Einzelbild herunterladen

man da und dort in öffentlicher Stellung heute wie Kork herumschwimmen sieht." Solche ©eenen sind gewiß vom parlamentarischen Standpunkt aus bedaucrnswerth, aber es fragt sich doch: Wer trägt die größere Schuld, derjenige, der das deutsche Nationalgefühl in schnöder Weife beleidigt, oder derjenige, der es in allzu scharfer Weise vertheidigt? Bemerkenswerth ist noch, daß selbst bte Clericalen Herrn Maaßen, der erst Protestant, bann Katholik, Altkatholik und wieder römischer Katholik war alles zu feiner Zeit in der vorliegenden Frage im Stich ließen. Bei der Ab­stimmung entschied der Landtag mit allen Stimmen gegen Maaßens Stimme.

Prag, 23. Juni. Die Gegend von Pardubitz ist durch das Austreten der Chrudimka in großer Ausdehnung überschwemmt. Das Pardubitzer Schloß konnte nur mittelst Kähne erreicht werden. Der Schaden an Feldscüchten ist groß. Die letzten Nachrichten aus den überschwemmten Gebieten melden übri­gens ein Fallen des Wassers. In Aussig ist die Schifffahrt wegen des Hoch- waffers eingestellt.

Nyiregihaza, 23. Juni. Tisza - Eszlarer Proceß. Zu Beginn der heutigen Sitzung erklärte der Vertheidiger Eötvös von Neuem, daß die Verthei- digung sich nicht durch das Publikum terrorisiren lassen werde. Er knüpfte daran Bemerkungen gegen die Protokolle. Der Präsident erwiderte, daß er die Protokolle controlire. Bei der hierauf fortgesetzten Zeugenvernehmung sagt der erste Zeuge, ein jüdischer Schankwirth, aus, die Juden hätten die Synagoge, wie üblich, um 11 Uhr verlassen.

Nyiregihaza, 23. Juni. Tisza - Eszlarer Proceß. In der heutigen Verhandlung wurden 14 Zeugen aus Eszlar, sämmtlich Israeliten, über die Tagesordnung der Eszlarer Juden an jenem Sonnabend vernommen. Diesel­ben sagten abweichend von dem Untersuchungsprotokoll aus. Während der Ver­handlung lief eine Meldung des Untersuchungsrichters Bary bei dem Staats­anwalt ein, daß er im Auftrage des Präsidenten nach Eszlar gereist sei, um eine Nachuntersuchung anzustellen bezüglich einer Frau, welche die Kleider Esther's für die Dadaer Leiche geliefert habe. Staatsanwalt und Vertheidiger prote- stirten gegen diese Verfügung des Präsidenten. Der Gerichtshof beschloß, Bary zurückzuberufen.

Irankreich.

Paris, 23. Juni. Vor dem Schwurgerichtshof des Seine-Departements wurde gestern die Verhandlung in dem Processe gegen Louise Michel und deren Complicen fortgesetzt. Mehrere als Zeugen vernommene Soldaten sagten aus, daß sie Broschüren erhalten hätten, in welchen zur Brandlegung tu den Kaser­nen und zur Ermordung der Officiere aufgefordert worden sei.

England»

London, 23. Juni. Nach einer Meldung desNeutersschen Bureaus" aus Shanghai vom 22. d. Mts. sollen die Differenzen zwischen China und Frankreich bezüglich Tongkings in freundschaftlicher Weise beigelegt worden sein. Lihung Chang, welcher die Verhandlungen mit Tricou führte, werde sofort nach Peking abgehen.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Correspondenz-Bureau.

Ems, 24. Juni. Se. Maj. der Kaiser wohnte heute Nachmittag mit großem Gefolge von der Veranda des Kursaales aus der Regatta bei. Den kaiserlichen Ehrenpreis errang die Frankfurter RudergesellschaftGermania."

Paris, 24. Juni. Die madagassischen Gesanoten haben von dem Mini­sterpräsidenten Ferry vor ihrer Abreise einen Geleitsbrief erhalten, um unge­fährdet in ihre Heimath zurückkehren zu können.

