Ausgabe 
27.5.1883 Erstes Blatt
 
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Nr. 119. Erstes Blatt Sonntag den 27. Mai 1888

5 Gießener Anzeiger !n,f* Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Virreov r Schulstraße 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Morr1agS.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. tritt Bringerlohn.

Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Arches. (ZI Megimbfc le Decharge.

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Amtlicher HHeit.

Betreffend. Aufsicht über das Fasselvieh. Gießen, am 25. Mai 1883.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der nachbenannten Orte.

Die Besichtigung der Gemeinde-Zuchtstiere und Zuchteber durch die von dem landwirthschaftlichen Bezirksverern gewählte Commfision ward an

9 1) Dieuüaa den 29. I. M.: in Weitershain, Rüddingshausen, Odenhausen, Kesselbach, Londorf, Allertshausen, Cümbach und Gerlshauscn.

2) Mittwoch den 30. l. M.: in Weickartshain, Stockhausen, Stangenrod, Lumda, Beltershain, Neinhardsham und Grunberg.

33 Kreitaa den 1. Juni: in Lauter, Queckborn, Harbach, Lindenstruth, Saasen und Göbelnrod.

Sie wollen die Bullen- und Eberhalter anweisen, zur fraglichen Zeit zu Hause zu bleiben und die Threre der Commrfston bei deren Cintreffen vor- wsübren auck sick selbst bereit halten, um etwa verlangt werdende Auskunft zu ertheilen.

'Weiter empfehlen wir Ihnen, die Mitglieder des Vereins zur Züchtung und Veredlung der reinen Vogelsberger ^j.ndv:ehrasfe ober solche, welche diesem Vereine beitreten wollen, davon in Kenntniß zu setzen, daß auch Kühe, welche zur Züchtung dieser Raffe verwendet werden sollen, der Commission zur Besichtigung vorgesührt werden können.

Dr. Boermann. ________________________________

werden.

Jugeflogen: 1 Kanarienvogel. Gießen, den 26. Mai 1883.

Bekanntmachung.

Gefunden : 1 Brecheisen, 1 wollenes Tuch, 1 Paar Glacehandschuhe, 1 Messer, 1 Laterne, 1 Säbelscheide, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Fref en ins.

Betreffend: Kreis-Lehrer-Conferenz. . Greßen, am 25. Mai 1883.

Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Greßen

an die Schulvorstände des Kreises.

Die diesjährige Kreis-Lehrer-Confer.nz soll Mittwoch den 30. Mai, Vorwittags 10 Uhr, ans bern ®Äiffe«be«a <»Wate luv;vlU Sie wollen die Lehrer Ihrer Gemeinden hiervon mit dem Anfügen in Kenntniß setzen, daß wir dringend wünschen müssen, daß ohne triftigen Grm kein Lehrer fehle. Ihre geistlichen Mitglieder werden zur Beiwohnung freundlichst eingeladen.

Zur Verhandlung kommen folgende Gegenstände: , r r<

1) Der Lehrer in seinem Berufs- und Privatleben. Referent: Lehrer Bernhard zu Burkhardsfelden.

2) Der Anschauungsunterricht in der Volksschule. Referent: Mehrer Zörb zu Gießen. r

3) Die beste Art der Einführung der neuen Orthographie in der Volksschule. Referent: Lehrer Drrlam zu Grunberg.

4) Das Turnen ohne Geräthe. Referent: Turnlehrer Möser zu Gießen. Dr. Boekmann. __________________________________

Aeutschland.

m. Darmstadt, 25. Mai. Zu Beginn der heutigen Sitzung der zweiten Kammer erklärt Staatsmmtfter Freiherr v. Starck auf Anfrage Schröder, daß umfangreiche Arbeiten für die Vorlage eines neuen W'-ttwenkassengesches im Gange seien, doch könne diese Vorlage für den damaligen Landtag nicht mit Bestimmtheit zugesagt WerbCIt(55 folgt die Berathung der Vorlage des Staatsmtnisteriums in Betreff der Gewährung einer K i n s e n g a r a n t i e für eine Acttenunternehmung wegen Herstellung and Betrtebls der Dampf-Kettenschleppschtfffahrt auf dem Marn für die Strecke Mainz-Aschaffenburg. Der Finanzausschuß beantragt, wie bereits mttgetheilt, Genehmigung. - Der 2 Präsident Muhl übernimmt den Vorsitz. - Abg. Metz beantragt, die der Regierung zu erthetlende Ermächtigung an die Bedingung zu knüpien, büß das Actienkapttal binnen zwei Jahren beschafft werde. Staatsmintster rfrbr. v. Starck erklärt sich damit einverstanden, auch Abg. Kugler hat keine Einwendungen. - Abg. Ellenberger wird zwar für die Vorlage stimmen, gibt aber der Hoffnung Ausdruck, daß gelegentlich die Vertreter der großen Städte bei Vorlagen für Hebung der Verkehrsverhältniffe des flachen Landes ein gleiches Entgegenkommen zeigen mochten. - Abg. Böhm weist darauf hin, daß auch viele kleine Orte am Main große Vor - lheile von dem neuen Unternehmen haben werd n. Abg. Tecklenburg ist für ote Vorlage unter Hinweis auf die günstigen Erfahrungen in anderen Ländern. Abg. Pfannstiel glaubt, daß sich Actionäre auch ohne Zinsgarantte finden werden, wie bei landwirthschaftlichen Betrieben, z. B. Rübenzuckerfabnken. Abg. Maurer widerspricht dieser Ansicht, ausführend, daß Wasserstraßen dieselbe Bedeutung haben wie Eisenbahnen. Abg. Falk: Das Unternehmen sei kein solches, welches nur die Absicht habe, Dividenden zu beschaffen, sondern ein patriotisches, was daraus hervor- zche, daß die Frankfurter Börsenleute demselben fern bleiben. Abg. Wasserburg: Lei Anlage einer schiffbaren Straße könne nie gesagt werden, daß nur das Interesse der Anwohner gewahrt werde; es handle sich hier um ein allgemeines Landesinteresse. - Schmalbach ist gegen die Vorlage, welche nur das Interesse der Städte Mainz Md Offenbach im Auge habe. Lautz stimmt trotz schwerer Bedenken der Vorlage za wegen der in Aussicht stehenden Hebung der Steuerkraft der genannten Städte. Die Abgg. Wolfskehl und Arnold erläutern den Antrag Metz dahin, daß nur die Zeichnung des Aktienkapitals und die Einzahlung des vom Handelsgesetzbuch vorge­schriebenen Betrages verlangt werde. ckel ist für die Vorlage, ebenso Wo lz, der msführt, die Städte Mainz und Offenbach seien für die Staatskasse gute Melkkühe, denen man das Futter nicht entziehen dürfe. Rach einem Schlußworte des Referenten Schröder, worin er der Negierung für die Einbringung der Vorlage dankt, wird dieselbe nach den Anträgen des Ausschusses mit dem Anträge Metz gegen zwei Stimmen (Psannstiel und Schmalbach) angenommen.

Weiteren Gegenstand der Tagesordnung bildet der vom Finanzministerium vor- flelegte Gesetzesentwurf, die Eisenbahnen von localem Interesse und d i e Straßenbahnen betreffend. In der Generaldebatte erklärt sich Abg. Jost für die Po rlage, will jedoch die Gemeinden nicht zu stark belastet haben und empfiehlt nur normalspurige Bahnen. Ministerpräsident Schleiermacher erwidert, nach dem vorliegenden Gesetze könne auf diese Verhältnisse in jedem einzelnen Falle entsprechende Rücksicht genommen werden. Dittmar macht auf Unklarheiten in Art. 3 anfmerk- a® namentlich bezüglich der dort genannten Communalverbände, und fragt, wer solche bilden solle. Muhl: Unter diesen Communalverbänden seien bereits be- ftkbende Verbände, wie Kreise und Provinzen, verstanden. Er vermisse eine Be- fliaimung, wie gegen renitente Gemeinden ein Zwang ausgeübt werden könne.

Ministerialrath Fink bemerkt dem Abg. Dittmar gegenüber, daß es nicht d e Absicht des Gesetzes sei, zum Zwecke der Erbauung von Secundarbahnen Communalvrrbande sich bilden zu sehen. Tecklenburg beantragt für die in Rede stehenden Bahnen die allgemeine BezeichnungNebenbahnen". . , , , .

Die Generaldebatte entwickelt sich nach und nach zu einer sehr eingehenden Specialdiscussion des Art. 3, welcher erst morgen zur Erledigung kommen wird, da nach Annahme der Art. 1 und 2 des Gesetzesentwurfs bet der großen Neihe der zu Art. 3 gestellten Anträge die Debatte abgebrochen werden mufete. Der Ausschuß wurde beauftragt, der Kammer morgen womöglich eine neue Nedaction des Art. ö D° § Nächste Sitzung morgen Vormittag 9 Uhr.

Aus der Pfalz, 24. Mai. Ohne Sang und ohne Klang ift m Kaiserslautern im Laufe der vorigen Woche das Schild der kaiserlichen Tabak­manufaktur mit dem Reichsadler verschwunden und das dortige Geschäft geschlossen.

Aesterreich.

Wien, 24. Mai. Heute fand ein Duell zwischen dem Redacteur der Militär-Zeitung, Oberstlieutenant a. D., Bolgar, und dem Commandanten des Eisenbahn-Regiments, Oberstlieutenant Schlaper, statt. Letzterer wurde daber erschossen.

Arankreich.

Marseille, 25. Mai. In Folge der Conststorialwahlen wurden m Tlemcen (Algerien) die israelitischen Häuser von Christen gestürmt und sunwg sogar zerstört. Die Israeliten waren auf die Dächer gefluchtet^ Sterne flogen binauf und hinab, sogar ein Schuß wurde aus der Menge abgefeuert. Dies dauerte, bis die Behörde Alles zerstreute. Ein Dutzend Chrrsten und mehrere Israeliten sind verwundet.

Telegraphische Depeschen.

Wolff s telegr. Correspondenr-Bureau.

Ib1 a®err?2 mit bm af/aU e.tig g-mhmlgt-n Antrag- H°rMng, betr. bte fakultative

Wlh'lL rn Bismarck e'mn Zusätzen Gunsten des Schuldners welchen der Commlssar der Regierung und Munkel bekämpfen.

veröffentlicht einen Erlotz de« Kaisers an den CultuS-

- Der »Re »sanzeis°r o ^rtMffenb blc Se(et Don Lutber's 400. Ge- bÄrBeU"ur«aam W*un? ll. November statistndendes Kirchen- und Schulfest. Bet kirchlichem Haupigöiiesdlenst ist als HauptliedEine feste Burg ist unser Gott- zu