Pest-, 20. Dccember. Tisza>Eszlarer Proceß in der Appellationsinstauz. Die Expertise über die Dadaer Lerche nahm fast den ganzen Tag tn Anspruch. Konstattrt wurde hierbei, daß ein Zeuge ausgesagt habe, noch vor der Obduktion sei das Gerücht entstanden, die Laiche sei dtcjen'ge einer verrufenen Person gewesen, er habe dteS von dem Abgeordneten Geza Onody gehört. Bet der hierauf oocgenommemn Verhandlung über den angeblichen Leichenschmuggel wurde festgestellt, daß der Untersuchungsrichter Bary der Verwaltungsbehörde d>e Zustellung des Signalements der Dadaer Lerche verweigerte. Zum Schluß der heutigen Verhandlung kamen die gegen die Flößer verübten GewalNhät'gkeiten zur Sprache.
Pefth, 20. December. Tisza-Eszlarer-Pr-ceß in zweiter Instanz. Auch die heutige Verhandlung beschäftigte sich zumeist mit der Expertise über die Dadaer Leiche, wober auf Grund der Universitätsgutachten die Mängel und Unzukömmlichkesten der ersten Sekttoa der Leiche konstattrt wurden. Auch bemerken die Untversiläts-Experten, daß ein Auffangen des Bluts aus einer Schnittwunde am Halse unmöglich, well das Blut in Bogen hinausströme.
Paris, 20. December. Dem Marineminister ist folgendes Telegramm des Admirals Meyer zugegangen: „Hongkong, 20. Dccember. D.rCapitän etncä egyptffchen Handelsschiffes, welches direct von Tovgkrng kam, brachte die Nachricht mit, daß die französischrn Truppen unter dem Befehle Courbets die äußeren V-rthetdigungSwerke von Sontay genommen haben und daß der Sturm auf Sontay definitiv am 17. ds. erfolgen sollte." Diese Nachricht hat keinerlei osfictellen Charakter, erscheint aber mcht unglaubwürdig.
Paris, 20. December. Nach einer dem Marineminister zugegangenen Depesche CourbelS, dattrt von Sontay, 16. December, nahm das Expedittonscorps, welches am 11. December von Hanoi aufzubrechen hatte, das Fort „Phusa", sowie alle am Ufer des Songkai auf den Höhen (L-ontays errichteten Befestigungen fort. Der Angriff wurde durch die Marrne-Jnfanterte der algerischen Ttrailleurs ausgeführt, die Flotte unterstützte denselben wirksamst. Der sehr gut bewaffnete Feind Uiftrte unerschrocken Widerstand. Die Haltung der Truppen aller Waffengattungen war ausgezeichnet.
— Einer „Havas" Meldung aus Saigun zufolge ist Aocduc zum König von Anam ernannt. Unter den Eingeborenen herrscht eine gewisse Erregung; man fürchtete einen Angriff auf die französische Gesandtschaft, doch hatte die feste Haltung Champeaux die Verwirklichung feindlicher Absichten verhindert. Dem „Fort Thuanan" sandte man aus Hu8 150 Mann Verstärkungstruppen. Es erscheint dringend nothwendig, Hu8 mit hinreichenden Streitkräften zu besitzen, an einen Widerstand daselbst glaubt man nicht.
London, 20. December. Dem Reuter'schen Bureau wird aus Hongkong unterm Heutigen gemeldet: Die französischen Truppen nahmen zwei der äußeren Verthekdtg- ungswerke Sontays. Der Verlust der Franzosen beziffert sich auf 19 Officiere und 2000 Mann, der Verlust der Feinde ist sehr bedeutend. Man glaubt, daß die Citadelle bereits jetzt von Franzosen genommen ist.
— Das Polizeigericht von Bowstreet beendete heute die Voruntersuchung gegen Wolff und Bonaurand wegen ungesetzlichen Besitzes von Sprengstoffen. Das Gericht überwies die Angeklagten dem Schwurgericht.
Gibraltar,- 20. December. Der englische Transportdampfer „Euphrates", auf welchem sich nach Bomboy bestimmte Truppen befanden, ist an der Küste von Tarifs gescheuert. Ein Kanonenboot wurde zur Hülfe obgesandt.
