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Samstag den 22 September

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1688

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Sureaur Schulstraße 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des MorrlagK.

Landesbaugewerkschule Darmstadt

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el g! Uc^e Folge leistete, so geschah dies nur auf Anrathen der Aerzte, nach vorhergegangenen Anstrengungen einmal der vollständigen Ruhe zu pflegen; einer besonderen Cabinetsordre hat der Kaiser dem Oberbürgermeister der

.l Herr Alb. ßehrfE ^ ; Halle sein Bedauern über seine Verhinderung ausgesprochen. Die Ma-

:r) ?er 11. Armee-Corps selbst werden in Homburg einen außerordentlich

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I "la.imt gegeben, daß die der Diöcese Breslau preußischen Antheils angehörigen, "i den Jahren 18731883 ordinirten Priester das Abiturienten-Zeugntß und Abgangs-Zeugniß von der Universität bis zum 1. October d. Js. an die ^mzlei einsenden mögen. Man darf also wohl annehmen, daß mit der Be- Mänkung für dies eine Mal, d. h. für die Vergangenheit, nur das Princip D'chrt sein soll, daß aber in der Praxis die Einholung der Dispense auch

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Die Landesbaugewerkschule zu Darmstadt beginnt ihren ; achten Jahres-Cursus am 15. November l. I., welcher 4 Monate, I also bis zum 15. März 1884, andauert.

Dieselbe soll, zwischen Handwerkerschule und technischen Hochschule die Mte haltend, insbesondere Bauhandwerkern, sowie Maschinen- und Mühlen- 1 bauern Gelegenheit bieten, sich die für einen selbstständigen Gewerbebetrieb erforderlichen theoretischen Kenntnisse und die nothwendigen Fertigkeiten im ß Zeichnen und Entwerfen von Plänen für die praktische Ausführung zu erwerben, i Auch soll die Baugewerkschule zur Ausbildung von Werkmeistern, Parlieren, i Naaaufsehern rc. dienen.

Der Unterricht wird an den Werktagen mährend der ganzen Tageszeit w folgenden Herren ertheilt: Architekt Professor Hermann Müller, Architekt Kuhlmann, Ingenieur G. Wagner, Ingenieur Esselborn, Mdelslehrer Peters, Bildhauer Fölix und Oberlehrer Funk.

Die Schule umfaßt 2 Klassen mit folgenden Unterrichtsgegenständen: I Freihand- und geometrisches Zeichnen, darstellende Geometrie (einschließlich Lchattenconstructionen und Perspective), Bauconstructionslehre (einschließlich Äabilitäts- und Festigkeitsberechnungen), Elemente der Maschinen-Constructionen, ^achzeichnen, Entwerfen von Bauanlagen, kunstgewerbliches Zeichnen, technisches Nnen, Algebra, Geometrie, Feldmeßkunst (einschließlich Trigonometrie und Knzeichnen), gewerbliche Buchführung, Theile der Bauführung, insbesondere Wterialienkunde und Anfertigen von Kostenvoranschlägen, Grundlehren der Wik und Mechanik, Modelliren in Thon, Holz rc.

Die Unterrichtslocale befinden sich Neckarstraße Nr. 3, unfern von den Aureaulocalitäteu der Bibliothek und der technischen Mustersammlung des ^roßherzoglichen Gewerbvereins, so daß die letzteren von den Schülern besucht (und geeignet benutzt werden können.

m noch glanzvollerer Weise zu wiederholen. Am Vormittag des 20. September U Kaiser Wilhelm in Begleitung der königlichen Prinzen und derjenigen deut­en Fürsten, welche bereits den Manövern des 4. Armee-Corps beigewohnt ^tken, Merseburg verlassen und sich über Erfurt, wo eine zweistündige Rast galten wurde, nach Homburg v. d. H. begeben. Der Kaiser erfreut sich trotz iv Strapazen und Anstrengungen der Manövertage der besten Gesundheit und er am vergangenen Sonntag der Einladung der Stadt Halle zu einem

Preis viert«Hchrlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

lüv die Zukunft erfolgen soll.

, Der Reichskanzler Fürst Bismarck gedenkt morgen, Samstag 111 22. September, Gastein zu verlassen und sich zunächst nach Friedrichsruhe s Gegeben. Die Gasteiner Nachkur ist dem Fürsten im Allgemeinen gut be- un') wenn auch sein Befinden noch kein vollständig befriedigendes ist, so

W sich doch wenigstens sein altes Magenleiden nicht verschlimmert.

Ueber das Ergebniß der in voriger Woche stattgefundenen Ur- nyvien zum badischen Landtage liegen jetzt nähere Mittheilungen vor. Hiernach

Bedingungen zur Ausnahme sind:

1) Für die untere Abtheilung, die I. Klasse: In der Regel werden nur solche Schüler ausgenommen, welche eine mindestens einjährige Beschästigung in einem technischen Gewerbe nachweisen können; Ausnahmen hiervon werden nur in besonderen Fällen gestattet. Dagegen wird von den Aufzunehmenden nur der Nachweis der Kenntnisse verlangt, welche den von der Oberklasse einer Volksschule Entlassenen zukommen sollen, damit jedem strebsamen Handwerker die Anstalt zugänglich werde.

2) Für die obere Abtheilung, die II. Klasse, muß außerdem der Nach­weis ausreichender Kenntniß der niederen Arithmetik, einer ange­messenen Fertigkeit im Freihand- und geometrischen Zeichnen, sowie in der Lösung einfacher Aufgaben der darstellenden Geometrie, und der Befähigung, sich im Deutschen gehörig fchriftlich verständlich machen zu können, geliefert werden.

