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der Sobranje mittelst Acclamation angenommen. Die Annahme dieser Adresse hat aber bereits zu einer für Bulgarien sehr ernsten Krisis geführt, indem das bulgarische Ministerium in Folge dessen seine Demission einreichte. Fürst Alexander ist hiermit vor die unangenehme Alternative gestellt, entweder die Sobranje aufzulösen oder das Demissionsgesuch seiner Minister anzunehmen und hierdurch Front gegen die russische Regierung zu machen.
In Serbien haben in dieser Woche die Wahlen zur Skupschtina stattgefunden. In der Hauptstadt Belgrad schlossen dieselben mit einem vollständigen Siege des Ministeriums Pirotschanatz, denn die Candidaten der fortschrittlichen (Regierungs-) Partei, Ionin Pavlovic und Michael Pavlovic, erhielten 961, die liberalen Candidaten 590 und die Radicalen nur 273 Stimmen.
Aus dem Odenwald wird dem „T. A." geschrieben: Die Frau eines 'tr. stationtrten Beamten hatte einen Ausflug unternommen und passirte dabei den Wo^ cr < der Eltern ihres Dienstmädchens. Bereits am nächsten Morgen erschien eine jün a- Schwester des Mädchens bei der Herrschaft und theilte ihr mit, daß sie NamenZLcr Eltern für die Dienende zu kündigen beauftragt sei, weil die Herrschaft an dem Hik vorbeigegangen und keinen Besuch abgestattet habe. Kein übler Zug!
. ^H?"au, 19. September. Herr Oberförster Link, der frühere Fasanenme^ tn ^Lllhelmsbad, wollte heute mit seinen Töchtern den Manöoern bet Dorfelben wohnen. Wahrend L. an seiner Chaise etwas repari te, wurde sein Pferd scheu jung durch. Die Töchter sprangen aus dem Wagen und haben sich an Kopf J* H^den sch^r verletzt; der Wagen wurde stark beschädigt und auch das Pferdlbc Schaden gelitten.
m,n,n""Ja^Strnlln6!] Nach einer Mittheilung des Herrn ®r. v. Klenze in SDlürc:« Glückstraße Io, beruhen die in großen Tagesblättern häufig erscheinenden 2Inno ril ^^'u landwirthschaftliches Personal, Güter-Dtrectoren, Verwalter rc. gesucht wrDflL nnb dw nicht von Gutseigenthümern, sondern kaufmännischen Agenturen und St«.^ vermittelungsbureaus ausgehen, fast ausnahmslos auf Schwindel, indem von bemf* Meldenden im Voraus ein gewisser Betrag (10, 20, 30 <X) zur Spesendeckung lanßt wirb. Zahlt man diesen Betrag, so erhält man die Nachricht, daß die schon vergeben fei, ist man vorsichtig und zahlt nicht, so erhält man keine Antiw
v- A^nze fordert alle Diejenigen, welche ähnliche Erfahrungen gemacht, auf, P darüber Mittheilung zu machen.
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Mainz, 18. September. Der Verband der gewerbtreibenden Bäckermeister von Hessen (Kurhessen und Großherzogthum Hessen), Nassau und Waldeck, welcher hier tagt, beschloß heute, daß die Delegirten zum nächsten Centralverbandstage dahin wirken sollen, daß in die Statuten ausgenommen werde: 1) in den Verband sollen nur freie Innungen ausgenommen werden, die durchaus den Bestimmungen entsprechen. 2) tn Städten von mehr als 100,000 Einwohnern kann sich mehr als eine Innung bilden, wenn sie den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend organisirt ist, auf je 100.000 Einwohner soll eine Innung zulässig sein. Nach einiger Berathung wird hierauf beschlossen, Wiesbaden zum Ort des Verbandstages zu wählen; für den Fall, daß Wiesbaden adlehnen soll, wird Worms die Uebernahme des Verbandstages auferlegt. Mainz wird hierauf einstimmig zum Vorort für die nächste Periode gewählt. Nach Erledigung einiger Gegenstände der Tagesordnung von untergeordneter Bedeutung wurde von Herrn Landgrebe (Kassel) mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Mainz der 2. Ver- bandstag der Bäckermeister geschlossen.
Essen, 19. September, lieber das Grubenunglück auf der Zeche Massener Tiefbau meldet die „Rhein.-West. Zig."- „Wie die Explosion bet der sehr starken Ventilation und der guten Wetterführung der Zeche möglich war, wird die bergamtltche Untersuchung, zu welcher Bergrath Hiltrop heute Nachmittag aus Dortmund hier ein- getroffen ist, ergeben. Eine aufgefundene Patronenhülse legt die Vrrmuthung nahe, daß in dcm Flötz trotz des Verbots geschossen und dadurch die Explosion herbeigeführt worden ist. Von den 15 Getödteten sind 11 Familienväter. Seit 10 Jahren ist dies das erste Unglück auf Zeche Massener Tiefbau "
Trier, 19. Sept. Der Standesbeamte der Stadt Trier, Beigeordneter Melchior, feierte gestern sein 50jähriges Dienstjubiläum.
— In Gotha sind neuerdings wieder drei Personen mittels Feuer bestattet worden- Es waren die Hoskürschners-Wsttwe Frau Clara Albrecht von Gotha, Gutsbesitzer Reich aus Tonna und Landgerichtsdirektor Hempel aus Stettin, so daß im Ganzen nunmehr 139 Leichen in Gotha verbrannt worden sind
Berlin, 15.September. (Unerwartetes Wiedersehen) Eine Aufsehen erregende Scene ereignete sich neulich tn der G rtraudtenstratze. In dieser Straße trottete, an einen vollen Obst- und Gemüsewagen gespannt, ein auffallend schöner schwarzer Hund mühsam und geduldig neben seinem Herrn her und ertrug gefaßt und ergeben sein eben nicht beneidenswerthes Loos. Plötzlich aber kam ein seltsames Leben in den Hund, mit einem langgezogenen Gewinsel verließ er den Straßendamm und sprang mit jähem Ruck aus das Trottoir, so daß der Wagen umschlug und in buntem Gewirre Birnen, Pflaumen und Gemüse aller Sorten auf der Straße umherflogen. Erstaunt und erschrocken blieben alle Passanten des Trottoirs stehen, aber nichts achtend, sprang der Hund, das umgestürzte Fuhrwerk nach sich schleppend, an einem noch ahnungslos dahinschreitenden Herrn in die Höhe. Dieser wandte sich erschrocken um und „Cäsar' Cäsar!" tonte es laut und freudig aus seinem Munde. Aus diesen Laut hin kannte nun der Jubel und das Ungestüm des Hundes keine Grenzen mehr und mit Rührung sahen die Umstehenden dieser Scene des Wiedersehens zu. Denn ein Wiedersehen war es in der That, wie man jetzt aus den sich enispinnenden Auseinandersetzungen des früheren und des jetzigen Besitzers des Hundes entnahm- Vor ungefähr 3 Monaten war dem Ersteren der Hund, der ihm .wegen seiner Schönheit und Klugheit sehr theuer war, gestohlen worden. Der Letztere hatte denselben erst kürzlich, wie er beweisen konnte, von unbekannter Hand gekauft- Und was war das Ende dieser immerhin Aussehen erregenden Scene? Der frühere Herr des Hundes zahlte bereitwilligst vor Aller Augen 100 JL an den andern und dieser zog mit seinem Vehikel und den Uebemften seines Obstes und Gemüses zufrieden ab.
Dublin, 13. September. Im vorigen Jahre wurden aus der Dubliner Bank Lstr. 5000 in Gold gestohlen. Ein Beamter, welchen man deswegen tm Verdacht! hatte, wurde etngezogen und des Verbrechens angeklagt, von den Geschworenen jedoch aus Mangel an Beweisen fretgesprochen. Das Geld war und blieb verschwunden. Wie es sich nun herausstellt, kam es auch dem Diebe, wer er immer gewesen fein nag, abhanden. Vor einigen Monaten gingen vier irische Arbeiter, welche bei einem oer- ftorbenen Freunde die Todtenwache gehalten hatten und dem Landesgebrauche geaifif mit den Libattonen zu Ehren des Dahingeschiebenen nicht sparsam gewesen waren, in den ersten Morgenstunden nach Hause. Ein Hund — der einzig Nüchterne der (Se- sellschuft — begleitete sie und fing, als er dem Flußufer entlang lief, plötzlich so heftig zu scharren und zu bellen an, daß er selbst die Aufmerksamkeit seiner stark umnebdltn Herren erweckte. Sie sahen nach und fanden den Hund an einem Ledersacke zerren,
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Berlin, 19. September. Die kilometrische Länge der telegraphischen Leitungen der großen Continentalstaaten weist dermalen folgende Zahlen auf: Deutschland 260,636 Kilom. (davon 37,604 unterirdisch); Rußland 223 538 (davon 250 unterirdisch) ; Frankreich 211,607 (davon 11,656 unterirdisch); Oesterreich-Ungarn 147,424 (davon 571 unterirdisch); Italien endlich 89,150 Kilom. In Deutschland kommt schon auf 4388 Einwohner eine Telegraphenstation; in Frankreich auf 6442, in Oesterreich auf 8534, in Rußland erst auf 27,091.
— Seit einigen Jahren werden aus Steiermark bedeutende Quantitäten von Kernobst (Aepfel und Birnen) nach Deutschland tmportirt, woselbst dieser Artikel zur Darstellung des Obstweines Verwendung findet. Händler aus Deutschland kauften im verflossenen Jahre das Kilogramm mit 3-4 Kr. und sendeten gegen 700 Waggon- labungen (ä 300 bis 400 fl) nach ihrer Hetmath, wo trotz der hohen Fracht das Geschäft sich nicht schlecht renttrt. Das Tafelobst aus Steiermark hat seit einiger Zeit den deutschen Markt ebenfalls erobert; es gehen Hunderte von Waggons (ä 700 fl. bis 800 fl. der Waggon) über die Grenze, so daß sehr erhebliche Summen, besonders im verflossenen Jahre, für Obst nach Steiermark kamen.
Hinwiederum werden dieses Jahr aus mehreren deutschen Landschaften, namentlich aus Sachsen und Thüringen, große Mengen saurer Pflaumen von Hamburger Händlern aufgekauft und nach England exporttrt. Dieselben bezahlen 4 Jü pro (Str., außerdem 1,50 Frachtkosten bis Hamburg pro Ctr, von wo ab die nicht unbedeutenden Wettertransportkosten und Spesen noch hinzutreten. Die Engländer sollen von diesen deutschen Erzeugnissen Spiritus bereiten.
— Den neuesten einschlägigen statistischen Erhebungen zufolge gibt es in Italien 32,000 evangelische Christen, welche verschiedenen Confessionen angchören. Dazu kommen 22,000 permanent in Italien lebende evangelische Ausländer; die Zahl der vorübergehend in Italien verweilenden evangelischen Ausländer wird auf etwa 8000 geschätzt- Die evangelische Bevölkerung Italiens zerfällt in sechs Kirchengemein- schaften. von denen jede alljährlich mehr als 100,000 Lire zu religiösen Zwecken verausgabt-
Magdeburg. „500 Mark zahle ich dem, der beim Gebrauch von Kotbel Zahnwaster, ä Flacon 6u Pfg , jemals wieder Zahnschmerzen bekommt." Diese Annonce war fast in allen Zeitungen zu lesen und der Böttcher Schneidewind, der an ^ahncotl litt, glaubte durch Ankauf einer Flasche des angekündigten Heilmittels auS einer hiesmn Niederlage vor die angenehme Nothwendigkeit gestellt zu sein, entweder seine 93L schmerzen zu verlieren oder über 500 Mark qu-ttiren zu müssen. Da nach adjttaufaem Gediauch einer Flasche feine Beseitigung des Schmerzes eintrat, wandte sich Schneide- wind an den Friseur, hei dem er die Flasche gekauft und bat um Auszahlung da 500 Mark. Dieser wies ibn aoer an den Fabrikanten selbst Er schrieb nun auch m diesen um dre 500 Maik, erhielt aber keine Antwort und zeigte nun die Sache du Pol zei an. Seitens der Amtsanwaltschaft war deshalb gegen den Fabrikanten Hernianii Gr tters in Berlin, der das Kothe'sche Zahnwasser fabricirt und in den Handtt bringt Anklage wegen Betrugs erhoben- Diese Anklage stützte sich darauf, daß Gr,Ilers hem Zahnwasser eine Heilkraft, die ihm fehle, angedichtet und durch das fälschliche $er. sprechen von 500 Ma-k Entschädigung zum Ankauf verleitet und den Käus r dadunt in feinem Vermögen beschädigt habe. — Glitters räumte zwar alle Thatsachen da Anklage ein, behauptete aber, sein Zahnwasser besitze wirklich die Heilkc-aft. Sei solchc bet Schneidewmd noch nicht eingetreten, so liege dies einfach daran, daß birfer ba$ Mittel nicht richtig und zweckentsprechend angewendet, namentlich das nöthtge QuaniW nicht verbraucht habe. Schneidewind müsse zunächst den Beweis führen, daß er nodi Zahnschmerzen habe, wenn er sich dann zur Kur mit dem Heilwasser verstände müt er — Angeklagter - ihm die Schmerzen vertreiben- Das Gericht schloß sich laut bei „Pfennig-Ztg " dieser Ausführung an und vermißte tn der Handlungsweise des Angeklagten alle Merkmale des Betruges. Der Preis einer Maare beruhe auf Unheil und sei selbst, wenn zu hoch, keine falsche Thatsache. Dem Angeklagten hätte'bei Beweis geführt werden müssen, daß sein Zahnwasser seiner Zusammensetzung nadjoat nicht geeignet ist, Zahnschmerzen zu vertreiben und daß dies dem Angeklagten bekannt gewesen sei. Durch die etne von Schneidewind verwandte Flasche sei dem Angeklagten der die Heilkraft behaupte, das Gegenthetl noch tn keiner Weise dargethan. Wenn bm Schneidewtnd allein die Hoffnung auf Erlangung von 500 Mark nicht in Ersüllunii gegangen sei, so reiche dies zum Thatbestande eines Betruges nicht aus- Wenn er in dieser Hoffnung das Waffer gekauft habe, so beweise das seine Leichtgläubigkeit und sein allzu großes Vertrauen zum Angeklagten, daß dieser in jedem Fall die Zahnschmerzen mit seinem Mittel bannen könne. Ob Angeklagter es mit den 500 Maik ernstlich gemeint, oder ob lediglich Reclame vorliege, könne unerörtert bleiben, jedenfM treffe ihn kein Vorwurf, wenn er nicht gleich bet der Behauptung Jemandes, feint Zahnschmerzen nicht verloren zu haben, 500 Mark aufzähle. Wie von vornherein nicht anders erwartet war, lautete das Urthetl auf Freisprechung.
— Die von verschiedenen Blättern, auch von uns gebrachte Notiz betreffs eines Blitzzuges Paris-Berlin dürfte dahin richtig zu stellen fein, daß derselbe keinesfalls über Frankfurt, sondern, falls die Verbindung perfect werden sollte, über Köln gefühlt werden wird. Dagegen ist man zur Zeit mit einem weiteren Btttzzug-Projccl beschäftigt, es wäre dies für die Route Calais-Köln, „Mainz-Darmstadt-Aschoffenbmg^ Nürnberg-Passau-Wten, welche mit Schlaf- und Restaurations-Wagen tn besondim Schnellzügen befahren werden und die tn Wien Anschluß an die Orient-Expreß^ügi finden sollen.
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welcher, wie sie bald sahen, mit lauter Souvereigns gefüllt war. Das machtt M .h, Enw u-il Leute beinahe nüchtern. Sie gaben dem bellenden Hunde als Finderlohn einen ssch "-•undOran^n Äei tritt, um ihn zum Schweigen zu bringen und schleppten den Sack nach Hause. $«t PfretdurehufS theüten sie sich in den Inhalt, der über 4000 Lstr. betrug. Drei der „ehrlichen" Firbir, . rein Zflr HerstdiB„^ bie lebige Burschen waren, hatten nichts Eiligeres zu thun, als zu heirathen und rat T
Australien auszuwandern; der vierte der glücklicyen Gesellschaft, ein Schuster, W MmpäDtzs.jn zurück und wird sich jetzt vor dem Gerichte zu verantworten haben.
_ -'Pa mAm Alsterufer spielte sich dies-r Tage eine rührende Scene ab ' «
3met klein-' Mädchen spielten in einem Boot vor dem elterlichen Hause, als das dm ^nraidu-rfni'sseD. und
Kind ins Wasser fiel. Ein großer Hund sprang schnell wie ein Blitz ins Wasser -in! iandpar'L^- faßte das Mädchen mit den Zähnen an den Kleidern. Das Thier bemühte sich h'tit ”'>erten tÄ"’ vergeblich, das Kind wieder ins Boot zu bringen, bis ein Bootsmann herbeieilte Jot 1 '
dem treuen Thier die Bürde abnahm. Der Hund war so ermattet daß er schließ selbst gerettet werden mußte. Entzückend war es. die Freude desselben anzuschen, & dos Kind von den Eltern in Empfang genommen wurde. Er sprang um das ger eWi Mädchen herum, leckte ihm die Hände und bellte dazwischen, als ob er sich sc« Heldenthat freute.


