagten für schuldig, sie nahmen jedoch Jdealconcurrenz als vorliegend an, indem sie die Nebenfrage, ob die im zweiten Termin abgegeben«' Aussage eine von der tm ersten Termine abgegebenen verschieden sei, verneinten. Angeklagter wurde demgemäß in eine Zuchhausstrafe von 2 Jahren unter Aufrechnung von 2 Monaten Untersuchungshaft verurtheilt, ihm auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Jahren aberkannt und ihm die Befugniß abge- sprocken, je wieder als Zeuge oder Sachverständiger eidlich vernommen zu werden.
ß e t m i f 4 f t 1
— Nlckelplattirte Koch- und Küchengeschirre aus der Fabrik von Fleitmann und Witte in Iserlohn aus geschweißtem Nickelmetall (nicht zu verwechseln mit galvanisch vernickeltem Geschirr) stchn gewiß jedem Besucher der Frankfurter Ausstellung noch in Erinnerung (dieselben erhielten dort die höchste Auszeichnung „Ehren- Diplom").
Wie aus heutigem Blatte zu ersehen, ist an hiesigem Platze eine Niederlage in diesen Sachen errichtet worden. Die Geschirre zeichnen sich in jeder Weise gegen alles bis jetzt Dagewesene aus; dieselben sind ohne Loth aus einem Stück gestanzt, bedürfen also keiner Reparatur, können jeder Hitze, selbst Glühhitze, wenn sie zur Trockene gekocht sind, ausgesetzt werden ohne Nachtheil und Schaden des Gefäßes. Nickel besitzt gegen Kupfer und Messig den Vorthetl. daß es selbst bet Speisen mit verdünntem ©aureßebalt nicht oxydirt und braucht daher fast gar nicht geputzt zu werden. Nickelgeschirre kochen rascher als emaillirte Geschirre und sind durch ihre Unempfindlichkeit
gegen Stoß, Hitze und plötzliche Abkühlung solchen wesentlich vorzuziehen, da unter ähnlichen Einflüssen die Emaille leicht absprmgl.
Durch schöne dauerhafte Politur werden dieselben auch tn ihrem Aeußeren eine Zierde der Küche.
Um allen Befürchtungen vorzubeugen, daß solche wie im Gebrauche befindliche Nickelmünzen mit der ^eit eine unansehnliche Farbe annehmen, sei noch darauf aufmerksam gemacht, daß fragt, sogenannte Nickelmünzen aus einer Legtrung von 25% Nickel und 75% Kupfer zusammengesetzt sind, während betr. Geschirre aus einer nicht oxydirbaren Nickelauflag^, welche auf jeder Seite 5—20% der Dicke oes ganzen Bleches betragt, bestehen.
Vilbel, 22. Juni. Gestern kehrten eine Anzahl hiesiger Rek Uten aus älteren Jahrgängen aus Friedberg zurück und arranguten am hiesigen Bahnhofe und dann mitten tn der Stadt eine ausgedehnte Schlägerei, wobei ein Bruder dem andern mit einem Messer in das linke -Überbein stach. Dem großen Blutverlust nach zu urlheilen ist die Wunde eine cihcbliche. Bürgermeister Hinkel ließ den Thäter und einen anderen Betheiligten sofort inhastiren.
Rüdes heim, 20. Juni Heute wurden auf 2 Wagen mit je 4 Pferden die ersten Gußtheile des Nattonaldenkmals: ein Lorbeer-, Elchen-, Fichten- und Lindenkranz, das eiserne Kreuz mit Schleifen, die Palmzweige und Inschriften, nach dem Niederwalde gefahren. Mit der Ausstellung beifdben wird morgen begonnen werden.
Frankfurt, 22. Juni. (Nur immer praktisch.^ Ein Kilfchenliebhaber erfreut sich in seinem Garten des Besitzes mehrerer Bäume, die dieses Jahr außergewöhnlich viel dieser süßen Früchte tragen. Um nun feine Ernte gegen die Spatzen und Amseln zu sichern, brachte er auf dem mittelsten der Bäume mehrere Schellen an und verband dieselben vermittelst Draht mit seinem Wohn- und Schlafzimmer. Sobald er einige Zett hat, zieht er mehrere Male den Draht an, wodurch die Glocken ertönen und die Vögel, welche den Baum belagern, davonfliegen. Nun kommt es aber vor, daß er und seine Familie nicht zu H-ruse ist. Um tn diesem Falle auch die Vögel von seinen Bäumen fernhalten zu können, veifiel er auf eine sehr „praktische" Idee. Er brachte an der Hausthür unter der Mündung des Drahts einen Schild an, worauf steht: „Wer nur irgendwie Zeit hat, wird gebeten, hier mehrere Male zu schellen." Diese Aufforderung wird nun von der lieben Jugend derart besorgt, daß sich die ganze Nach- banchast wegen dem immerwährenden Geläute der Glocken m Hellem Aufruhr befindet und Beschwerde führen will.