Rom, 20. December. Der deutsche Kronprinz besuchte heute Vormittag, begleitet von General Graf von Blumenthal, die Ueberrefte deS Forum'Romanum. Gegen Ende des nicht angekündigten Besuches erschien der Generaldirector der Alter- thümer, Senator Fiorelli. Um elf Uhr folgte das Königspaar, der deutsche Kronprinz, Prinz Amadeus und Prinz Ludwig Wilhelm von Baden einer Einladung des deutschen Botschafters, v. Keudell, zum Dejeuner. Zur Rechten des Königs saß die Ehrendame der Königin, Marchese di Villamariana, zur Linken Frau o. Keudell, gegenüber vom Könige hatte dir Kronprinz seinen Platz, mit der Königin zur Rechten und Madame Minghettt zur Linken. Unter den fünfzig Anwesenden befanden sich noch die Minister Mancini und Minghettt, die obersten Hofchargen und das Gefolge des Kronprinzen. Die Abreise über Bozen nach Berlin erfolgt heute um Muternacht mittelst Hofzuges; ein Vertreter des Königs geleitet den Kronprinzen bis zur Landesgrenze.
Rom, 20. December. Der deutsche Kronprinz ist um Mitternacht von hier ab- gereist. Der König und die Prinzen geleiteten denselben zum Bahnhof, wo die Volksmenge enthusiastische Kundgebungen ausbrachte.
— Während der heutigen Sitzung der Dcputirtenkammer warf ein Mann Namens Oldrini Flaminio, unter dem Muse „es lebe Oberdank!" kleine Zettel mit einem gedruckten Manifest darauf von der öffentlichen Tribüne in den Sitzungssaal. Derselbe wurde auf Befehl des Präsidenten unverzüglich verhaftet. Einige Minuten später warf ein Anderer von der reservirtcn Tribüne weitere Zettel mit Manifesten herunter unter den Rufen „es lebe Italien und^Oberdank!" Auch dieser wurde sofort festgenemmen.
— Der Dcputirte Dezerbt ersuchte den Minister Mancini, im Namen der Insel Ischia dem deutschen Kronprinzen für die durch das deutsche Comite, dessen Präsident der Kronprinz war, geleistete Beihülfe zu danken. Der Minister erwiderte, er werde sich glücklich schätzen, dem Kronprinzen den Dank Dezerbi's und der übrigen Deputaten Neapels für Ischia übermitteln zu können.
Genua, 20. December. Die von der hiesigen deutschen Colonie zu Ehren der Officiere der deutschen Kriegsschiffe „Prinz Adalbert" und „Sophie" vera»staltete, in Diner und Ball bestehende Festlichkeit findet heute Abend im „Hotel de la Ville" statt, die Festräumlichkeiten sind bereits mit Flaggen und Blumen auf bas Reichste geschmückt.
Newyork, 20. December. Dem „Newyork Herald" wttd aus Hongkong g-- meldet: Die Franzosen nahmen die hauptsächlichsten, tn fünf befestigten Dörfern bestehenden Vorposten Sontays nach hartnäckigem Widerstand. Der Verlust der Franzosen wird auf 200 Mann und 12 Officiere an Tobten und Verwundeten angegeben. Von Courbtt's Truppen waren nur 4000 beim Gefechte beteiligt, die übrigen 3000 bildeten die Reserve. Die Chinesen hielten die Festung besetzt. Der Sturm auf diese vom Lande und von der See aus war auf den 17. ds. festgesetzt.
Lokales.
Gießen, 21. December. Oeffentliche Sitzungen des Provinzialausschuffes finden statt und kommt zur Verhandlung:
Donnerstag den 27. l. M-:
1. Klage des Ortsarmenverbandes Darmstadt gegen den Ortsarmenverband Ober-Florstadt wegen Unterstützung der Elisabeths Schiel Wittwe.
2. Den Wirthschaftsbetrieb des Wirths Karl Welker (zum Gambrinus) in Gießen, hier: Antrag auf Entziehung der Wirthschaftsconcession.
