Ausgabe 
25.3.1883 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nacht zugebracht hatte. Montag Morgen«, al« Briefträger Kossäth erschien, war er bereit« vollständig angekletdet. Sodbe vermag den Altbibewetö mit irgend welcher Wahrscheinlichkeit nicht zu erbringen. Der Transport des Sobbe nach Berlin wird auf Antrag der hiesigen Staatsanwaltschaft erfolgen.

Nürnberg, 22. März. Zur Feier des kaiserlichen Geburtstages ver­anstalteten die Stadtbehörden gestern Abend ein Concert. Heute hat die Stadt geflaggt und fand im Rathause unter Musikbegleitung die feierliche Enthüllung des vom Architektur-Maler Ritter im Auftrage der Stadt gemalten Treppen­haus-Bildes statt, die Einbringung der Reichs-Kleinodien nach Nürnberg am 22. März 1424 darstellend. Der Enthüllung folgte ein Festessen der Behörden im großen Rathhaus-Saale.

Aesterreich.

Wien, 22. März. Zn Cettinje schlug ein Blitz in das dortige 400 Schritte von dem Stadtcentrum entfernte Arsenal, wo beträchtliches Material an Pulver, Dynamit und Patronen angesammelt ist, ein. Die mittlere Ab- theilung des Locales ging in die Lust. Sofort stürzten viele Leute in den dampfenden Schutthaufen und warfen mit bloßen Händen die bereits glimmen­den Munitionskasten und die massenhaft verstreute Munition in den Schnee hinaus. So blieb der montenegrinischen Hauptstadt die Vernichtung erspart.

Krankreich.

Paris, 22. März. Man meldet dem Marinemtnister, daß bei Dünkirchen viele Gegenstände an's Land gespült werden, darunter auch eine Brieftasche, aus welcher heroorgeht, daß das gestrandete Sch'ffVeritas" heiße, von Hamburg oder Altona komme und Sievektng u. Co gehört habe. (FZ)

AtaKeu.

Rom, 22. März. Der König hat dem Kaiser Wilhelm anläßlich des Geburtstages desselben seine Glückwünsche übermittelt.

Mailand, 22. März. Gestern gab e« ein Erdbeben in der Gegend von Actreale. Aus dem Aetna steigt ein Steinregen, der die Luft verdunkett- Viele Häuser der Aetna- dörfer stürzten ein. (F. Z.)

Rom, 23. März. Zufolge einem Telegramm aus Catania, Nachts 1 Uhr, herrscht dort große Aufregung, da eine neue Spalte des Aetna, nur 4 Kilometer von Nicolesi entfernt, entstanden ist. Elf neue Krater haben sich geöffnet, von denen vier interimistisch Feuer speien. Rom ist übervoll von Fremden, Hänel ist hier, Virchow wird ermattet. (Fr. Ztg.)

Rußland.

Petersburg, 22. März. Die hiesigen deutschen Reichsangehörigen ver­anstalteten heute Abend zur Feier des Geburtstages Sr. Maj. des Kaisers Wilhelm ein glänzendes Festmahl in dem großen Saale des Hötel de France. Die officiellen Toaste aus Ihre Maj. den Kaiser Alexander und den Kaiser Wilhelm wurden mit enthusiastischen Hurrahrusen ausgenommen, die Musik war von einem Garde-Kavallerie-Regiment gestellt, der Saal war mit den deutschen Reichssarben festlich decorirt. Da der deutsche Botschafter, General v. Schweinitz, mit dem Botschastspersonal sich zu derselben Zeit noch in Gatschina befand und der bayerische Gesandte, v. Rudhardt, erkrankt ist, so waren von officiellen deutschen Persönlichkeiten nur die deutschen Consuln und der württembergische Geschäftsträger, Graf Linden, bei dem Feste anwesend, welches unter der patrio­tischen Stimmung der Thellnehmer einen glänzenden Verlauf nahm.

Telegraphische Depeschen.

Wolff' s telegr. Correspondenr-Bureau.

Berlin, 23. März. Die englische Post vom 22. d Mts., Morgens, planmäßig in Verviers um 8 Uhr 13 Min. Abends, ist ausgeblieben. Grund: Anschluß in Ostende verfehlt, Sturm im Kanal.

Die englische Post vom 22. Mts. Abends, planmäßig in Verviers um 8 Uhr 39 Min. Vormittags, ist ausgeblieben. Grund: Sturm im Kanal.

Der der Ermordung des Briefträgers Coffäth verdäcktige Sobbe aus Magdeburg ist heute Vormittag kurz vor 10 Uhr auf dem Potsdamer Bahn­hofe hier eingetroffen und sofort unter zahlreicher Bedeckung nach Moabit trans- pottirt worden. Seit gestern Nachmittag hatte (selbst während der Nacht) eine nach Tausenden zählende Menge mit jedem von Magdeburg kommenqen Zuge Sobbe's Ankunft am Bahnhofe erwartet.

München, 23. März. Der königliche Erlaß, betr. die Einberufung des Landtages, spricht die Absicht aus, den von den jüngsten Ueberschwemmungen heimgesuchten Bezirken eine staatliche Beihülfe zu gewähren. Zum Präsidenten der Reichsrathskammer ist für die Dauer des auf den 5. Aprll einberufenen Landtags Frhr. v. Frankenstein ernannt worden.

Pari-, 23. März. Die in den letzten Tagen wegen Ruhestörung Ver­hafteten sollen demnächst vorläufig wieder in Freiheit gesetzt werden. Doreur, Allemane, Letailleur, Fuzllier und Restelli wurden bereits gestern aus Mazas entlassen.

Rom, 23 März. DerMoniteur de Rome" bestätigt, daß der preußische Gesandte beim Vatikan, v. Schlözer, dem Kardinal-Staatssecretär Jacobini die Antwort der preußischen Regierung auf dessen Memorandum vom 19. Januar überreicht hat.

Petersburg, 23. März. Eine amtliche Meldung aus Tomsk vom 22. ds. besagt: Heute hat das russische Occupations-Detachement von Kuldscha das russische Gebiet wieder betreten. Ungeachtet der ungünstigen Witterung und des anstrengenden Marsches ist der Zustand der Truppen ein vorzüglicher. Die in dem russischen Unterthanenverband übergetretenen Tarantschen begrüßten die Truppen an der Grenze mit Salz und Brod und sprachen namentlich den Ko­saken ihren Dank aus für ihre Fürsorge während der Uebersiedelung. Zum Schutze des russischen Consulats und des russischen Handels wurde in Kuldscha ein verstärkter Convoi aus zwei Sotnien Kosaken belassen. Der Oberbefehls­haber des Occupations-Detachements bezeugt daß die Tarantschen und Dunga- nen fast sämmttich auf das russische Gebiet übergesiedelt sind.

Lokales.

Gießen, 24. März. (Sitzung der Stadtverordneten vom 22. März.) An- «eiend Herr Bürgermeister Bramm, Herren Beigeordneten Keller und Les, Ü^SMen der Stadtverordneten die Herren: Baist, Gail, Homderger, Kauf,' h .N o u, Aug. Noll, Petri, Pfannmüller, Scheel,

Schopbach, Vogt, Wenzel und Wortmann. In einem Schreiben des KÄÄÄfeiBpK

Ferdinand Kreiling und Einverleibung desselben in den Fefiplatz, c. Ueberlassung de« Holzmagazin« zur Einrichtung eines Bureau« und d. Ueberlassung der beiden R'ndv ehmarktplätze zur Aufstellung von Schießbuden, Carroussels rc. Die Versamm­lung ertheilt zu den Punkten a, c und d Genehmigung, betr. Punkt b wird Gesuchsteller an die Polizeibehörde verwiesen. Zum Umbau de« Leichenhause« nach vorliegenden Plänen (veranschlagt zu 368) wird Genehmigung ertheilt. Zu dem Gesuche des Herrn Commissionärs Blitz, Erbauung einer Villa am Leihgesterner Weg, der Wilson'schen Besitzung gegenüber, beschließt die Versammlung Beharren auf dem s. Z. gefaßten ablehnenden Beschlüsse, da projecttrtes Gebäude außerhalb de« Bauplanes zu stehen käme. Das Gesuch des Herrn Dr med. Felsing um Erlaubniß zur Anlage einer zweiten Eingangstbür an seinem Hause in der Weidengasie wird genehmigt, desgl. wird demselben die Legung eine« Treppentrittes auf das Straßenterrain auf Widerruf gegen Entrichtung der üblichen Abgaben gestattet. Dem Gesuche des Herrn Maurer­meister« Strauch um Erlaubniß zum Aufführung einer Elnfrtedtgungsmauer an der Bleichstraße wird entsprechend dem Anträge der Baudeputat'on stattgegeben, nach welchem ein Eingreifen der Mauerfundamente in das Straßengelände bis zu 15 Ctm. gestattet werden soll. In Betreff der Verbindung des Selterswegs mit der Südanlage liegt ein Schreiben Großh. KretsamtS Gießen vor, in welchem die bisherige Verbindung, die die Plockstraße in ihrer Beschaffenheit bietet, als den jeweiligen Bedürfnissen ent­sprechend erachtet und der Ausbau der Plockstraße und deren Durchführung bis auf die Südanlage nicht als dringend bezeichnet wird. Die Versammlung spricht sich hierauf ebenfalls gegen die Durchführung der Plockstraße aus. Rach Erledigung ver­schiedener Gegenstände von weniger Interesse trat die Versammlung in .die geheime Sitzung ein.

verwischte«.

Berlin, 20 März. Im Wildpark bei Potsdam ist am Samstag einer der berüchtigften Wilddiebe daselbst, Namens Berlin aus Barnim, durch den zum Forst­schutz abcommandirten Jäger Krause vom Garde-Jägerbatatllon in der Nothwehr er­schossen worden. Berlin, welcher in der dortigen Gegend als verwegener Wilddieb weit und breit bekannt war, wurde mit der Flinte in der Hand vom Jäger Krause im Wildpark angetroff.n. B>i dem hierauf sich entspinnenden Wortwechsel, welcher noch in einiger Entfernung geführt wu'de, da Berlin, als er sich ertappt sah, versuchte, sich aus dem Staube zu machen, erhielt der Jäger Krause einen Streifschuß in die Lenden­gegend, der ihn jedoch nicht hinderte, die Verfolgung fortzusetzen. Diese führte denn auch sehr bald zu einem Handgemenge auf Leben und Tod, da Berlin nunmehr dem Jäger die Büchse zu entreißen suchte. Beide starke, kräftige und gewandte Männer kämpften nun eine Zeitlang Brust an Brust, wobei jeder sich in den Besitz der Jäger­büchse zu setzen suchte. Endlich gelang es dem Jäger Krause, die Mündung seiner Büchse dem Wilddiebe zuzuwenden und abzudrückm, wodurch dieser aus nächster Nähe den tödtlichen Schuß durch die Lunge erhielt.

Köln, 22. März. Vorgestern zogen Fischer an der Mühlheimer Heide verschiedene Ktrchengeräthe aus dem Rhein; die werthvollen Theile waren abgetrennt und an den metallenen Ueberresten reigten sich Spuren von stattgehabten Untersuchungen. Die Gegenstände, welche unstreitig von einem Diebstähle herrühren, wurden der betreffenden Behörde übergeben.

Greifswald, 20. März Gelegentlich des Stiftungsfestes des von Frerich« und Leyden in Berlin vor einigen Jahren gegründeten, für die gcsammte medicmische Wissenschaft so bedeutungsvollen Vereins für innere Medicin wurde der D>rector der hiesigen medicinischen Klinik, Herr Professor Mosler, zum correspondirenden Ehren­mitglied ernannt. Diese Auszeichnung, welche bis jetzt nur wenige Aerzte theilen, ist auch in diesem Jahre nur ein gen durch Tüchtigkeit heivo>rag nd'N Klinikern geworden. Außer Professor Mosler haben dieselbe Professor v. Lieber meister in Tübingen und Geh. Rath Seitz in Wiesbaden bei dieser Gelegenheit erhalten.

Folgende recht philosophische Fassung hat eine südamerikanische Zeitung der Localnotiz von einem im Ministerpräsidentenbotel verübten Einbruch gegeben. Sie schreibt:Uebelthäter sind diese Nacht im Ministerpräsidentenhotel T eingebrochen- Sie müssen wie besessen gewesen fein von einer Art Stehlwuth, denn außer allem Silberzeuge und baarem Gelbe haben sie noch vieles Unnütze und Werthlose weg­geschleppt, so das Mintsterportefemlle mit allerlei Vortrags- und Gesetzentwürfen und anderen Papieren und Documenten ohne Werth!"

sTod durch ©leftridtat.] Samstag Abend« ereignete sich im Bahnhofe der Ungarischen Staatsbahn zu Budapest ein eigenthüml'cher Unglücksfall. Bei der Probe­beleuchtung durch elektrisches Licht, die bort gegenwärtig vorgenommen wird, kam nämlich ein Arbeiter ber elektrischen Strömung nahe unb wurde von derselben im Nu getobtct

Ein Robinsonleben hat bie Mannschaft be« amerikanischen SchoonersPilots- Bride" saft ein Jahr lang auf ber Desolation-Insel geführt Während eine« heftigen Sturme« nm 2. October 1881 büßte das Schiff, das sich zum Wallfisch- unb Robben­fang auf ber Fahrt nach bem südlichen Ocean befand, das Steuer ein. Die Mann­schaft v rließ dasselbe auf ber Höhe ber Desolation-Insel unb begab sich ans Gestade, Am 5 October fand die auf dem Hochland der Insel Auslug haltende Mannschaft, daß das Schiff verschwunden sei. Später wurde eine ansehnliche Menge Trümmer des Schiffes sammt Provtantvorräthen an die Küste gespült. Diese Vorräthe, sowie Kaninchen, welche auf der Insel im Ueberfluß vorhanden sind, unb wilber Kohl bienten ber Mannschaft als Nahrung. Am 4. September v. I. erst würbe die Mannschaft von dem SchoonerFrancis Allyn" aufgenommen unb später in Capstadt gelanbet.

