Ausgabe 
27.5.1883 Erstes Blatt
 
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wählen. In dem Dankgebet ist auszudrückcn, daß eS sich nicht um den Lobpreis eines Menschen, sondern um den Lobpreis Gottes für die in der Reformation dem deutschen Volke zu Thetl gewordene göttliche Gnade handelt.

Kiel, 25. Mai. Der Chef der Admiralität, General v. Caprivi, inspi- cirte heute die kaiserliche Werft in Ellerbeck, das Proviantmagazin, die Kasernen, das Lazareth und die übrigen Garnison-Anstalten.

Salzburg, 25. Mai. Die Großherzogin Alice von Toskana hat bei einem gestern nach dem Hintersee unternommenen Jagdausflug durch das Um­stürzen des Wagens einen Bruch des rechten Oberarmes erlitten, es wurde der­selben bei der in vergangener Nacht erfolgten Rückkehr hierher der erste Ver­band angelegt und steht nach ärztlicher Versicherung eine vollständige Heilung zu erwarten.

Stockholm, 25. Mai. Wegen der Abstimmung des Reichstags über die Heeres-Organisation demissionirte das ganze Ministerium.

Petersburg, 25. Mai. DerRegier.-Anz." veröffentlicht einen Erlaß des Kaisers, in welchem derselbe dem Großfürsten Wladimir und dem General Grafen de Legardie, Mlitär-Gouverneur von Moskau, für die an den Tag gelegte treffliche Haltung der Truppen bei dem feierlichen Einzug und dem Civilgouverneur von Moskau, Fürsten Dolgorukow, für die vorzügliche Ordnung an diesem Tage seine Anerkennung und seinen Dank ausspricht. Der neu­ernannte russische Gesandte für Bayern und Württemberg, de Staat, ist in gleicher Eigenschaft auch für Baden und Hessen beglaubigt worden.

DasJournal de St. Petersbourg" gedenkt der Anwesenheit der Vertreter sämmllicher Monarchen und Regierungen Europas, Nordamerikas und der asiatischen Grenzländer bei dem glänzenden Einzuge des Kaisers und der Kaiserin in Moskau und sagt, Rußland sei stolz und glücklich über solche Ach­tung und Freundschaftsbeweise. Dadurch werde bezeugt, daß die edlen Absichten des Kaisers, die loyale Politik und das Bestreben desselben, die Lage des Volkes moralisch und materiell zu bessern, von der gesammten Welt anerkannt werden. Ebenso sei auch die Gegenwart der zahlreichen Vertreter der Presse von Bedeu­tung. Der Empfang, welcher dem Kaiser in Moskau bereitet worden, sei ein Beweis für die Liebe des russischen Volkes zu seinem Monarchen und für die Grundlosigkeit der in den letzten Jahren ausgestreuten böswilligen Erfindungen. Der Artikel schließt: Möge die Wahrheit über Rußland jetzt sich Bahn brechen und die Freundschaftsbande der Monarchen befestigen. Die Moskauer Feierlich­keiten sind ein Friedenssest im vollsten Sinne des Wortes, wie dieProvinzial- Corresp." mit Recht bereits bemerkt hat.

Moskau, 25. Mai. Der Kaiser empfing heute Mittag 2 Uhr den Prinzen Albrecht von Preußen und die außerordentliche preußische Botschaft im Neßkutschny - Ssad - Schloß. Nach herzlicher Begrüßung und Bewillkommnung stellte der Prinz die Herren seines Gefolges vor und hatten sich dieselben der huldvollsten Begrüßung durch den Kaiser zu erfreuen. Der Kaiser, die Kaiserin und die kaiserliche Famllie werden folgenden Festen beiwohnen: Den Ballfesten, welche am Montag im kaiserlichen Palais, ant Dienstag bei dem General- Gouverneur von Moskau, Fürsten Dolgorukow , am Donnerstag Seitens des Adels und am Freitag von dem deutschen Botschafter für die Mitglieder des diplomatischen Corps veranstaltet werden. Am Mittwoch erscheinen die Maje- stäten bei einer Galavorstellung im Theater und am Sonnabend auf dem großen Volksfest beim Petrowsky-Palast. Für letzteres sind die umfassendsten Voäehrungen getroffen und verspricht dasselbe außerordentlich großartig zu ivc/oeit. Heute ist Soiräe und Empfang bei dem Minister des Auswärtigen, wozu alle außerordentlichen Botschafter, das diplomatische Corps, die' sonstigen Würden­träger des Reiches und die höheren Hofchargen geladen find.