3. Die regelmäßige Ergänzungswahl des Kreistages des Kreises Gießen, hier: Recurs des Fabrikanten Otto Kempf tn Gießen.
Freitag den 28. l. M-:
4. Reclamation gegen die Bürg^rmeisterwahl zu Rodheim.
5. Recurs deS Heinrich Weber von Holzhausen, dessen Ausscheiden aus dem Gemeinderath wegen Verlustes der Wahlfähigkeit betr.
6. Reclamation gegen die Bürgermetsterwahl in Ober-Gleen.
7. Klage des Ortsarmenverbavdes Essen gegen den Ortsarmenverband Ober- Seibertenrod, wegen Unterstützung der Familie Heinrich Schuckard.
Gießen, 21. December. Wie man uns mtttheilt, hat die Familie Clemm die sehr werthvolle und aus mehreren Tausend Bänden bestehende B'bliothck des verstorbenen Herrn Professor vr. W. Clemm unserer Universität zum Geschenk gemacht. Im Laufe des gestrigen Tages wurde diese Bibliothek der Universitäts-Bibliothek einverleibt und in einem besonderen Local ausgestellt.
Vermischte-.
Darmstadt, 19. December. (Mtlstärdieastnachrichten.) Andersen, Unteroffizier vom 2. Großh. Jnf-Rgt. (Großherzog) Nr. 116, Leesemann, Vogel, Unteroffiziere vom 3- Großh. Jnf-Rgt. (Leib-Rgt) Nr. 117, Wilms, Unteroffizier vom 1. Großh. Drag.- Rgt. (Garde-Drag.-Rgt ) Nr. 23, zu Portepeefähnrichs befördert; Simons II., Second- lieuttnant vom 3. Großh. Juf.-Rgt. (Leib-Rgt-, Nr. 117, ä la suite des Regiments gestellt; Hanesse, Premrerlieutnant vom 4 Großh. Jnf.-Rgt. (Prinz Carl) Nr. 118, non bem Commando als Jaspectionsoffizier bei der Kriegsschule in Kassel entbunden; v. Schwertzell. Vtcewachtmetster vom 1. Bat. (Marburg) 1. Hess. Landw.-Rgts. Nr. 81, zum Secondlieutenant der Res. des 2. Großh. Drag -Rgts. (Leib-Drag.-Rgts.) Nr. 24, Schmitt, Vicesildwebel vom 1. Bat. (Gießen) 2. Großh. Landw.-Rgts. Nc. 116, zum
Secondlieutenant der Res. des 1. Großh. Inf. (Leibg -)Rgts. Nr. 115, Windecker, Vicewachtmeister von demselben Bataillon, zum Secondlieutenant der Res. des 2. Großh. Drag.-Rgts. (Lerb-Drag-Rgts.) Nc. 24, Gerbe!, V-c.sildwebel vom 1. Bat. (Mainz) 4. Großh. Landw.-Rgts. Nr. 118, zum Secondlieutenant der Res. deS 1. Bad. Leib- Gren -Rgts. Nr. 109, Heinz, Vicefeldwebcl von demselben Bot., zum Secondlieutenant der Res. des 3. Gcoßh. Jnf.-Ngts. (Letb-RgtS) Nr. 117, Michel, Vicewachtmeister voa demselben Bat., zum Secondlieutenant der Res. des 2. Großh. Drag.-RgtS. (Leib-Drag.- Rgts.) Nr. 24, Ludwig, Vicefeldwebel vom 1. Bat. (Mainz) 4. Großb. Landw.-Rgts. Nr. 118, zum Secondelteutenant der Res. des 1. Bad. Feld-Art.-Rgts. Nr. 14 Thomas. Müller, Dicefeldwebels vom 1. Bat. (Mainz) 4. Großh. Landw.-Rgts. Nr. 118, zu Secondlieutenants der Res. des Brandenburg. Fuß-Art-Rgts. Nr. 3 (Generol-Feld- zeugmetfter) befördert; Dieffenbach, Secondlieutenant von der Landw.-Jnf. des 1. Bats. (Gießen) 2. Großh. Landw.-Rgts. Nr. 116, Kramer, Scherer, Pauli, Secondlieutenants von der Landw.-Jnf. des 1. Bats. (Mainz) 4. Großh. Landw.-Rgts. Nr. 118, der Abschied bewilligt.