Das Schulgeld beträgt für die ganze Unterrichtszeit 30 Mark und ist beim Beginn des Cursus vorauszubezahlen.

Anmeldungen zur Aufnahme wolle man möglichst frühzeitig und längstens bis zum 31. October l- I. schriftlich bei der unterzeichneten Stelle oder auch mündlich- <;>[ dem Bureau derselben Neckarstraße 3 im 3. Stock bewirken, da die Zulassung der Schüler nur nach Maßgabe der vorhandenen Unterrichts-Localitäten erfolgen kann.

Darmstadt, den 11. September 1883.

Großherzogliche Centralstelle

für die Gewerbe und den Landesgewerbverein.

Politische Ueberficht.

Gießen, 21. September.

Die glänzenden Kaiser tage in der Provinz Sachsen und mit ihnen die Manöver des 4. Armee-Corps haben am Mittwoch, den 19. Sep- iunber, ihr Ende erreicht, aber nur, um sich sofort in unserer Nachbarschaft

werden die Nationalliberalen im nächsten Landtage wieder über die absolute Majorität verfügen, welche sie bei den letzten Landtagswahlen in Baden ver­loren hatten. Nach derBad. Landes-Ztg." hat die nationalliberale Partei 6 Sitze gewonnen. St. Blasien-Schönau, Neustadt, Breisach, Freiburg, Ober- kirch-Achern, Stadt Baden, Ettlingen und Mosbach. Allerdings hat die Partei dafür Bruchsal und Pforzheun an die Demokraten verloren, imrnerhin kann sie aber einen positiven Gewinn von 4 Sitzen auf Kosten der Ultramontanen ver­zeichnen. Es ist dieser Wahlausgang abermals ein Beweis dafür, wie stark der gemäßigte Liberalismus, allen Gegen-Anstrengungen von ultramontaner und demokratischer Seite zum Trotz, noch in der Bevölkerung Badens wurzelt.

Der kroatisch-ungarische Streit hat in den letzten Tagen etwas von seinem gefahrdrohenden Charakter eingebüßt, obwohl auch auf beiden Seiten noch eine gute Dosis gegenseitiger Verbitterung und Verstimmung zurück­geblieben ist. Die ungarische Regierung ist bemüht, in der Frage der Wappen­schilder einen Ausweg zu finden und will vom Reichstage eine Ermächtigung verlangen, nach eigenem Ermessen allenfalls auch die bisherige Praxis der gemischt kroatisch-ungarischen Aufschriften fortbestehen zu Lassen. Ob durch solche Aeußerlichkeiten der Erneuerung des Streites zwischen Magyaren und Kroaten vorgeveugt wird, ist freilich mehr als zweifelhaft. Die hohen Gäste des Wiener Hofes, König Alfonso von Spanien und König Milan von Serbien, haben am Mittwoch die österreichische Hauptstadt wieder verlassen und gemeinsam die Reise nach Homburg behufs Theilnahme an den deutschen Manövern angetreten.

Die brennende Tagesfrage für Frankreich, die Verhandlungen mit China wegen der anamitischen Händel, ist bis jetzt nur wenig ihrer Lösung entgegengesührt worden. Indessen erweckt der Verlauf, den die Unterhand­lungen jetzt genommen haben, doch die Hoffnung auf einen friedlichen Ausgang derselben und soll die Besprechung, welche in voriger Woche zwischen Lord Gran­ville, dem englischen Minister des Auswärtigen, dem französischen Botschafter in London, Waddington, und dem Marquis Tseng auf Walmer Castle, dem Landsitze des Ersteren, stattgefunden hat, die Basis einer Verständigung gewor­den sein. In dieser Woche ist Marquis Tseng von London nach Pans zurück­gekehrt, wo er am Dienstaa eine Unterredung mit dem Conseilpräsidenten Ferry hatte und hofft man von dieser Unterredung ein befriedigendes Resultat. Un­terdessen wird von dem Kriegsschauplatz in Tongking ein befremdlicher Vorgang gemeldet. Der Oberbefehlshaber der französischen Truppen in Tongking, General Bouet, ist von dem französischen Civilcommissar Harmand seines Postens plötzlich enthoben und in besonderer Mission nach Hongkong geschickt worden; die Ober­sten Badens und Bichot sind von Harmand mit dem Commando Bouet's be­auftragt worden. Harmand scheint ganz eigenthümlich gehandelt zu haben, denn der französische Marineminister hat von Harmand sofort telegraphisch nähere Informationen über diefe Vorgänge verlangt. Von Toulon sind in den

Lehrer-Confevenz

des Conferenz-Bezirks Grünberg: Montag den 1. October, Vormittags 10 Uhr, in Grünberg^ Gießen, den 20. September 1883. Büchner, Kreisschulinspector.

I Duzenden Kreis deutscher und auswärtiger Fürstlichkeiten um den Kaiser ver- iWmeln, wodurch die diesjährigen Kaiser-Manöver am Rhein ein besonders ilahlendes Relief erhalten.

, Auf dem Gebiete der inneren Politik treten gegenwärtig wieder ^mal die kirchenpolitischen Angelegenheiten etwas mehr hervor. Die kürzlich folgte Rückkehr des preußischen Gesandten beim Vatikan, Herrn v. Schlözer, -uch Rom hat den Ausgleich zwischen Preußen und der Kurie um einen bedeu- wn Schritt gefördert. Der Papst hat nämlich nach einer Meldung der ^^rmania" in der Dispensfrage das Zugeständniß gemacht, daß die Dispenfe 11 'uv die Vergangenheit und für dieses eine Atal eingeholt werden können. Offen- ' | ar in Folge dieses Dispenses hat die fürstbischöfliche Kanzlei in Breslau

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