Paris, 24. Juni. Wie derTemps" mittheilt, hat der chinesische Gesandte, Marquis Tseng, vor seiner Abreise nach London an den Ministerpräsidenten Ferry ein Schreiben gerichtet, worin er sagt, daß seine Reise dorthin ausschließlich durch Rück­sichten auf seine Familie begründet sei und daß er beim ersten Ruf nach Paris zurück­kehren werde. Aus Saigun wird gemeldet, daß der dortige Gouverneur die ana- mitischen Consuln aus Cochinchina ausgewiesen habe, weil dieselben überführt seien, gegen die französische Herrschaft daselbst zu konspiriren. Der Kolonialrath hat be­schlossen, ein Kabel von Saigun nach Haiphong zu legen und die gesummten Kosten dafür auf sich zu nehmen, wenn Tonkin und Cochinchina für immer vereinigt bleiben.

New-Uork, 24. Juni. Nachrichten aus Vera Cruz zufolge richtet das gelbe Fieber unter der dortigen Bevölkerung, sowohl unter den Europäern wie Amerikanern, große Verheerungen an; während der verflossenen beiden Monate sollen 1000 Personen gestorben sein.

Lokales.

Gießen, 25. Juni. Bei dem gestrigen Preisturnen in Wies eck erhielt der Gießener Turnverein den 1., 4., 7. und 8. Preis.

Ein Kornhalm von genau 2 Mtr. 10 Ctrn. Länge wurde uns heute auf unsere Expedition gebracht. Der Halm stammt aus der Gegend von Alsfeld und soll dorten die Winterfrucht recht schön stehen.

Ein peinlicher Vorfall erregte am Samstag Nachmittag bei einer Beerdigung die Gemüther der die Leiche, zur letzten Ruhestätte Geleitenden. Veranlaßt durch die äußerst primitive, mangelhafte Vorrichtung beim Einsevken der Leiche, glitten die den Sarg in Händen habenden beiden Schreiner aus und um ein Haar lagen die beiden Männer sammt Sarg in der Grube. Es gelang nur der äußersten Geistesgegenwart und Behendigkeit, daß kein weiterer Unfall passirte. Man denke sich aber die peinliche Situation der Anverwandten des Verstorbenen, sowie dessen Freunde. Kann denn hier nicht Abhülfe geschehen? An wem liegt die Schuld, daß solche Scenen (die schon mehrmals vorgekommen sein sollen) in einer Universitätsstadt noch vorkommen können?

Vermischtes.

Ems, 24.Juni. lRegatta.) 1) Rennen VierruderigeOutrigged-Giggs. Ehren­preis der Stadt Ems. Sieger: Die Koblenzer Rudergesellschaft.

2) Vierruderige Jnrigged - Raceboot; Comite - Preis. Sieger: Oberräder Gesellschaft.

3) Vierruderige Jnrigged-Raceboote für Juniors. Ehrenpreis der Emser Damen. Sieger: Frankfurter GesellschaftGermania" gegen Sachsenhausen.

4) Einruderige Skiffs, Preis der Kurverwaltung. Sieger: Mannheimer Ruder club.

5) Vierruderige Outrigged-Race-Boote, Ehrenpreis des Kaisers. Sieger: Frank­furter Ruder-GesellschaftGermania" gegen Sachsenhausen. (F. Z.)

(Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig. Auf Gegenseitigkeit gegründet 1830.] Die Geschäfte der Gesellschaft nehmen auch im laufenden Jahre einen höchst erfreulichen Fortgang. An eigentlichen Lebensversicherungen wurden

im Januar 1883 830,200 X,

Februar 1,312,900

März 1,412,700

Avril 1,503,900

Mat 1,604,200

abgeschlossen.

Auch in der Kinderversichecungsbranche (Aussteuer-, Militärdienstversicherung), welche die Gesellschaft seit 10 Jahren mit Erfolg betreibt, zeigt sich von Monat zu Monat ein ganz erfreulicher Aufschwung. Die außerordentl'ch sparsame Verwaltung der Gesellschaft macht diese Versicherungen für das Publikum in besonderem Grade empfehlenswerth.

Köln, 24. Juni. Vorgestern Nachmittag standen auf den Straßen und Plätzen, von wo aus man die Domthürme ganz oder theilweffe sehen kann, zahlreiche Gruppen und schauten staunend nach den Kreuzblumen hin, die hoch oben den Abschluß der beiden Rtesenthürme bilden, und in manchen Fenstern richteten sich Operngläser und Fernrohre nach den besagten beiden Punkten hin. Auf den Steinblumen standen nämlich je zwei Männer, die sich daselbst mit irgend etwas beschäftigten. In der Nähe des Domes bemerkte man, daß es sich um eine Arbeit an den Blitzableitern handelte, die in so schwindelnder Höhe von den kühnen Männern ausgeführt wurde. Es war der Blitzableiterfabrikant Herr Heinrich Berghausen vom Andreasberg, sein Sohn, sein Werkmeister und fein Gehülfe, welche das von den Untenstehenden ange­staunte Wagniß ausführten. Nachdem im vergangenen Jahre die ausgedehnten neuen Blitzableiter-Anlagen auf den Domthürmen, dem Lang-und Querschiff von Berghausen ausgeführt, bezw. vollendet worden waren, hatte der Dombaumeister Gcheimrath Voigtel eine genaue Prüfung der Anlagen in Bezug auf Leitungsfähigkeit, Güte der Verbind­ungen und Erdleitungen angeordnet. Diese geschah vorgestern in Gegenwart des Dombaumeisters vermittelst des Galvanometers. Da Augenzeugen ausgesagt, daß sie beobachtet hätten, wie am 10. d Mts. ein Blitzstrahl den Ableiter getroffen, so wurde auch eine genaue Besichtigung der Fangspitzen angeordnet und ausgeführt. Es zeigte sich, daß die starke Platinspitze des Südthurrnes 10 Mm., die des Nordthurmes4 Mm. geschmolzen war. Sonst hatte an der ganzen Leitung und auch an dem ausgedehnten Bauwerk keinerlei Beschädigung stattgefunden. Die erstere befand sich in durchaus gutem Zustande. Die Sp'tzcn der Leitung wurden wieder konisch gefeilt und somit der Apparat, der also seine Schuldigkeit gethan, wieder in vollkommen guten Zustand gesetzt.

WitterungSkunde.*)

26. Juni. In Westeuropa am Canal und in Süddeutschland windig bis zu Sturm, Wetter unruhig, wolkig, veränderlich und für den Juni kühl, im Norden trüb, zu Hagelböen, in West- und Süddeutschland zu Gewittern geneigt-

27. Juni. Etwas Aufbesserung, doch ist das Wetter noch windig, bis böig und ver­änderlich. Aufbesserung ist zu erwarten kurze Zeit Vormittags, kurze Zett Nachmittags und Spätabends, doch ist der allgemeine Charakter trüb und regnerisch, im Osten und Südosten mit Gewittern.

28. Juni. Das Wetter bleibt trüb und regnerisch, namentlich in Südwesi- und Südeuropa mit kurzen besseren Zwischenzeiten, besonders Vormittags und Nachmittags. Im Norden und Nordosten ist Aufbesserung zu erwarten. Aach in einigen günstig ge­legenen Strichen, wie in dem niederrheinischen Gebiet dürste cs mehr trocken bleiben, wenn auch Sonnenblicke mit Trübung abwechseln.

*) Aus Dr. L. Overzier's Wetter-Prognose für den Monat Juni, abgeschlossen am 15. Mai (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 X\ Nachdruck verboten.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 23. Ium. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu X 2.803.90, Stroh X 2.153, Eier das Hundert 4.505.50, Stück 5^, Butter 1. Qualität X 1.25, 2. Qualität X 1.15, Kartoffeln per Centner X 4.50. Kohlrabi 34 H per Stück, Römisch Kohl 00 Ä Spinat per Pfund 00 Poularden X 2.503, Huhn 1.703, 1 Ente X 2.503.00, 1 Taube 5060 Hahn X 1.702.50, Sommergans X 2.507.

Grünberg, 23. Juni. (Fruchtpreise.) Weizen X 19.74, Korn X 16.26, Gerste X 15.50, Hafer X 14.26, Erbsen X 00.00, Lein X 00.00, Samen X 00.00, Kartoffeln X 9.66.

Aranksnrt a* M., 25. Juni, Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 2587/8, Staatsbahnactien 279Vn, Galizier 2575/e, Lombarden 1333/8, Nord- westbahnactien 172y2, Gotthardbahnactien 1223/8 , Darmstädter-Bankactien 155%, Disconto Commandit 1993/8, Oesterr. Silberrente 675/i6, 4°/0 Ungar. Goldrente 76%, 4% 1880er Russen 72%fl, 5% 1877r Russen 91%, 2. Orient-Anleihe 56%e, 4% Spanier 63%, 5% Rumänische Rente 93%, 4% Unific. Egypter 7313/ie, 5% Türken Marienburger 104%. Tendenz: schwach.

Repertoir der vereinigten Stadttheaterzu Frankfurt a. M.

Schauspielhaus.

Montag den 25. Juni: Minna von Barnhelm.

Dienstag den 26. Juni: Die Geier-Wally.

Mittwoch den 27. Juni: Gastspiel des Herrn Junkermann. Neu einftubirt: Onkel Bräsig. Bräsig: Herr Junkermann.

Donnerstag den 28. Juni. Außer Abonnement. Gastspiel des Herrn Junker­mann. Zum ersten Male: Ut de Franzosentid. Genrebild aus der gleichnamigen Erzählung von Fritz Reuter. Müller Voß: Herr Junkermann. Hierauf: Zum ersten Male: Du drogst de Paun weg. Schwank in 1 Akt nach Fritz Reuter's gleich­namigem Gedicht- Krischan Hank: Herr Junkermann. Zum Schluß: Zum ersten Male: Jochen Päsel, wat büst du vorn Esel. Schwank in 1 Auszug nach dem gleichnamigen Gedicht von Fritz Reuter. Jochen Päsel: Herr Junkermann. Zum An­fang: So sein se!

Freitag den 29. Juni: Gastspiel des Herrn Junkermann. Zum ersten Male wiederholt: Ut de Franzosentid. Hierauf: Du drögft de Pann weg. Zum Schluß: Jochen Päsel, wat büst du vörn Esel. Zum Anfang: So sein se!

Samstag den 30. Juni: Die Journalisten.

Sonntag den 1. Juli: Letzte Vorstellung vor den Schauspiel-Ferien. Letztes Gastspiel des Herrn Junkermann: Onkel Bräsig.

Wiedereröffnung der Schauspiel-Saison: Sonntag den 29. Juli.

. Opernhaus.

Sonntag den 1. Juli: Wiedereröffnung: Tannhäuser und der Sänger- krieg aus Wartburg. ________________________________ __

Wafferwänne der Lahn.

Am 25. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 16%° R-, Lustwärme + 21« R-

, L. Chr. Rübsamcn.

Herzog!. Baugewerkschule Holzminden

damit verbunden Maschinen-, Mühlonbau- p. Müllerschule«

SB-B Sommers.. April. Winters. 5. Nov. Pensionat Dir.: G. Haarmann.ejg

Allgemeiner Anzeiger.

Schramsche Reis-Stärke,

feinste Qualität, zu haben in jeder größeren Colonial-, Material-. Farbwaaren und Seffenhandlung.

Etiquett ^achten^^^ ^te nur Schram'sche Starke zu verlangen und auf mein

Arbeiter-Hemden, Blousen, Kittel, Men.

Wen und Köcke - «*

4195 Robert Stuhl, Neustadt 23.

tes?

S**s W

M Ni ft« st®

Mnuttag' )örbem@*W'

Gießen, ben 2i-o NeM'

MAeiber^. Mckiche N * bem Kontur» ii tarnte Hstnk'« *bie@*r y dn mW*, 1

ütm «Mb-Md 1

Sfcnbtn AordtnM M'chreNerel des hic MM ,

Mn, den 2.3.3um

Kcit»ß Örn ü

Nachinittags Binder vormals R e MriMg dahier cir W gegen Mr;

W, den 25. Im r. Pilger, £

Dgrasvn Donnerstag d

Vomckags i ' M daö tzeugM i Mchn, ca. 50 Stelle veffteigert n , Die ZuMmenkui am Unterbot

Mendorf a.Lda., i Murgermeülerei ® Siebt

Nt, 7' tzllttn

Ätz ' °»-r

Ieilgeöo

« 6in Pianjno lohbeffer Ba

* »reff- in; 7.

ö.7'«

e» Aatkeit uni * tamnoDen, unb von u

Th Hk f.7 inb 5,

ÄS»