Nach ben statistischen Ermittelungen bes Vereins beutscher Eisen- und Stahl- inbuftrieHer belief sich bie Roheis^nprobuc'ion bes beutschen Reichs (einschließlich Luxemburgs) im Monat Februar 1883 auf 269 220 Tonnen, barunter 155 711 Tonnen Pubdelroheisen, 12 623 Tonnen Spiegeleisen, 41403 Tonnen Bessemer-, 25097 Tonnen Thomasroheisen und 31986 Tonnen Gießereiroheisen. Die Production im Februar 1882 betrug 241600 Tonnen. Vom 1 Januar bi« 28. Februar 1883 wurden producitt 543 215 Tonnen gegen 526 817 Tonnen im Vorjahre.

L i t e rar isch ed."

In dem so überau« reichhaltigen und 'intereffanten Familienjourna!Die Jllustrirte Welt" (Deutsche Verlags-Anstalt svorm Ed. Hallberger) in Stuttgart) beginnt jetzt mit dem Schluß des ausgezeichneten Dewall'schen RomansAn der Grenze", ein neuer Roman von Eduard Schmidt:Der Kampf einer Frau", welcher ein höchst interessantes Famtlienbrama vor bem Leser zu entwickeln scheint, indeß ber große RomanChavrtllac" von Leo Warren auf ben Höhepunkt feiner drama­tischen Verwicklung gelangt unb den Leser in athemloser Spannung erhält. Dann finben wir in dem neuesten Hefte noch eine reizende Dorfgeschichte von Vacano und neben ber Biographie bes neuen Bundespräsidenten ber Schweiz ein komisches Reise­abenteuer eine« Hauslehrers in Rumänien; ferner kleinere Artikel aus bem amerika­nischen Straßenleben, Anekdoten, Gedichte und die belehrende Abhandlung: tägliche Kost". Dazu ist die Bilbausstatiung berJllustrirten Welt" stets gleich reich, und hübsche Porträts wechseln mit Natur-, Volkslebens- und Zeitereigniß- bilbern ab, Genrebilder regen Phantasie und Gemüth an, in der Correspondenz wird ber wißbegierige Leser befrtebigt. Das Journal leistet in vollem Maße, was cs beim Beginn des neuen Jahrgangs versprochen, ja es wird stets interessanter durch den Fortgang der vortrefflichen Romane. Es ist in Anbetracht des Gebotenen wirklich fabelhaft billig.

Als ein vorzüglicher Ralhgeber für jeden Geschäftsmann, ber tnferiren w'll, kann unstreitig die soeben erschienene 23. Auflage des großen Zeitungs-Verzeichnisse« von G- L. Daube u. Comp. in Frankfurt a. M. empfohlen werden. Dieselbe ist auch dieses Jahr wieder in mancher Hinsicht verbessert worden unb enthält in einfacher unb praktischer Weise basjenige Material, was für ben Inserenten wissenswerth und nothwendig ist, ohne aber burch überflüssige Angaben bte Uebersichtlichkeit zu beein­trächtigen. Die Central-Annoncen-Expedition von G- L. Daube u. Comp., welche in allen größeren Städten Filialen ober Agenturen besitzt, versenbet da« kleine Werk auf Verlangen gratt« unb franco.

Handel und Berkehr.

Gießen, 21. März. Auf dem heute unb gestern bahier abgehaltenen Viehmartt waren aufgetrieben: 1340 Stück Rindvieh und 468 Stück Schweine. Die Preise bei Rindvieh, namentlich bei Kälbern waren sehr hoch, bet Schweinen blieben die Preise unverändert.

«Uli'";

W!\ ii^1 KtzS

* wrtfi asA

w

Wrz Wann, iof1 a P MW Don Groom-Hl" SeilnwaareMd 21. Der aitt Moime kw berg ooa

MSrj- 17. gllsabclhe ZropP. mann Ernst M bis -auunlernch'

März- 13- U Gin Loh» vo ff rochier, ec Dem Äfluim -Mtze ein Loh' Bwölls, Aeorg Mr von nuS

17- Dem Mgmtthe. 17. EM le ein vc 18 Dem schloß 21. Sm Sohn vo

Mz. 16. Meisters Mhüm HMchuhmacher> 4lt, Lohn deS G -Lchudmachcrs & alt, Lohn M L Lohn des Weißt -des Pollius bet ioitet des Äüt LA des Lchu M Restaurnteui Sitlwe des @qi Zohre alt, $ RWrrsbmg, i il- Mavm Het W des Lchn

. Im Concurj Johannes

M steht znr ; T^nung und ji ! Zungen gegei

Mttwod) be I a . ^orgi

111 unrein ließen, den:

1999

Nächster Markt Dienstag den 3. April b. I.

Ili 2002