Fronten der in Rendezvous - Stellung stehenden Cclonnen des 11. Armeekor ps ab. Dieselben hatten auf dem Abschnitt Bornmersheim-Kahlbach-Bonames zunächst gegen : den markteten Feind in der Richtung über Nieder-Eschbach-Gonzenheim vorzugehen. I Die Bewegung begann mit einem Herausziehen der kombimrten Kavallerie Division hinter einer Hügelkette gedeckt auf den linken Flügel und einem Vorgehen der Kavallerie gegen Ober-Eschbach. Darauf folgte ein Infanterie-Angriff, unterstützt von großen Arttlleriemassen gegen Ober-Eschbach. Der markirte Femd, in suppontrter Stärke eineS Armeekorps, war gezwungen, auf Ober-Erlenbach auszuwcichen und dort eine neue Verthetdizungsstellung zu nehmen. Mst der Einnahme der letzteren endete das Gefecht. Se. Majestät der Kaiser begab sich während desselben auf die Anhöhe östlich von Gonzenheim, während die Könige von Spanien, Serbien und Sachsen, sowie die übrigen Fürstlichkeiten zu den Truppen ritten, um die einzelnen Bewegungen genau zu beobachten. Ihre Majestät die Kaiserin, welche sich Vormittags IOV2 Uhr im offenen sechsspännigen Wagen nach dem Manöoertcrrain begeben hatte, hielt in der Nähe des Kaisers. Um 12 Uhr trat starker Regen ein. Der Kaiser und die Kaiserin kehrten kurz vor 2 Uhr hierher zurück. Der König von Spanien legte den Rückweg nach dem Schlosse zu Pferde im scharfen Trabe zurück.
Kassel, 22. September. Zur Begehung der Lutherfeier am 10. November hat sich hier ein Comitö unter dem Vorsitze des Oberbürgermeisters Weise aus Bürgerkreisen gebildet; eine öffentliche Feier und ein Festzug mit Nedeakt sind in Aussicht genommen.
München, 22. Septbr. In dem Proceffe des Landgerichtsraths und Landtags-Abgeordneten Walter gegen den Redacteur des „Vaterland", Dr. Sigl, wegen persönlicher Verdächtigung wurde der Angeklagte heute vom Schöffengericht zu 10 «X Geldbuße, eventuell 10 Tagen Gefängniß, ingleichen zu den Kosten verurtheilt. Auch wurde die Befugniß zur Publikation des Urtheits im „Vaterland" und in der „Amberger Volks-Ztg." ausgesprochen.
— Die „Allg. Ztg." bezeichnet die Nachricht, der deutsche Botschafter Fürst Hohenlohe werde nicht mehr auf seinen Posten nach Paris zurückkehren, sondern durch den deutschen Botschafter in Konstantinopel, v. Radowitz, ersetzt werden, als unbegründet und fügt hinzu, Fürst Hohenlohe werde Ende October nach Paris zurückkehren.
Schweiz.
Bern. Unter den von der Seuche des AlkoholismuS ergriffenen Staaten Europas nimmt die Schweiz mit einen der ersten Platze ein. Der Jahresverbrauch an Spirituosen berechnet sich daselbst auf 7Vr Liter pro Kopf der Bevölkerung, wogegen in Frankreich nur 3, in Oesterreich 4 Liter auf den Kopf entfallen. Allein im Canton Thurgau sind 1200 Schankstätten, d. h. eine auf je 82 Bewohner. So konnte es denn auch letzthin in einer Dorfschule des genannten Cantons passiren, daß, als der Sckul- inspektor bei einer Klassenrevision die Frage an die Kinder stellte: „Wohin geht Ihr des Sonntags?" — einstimmig geantwortet wurde: „Jn's Wirthshaus". Es ist anzuerkennen, daß die Behörden das Ihrige thun, die Trunksucht und den Wirthshaus- besuch in engere Schranken zu bannen. Beispielsweise hat neuestens der Regierungs- 1 ath von St. Gallen an die Bezirksämter, Gemeinde- und Verwaltungsräthe ein Kreisschreiben, betreffend striktere Handhabung des WirthShausverbots und Controlirung des Wirthshausbetriebs des Cantons erlassen. Namentlich soll dem immer häufiger auftretenden Unfuge gesteuert werden, daß Armenunterstützung Genießende, leichtsinnige oder muthwillige Falliten und ausgeschätzte Schuldner, Leute, über welche gerichtlich oder polizeilich das Wirthshausverbot verhängt ist, dem geschädigten Gläubiger und dem öffentlichen Rechtsgefühl zum Hohne sich in den Wirtschaften Herumtreiben. Ebenso soll gegenüber Wirthen. welche wissentlich an Personen, die dem Wtrthshaus- verbote unterstellt oder die bereits betrunken sind, Getränke verabfolgen, unnach- f sichtlich eingeschritten werden, unter Androhung des Patententzugs im wiederholten Betretungsfalle.