Lokales,

Gießen, 26. Mai. (Sitzung der Stadtverordneten vom 24. Mai^ Anwesend: Herr Bürgermeister Bramm, Herren Beigeordneten Keller und Hetz, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Bai st, Dtery, Gail, Grüneberg, Horn­berger, Lüdektng, Aug. Noll, Petr,, Pfannmüller, Schopbach, Vogt, Wenzel und Wort mann, lieber die Erbauung eines Schulhauses für die Stadtmädchenschule, für welchen Bau bekanntlich der Platz an dem über die Pipp'sche Schanze führenden Theil der Westanlage vorgesehen ist, hat Herr Stadtbaumeister Stief Bericht, Pläne und approximative Kostenvoranschläge eingereicht. Darnach erhält das Schulgebäude seine Hauptfa^ade nach Nordost. Vorgesehen sind 16 Lehrsäle (davon je 5 im 1. und 2. Stock und 6 tm 3. Stock), 1 Conferenzztmmer, 1 Bibliothek- zimmer, 1 Zimmer zum Aufbewahren der Lehrmittel für den Anschauungsunterricht, 1 Zimmer für den Dirigenten, 1 Schuldienerwohnung und sonstige Räumlichkeiten, Keller u. bergt Die Heizung erfolgt mittelft Meidinger Oefen. Der Gesammtflächen- inhalt der Anstalt betragt 724 O Meter; die Baukosten beziffern sich auf rot. 175,000 wovon auf den Bau des Hauptgebäudes 148,200 X, auf den Bau der Turnhalle 22,260 X, auf den Bau den Abtritte 4480 X entfallen. Die Kosten für Herstellung des Platzes vor dem Schulhause sind hierin nicht inbegriffen. Der Plan wird ge­nehmigt. Nach dem Bericht des Herrn Director Vtgelius haben die städtischen Schulen folgenden Bestand: a) Höhere Mädchenschule tncl. Vorschule: Classe I. 8, II 27, III 21, IV 36, V 30, VI 37, VII 43, Villa 42, VHIb 36, IX 67, Xa 32, Xb 33 Schülerinnen; b) Erweiterte Mädchenschule: Classe I 12, II 35, III 39, IV 36, v 24 Schülerinnen; c) Stadtknabenschule: Classe I 34, II 54, III 67, IV b6, Va 62, Vb 46, VI 89, VII 77, VIII 104 Schüler; d) Stadtmädchenschule: Classe I 40, II 50, HI 91, IV 88, Va 70, Vb 42, Via 55, VIb 43, Vila 42, Vllb 65, VIII 120 Schüler. Es besuchen demnach die höhere und er wetterte Mädchenschule 556 Schülerinnen, die Stadtmädchenschule 706 Schülerinnen, die Stadtknabenschule 619 Schüler; der Gesammtbestand dieser Schulen beträgt somit 1881 Zöglinge.' Dem Gesuch des Tumfestcomitös um Ueberlaffung des Plätzchens vor dem Lahnstein zur Aufstellung von Buden für die Dauer des 14. Mittelrhein. Turnfestes ro-rb statt- gegeben, desgl. dem Gisuch des Gastwirths H. Schmal! um Ueberlaffung eines Holzlagerplatzes. Nach Bericht des Vorstandes der Gießener freiw. Feuerwehr hat d rselbe in seiner Sitzung vom 27. April ds. Js. beschlossen, das Corps aufzulösen, falls die Errichtung einer Pflichtfeuerwehr nicht erfolgt. Da die Vorarbeiten hierzu bereits im Gange, so erklärt die Commission diesen Passus einstweilen für erledigt. Ferner beantragt gen. Vorstand 1) die Anschaffung wetterer 200 M. Schläuche für den Zubringer, 2) eines Klettertaues und eines Einreißtaues, 3) einer Gesimsbock- leine, 4) die Reparatur des Gesimsbockes, 5) 18 Stück Schlauchbinden, 6) 3 Schlauch- brücken zum Schutze der Schläuche vor dem Beschädigen durch Fuhrwerke, 7) von 12 Gewinden, 8) die Anbringung von Federn an die Spritzenlaternen, 9) entsprechende Vorrichtungen zum Stauen des Wassers in den Stadtgräben und 10) daß bei nächt­licherweile ausbrechendem Brande die Obleute der Feuerwehr durch die Polizei benach­richtigt werden sollen. Die Commission beantragt zu 1) die Anschaffung von 100 M. Schlauch zu den bereits vorhandenen 250 M., da sie die Ansicht vertritt, daß die Kräfte der Bedienungsmannschaft des Zubringers und die Druckkraft desselben nicht genügen, das Wasser auf mehr denn 400 M. Entfernung, namentlich bei Steigungen zu bringen, zu 2 und 3 die Anschaffung zweier starker Taue zu befürworten, ebenso einer Gesimsbockleine, zu 4 die Reparatur des Simsbockes vornehmen zu lassen, zu 5 die verlangten 18 Schlauchbinden und zu 6 die 3 Schlauchbrücken zur Anschaffung zu empfehlen, zu 7, die Anschaffung von 2 Gewinden für hinreichend zu erklären, zu 8, die Spritzenlaternen mit Federn zum Schutze gegen das Rütteln beim Fahren zu ver­sehen. Zu 9, Anbringung von Stauvorrichtungen in den Stadtgräben, beantragt die Kommission die Einforderung von Vorschlägen über die hierzu geeigneten Stellen. 3 1?.' Benachrichtigung durch die Polizei, hält die Commission es für genügend, wenn ote ötgnaltften und Hauptleute der Feuerwehr von einem ausgebrochenen Brande

