Ausgabe 
25.11.1883 Drittes Blatt
 
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« rofeffor Tb. Aufrecht in Bonn ist zur Beit mit der Lesung einer alten, au§ dem 9° Jahrhundert stammenden Urschrift eines bisher noch nicht gedruckten ÄanSkrit'Eoder beschäftigt. Aus der Verdeuischung, die er gleichzeitig besorgt, wird der ^K. 3." folgendes, wörtlich treue Pröbchen der Weisheit eines Brahmanen mitgeiheilt: bin fo schwach von Hitz' und Fieber;

Welch' Mittel kennst Du, Doktor, sprich!

Trink einen Humpen Wein, mein Lieber,

Und bring' cm Krüglein auch für Mich!" r k

cvn der nächsten Woche wird in dem Hasen von Marseille der italienische Damvier Buffalo" Capilän Louea, einlausen, der einer Mittheilung des Patent- Mueaus von R Lüders in Görlitz zufolge, die Eigenthümlichkeit besttzt, ganz mit Glas d^aen tu sttn Anstatt des gewöhnlichen Kupferblechbeschlags ist der Boden des Dampfers ^Buffalo« m't Glasplatten bedeckt, um die Ansätze zu vermeiden die nach eimaer Beil" die Fortbewegung des Schiffes ganz beträchtlich hemmen. Das Schiff, das kürzlich nach einer Fahrt von drei Monaten in die Docks von Deptford gebracht war, wurde von Sachverständigen besichtigt, die bestätigten da« die Glasplatten von dem Schiffskörper jeden Ansatz fern gehalten hatten. Die Platten waren nach der dreMionat- ftchen Fahrt ebenso blarck und glatt wie an dem Tage, an dem st- auf die schiffs- wände befestigt wurden.^^^rt , gn efncr Wirihschast zu Saargemünd befand sich am 15 d. M- ein Fabrikarbeiter, welcher das sog. Martinigeld, ein von den Fabriken all- iabrlich gewährtes Geschenk, erhalten hatte und davon sich etwas gütlich that. Wie Mancher b" solchen Gelegenheiten gemüthlich »rch zu Scherzen geneigt werd so erlaubte auch dieser Arbeiter bei der Bezahlung seiner Zeche von seinen zwei Fünfzigmark- scheimn einen der auswartenden Wirthstochter mit der Weisung zu üb-rgeben, folchen p)fen werfen Als nach einiger Zeit dem Gaste von dem Gelde nichts mrückaÄach? wurde und er nach der Ursache fragte, mußte er zu seinem Entsetzen -rfabren daß das Mädchen auf die scherzhafte Aeußerung nicht geachtet, fondern die Weisung wörtlich ausgeführt hatte und der Kassenschein vom Feuer schon verzehrt^war. Principal: Sie sind drei Monate auf der Reife und

hohen die ©oeien nicht verdient, wie soll ich dabei bestehen? Reisender: Glauben ©ie nur Her Rüsftlmeier an mir' liegt die Schuld gewiß nicht, allein ich werde ohnemiefen Princival: Ach was da, Sie machen es nicht recht.

:~sdj werde eS Ihnen jetzt einmal vormachcn und thun Sisals wären Sie unser Ab- ffleben @fe Achtung' Habe ich die Ehre Herrn Schwärmer zu sprechen? bin ick - Pr'ncipa : Sehr angenehm- Ich reife für das Haus

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lieber den stechen Raub, welcher, wie t- legraphisch schon gemeldet, am Mitiw°m Abend in Stuttgart verübt wurde, enthält dasFranks. Journ. folgenbtn aussük?. lichen, die telegraphischen Angaben ihestweise richtig stellenden Bericht: Heute Abevi wurde hier ein räuberischer Uebersall in dem in einer der frequentesten Straßen k Stadt geleg nen G-schäftslokale eines Bank ers verübt, das an Frechheit in der Au, sührung den bckaont-n Sttaßburger Fall noch übertrifft. In das parterre gelen', Bankgeschäft von I. O. Heilbronner in der Kionprtnzstraße traten heute Abend 6 Uhr vier anstävd g gekleidete Männer. Nachdem der zuletzt Eingetretrne die da, aus bas Trottoir fübrenoe Glasthür hinter sich zugezogen1, drangen die Anderen, mi. Todtschlägern bewaffnet, aus Heilbronner, der mit einem Beamten Namens £);gnJ allein im Geschäft anwesend war, ein und versetzten Beiden wuchtige Schläge «uf L Kopf. Oetinger stürzte, schwer verletzt, zu Boden, während Heilbronner, der bn s sinnung nicht v rloren, blutüberströmt in eine Ecke rettrirte, verfolgt von einem dw Angreifer. Tue drei Anderen eilten an den offenen G-ldschrank und rafften ata zusammen, dessen sie habhaft werden konnten, wie es heißt, etwa 10,000 Mark Papieren und die gleiche Summe in Kassenscheinen. Der Verfolger Heilbronn»; wollte gerade gegen diesen zu einem tödtl'chen,Streiche ausholen, um sich den M. bequemen Zeugen der Thai vom Halse zu schaffen, als von seiner Waffe ber Sleitiw sich ablöste und durch das Schausenster flog, das klirrend in Stücke ging. Nur biefetn Umstande verdankte Heilbronner sein Leden, denn tne vier Spitzbuben eilten jetzt bUr* die Hinterthür des Ladens in den Hos und es gelang ihnen, durch das Hausthor, bat gleich neben ber Thür des Heilbronner'schm Geschäfts auf die Straße mündet, ba§ Weite zu gewinnen, ehe sie noch durch diejenigen gefaßt werden konnten, welche aus bi, von Heilbronner jetzt auSgestotzenen Hilferufe und das Klirren ber Scheibe herbeiechm Ihre Waffen, auf Holzstielen steckende Bleikugeln, die sie ohne Zweifel selbst gefertiot hatten, ließen die Räuber auf dem Platze. An Oeiingers Auskommen wird greifen. Heilbronner erinnert sich, daß ber eine ber Räuber, die sammilich gut gekleidet roattn, am Vormittag schon im Geschäfte gewesen und sich nach dem Cours eines Staatspapiqz ei kündigt hatte. Die Frechheit, mit der die That ausgesührt, ist um so größer, albim gleichen Hause sich ein sehr frequentes Bierlokal befindet. Bis heute Abend falle mm, von den Tbätern noch keine Spur.

- ISelbstmord eines Ossiziers.j In militärischen, sowie in aristokratisch!« Kreisen von Pest erregt der Selbstmord eines jungen Offiziers großes Aussehen uni ungetheilte Thetlnahme. Der Selbstmörder ist ber Lieutenant des 5- Feldarlillertü regiments Baron Lenk, Stefan Horvath de Zalaber, Sohn des FeldmarschaU-Lieuten« Johann Horvath de Zalaber, Jnspectors ber Pserde-Assentcommission und ChesS btt königlich ungarischen Staatsgestüte. Lieutenant v. Horvath war der einzige Sohn d Feldmarschall-Lteutenants. Er absolvirte vor zwet Jahren die Polytechnik und lt« als Einjährig-Freiwilliger in das genannte Artillerieregiment ein, legte nach Ablach seiner Dienstzeit die Qss-zi-rsprüsung und bald darauf die ActivftStS-Officnrsvrüsun, ab und diente seither als Berusssoldai. Als Sohn eines altadeligen und angeschM Geschlechtes stand dem jungen Manne um so eher eine glänzende (wrie-e bevor, atz ihn auch seine Fähigkeiten, seine Fachkenntnisse, sowie seine sympathischen personbcht« Eigenschaften zu einer Zierde des Osfiziercorps machten. Seine Collegen kannten ch« als liebenswürdigen, lustigen Kameraden und Niemand ahnte, daß der pinge Man» solch düsteren Gedanken nachhänge und zu einem solch v-rzweiselten Entschlüße komm» werde. Sonntag Vormittag gegen 8 Ufa sagte Horvath seinem Bedienten, er tonne sich entfernen, da er nicht zu Hause frühstücken werde. Kur, daraus, als sich da Bediente entfernt hatte, ertönte ein Schuß aus dem Zimmer. Eine Ordonnanz, milch eben vor der Wohnung vorüberging, eilte fofort fanetn unb fanb Den 8ieutenant im Blute auf dem Fußboden. Er alarmirte augenblicklich die Nachbarschaft und den Im spectionS-Osfizier. Aerzte eilten herbei, allein sie konnten nur mehr den Tod btz unglücklichen jungen Osfiziers constaiiren, der sich mit einem Armee-Revolver mitten ins Herz geschossen hatte. Der Vater des Unglücklichen wurde alSbalo von dm traurigen Fall verständigt. Er erschien erschüttert beim Leichnam seines Sohnes; « Schmerz übermannt, war er unfähig, zu sprechen. Mittags besuchte er den Map commsndanten und traf die nöihigen Anordnungen, welche der traurige Fall nach sich liebt Der unglückliche Selbstmörder hinterließ einen Brtef an seinen Vater, tn welchem er wahrscheinlich den Grund des verhängnißvollen Abschlusses seines lungtn Lebens angegeben hat. In Osfizierskreisen, die dem unglücklichen jungenManneM standen, w'll man wissen, daß gekränktes Ehrgesühl die Veranlassung des ©elbfa. mordes^war^.^ ftßt(flif4en Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen-unb W industrieller belief sich die Roheisenproduction des deutschen Reichs (ein WeM Luxemburgs) im Monat October 1883 aus 292 282 Tonnen, darunter 181664 To« Puddelrofaiftn, 8 028 Tonnen Spiegeleisen, 38 901 Tonnen Bestemer, 32 <>37 T« Tbomasroheisen und 29 252 Tonnen Gießereiroheisen. Die Production rm Ocick 1882 betrug 283 950 Tonnen. Vom 1. Januar bis 31. October 1883 wurden Produkt! 2 806 640 Tonnen gegen 2 610438 Tonnen tm Vorjahre.

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