Darmstadt. (Verein zur Unterstützung und Besserung der aus den Strafanstalten Entlassenen.) (Indem wir im Nachstehenden einen Protokoll - Auszug aus den Verhandlungen der diesjährigen Generalversammlung zum Abdruck bringen, empfehlen wir den Beitritt zu vorstehendem Verein mit dem Bemerken, datz Anmeldungea als zahlende Mitglieder sowohl als auch Vertrauenspersonen von den Großherzoglichen Bürgermeistereien jederzeit zur Beförderung an die Bczirkoereins-Commffsion angenommen werden. Die Redaction.)
Nachdem am 27. September 1881 die 21. Generalversammlung des Vereins zu Mainz abgeholten worden war, fand Die 22. am 8. November d. I. dahier unter dem Vorsitz des Viceprüsidenten, Hofgerichtsdtrectors Dr. Zimmermann statt. Zunächst wurden die neuen Statuten vom 27. November 1882 näher charakterisnt und heroor- gehoben, daß in den 18 Verwaltungsbezirken (Kreisen) unter dem Vorsitze deS jedesmaligen Kreisamtsvorstehers zwei gewählte Vereinsmitglieder gemeinsam sämmtliche Vereinsangelegenheiten besorgen sollten.
Der 22. Houvirechenschaftsdertcht, der sodann vorgetragen wurde, umfaßt Die Jahre 1880 und 1881.
Die Einnahmen betrugen in diesen Jahren zusammen 10,115 75 H, und die Ausgaben . 10,362 „ 04 „
also die letzteren mehr 246 JL 29 H, was später durch den Betrag'von zwei zur Rückzahlung gelangten Obligationen wieder ausgeglichen wurde.
Die Unterstützung der Pfleglinge des Vereins betrug in diesen beiden Jahren 6794 JL 76 X
wahrend in den beiden vorhergehenden Jahren 1878 und
1879 nur die Summe von 5497 „ 59 „
verwendet worben war, woraus zu entnehmen ist, daß sich die Ansprüche an die Kaffe gesteigert haben.
Die Verwendungen durch Vermittelung der vorzugsweise aus dem Stande der Geistlichkeit ernannten Beistände fanden statt:
1) Zur Ermöglichung des Betriebs eines Handwerks oder sonstiger Handarbeiten», durch Anschaffung von Werkzeug, ArbtitsklLidern u. s. w.
2) Zur Anschaffung von Hausgeräth und Bettwerk, zur Erlösung gepfändeter unentbehrlicher Gegenstände, zur Zahlung rückständiger Wohnungsmteth- gelder u. s. w.
Von den 884 Pfleglingen, welche Ende 1881 unter dem Schutze des Vereins standen, waren nach Abzug der mährend der dreijährigen Dauer dcr Aufsicht verstorbenen (50) abwesenden (161) und ausgetretenen (13) — 660 Personen verblieben^ von welchen
li als gebessert entlassen wurden 113,
2) als gut qualisicirt wurden 311, während 182 als „schlecht" bezeichnet und 54 als „unverbesserlich" ausgestoßen werden mußten. An einzelnen Beispielen wurde nachgewiesin, daß die Hülfe des Vereins sogar ausgezeichnet gute Erfolge herbeigeführt hatte.
Im laufenden Jahr sind für 133 Pfleglinge bis Ende October bereits 2930 Jü verwilligt worden.
Es wurde wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß für die erste Zeit nach der Entlassung aus den Strafanstalten die vorläufige U.tterbrrngung der Pfleglinge ein wahres Bedürfniß sei, bis für dieselben ein gesicherter Erwerbszweig ausfindig gemacht werden könne. Nach einer Mittheilung des Herrn Oberbürgermeisters Ohly soll dahier im nächsten Jahre mit der Vergrößerung des Armenhausis begonnen werben, wobei ein derartiges Asyl wohl geschaffen werden könne.
