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8 i nt b it r g, 21. Februar. Rother Weiten X 17.25, Weißer Weizen vA 17.20, Korn X 11.75, Gerste AL 8.45, Hafer X 6.55, Erbsen X —.—, Kartoffeln ,//£ —
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Berlin, 21. Februar. Abgeordnetenhaus. Steuererlaß Debatte. Bet der Beratung der Vorlage des Erlasst der 4 untersten Ktassensreuerstufen wird über die bie Lizenzsteucr betreffenden Paragraphen vorweg adgestimmt und werden dieselben mit allen Stimmen gegen 3 oder 4 Conservative adgelehnt. Der Ftnanzmintster stimmte den Beschlüssen der Commission zu, welche die Absichten der Regierung in Bezug auf die Beseit.gung der Steuerexekutionen größtentheils verwirklichen, dagegen bat er, den Antrag Hammerstein, welcher einen Zuschlag zu den oberen Stcuerstufen will, ab- zulehnen. Nachdem Rickert, Büchtemaun, Bennigsen und Wlndthorst den CommtssionS- antrag befürwortet und den Antrag Hammerstein bekämpft, wurde letzterer abgelebnt und $ 1 in der CommissionSfassung genehmigt. Der Antrag Büchtemann, einen Para- grapd-n einzuschieben, wonach die Vergünstigung der Zurücksetzung in eine niedrigere Steuerstufe auf die erste dis einschließlich fünfte Stufe der Einkommensteuer sich erstrecken soll, wird unter Zustimmung der Regierung angenommen. Der Rest der Vorlage wird nach den Commissionsanträgen genehmigt. Die zu 8 3 aufgeworfene Frage, ob durch diesen Paragraph nicht Schädigung des Wahlrechts eintreten könne, wird nach Antrag Bennigsen'S an die Commission o.rwiesen.
Fortsetzung morgen.
München, 21. Februar. Der König hat das Abschiedsgesuch des Jn- specteurs der Artillerie und des Trains, Generals Graf Bothmer, genehmigt und an dessen Stelle den bisherigen Stadt-Commandanten, Generalmajor Ritter von SDiud ernannt. An Stelle des Letzteren tritt General-Lieutenant v. Heckel.
Nour, 21. Februar. Wie der „Agenzia Stefani" aus Tripolis gemeldet wird, hat der Appellgerichtshof gestern dos Erkenntniß erster Instanz, durch tvelcheS die beiden der Beleidigung des italienischen ConsulatS angeklagteu Personen zu 5 resp. 7 Tagen Hast verurtheilt worden tvaren, abgeändert und gegen den angeklagten Kapitän Giamil auf eine 45tägige und gegen den mitschuldigen Telegraphen-Beamten aus eine dreimonatliche Gesängnibstrafe erkannt. Der itatlenische Botschafter, Graf Corti, hatte, wie der „Agenzia Stefani" aus Konstantinopel berichtet wird, entsprechend den au ihn ergangenen Weisungen aus Bestrafung der an den letzten Vorfällen in Tripolis Betheiligten und auf emen Akt öffentlicher Genugthuung gedrungen. Die Pforte hat die Billigkeit dieses Verlangens anerkannt und den General-Gouverneur von Tripolis rele- graphijch angewiesen, in Person dem itallenischen Consul einen osstciellen Besuch abzustatten und demselben über das Vorgesallene sein aufrichtiges Bedauern auszusprechen.
New-Uork, 21. Febr. In der hiesigen deutschen katholischen Schule, in welcher gegen 500 Mädchen und 200 Knaben der unteren Volksklasten zum Unterricht versammelt waren, brach gestern ein unbedeutendes Feuer aus. Alles wurde von panikartiger Bestürzung ergriffen und eilte den Ausgängen zu, auf den Treppen wurden die Kinder so ineinander gedrängt, daß 16 derselben das Leben einbüßten und 6 andere verletzt wurden. Viele Mütter waren nach der Schule geeilt, um ihre Kinder zu retten.
SchiffSbericht. Mttgethesit von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in
Bremen, C W. Dietz Nachfolger, Gießen.
B remen, 21. Februar. Der Postdampfer General Werder, Capt- H. Christoffers,
vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 10. Februar von Newyork abgegangen
war, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen und
hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 9 Uhr
Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 86 Passagiere und
volle Ladung.
Bremen, 21. Februar. sPer transatlantischen Telegravh.^ Der Postdampsck
Donau, Capt. N. Rmgk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am
4. Februar von Bremen und cm 6. Februar von Southampton abgcgangen war,
ist beute 9 Uhr Morgens wohlbehalten in Rewnork angekommen.
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5°/o 1877r Russen , . .
Rente —, 4°/o Unific. Egypte^72"/^ Disconto Coinm. 1963/e,
1083/4. Tendenz: fest. V
— In einer jünst in Licgnttz stattgehabten Gerichtsverhandlung vei weigerte der Angeklagte den Manifestationseid, weil er angab, denselben n'cht leisten zu können, da er ein goldenes Füufmarkstück verschluckt habe und dasselbe noch im Magen festsitze.
** Die in Wilhelmsdorf bei Bielefeld gegründete Colonie für Arbeitslose scheint auch anderwärts Nachfolge zu finden. Die nächste im großen Styl angelegte derartige Anstalt wird jetzt in der Provinz Sachsen vorbereitet. Bei Jüterbogk ist nämlich ein dem Staate gehöriges etwa 1000 Morgen Moorboden umfassendes Terrain iüt biefen Zweck in Aussicht genommen. So großartig wird man nicht überall beginnen können, erwünscht wäre eS aber, daß auch anderwärts an Arbeitslose gedacht würde. Wer nichts zu leben hm, dem muß ja bie officielle Armenpflege entsprechende Unterstützungen gewähren Wie segensreich würde es aber für den zu Unterstützend.m, wie vo^th ilhaft für das Gemeinwesen sein, wenn dem Betrag in Geld an Nothdürftige in allen Fällen eine Arbeitsleistung gegenüber stände. Der berühmte Deutsch-Amerikaner Astor, welcher in New-York verschiedene Wohlthätigkcitsanftalten gründete und ein warmes Herz für die „Enterbten" hatte, gab nie einem Bettler ein Geschenk, aber jeder Arbeitslose erhielt Arbeit und bestand sie auch nur darin, daß er einen Haufen Steine von Rechts nach LtnkS und wenn das geschehen war, wieder von Links nach Rechts tragen mußte. Wer über solche Arbeit raisonnilte oder fi* wohl gar als völlig nutzlos und zwecklos bespöttelte, wurde ohne Gnade und ohne Hülfe weiter geschickt, denn Arbeit segnet! war Astors Wahlspruch. Mittellos war er tm Jahre 1783 von Waldorf im Badischen nach Amerika ausgewandert, wo er sich durch rastlose Thättgkeit e<n so bedeutendes Vermögen erwarb, daß er im Jahre 1848 als einer der reichsten Männer Amerikas starb. Sein Name lebt fo't durch die in N.'w Aork heute noch bestehende Astor- Bibliothek (über 150,000 Bände), ferner durch eine von ihm begründete Erzdhungs- anstalt für arme K'Nder und eine Versorgungsanstalt für alte hülfsbedürftige Personen. Aber auch seine Grundsätze verdienen fortzuleben: Keine Geldunterstützungen ohne Gegenl istung!
Petersburg. Der neulich ausgebrochene kleine Aufruhr tm Gefä'gniß auf der Wydurger Seite hat keinen politischen Cbarakter. Es waren gegen 600 gewöhnliche Verbrecher, welche am Abend ausbrachen, die Wei kstätte, wo sie den Tag über beschäftigt sind, aufbrachen und mit Beilen, Stangen und Fellen bewaffnet Über ihre Wärter beifiden. Einige erkletterten das Dach und warfen Steine auf die Herbetgeeilte Pol zei. Da kam endlich eine Compagnie deS Pawlowsky'fchen Garde-Regiments unter Führung des Hauptmanns Baron 0 Köhne. Dieser ließ zuerst in menschenfreundlicher Welle ] blinde Schüsse aus die Leute abgeben, welche die Dächer bestiegen hatten und mußte er i mit Mühe die durch Bellhiebe verwundeten Soldaten abhalten, blutige Rache zu nehmen. Zwei Ausrübrer wurden durch Bajonnetstiche gelobtet, sieben schwer und viele leicht verwundet Bald nach Mitternacht war die Ruhe hergestellt und begann die Uater-4 suchung. D'e Leute hatten über nichts zu klagen — sie wollten sich nur befmen.
— Eine interessante Entdeckung, welche geeignet ist, auf die prähistorische Ge-»j sch chle Deutschlands ein Licht zu weifen, ist dieser Tage bei Andernach a Rh gemacht worden. Aus eine Anze'ge des Herrn C. Könen, baß man in einer Bimssteingrube von I. M- Schumacher zerschlagene Th erkaochen unter dem Bimsstein gefunden habe, bat Professor Schaaffhausen aus Bonn eine genaue Untersuchung der Fundstelle vor: < genommen und den unter dem BimSste n ruhenden Laoastrom. der hier nur noch eine I Mächtigkeit von 2 Mtr. bat, auf einer Strecke non 5 Mir. bloslegen lassen. Es zeigte^ sich, daß die Spalten zwischen den Lavablöcken 60 bis 100 Cm. tief mit Bimsstein» darunter aber mit reinem Lehm auSallüllt waren, tn dem zahlreiche von Menschen zerschlagen- Thierkuvchen, meist vom Ochs und Rind, und viele Feuersteingerätbe lagen. Hier muß eine alte Niederlassung sick befunden haben, von der die Speiseabfälle in die j Spalten des Laoastromes gefallen sind, ehe die Bedeckung mit Bimsstein ft^ttfanb. j Der Mensch war also unzweifelhaft Zeuge dieses vulkanischen Ereignisses.
— sVacante Stellen für Militäranwarter <m Bereich des 11. Armeccorpsf 1 Altena, E'fenbahmBelriebsamt, 2 Bureau-Afpiranten, 112,50 JL monatlich, nach definitiver Anstellung 1350 JL Gehalt: 2 Canflei-Asptranten, 90—100 JL monatlich, nach d fin'lwer Anstellung 1200 „M Gehalt. Buttelstedt, Postagentur, Landbriefträger. 540 JL jährlich. Cassel, Postamt, HilfSbotcn im Packetträgerdienst, 1,80 täglich; Postschaffner im inneren Dienst, 980 jährlich. Eschwege, Stadtrath, Polizeisergeant, 750 1125 JL jährlich Hersfeld, Stadtrath, Ausrufer, 228 Jt. jährlich; Friedhofs D putation. Todtengräber, 250 JL jährlich Jena, Landkrankenhaus, Wärter, 180 JL und freie Station Meiningen, Postamt, Packetträger, 78S- 908 jt jährlich;. Pon- amt I., Landbriefträger, 708 .M. jährlich. Rothenstcin, Postagentur, Landbnefträger, 510 vil jährlich Siegen, Amtsgericht, Lohnschreiber, für jede Seite 4 -7 Pf Wall- darf, Postagentur, VanbbiiefträgiT, 510 i/. jährlich Weyhers, Postamt, Landbriesträger, 510 JL jährlich. Wiesbaden, Bürgermeisterei, Schulpedell, 900 JL jährlich nebst freier Wohnung und Heizung; Stadlb.ener. 1050 JL jährlich. — Im Bereich der Giotzb Hessischen 25. Division. Darmstadt. Mmn-Neckar-Bahn, 2 Ersatz-Bahnwärter, 750 JL jährlich und freie Montur. Waldmichelbach, Amtsgericht, Gefangenwärter am Haft: lokale, 300 JL jährlich, freie Wohnung, Heizung und Beleuchtung.
— [Unfraut vergebt nicht!j Herr H., en bejahrter Rentier in Berlin, b.sitzt ( einen Sohn, der ihm durch fe ne extravaganten Str ich - schon oi -lm Kummer b,‘reitet 1 bat, d'e schließlich dahin führten, daß d-'r Vater sich, w nn auch m t schwerem Herzen, entschloß, sich auf lange Zell von dem Sohne zu trennen. Er verschaffte ihm eine Stellung in emem Newyork r Handlungshause und der damit e noerstanoene Taugenichts dampfte, vom Vater reichlich mit Geldmitteln versehen, '.ach Hamburg ab. Trotz der bodenlosen Leichtsinnigkeit des Sohnes faßte tiefer schreckep den alten Vater, als die Nachricht des Untergangs her „C'mbria" hierher gelangte, b-mit auf diesem Schiffe hatte der Verbannte seine Reise ang»treten. Er machte sich j'tzt bittere Vorwürse, daß er nicht versucht hatte, dessen Fehltritte auf andere Weise beizulegen. Da die Liste der Geretteten den Namen seines Sohnes nicht enthielt, wurde er von um so höherer Freude ergriffen, als er am Tage nach der .skatastrovhe eine Depesche vom isohne. folgenden drastischen Inhalts erhielt: „Lieber Vater, Unfraut vergeht nicht; 'ch bin gerettet; aber außer dem, was ich auf dem Le'be habe, besitze ich nichts All' mein' Geld ist futsch! Bitte, schicke mir anderes!" Mit schwerem Herzen öffnete der alte Herr noch einmal seinen Geldbeutel, um Hinte'her zu et fahren, daß er von dem Herrn Sohn — dupirt war. Das Söhnlein hatte sich so in die Freuden, die Hamburg bietet, vertieft, daß es den Abgang der „Cimbria" verpaßt hatte. Der schreckliche Vorfall bot dem „Gctslesgegenwärt'gen" eine günstige Handhabe, den alten Vater zum letzten Mast tüchtig zu schröpfen und die leer gewordene Gaffe wieder zu füllen.
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Darmstadt, 19. Febr Heute sand hier eine Sitzung deS Gesamml-Landes- comites zur Untelstutzung oer Wasserbeschädigten statt, in der zunächst milgeth tlt wu de, daß bis gestern 688,799 JL eingegangen waren, wovon noch 544,683 JL bifipombd sind. Davon sollen tn erster ß nie Futtermittel, Saatgut und Saatkaitoffetn angekauft werden, wofür nach den Ermittelungen der Organe des Verbands der laudw rthschaft l'.chrn Consumvereine zusammen t^a 5UU,()00 JL erforderlich fein weiden, tue aber zum Thetl — inan rechnet auf 2UU,0UU JL. — wieder nach der (5tnie zurückdrzahlt werden dürsten, so daß noch, abgescben von der Staatsbeihrlfe für Schaden au Moosiiar unb Viehverlust eine R stsumme verbleibt.
Groß-Gerau, 16. Februar. Am Dienstag waren Herr Kreisrath v Schenck und Herr rtret§baumeifler Schöneck in Raunheim anw.send, um nut der Gemeindevertretung wegen neu zu errichtender Dämme längs d^s Mains m Unterhandlung zu treten. — Zu den jetzt beginnenden Siebenen an den Asthcimer DammbrÜchen wotun ca. 300 Arbeiter beschäftigt werden können, haben sich autergangene Aufforderung hin nur 70 Mann (!), Astheimer etwa 40 und der Rest aus Trebur gemeldet, tiotz dem der dafür angefetzte Tagelohn, JL 1 70, als eine anftünbige Bezahlung uetrad)td werden muß
Aus Rheinhessen, 17. Februar. Unter dem Vorsitz des Bü germeistets Egly fand gestern Nachmittag in Oppenheim ein: Versammlung von Bürgerm.iitein uno Beigeordneten der waflerhffchädigten Gemeinden Alsheim, Boderiheim, D enhelm, Gimbsheim, Ludwigshöhe. Nackenheim, Nierstein und Oppenheim statt. Reichs- unb Landtagsabgeordneter Schröder, der zu der Versammlung erngelaben war, gab eine Uebersicht über die Nothlage der betroffenen Gemeinden, wob.t ec bie 500,000 X, welche von der Kammer bewilligt worden seien, angesichts des g'oßen Elenos als einen Tropfen Wasser auf einem glühenden Stern bezeichnete. 40 —42,000 Hectaren Land seien überschwemmt gewesen und 48,000 Menschen von dem Hochwasser betroffen worden. Bezüglich einer an die Landstände zu machenden Vorlage über eine Bewilligung von 2 Millionen Mark als Darlehen für die nothllloenden Gemeinoen können bis j.tzt, wie Dr. Schröder bemerkte, noch feine näheren Angaben gemacht werdm. Nachdem noch die verschiedenen Vertreter über die Nothlage ihrer betreffenden Gemeinden berichtet hatten, gaben sämmtliche Anwesende die Eiklärung ab, daß sie sich dem Gutachten der Mainzer Commission über die Rhein-Correctton vollständig anschlössen.
Kassel, 15. Februar. Seit Sonnabend werden die Gemüiher in unserer Stadt durch ein trauriges Vorkommniß in Aufregung gehalten. Es betrifft, wie man der „M Z " berichtet, den Selbstmord einer siebenjährigen Schülerin dec hiesigen höheren Töchterschule. Wenn auch bisher in der hiesigen Presse aus Rücksicht gegen die schmerzlich und t’ef ergriffenen Verwandten der vielleicht einzig in seiner Art dmiehendc Fall nicht veröffentlicht wurde, so liegt jetzt, nachdem volle Gewißheit über das Schicksal des Kindes vorhanden ist, ein Grund zur Geheimhaltung nicht mehr vor. Die kleine L- G., die Nichte eines hochgeachteten Staatsbeamten, der Vaterstelle an der kleinen Waise vertrat, mußte am Sonnabend Mittag wegen irgend einer Ungehörigkeit tn der Schule nachsitzen. Anstatt nach verbüßter Strafe nach Hause zu gehen, fetzt das kleine Mädchen ihren Hut auf, schnallt bas Ränzchen um, läuft direct nach bei Fulda und stürzt sich in die Fluchen. Das Hütchen wird alsbald am Ufer gefunden und läßt die trostlosen Verwandten das Unglück ahnen. Es wird gesucht unb gesucht, bis schließlich erst gestern Vormittag bie kl-ine Leiche aus dem Wasser gezogen wmbe.
Frankfurt, 19. Februar. Seit Frestag Abend wird in einer hiesigen Familie ein Mädchen von 9 Jahren v.rmißt. Der Vat.r beffelbtn lief am Mmn hin und her, bie Begegnenden angstvoll fragend, ob sie nicht etn Mädchm in dem ang gebenen Sliter gesehen hätten. Auf Befragen irflarte oer Mann, daß hin Kind noco nicht aus der Schule nach Haus gekommen sei; ferne Bücher habe es mit anderen Kindern geschickt unb tn seinem Lesebuch habe em Zettel gelegen, auf welchem bie Worte geftanben: „Sucht mich nicht, ich springe in den Main'^ Da das Mädchen noch nicht m das elterliche Haus zurückgekehrt, so ist allerdings Schlimmes zu befürchten.
Wiesbaden 15 Februar. Auf das Vermögen des Oberstabsarztes Dr. Liebmann ldes bekannten Homöopathen), welcher in der Militärbefix-iungsaffaire compronhttrt ist, wurde Beschlag gelegt. Es steht fest, daß er nicht nur zu jungen Leuten ins Haus gegangen ist, von denen er wußte, daß sh kerngisi.-nb waren und m.'thin für tauglich befunden weiden wüiden. um ibn n seine Anerbietungen zu machen, — nein, selbst V ute, bie an und für sich schon total untauglich waren, hat er beschwatzt, es wäre doch l-.icht möglich, daß sie genommen werben roü ben, unb er wolle definitiv dafür sorgen, bah sie frei kämen Wie hat der Mann sich zu solchen Handlungen können «.inreißn lösten bei en er Einnahme, die von Leuten, de fe n* Praxis kannten, auf mehr denn 20,000 Mark pro Jahr geschätzt wurde! UebrigenS wird das Verfahren sich auf ganze Familien erfinden : die ganr Familie Wolf in Mainz wird steckbrieflich verfolgt. Auch di- Väter der befreiten Söhne fallen der Unterfuchung zum Opfe^, weil sie Tb ilnehmer im Sinne des Gesetzes waren, — wenigstens in m kn Fällen — indem sie ihren Söhnen die Mittel zur Bezahlung der Vermittler gewährten.
Frankfurt, 21. Februar. Aus dem heutigen Markt kostete der Ceutncr Hei» J42.50- 3.85, Stroh .U 2—2.20, Eier das Hundert JL 5.20—7.50, Stück 6^, Butter 1. Qualität AL 1.40r.-2; Qualität AL 1. .20, Kartoffeln per Centuer X 4.25—8.50. Blaukraut per St-ck' 3 —5 Wirsing 10 H, Rothkraut 10 H daS Pfund. Gans per Pfd. 55L58 J. /^Huhu X 1.50—2.25, 1 Ente JL 2.00, 1 Taube 70 H, Hahn x 1.50-2.00. xsJEr .
^raiitfurt 2ch Februar, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischcr Coursbericht. MitgeWu'durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.! Creditactien 265t/R, StaatÄbabnacticn 287,. Galizier 263V4. Vombnrben 1215/8, Nord- I ivestbahnactien 176Vi, Darmstädler-Bankactien 153^. Oberschlesische E.-B.-Act.
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