England.
London, 21. September. Der „Standard" erwähnt die verschiedenen Gerüchte, zu denen der Besuch Gladstone's in Kopenhagen Anlaß gegeben und schreibt: Der Gedanke, daß einem englischen Staatsmanne gestattet werden würde, Bündnisse zu schließen und Combinationen zu bilden, um Deutschland und Oesterreich entgegen zu treten, während diese Reiche offenbar die Aufrechthaltung des Friedens bezwecken, ist lächerlich. England sympathisirt nicht mit dem Wunsche Frankreichs, Elsaß-Lothringen zurückzuerobern, weil Elsaß-Lothringen Deutschland kraft eines Vertrages gehört, der die Unterschrift Frankreichs trägt, und der am Ende eines Krieges geschlossen worden ist, welchen Frankreich herausbeschworen hatte, um Deutschland zu zerstückeln. England nimmt Partei für den Friedensstifter, das ist das Alpha und Omega der continentalen Politik Englands.
Italien.
Rom, 20. September. Heute, am Jahrestage der Einnahme Roms fand an der Porta Pia eine Feier statt. Der Syndicus hielt dabei eine Rede, in der er auf den ihm in Wien Seitens des Kaisers und der Volksvertreter bereiteten überaus herzlichen Empfang hinwies: dieser Empfang beweise, daß Italien, ehemals steter Gegner Oesterreichs, nach seiner Einigung überall Achtung genieße und selbst dort, wo früher so große Feindschaft bestanden, aufrichtige Freundschaft der Bevölkerung finde, welche ihm ihre Unterstützung anbiete, um auf dem Wege der Civilijation weitere Vortheilc zu erreichen.
Wußland.
Riga, 22. September. In Folge des herrschenden Nordwessi-Orkans sind bei Magnusholm die norwegische Bark „Hanna Selmer" und bei Reval eine mit Bauholz aus Narva kommende deutsche Brigg gestern Abend gestrandet. Die Mannschaften beider Schiffe wurden gerettet.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'H telegr. Eorrespondein-Brrrea «.
Homburg, 23. September. Se. Maj. der Kaiser hat den König von Spanien zum Chef des Schleswig-Holsteinischen Ulanen - Regiments Nr. 15 ernannt.
— Se. Maj. der Kaiser und Ihre Maj. die Kaiserin, Ihre K. K Hoheiten i der Kronprinz uno die Frau Kronprinzessin, sowie die sämmtlichen hier an- ! wesenden Fürstlichkeiten, Prinzen und Prinzessinnen evangelischer Confesston j begaben sich heute Vormittag um 10 Uhr in die Schloßkirche zum Gottesdienste. Der König vou Spanien wohnte mit seinen: Gefolge dem Hochamte und der! Predigt in der katholischen Kirche bei. Der Prinz von Wales 'und die engli- \ scheu Prinzen besuchten den Gottesdienst in der englischen Kirche. Der König ! von Sachsen und der Kronprinz von Portugal hörten Mittags Messe und ' Predigt. Nachmittags findet ein Officier-Wettrennen statt. — Das Wetter; hat sich aufgeklärt.
— Se. Maj. der Kaffer begab sich Nachmittags 21/2 Uhr bei hellem, 1 warmem Wetter zum Rennplatz, nachdem zuvor die Gesangvereine von Homburg und Umgebung eine Ovation in: Schloßhof dargebracht hatten. Der König von Spanien, welcher die Uniform seines preußischen UlanenMegiments ange
legt hatte, wurde von Sr. Kgl. Hoheit dem Prinzen Wilhelm, der König von Serbien von Sr. K. K. Hoheit dem Kronprinzen abgeholt und nach dem Renn, platze geleitet. Mit Ausnahme Ihrer Maj. der Kaiserin wohnten sämintlch hier anwesende Fürstlichkeiten dem Rennen bei. Auf dem Wege nach dem platz, den entlang über 50 Kriegervereine Ausstellung genommen, und aus biejmi selbst wurden die Majestäten und Fürstlichkeiten von den zahlreichen Zuschauern mit enthusiastischen Hochrufen empfangen.
— Nach der Rückkehr von dem Wettrennen empfing Se. Maj. der Kaiser den hier eingetroffenen außero deutlichen Botschafter des Sultans, Ghazi Mukhlar Pascha, in feierlicher Audienz. Derselbe wurde eingeholt von den: Kammerherrn Grafen Matuschka, im ersten Wagen fuhr Kähler Pascha, alsdann folgte in vierspänniger königlicher Equipage Ghaz: Mukhlar Pascha mit Hobe Pascha und Nouri Bey, die anderen Herren des Gefolges nahmen den dritten Wagen ein. Später wurde Ghazi Mukhtar Pascha auch von Ihrer Maj. der Kaiserin empfangen.
Paris, 23. Septbr. Gegenüber der heutigen Meldung des „Figaros der chinesische Gesandte Marquis Tseng habe die Antwort der chinesischen Negierung erhalten und an Ferry eine Note gerichtet mit dem Ersuchen, d:e Sendung vou Verstärkungen nach Tongking aufzuschieben, betont die „Agence Havas" w derholt, diese Nachricht sei unbegründet; der chinesischen Gesandtschaft sei bis gestern Abend die Antwort aus Peking noch nicht zugegaugen, auch habe Ferry keine Note von Tseng erhalten.
Reval, 23. September. Während des letzten Sturmes sind auch bei WrangilS- holm ein deutscher Dampfer mit Ballast und ein dänisches Fahrzeug mit Bauholz gestrandet. Die Mannschaften beider Schiffe wurden gerettet. Der schwimmende Leucht' thurm bei Revalftein ist um 50 Werst m der Richtung nach Wrangelsholm fortgetricben worden.
Lokales.
Gießen, 24. September. sMusikalis ch e sj Am Samstag den 22. September concertirte die Capelle des 116. Infanterie-Regiments in Gemeinschaft mit der Palmm-
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garten-Capelle im Palmengarten zu Frankfurt und erfreute sich unsere Capelle eines durchschlagenden Erfolges, sämmtlrche P dcen, besonders die Solo-Vorträge für Posaune, sowie Concert-Polonaise für 2 Trompeten wurden fein rxecutirt. Von bebeutenötr
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Wirkung aber war die Fantasie aus Lohengrin und namentlich die Ouvertüre zu Tannhäuser von Wagner, welche einen endlosen Applaus hervorriefen. Es war ein inLreffanltr Wettstreit, wie beide Capellen, die des Palmengarten auf dem Gebiete der Streichmusik, die unseres Regiments auf dem der Militärmusik, bemüht waren, nur das Beste zu leisten und können wir unserer Capelle, fpeciell Herrn Capellmeister Krautze, nur Glück wünschen, in Gemeinschaft mit einem so anerkannt guten Gegner wie die Capelle des Palmengartens, mit so ausgezeichnetem Erfolg hervorgegangen zu sein.
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Fried berg, 20. September. Bei der heute stattgehabten Wahl eines BÜM- m eisters hiesiger Stadt stimmten 413 Einwohner ab. Davon fielen 410 auf den sui- herigen Beigeordneten A Steinhäuser. 2 Stimmen waren ungültig. Abends tourbt dem Neugewählten ein FacLlzug und Ständchen seitens der Feuerwehr dargebwch! und hierdurch der allgemeinen Freude über das Resultat der Wahl Ausdruck gege'xn
Worms, 19. September. Für die Festfahrt aus dem Rhffn am 28. d. Ä ■ erlassen die Regierung zu Wiesbaden und diu Proviozial-Directron Rheinhessen solgiiibr Verordnung: „Die an der Festfahrt von Mainz aus theilnehmenden Schiffe fahren gegen 9 Uhr Morgens in bestimmter Reihenfolge ab und halten unterhalb Geisenheim
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das linksseitige Fahrwasser längs Kempten ein, drehen unter genauer Einhaltung dtt
Reihenfolge bei Bingen hinter der Kreisaue und dem rechtm Ufer nach RÜdeSkw 40 und i
und gehen hier vor Anker. Die stromaufwärts kommenden Schiffe, welche sich beim Schisserbn
Rundfahrt beteiligen, schließen sich hier an. Bei der Rundfahrt, welche um 2 l|r ^migen Versteig,
stattfinden wird, fahren die Schiffe in der Reihenfolge bergwärts um die Rüdesheirm
Aue und thalwärts längs Kempten, drehen bei Bingen und fahren zwischen der Kcei'-nt ■' «n„24. September
und dem rechten Ufer, gleich wie vorher, nach Rüvesheim, wo sie vor Anker flow Ruller.
Die Festschiff^ müssen von der Abfahrt von Mainz an bis zum Schluß der RundiwN. bezw. diejenigen Schiffe, welche hierauf die Fahrt nach Mainz zurücklegen, fht! A Zwischenräumen von mindestens 200 Metern hinter einander fahren und Lin Szß öarf das andere überholen. Von Kempten an darf bei der Anfahrt unb foatrfli Rundfahrt nicht mit größerer Geschwindigkeit gefahren werden, als zur sichre Steuerung und Fortbewegung der Schiffe nothwendig ist. Von Morgens 10 UljuW nach Aufbruch der Flotte zur Rückkehr gegen 5 Uhr ist das Fahren und Ankern Flößen und Schiffen in dem rechtsseitigen Fahrweg Rüdesheim entlang verboten. Ti- Fahrt mit Nachen ist auf der ganzen Rheinstrecke von Gaulsheim Geisenh-'im biSPi Linie der Nahemündung von Morgens 10 Uhr bis Nachmittags nach Schluß Rundfahrt überhaupt ganz untersagt- Die durchgehenden Schiffe nehmen ihren Bingen-Kempten entlang und haben während der An- und Rundfahrt den Feststh^■W breiten Raum frei zu lassen. Im Uebrigen wird die genaue Einhaltung der die Si c heit der Schifffahrt bedingenden Vorschriften in der Rh'inschifffahrts-Pol'zei- .» Floß-Ordnung unter Hinweis auf die in dieser Ordnung enthaltene Strafandror^« hier noch besonders eingeschärft. Die Polizeiaufsicht über die Rheinschiffsahrt an « Festtage ist dem Königlich Preuß schen Regierungs- und Baurath Cuno und Großherzoglich Hessischen Kreisassessor Dr. Frhr. von W.dekind übertragen. Diefe^ befinden sich auf den mit einer grünen Flagge am Mast versehenen SchraubendOin „Rheingau" und „Tirailleur." Das Schießen mit Böllern zwischen 11 Uhr unb '«t Zeitpunkte, an welchem die in Bingen aufgestellte Salutirbatterie die Saluischüffe^ gegeben hat, ist unterlagt. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmungen, s gegen die Anordnungen der beiden obengenannten Beamten werden mit Strafe n- 8—240 Mark geahndet" .
Frankfurt, 19. September. Zu dem Banket, welches die Stadt dem^KkUn gibt, wird Freiherr v. Rothschild Tafelgeschirr liefern, dessen Werth auf fast Millionen Mark geschätzt wird. Einen hervorragenden Theil desselben wirb ein c i- Werk der Goldschmiedekunst, welches einmal der Stabt Nürnberg gehörte, bilden- — Am Tage der Enthüllung des Niederwalb-Dcnkmals (28- werden außer den fahrplanmäßigen 11 Zügen nach Bingen noch weitere 11 Extrakt abgelaffen werden, so daß an diesem Tage zwisch n hier unb dort nicht öen,9cfE^ 44 Züge, wovon 22 nach und 22 von Bingen verkehren werden. Außerdem soll & sämmtlichen Strecken der Hessischen Ludwigsbahn eine größere Anzahl Extrazuge ■' geschoben werden, um den ganz enormen Verkehr, der an diesen Tagen zu erwarte i P zu bewältigen-
— Die Pretsvertheilung auf der Amsterdamer Ausstellung hat endlich 15- d. M- stattgefunden. Manche Erwartungen mögen dabei getäuscht, manche - auch übertroffen worden sein, jedenfalls verdient die Jury volle Anerkennung iur . mühsame Arbeit, insbesondere jedoch für ihre Unparteilichkeit, mit welcher ne genau prüfte und darnach ihr Urtheil abgab- Mit besonderer Spannung wurde je.tj falls dem Ausspruch der Jury in der Nahmaschinenbranche entgegengesehen, in wc^« es seit einiger Zeit versucht wurde, der allbekannten Firma Singer die Herrschaft nrci zu machen, doch wie auf allen früheren Weltausstellungen, so trug auch hier die Singer Manufacturing Co-, Newyork einen glänzenden L>ieg über ihre Concu - davon, indem sie, wie heute ein Telegramm verkündet, den höchsten Preis, das - - diplom, erhielt, eine Auszeichnung, deren Werth noch an Bedeutung 6 , na . .
man vernimmt, daß die niederlä idische und portugiesische Regierung, das nieoerlan^ Ministerium, sowie die Stadt Paris die gleiche hohe Auszeichnung ea-themen, alte Renommö der Singer Co. und deren Fabrikate hat sich also aufs Nme w vollstem Maße bewährt. „ , A . n.n,nm
_ — sKrieg gegen die Sperlinge.) In SÜdaustralien ist der ^«6 00 fi|
Sperlinge erklärt worden. Dieselben richten in den We:zenfelbern, Gemme- nno garten solche Verheerungen an, daß die Regierung eine Belohnung von Dutzend Sperlingsköpfe und 2 50 $ pro hundert Stück Sperlingse
setzt hat-
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