Die Zahl der Mitglieder war im Jahre 1877 auf 478 mtt 834 JL jährlichen Beiträgen gesunken, hat sich aber erfreulicher Weise von da an wieder gehoben, so daß. im laufenden Jahre 1297 zahlende Mitglieder vorhanden sind, worunter sich 26 Gemeinden befinden.
Deren jährliche Beiträge belaufen sich auf. . . 1954 JL 84 H,
Der Reservefond besteht jetzt tn Wertpapieren im
Nominalbeträge von 36,128 58 (angekauft zu
33,677 .M- 51 ^), welche zu 4 pCt. einen jährlichen Zinsenertrag oOwerfen von 1445 „ 16 „
so daß mit dem Zuschüsse aus der Staatskasse mit . 1000 „ — „
die Einnahme im Voranschläge für 1884 und 1885 auf rund 4400
von der Generalversammlung angenommen wurde.
Für Unterstützungen der Pflegl nge werden per Jahr annäherungsweise 3300 «X vorgesehen.
Die Bureaukosten hatten 1880 betragen 684 JL 27 H, wurden aber mit Rücksicht auf den wegen Drucks des Rechenschaftsberichts zu erhödenden Aufwand für 1884 auf 850 JL festgestellt, während man für 1885 mit 710 JL auszukommen hofft.
In den vier Strafanstalten war die Zahl der in den Jahren 1881 und 1882 darin befindlich gewesenen Personen fast genau dieselbe geblieben, nämlich:
1881: 1996,
1882: 1986.
Da die Einwohnerzahl deS GroßherzogthumS noch der Zählung vom 1. December 1880 936,340Anwesende betrug, so würde auf 468Einwohner ein Strafgefangener zu rechnen sein. — In Preußen ist dagegen die Zahl der Gefangenen, nach der statistischen Uebersickt über die Straf- und Gefangenenanstalten, die zum R.ssort des Ministeriums des Innern (tm Gegensatz zum Ministerium der Justiz) gehören, für daS Jahr 1881—82, in Summa 153,751 bet.ntrte Personen betragend, gegen das vorhergehende Jahr um 10,273 Köpfe gestiegen. Es läßt sich hieraus schließen, daß aus der momentanen geringen Verminderung der Strafgefangenen im Großherzogthum Hessen nicht auf deren Fortdauer zu rechnen ist.
Die Kosten sind, im Vergleiche zu dem Jahre 1879-80, in dem Etatjahr für 1881—82 an Zuschüssen auS der Staatskasse für die Strafanstalten um den Betrag von 43,927 «A gestiegen.
Hieran schloß sich ein Antrag des Herrn Majors Kattrein, des jetzigen DirectorS des Landeszuchthaufes zu Marienschloß, daß der Verein seine Wirksamkeit auf die Reform des Gesängnißwesens ausdehnen möge, was wohl durch Bestellung einer Commission aus fachkundigen Mitgliedern des Vereins geschehen könne.
Da bei der Versammlung des Vereins der deutschen Strafanstalts-Beamten zu Wien am 21. September l. I. unter Anderem auch der Beschluß gefaßt wurde, daß die Fürsorge für die aus den Strafanstalten Entlassenen unablässig zu fördern sei, so ergibt sich, daß man von Seiten der bttreffenden Beamten selbst das Bedürfniß fühlt, mit den Vereinen in nähere Verbindung zu treten, welche ähnliche Zwecke wie der unserige verfolgen. Die Generalversammlung nahm den Antrag mit Interesse auf und beschloß, daß er der obersten Staatsbehörde zur geeigneten Berücksichtigung vorgelegt werde.
Allgemein wurde noch von der Generalversammlung die segensreiche Wirksamkeit des Vereins anerkannt und darauf aufmerksam gemacht, daß das Interesse für denselben durch öftere Bekanntmachungen in den öffentlichen Blättern und Aufrufe zum Beitritt zu demselben noch mehr geweckt und gefördert werden möchte.
Schließlich wurden in den Ausschuß für die Periode bis zur nächsten Generalversammlung tm Jahre 1885, welche in Gießen abzuhalten ist, folgende Mitglieder (Unter Beifügung von zwei Substttuten) gewählt:


