Ausgabe 
26.8.1883 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

Sonntag den 26. August

Nr. 197

1888

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Vureau r Schulstraße 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des MsNtagS.

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Gießen, den 25. August 1883.

Bekanntmachung

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530 Vormittags,

in Büdingen 725

ab Büdingen 820 Abends.

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Büdingen, den 23. Zipgust 1883.

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Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen. Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Kraemer.

Pret- vierteyührttch 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlstzn, Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Darmstadt, 24. August. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:

Am 7. August dem Director und ersten Lehrer des evang. Prediger- Seminars zu Friedberg, Professor der Theologie und ersten Pfarrer daselbst, Geh. Kirchenrath Dr. Franz Alexander Schwabe, das Ritterkreuz 1. Klasse des Ludewigs-Ordens,

am 18. August dem gegenwärtigen Besitzer des Hotel Liverpool in Paris, Peter Heppenhei mer aus Nieder-Ramstadt, das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienst-Ordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen.

Die Kaiserlich und Königlich Oesterreichisch-Ungarische Regierung hatte ror einiger Zeit die Absicht zu erkennen gegeben, den Bezirk ihres General- Consulats in Frankfurt a. M. auf das Großherzogthum Hessen auszudehnen, nachdem die Großh. Regierung sich hiermit einverstanden erklärt hat, ist die beabsichtigte Maßregel nunmehr in Kraft getreten.

Berlin, 24. August. Die Verhältnisse der deutschen Maschinen - Industrie » wie uns von fachmännischer Seite versichert wird, fast ausnahmslos als Klinstige betrachtet werden, denn'die Nachfrage und der Bedarf an Maschinen aller nimmt stets größere Dimensionen an. Auch weisen die Maschinenfabriken in der Hauptsache zufriedenstellende Ordres auf, allerdings sind solche nicht auf längere >vauer; auch die Kesselschmiede, Brückenbau-Anstalten und Lokomotiv-Fabriken erwarten M wetterreichende Ordres, für Waggons sind ebenfalls nur wenige Lieferschlüsse vor- ^merkt. Die Werkzeugmaschinen - Fabriken, dann die Etablissements für Webereien, «pinnereikn rc. haben etwas mehr zu arbeiten, auch für Kletnmaterial, dann Eisen- und ^tahlgerathe ist gute Nachfrage.

In dem PrämiirungSausschreiben für die am 29. d. Mts. in Büdingen stattfindende Viehpreisvertheilung (landwirthschaftliche Zeitschrift Nr. 31 von diesem Jahr» ist unter 1 d gesagt, daß Rinder, welche sichtbar trächtig sind, prämiirt werden soll; sodann unter 2b: die zu prämiirenden Thiere müssen ein gewisses Alter haben, Rinder V2<3 Jahre. Die Zahl 1/2 Jahr beruht auf einem Versehen und vird dahin berichtigt, daß statt: Rinder von V23 Jahre zu setzen ist: Rinder von 23 Jahren.

Friedel Hausen, am 22. August 1883.

De^ Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Büdingen. ______________ Klietsch.

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Gefundene Gegenstände

1 Taschenmesser, 1 Gesangbuch, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken.

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Der Unterzeichnete bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß am 29. d. Mts., dem Tage des landwirthschaftlichen Festes zu Büdingen, zwei Extrazüge von Gießen nach Büdingen und in umgekehrter Richtung zur Beförderung gelangen werden, und zwar:

ab Gießen

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Telegraphische Depeschen.

Wolff s telegr. Correspondenr-Bureau.

Kaffel, 24. August. Se. K. K. Hoheit der Kronprinz ist heute Abend

7 Uhr hier eingetroffen und von der Bevölkerung enthusiastisch em-

v ^aris, 24. August. Auch die heutigen Morgenblätter beschäftigen sich och mit dem Artikel derNordd. Allg. Ztg." DieRöpublique sran^aise" w n-# e ^e$te &iune derNordd. Allg. Ztg." wird uns nicht aus der ha r Sammlung und der Wiederherstellung heraustreten lassen. Die

Welt weiß, daß Frankreich den Frieden ernstlich wünscht. Gegentheilige Häuptlingen können nicht aufrichtig gemeint sein. Wenn man unsere Jsoli- ng noch ^u verstärken sucht, nun gut, so werden wir unsere Besonnenheit, ' EMeit und Festigkeit verdoppeln. Diese Tugenden werden ihre mprh tEQPen' man Eann allerdings anneh.t.en, daß man, je ruhiger wir bleiben ' desto mehr behaupten werden, daß wir uns einer zügellosen Agitation h>ngeben. Wir können das nicht verhindern.

.. DerSiecle" meint, Frankreich habe tausend Gründe, den Frieden w-n'rQker ohne jedweden vernünftigen Grund drohen, das fei das T te ' Frankreich zu zwingen, immer für den Krieg vorbereitet zu sein.

2016 eine Depesche aus Frohsdorf an den Herzog von BlacaS von kV 8 W ^bldet, wird auf bestimmt geäußerten Wunsch der Gräfin öiLmUrt e öffentliche Ceremonie in Frohsdorf statthaben; das Leichenbe- L; A 'oU w ungefckhr 8 Tagen in Görz vor sich gehen. Graf Chambord ^r bis zum Augenblicke seines Todes bei voller Besinnung.

Gießen

Die Züge werden auf sämmtlichen Stationen und Haltestellen anhalten. Die Abfahrzeiten an den einzelnen Zwischenstattonen und Haltestellen werden durch die Großherzogliche Direktion der Oberhessischen Eisenbahnen auf den Stationen durch Anschlag bekannt gegeben werden. (Die genauere Fahrzeit siehe unter Lokales der heutigen Nummer. D. Red. d. G. A.)

Da der Bezirksvereiu unter Umständen bedeutende Geldopfer für die Einstellung dieser beiden Extrazüge zu bringen hat, so wird eindringlichst gebeten, solche möglichst benutzen zu wollen.

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Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

London, 24. August. Das Oberhaus hat das Finanzgesetz und die Pächterbill in der vom Unterhause vorgeschlagenen Fassung angenommen. Der Schluß des Parlaments erfolgt morgen Nachmittg 2 Uhr.

Dem ^Reuter'schen Bureau" wird aus Simla telegraphirt: Nach­richten aus Afghanistan melden eine unter Leitung des bekannten Mollah Mushki Alum erfolgte allgemeine Erhebung der Ghilzais gegen die Regierung des Emir.

DieDaily News" bespricht den Artikel derNordd. Allg. Ztg." und erklärt ein Bündniß zwischen England und Frankreich gegen, die centralen Mächte des Continents für unmöglich; ein Bündniß zwischen England, Frank­reich und Rußland geqen Deutschland, Oesterreich und Italien für gleichfalls unmöglich. England habe von Deutschland und Oesterreich Nichts zu fürchten.

DemReuter'schen Bureau" wird aus Hongkong vom 23. ds. ge­meldet: Es herrscht große Erregung in Folge eines Conflictes zwischen einem europäischen Zollbeamten in Kanton und eingeborenen Kulis. Der Beamte gab mehrere Revolverschüsse ab, tödtete einen Knaben und verwundete zwei Personen. Der Zollbeamte wurde sofort verhaftet und wird vor Gericht gestellt werden. Man fürchtet, daß, wenn die neue Niederlage der Franzosen in Tongking bekannt wird, die feindselige Haltung der Eingeborenen gegen die Fremden, welche durch das Vorgehen Frankreichs hervorgerufen ist, sich noch mehr zu­spitzen werde. Es sind bereits Maueranschläge erschienen, welche die Bevölkerung zur Ermordung der Fremden auffordern. Auf Ersuchen des englischen Consuls ist die englische CorvetteSwift" heute nach Kanton abgegangen._____________

Der Handel ein Förderer der Industrie.

(Nachdruck verboten.)

Den mächtigsten Förderer der Cultur müssen wtr, wenn wir unsere Bücke in die Bücher der Geschichte lenken, tm Handel erkennen Dte Handelszüge führten die Bildung der unternehmenden Völker der Vorzeit und des Mittelalters wett eher zu den Barbaren als dies auf dem Wege der ungestümen Eroberung zu ermöglichen war; die Bildung war dasjenige köstliche Arom, welches über ihrem Gütertausch schwebte; und mehr, sie war unbedingt die Lebenskraft, mit welcher jene Völker festwurzelten in der Herrschaft über die ungebildeten Massen, deren geistige und sittliche Erhebung ihre providenttelle Aufgabe bildete. Der große Waarenzug ging schon vor Jahrtausenden aus dem fernen Indien nach der westlichen Welt, nach Europa und Afrika und dadurch bildete sich jener Karawanenhandel, der von Alters ber in Asien und Afrika heimisch war und unbedingt die Hauptursache der Cultur für die Bewohner dieses Weltthetls geworden ist, der noch heute den Verkehr des inneren Afrika mit der Küste und sonach mit allen andern Länd.rn vermittelt und alle Momente der Gesittung in seinem Gefolge trägt. Alexander v. Humboldt sagt in seinen Werken:Auf Wegen, die der Handelsverkehr seit Jahrtausenden bestimmt hat, geht der lange Zug von Tafilet bis Tombuktu, oder von Murzuk bis Bornu: kühne Unternehmungen, deren Möglichkeit auf der Existenz des Kameels beruht, des Schiffes der Wüste, wie es dte alten Sagen der Ostwelt nenne%;efe Karawanen waren es, welche, wenn auch auf den verschiedensten Straßen, immerhin aber durch das Innere der Länder dte reichen Schätze und Erzeugnisse des Ostens nach dem Occident brachten und den hohen Glanz jener reichen Städte erzeugten, der einst das alte Babylon zu dem Wunder-der Welt machte, damit endlich aber dte Mittel an die Hcmd gaben, Wissenschaft und Kunst, dte höheren Güter der Menschheit, freigebig zu pflegen.

Die Cultur Europas mußte diesem Gange des Handels gemäß in einem gewissen Grade an den Orient, dte Wiege der Geschichte, geknöpft sein, und die frühe Geistes- btldung wanderte so, gleich dem belebenden und erleuchtenden Sonnenlichte, von Osten nach Westen. Rücksichtlich seiner Produkte ist unser WelttheK unter den Conttnenten