Halle. Durch verschiedene Blätter lief neulich eine etwas wunderlich klingende Nachricht aus Halle, daß nämlich in einem kürzlich erschienenen Werke des dortigen Professors Welcker der Nachweis geführt sei, daß tn der Fürstengruft zu Wetmar n cht die echten Gebeine Schiller's beigesetzt sind. Eine Vergleichung der unzweifelhaft echten Todtenmaske mit dem Schiller-Schädel der Fürstengruft habe dies ergeben. Vor der UeberfÜhrung der j.tzt als Gebeine Schiller's geltenden Ueberrefte nach der Fürstengruft, aus dem Gewölbe, wo Schiller ursprünglich begraben war, seien die Gebeine aus zahlreichen anderen dort vorhandenen nach ungefährer Aehnlichkcit zusammenge- fudbt worden. Der Verfasser des Buches wolle nun den Großherzog bitten, neue Nachgrabungen vornehmen zu dürfen, um womöglich den echten Schiller doch noch zu finden Zur Richtigstellung dieser Mtttheilung veröffentlicht nun Herr Prof. Welckcr folgende Zuschrift: „Eire auf die Beantwoitung anthropologischer Fragen gerichtete Untersuchung des in anatomischen Sammlungen vorhandenen Gypsabgusses des „Schiller-Schädels", sowie der Todtenmaske Schiller's, durch welche ich zugleich d e seither angenommene Identität des Schäbrls, auf Grund sichererer Merkmale als dies vordem möglich war, bestätigen zu können hoffte, hat leider zu dem Ergebnisse geführt, daß jener Schädel nicht der echte ist. „Sensationellen Nachrichten" herzlich abhold und schmerzlich davon berührt, daß ein seither angenommenes Geschrhniß, bei welchem treffliche Menschen sich ein Denkmal edelster Sinnesart gesetzt haben, eine Illusion sein solle, habe ich längere Zeit gezweifelt, ob es nicht Pflicht sei, von jenem Ergebnisse zu schweigen; doch habe ich nach reiflicher Ueberlegung, da es sich um die Kritik wissenschaftlichen Untersuchungsmaterials handelt, mich nicht für berechtigt gehalten, eine Wahrheit zu verschweigen, durch deren Unterdrückung die Forschung in irgend einem Punkte irre geführt werden könnte. Mein Standpunkt zu der Sache und die Sache selbst sind hiernach wesentlich andere, als die Mttthettung in den Zeitungen ver- muthen läßt. Daß ich „den Schiller-Schädel in der Fürstengrust" untersucht habe, ist eme ungenaue, zu Mißverständnissen Veranlassung gebende Darstellung; ebenso ist der mir zugeschriebene Gedanke, um Vornahme neuer Nachgrabungen an competenter Stelle nachzusuchen, mir fremd geblieben. Halle a. d. S-, 18. Juni 1883. Professor Hermann Weicker."
Köln, 19. Juni. Die „Köln. Zig." veröffentlicht heute folgenden Artikel, den wir im Interesse des Publikums hier zum Abdruck bringen wollen: „Auf Grund dec nachstehenden Zeitungsanzeige: „In einer Minute beseitige ich schmerzlos auf immer jeden Zahnschmerz! Zurückzahlung bei Nichterfolg. Auswärtige Aufträge werden für 3 Mk. umgehend besorgt. I. Hensettr, prüft. Chemiker und Zahntechniker, Mathias- straße 9A Köln", wandte sich ein etwas leichtgläubiger auswärtiger Consulatsbeamtcr an die bezeichnete Adresse unter Einsendung von 3 Mk. und wurde hierauf mit nachfolgender uns in Umschrift vorliegenden Antwort beehrt: „Köln, den 28. Mat 1883. Ihr sehr geehrtes Schreiben habe ich erhalten und muß sehr bedauern, daß an unser Post, trotzt meiner viel angewandte vergeblichen Mühe, keine Flüßigkeiten als Muster nach dem Auslande angenommen werden! es Ihnen aber als Packet einzusenden, kostet der kleine Inhalt an Porto 10 Mark 50 Pfg. dieß fällt Niemanden ein, solchen Porto zu zahttn. Um Ihnen aber gerecht zu werden, trotzdem ich nicht tn der Lage bin, Jynen mein unübertreffliches Mittel einfenben zu können, auch sonst nirgendwo käuflich ist, werdm ich Ihnen mittheilen, wie Sie sich zu verhalten haben Für hohle Zähne nehmen Sie aus der Apotheke, für 10 Pfennige Nelken-öl, tränken oder befeuchte, (aber nicht zuviel) ein BaumwollkÜgelcke (Watte) damit und trücken es in die Zahnhöhlung hinein und lassen es ruhig sitzen! sollte sich nochmals Schmerz einstellen, so wiederholen dieß Verfahren. Sollte dieß aber nicht genügenden Erfolg haben, ober sollte der Schmerz nicht von hohlen Zähnen herrühren, oder gar Rheumatischer Natur sein, so lassen Sie sich für 10 Pf. Jodtinctur geben unb 1 Dachspinfelchen mit Federkeil. Nun stellen Sie sich lauwarmes Wasser zur Seite; jetzt gehen Sie mit dem Pinsel in die Jodfinctur, streichen den Überschuß ab und Pmseln die leidende Stelle von beiden Seiten über daß Zahnfleisch ein, und zwar ziemlich hoch, warten bann ein wenig, unb spülen ben Munb mit warmen Wasser aus. bieß verfahren kann man 2 Mal täglich wiederholen, unb Sie werben guten Erfolg haben! (eingesanbtes als Honorar.) Hochachtungsvoll I. Hensettr, pract. Chemiker, Mathiasstraße Nr. 9A.."
Newyork, 19. Juni. Am.Mississipp! und Missouri ftnben wieder starke lieber, febroemmungen statt. Alle Niederungen des unteren Missouri sind überfluthet unb ber Verkehr ber Eisenbahnen ist unterbrochen. Kansas City ist abgefcbnitten, zahlreiche Menschenleben sinb zu Grunde gegangen, viel Eigenthum zerstört worben.
— Die Frage, ob bie Stubenttn-Mensuren mit den habet gebrauchten geschliffenen Schlägern als Zweikämpfe tm Sinne des Strafgesetzbuchs zu erachten sinb, welche von ben vereinigten Strafsenaten bes Reichsgerichts durch Urtheil vom 6. März er. in bejahendem Sinne entschteben worben ist, hat das Reichsgericht I, Strafsenat, von Neuem beschäftigt unb es wurde dabei durch Urtheil vom 12. April d. I. her Rechtssatz ausgesprochen: Die bei Studentenmensuren gebräuchlichen geschliffenen Schläger fallen trotz der gegen ihre Gefährlichkeit angewandten Paukvorrtchtungen unter den Begriff ber töbtlicben Waffen, unb ber gute Glaube ber Duellanten, es seien wegen ber g - troffenen Schutzmaßregeln lebensgefährliche Verletzungen ausgeschlossen, kann als straf- ansschltcßenber Thatumstanb im Sinne bes § 59 bes Strafgesetzbuchs nicht in Betracht kommen-
— (Eine hübsche Wrangelanekdote), bte wenigstens vor vielen anberen ben Werth bat, daß sie historisch ist, würbe uns kürzlich von einem Augen- und Ohrenzeugen wiebererzahlt. Zu Anfang ber fünfziger Jahre verkehrte Wränge! vielfach tn bem jetzt nicht mehr bestehenben Weinrestaurant von Ufener, bas sich bamals unter ben Linden befand. Regelmäßig fand er sich dort drei ober gar vier Mal b*e Woche unb immer pünktlich gegen 6 Uhr Abends ein unb blieb gewöhnlich bei seinem Schoppen Mosel zwei Stunden lang in einer Gesellschaft von Officieren, Beamten unb Künstlern. die dort ein eigenes Zimmer zur Verfügung hatte. Für dieses Zimmer sammelte der Wirth allerlei originelle Sachen von Künftttrhand, kleine Skizzen. Vasen, Büsten, antike Teller, kurz, legte dort eine kleine Raritäten-Sammlung an. Zu eben dieser Zeit starb in Berlin der ziemlich unbekannt gebliebene Bildhauer Adalbert Mohr, der zu seiner Zett ein gesuchter Modelleur gewesen unb vor vielen Jahren auch eine Porträtbüste bes noch bamals in ber Blüthe seiner Jahre stehenden Wrangel angefertigt hatte. Nach seinem Tode ließ bie in ziemlich dürftigen Verhältnissen zurückgebliebene Wittkve in seinem Atelier eine Auction veranstalten, von welcher sich ber Restaurateur Ufener
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| lieber den Nachla I Weis Johanne I M wird heute 1 I Mtags 1 Ut)i D eröffnet, ßmtz ^uh \W hum MteomDo Wursforderm V1 3uü 1883 MMÄden.
Es wird zur Be' Äahl eines andere Äer die Wellung Fusses und einlreten W der Konkurse) Mwbe und ; AzÄdeten Forder Untag den 21
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Vormittags «unterzeichn« ■wriinnt
Pechnm, mtaiMfie gehöre fa »der zm & N sind, M ««lEemeinschM», leisten, auch °°° dem
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