benachrichtigt werden. Schließlich beantragt die Commission, Voranschläge über die Herstellung electrtfcher Leitungen zwischen dem Stadtthurm und den städtlfchen Thor- Häusern emzufordern. Dle Anträge der Commission werden genehmigt. Bet bei hierauf stattfindenden Wahl eines Spritzenmeisters an Stelle des Herrn Ruckstuhl wird Herr Weißbinder Carl Schwall gewählt. Dem eingereichteu Bericht des Herrn Lehrer Schmuck über den Zustand der Turngeräthe auf dem Turnplätze ent­sprechend, wird die Neubeschaffung der qn.Geräthe (veranschlagt zu 420 X) genehmigt. Ein Schreiben des Vorstandes der Kleinkinderschule enthält bas Gesuch um Zu­wendung einer jährlichen Unterstützung und zwar unter Hinweis auf den Beitrag von 200 X, welchen die Mathildenstiftung der Anstalt mit der Bedmgung zukommen lieft, daß die Gemeinde einen mindestens gleichen Beitrag leistet. Die Versammlung sprach sich für Bewilligung eines Jahresbeitrages von 300 X aus. Die Verhandlungen wegen Geländeerwerbs zum Ausbau der Straße auf der Ostanlage haben bisher zu einer Verständigung mit den mtereffirten Grundbesitzern geführt, mit Ausnahme des Herrn Ruckstuhl, gegen welchen in einer früheren Sitzung die Einleitung des Expro­priationsverfahrens beschlosfen wurde und des Herrn Fr. Müller II.; Letzterer ist auf das seiner Fo-derung (15 X pr. tu Klafter ohne Unterschied des Geländes) gegen­über gestellte Angebot von 20 X für Baugelände und 7 X für das übrige Gelände, nicht eingegangen. Die Differenz zwischen dem Gebotenen und Geforderten beträgt 840 X Die Versammlung spricht sich nun auch in diesem Falle für Einleitung des Expropriationsverfahrens aus. Anläßlich des nunmehr in Gang kommenden Baues der Wasserleitung ist ein Theil von Triebvierteln auf dem Luiherberg zur Anlage eines Hochrefervoirs bestimmt; die betr. 4 Trieboiertel sollen deshalb nicht mehr verpachtet werden. Mit der durch Gesetz vorgeschriebenen Aufstellung statistischer Tabellen, bdr. die Ermittelung der landwirthschaftlichen Bodennutzung und des Ernte-Ertrags im Deutschen Reiche, werden für die Gemarkung Gießen die Feldgefchworenen beauf- tragr. Das Gesuch des Herrn Carl Ockel dahier um pachtweise Ueberlaffung von WiesiNgelände an der Wieseck wird nicht befürwortet, desgl. dasjenige des Herrn H. Werner um pachtweise Ueberlaffung eines Therles der Wiefeckböschung. Nach Bericht des Gr. Polizeiamts ist die Floftrinne an verschiedenen Stellen in den Neuen Bäum schadhaft. Die Versammlung verbindet mit der Genehmigung zur Reparatur des Pflasters den Beschluß auf Einforderung des Koftenvoranschlags für Herstellung erhöhter Trottoirs in gen. Straße und Einstellung dieser Ausgabe in das nächste Budget. Großh. Bürgermeisterei Darmstadt hat durch ein Schreiben ihre Ansicht über die voraussichtliche Einführung des Gesetzes, betr. die Kapitalrentensteuer und die Besteuerung der Actiengesellschaften, bargelegt und eine Zusammenkunft von Gemeinde­vertretern behufs Entgegennahme der Ansichten in dieser Angelegenheit und Einleitung geeigneter Schritte hiergegen für wünschenswerth erachtet. In diesem Schreiben wird namentlich ausgeführt, daß durch eine höhere Besteuerung des Kapitalvermögens und der Actiengesellschaften, da solche nicht im ganzen Reichsgebiete eingesührt sei, der Wegzug der Kapitalisten und die Verlegung vieler durch Actiengesellschaften betriebener Etablissements erfolgen würde, wodurch den Gemeinden finanziell erhebliche Nachtheile erwüchsen. Nachdem von Großh. Bürg rmeisterei Gießen Zusage zur Beschickung dieser Besprechung ertheilt, werden die Vertreter der Gemeinden auf Freitag den 25. Mai zu einer Besprechung in das Rathhaus zu Darmstadt eingeladen und wird außer Herrn Beigeordneten Keller, als Vertreter des Herrn Bürgermeister Bramm, Herr Stadt­verordneter Homberger daran theilnehmen.

Gießen, 26. Mai. Die Schwurgerichtssitzungen der Provinz Oberhessen für das II. Quartal I. I. werden am 25. Juni ihren Anfang nehmen. Zum Vorsitzenden ist Herr Landgerichtsrath Hofmann zu Gießen ernannt.

Auf Requisition der Staatsanwaltschaft zu Mannheim wurde gestern Morgen ein junger Mann von dort in einem hiesigen Hotel verhaftet und heute Morgen nach Mannheim verbracht. Der Verhaftete fleht im Verdachte, sich der HeereSpflicht durch unerlaubte Mittel entzogen zu haben- Es dürfte derselbe bet der bekannten Militär- befreiungsangelegenheit beteiligt sein.

(Neue Reclame.j Als heute Morgen der Berliner Schnellzug auf hiesiger Station abfuhr, flog plötzlich aus einem Coupöfenster eine Hand voll Gold- und Stlbermünzen den auf dem Perron Stehenden um die Köpfe. Natürlich suchte jeder sofort die Münzen zu erhaschen und mag wohl mancher schon von einem guten Früh­stück geträumt haben; leider aber zeigte sich bei näherem Betrachten, daß cs feine Münzen, sondern kleine Medaillen waren, welche als Geschäftsreclame dienen.

Vermischtes.

Darmstadt, 24. Mai. Hier ereignete sich dieser Tage folgende pikante Ge­schichte. Die Tochter eines Prof.ssors blieb zur höchsten Verwund rung ihrer Eltern zwei Tage aus der Wohnung fort. Man kann sich die verblüfften Gesichter des Vaters und der Mutter denken, als das Fräulein Tochter endlich zurückkehrte und den Eltern auf die ihr gemachten Vorstellungen über das Unschickliche eines derartigen Benehmens kurzer Hand erklärte, daß sie sich inzwischen verhetrathet habe und als Beweis dafür die betreffende Urkunde vorzeigtc. Der Mann ihres Herzens ist ein Mitglied der hiesigen Hofmusik. Die Trauung hatte ohne Wissen der Eltern der Braut in Helgo­land, also auf englischem Gebiet, stattgefunden.

Mainz, 23. Mai. Das von dem hiesigen Landgericht gegen den Rentner Marcus Loeb von Worms wegen Wuchers erlassene Urtheil, durch welches Loeb be­kanntlich neben einer hohen Geldstrafe zu einem Iahe Gefängniß verurtheilt wurde, ist gestern von d m Reichsgericht m Leipzig ausgehoben und die Sache zur abermaligen Verhandlung an das Landgericht nach Darmstadt verwiesen worden. Loeb ist jetzt be­reits 9 Mona>e in Haft-

Kassel, 24. Mai. Ein schrecklicher Mord und Selbstmord hat sich vorgestern hier zugetragen In dem Haus Nr. 6 der Mauerstraße wohnte der Bremser Adam Bachmann, ein in den 30er Jahren stehender Mann, mit feiner Frau, während der einzige Sohn auswärts bei einem Schlosser in der Lehre ist. Zwischem dem Eh:paare soll es schon feit längerer Zeit des Oefteren zu Zwistigkeiten, die sogar zu Thätlichkeiten ausarteten, gekommen sein. So war auch vorgestern Abend wieder ein heftiger Streit im Hause vernehmlich und es dauerte längere Zett, bis derselbe betgelegt schien und es ruhiger wurde Gestern gegen Mittag fiel es den Hausbewohnern auf, daß sich von den Eheleuten noch Niemand hatte blicken lassen und als man auch das Logis ver­schlossen fand, auf das Rufen aber keine Antwort erhielt, wurde endlich nach der Polizei geschickt- Die Thüre zur Wohnung wurde sodann durch einen herbeigeholten Schlosser erbrochen und es soll sich nun ein schrecklicher Anblick geboten haben. Die beiden Eheleute lagen entseelt, aus Schußwunden blutend, am Boden, die Frau mit dem Ge­sicht auf den Dielen, ihr gegenüber lag der Mann ausgestreckt, neben ihm ein sechs- läufiger Revolver, aus dem drei Schüsse abgefeuert waren. Der Mann hat danach zuerst seine Frau und dann sich selbst erschossen, bei ihm soll die Kugel durch die Schläfe gegangen fein. Die schreckliche That ist vermuthlich in der Nacht geschehen, da man im Hause nichts von den Schüssen gehört hat. Aufgefunden wurden die Leichm erst gestern Nachmittag gegen halb 5 Uhr

(Lebmsoersicherungs- und Ersparniß-Bank in Stuttgart.] Bei dieser in Süddeutschland den ersten Rang einnehmenden Lebensversicherungs-Gesellschaft wurden tm vorigen Jahre 3226 Personen mit J4 20 311500 neu versichert, darunter außer­gewöhnlich viele mit höheren Versicherungssummen, und wurde dadurch der Verftche- lungsstand der Bank, nach Abrechnung der Abgänge durch Tod, Ablauf von Ver­sicherungen rc. auf 38 201 Personen mit JL 193230700 erhöht. Die Jahreseinnahme stieg von 7 832 542 auf JL 8 446 803. In Folge günstiger Sterblichkeit, welche um <X 591500 hinter der Erwartung zurückblieb, sodann durch die gewohnte außer­ordentlich sparsame Verw'aliung, welche nur 5 48pCt. der Jahreseinnshme beanspruchte, wurde für die auf Todesfall Versicherten ein reiner Ueberschuß von «M. 1937 259 erzielt- Dem Deckungskapital der auf Todesfall Versicherten wurden JL 3061225 zugeschrieben und solches dadurch auf 29 586 500 erhöht. Das Gesammtdeckungskapital für Ver­sicherungen auf Todesfall und Aussteuer beläuft sich auf «X. 32185 348. Der Bankfonds hat eine Steigerung von X 36 853 562 auf JL 40737908 erfahren; darunter ist eine Extrareserve von <X. 7 772 325 ausschließlich für die Versicherungen auf Todesfall begriffen. Diese efficliv vorhandene Extrarcserve ersetzt das bet den Actiengesellschaften gezeichnete Actienkapital. Die Fonds der Bank sind pup'llarisch sicher angelegt- Se't dem Bestehen der Bank wurden «X. 20 346 200 für Sterdsälle und abgelaufene Lebens­versicherungen und an Dividende <X 11092213 ausgezahlt. Alle Ueberschüsse fließen Ungeschmälert als Dividende den Versicherten zu und jede Prämie hat Anspruch auf Dividende. Während der 28jährtgen Tbättgkeit der Bank bewegten sich die Dividenden zwischen 33 und 46pCt- bet den lebenslänglich Versicherten und zwischen 40 und 60pCt- der lebenslänglichen Prämie bet den abgekürzt Versicherten Die Dividende kann von vornherein im vollen Maße oder sie kann in steigender Form bezogen werden- In

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