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der künstlichen Ammen, Patent Zippelmann.
400.00
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Sonntag den 27. Mat: Julius Cäsar.
Darstellung der allmältgen Erbauung der Turnhallen in ferner einen Plan sämmtlicher Gartenanlagen und Parks,
300.00
350.00
des Berliner Lehrer - Seminars und des Astrophysikalischen Observatoriums
des Ministeriums für Landwirthschaft, für den Fachmann von tiefgehendem
Nr. 1.
Nr. 2.
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sehr zahlreiche und mannigfaltige Lehrmittel schließlich in großen Dimensionen das Modell in Potsdam.
Nicht so umfangreich ist die Ausstellung
sein wird.
Gehen wir den Mittelweg weiter entlang, so befinden wir uns nach wenigen Sekunden inmitten der Ausstellung des Magistrats von Berlin, welche in mehreren Kojen rechts und links untergebracht ist. Diese Collectiv-Ausstellung ermöglicht uns so recht emcn Einblick in die gewaltige Maschinerie, die täglich und unermüdlich zum Wohle der nach vielen Hunderttausenden zählenden Einwohnerschaft einer Hauptstadt tbät'g ist
dieselbe Weise, daß sie sich als Dienstmagd irgend einer Herrschaft ausgab und auf Rechnung dieser Waaren erhielt. n
Pläne der allmäligen Be- Die Zahl der Zeichnungen, hier fast sämmtliche wohlvertreten und biß in die
Wafserwärme der Lahn.
Am 21. Mai, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: 4-11° R-, Lustwärme 4-13° R- L. Ehr. Rübsamen.
vauung der deutschen Hauptstadt und so ad infinitum fort Bücher, Karten, Photographien ist Legion und finden wir thätige Anstalten, Schulen, öffentliche Gebände u. s. w. ,
kleinste Einzelheit abgebildet und beschrieben. Selbstverständlich sind auch wieder sehr- viele Modelle oo'Händen und zwar Modelle der saubersten Arbeit und der trefflichsten Ueversicktltchkeit. Wenn wir sie aufmerksam betrachten, bekommen wir von den be-
Großh. G
Domänen und Forsten: dieselbe dürfte jedoch v
Interesse fein, speciell wegen der wissenschaftlichen Karten und Zeichnungen, die in einer solchen Vollständigkeit, wie sie hier geboten ist, wohl selten ober nie zu finden
und erläutert uns die endlosen Fädcn, welche nöthtg sind, um das große gewaltige imponirende Ganze zu bilden. Von welch hohem Interesse sind z. B- allein die statistischen Pläne, in die wir hier Einsicht nehmen können; so finden wir u. A- Pläne von Berlin mit genauer Angabe der Bevölkerungs-Dichtigkeit tn den einzelnen Stadtbezirken und der Sterblichkeit in denselben, zwei Pläne, aus denen wir sehen, in welchen Verhältnissen sich die einzelnen Thetle der Bevölkerung Berlins in Bezug aus Wohlhabenheit, Dichtigkeit und Sterblichkeit befinden, einen Plan mit Angabe sämmtlicher Krankenhäuser und einen zweiten mit dem Verzetchmtz aller Friedhöfe, eine graphische den letzten zwölf Jahren,
Mittwoch den 23. Mai: Krieg im Frieden.
Donnerstag den 24. Mai: D>-r Bettelstudent. Außer Abonnement.
Freitag den 25 Mai: Der Seecadet. H. Lambert: Herr Jefson als Gast-
Samstag den 26- Mai: ßum ersten Male: Durch Procuration- ßuftfPW 2 Akten. Hierauf: Zum ersten Male: So sein Sc. Character-Skizze in I ZwfM von Adolar-
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treffenden Anstalten einen besseren Einblick, als wenn wie fi • selbst aufsuchen, denn minutiös genau ist hier Alles tn kleinerem Maßstabe auf- und ausgefü'yrt.
Von den Modellen beben wir hervor das des Desinficir-Apparates des Städtischen Krankenhauses zu Moabit, eines Pavillons der chirurgischen Abtheilung des Städtischen Krankenhauses im Friedrichshain, die Vogelperspective der Irrenanstalt zu Dalldorf und das Modell eines Pavillons für 50 unruhige Kranke, sowie einen Kasten mit conservirten Gehirnen von 12 Irren, — eine schlimme Sammlung! — das Waisenhaus in Rummelsburg, tn welcher» gegenwärtig an 500 Kinder untergebracht sind, ist in einem trefflichen, von den Waisenknaben angeferttgtcn Modell verkörpert; ebenso lernen wir aus guten Modellen und Zeichnungen ganz genau den Central Viehmarkt und Schlachtbof, sowie den Straßenbau, die städtischen Wasserwerke und die Canalisation Berlins kennen, also, was das Letztere nnbitrifft, die profanen Augen sehm die sonst verschlossenen „unterirdischen Geheimnisse" der Residenz.
Man kann tn dieser Abtheilung, welche uns tn einzelnen instructtven Zügen die deutsche Ka serstadt vor Augen sühnt, geraume Zett verweilen, beim jede noch so kleine Koje enthält reichlich viel dcs Interessanten und Fess'-lnden. Alles kann man jedoch unmöglich beschauen und so lenken wir denn unsere Schritte weiter und statten noch schnell den benachbarten Pavillons einen Besuch ab. Gleich neben der Ausstellung Berlins befindet sich die Wiens, welche natürlich unter dem Eindruck des eben Gesehenen leiden muß, nn sie enthält fast nur Pläne, Ansichten rc. Dasselbe ist bei den Ausstellungen von Salzburg, Linz, Triest und Budapest der Fall «enuniI<Ibt?Uu„sn?.<nMml die hier befindliche Wüeitembechische Aus
stellung, die uns u. jl. In stmnnusweNhee Neichhlllllakeit und b-wundsrndwcrth-r
Nr. 3. Feinste Qualität, singt: „Eija wtwi" und wiegt das Kmd
Nr. 4. Extra-Qualität ff., singt: „Eija wiwi", „SchlafKmdchen, schlaf", „Guten Abend, gute Nacht" von Brahms und wiegt das Kind
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Die Angebote
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Die Preise sind sehr gering, wenn man bedenkt, daß eine einmalige Anschaffung mindestens für sechs Kinder hintereinander ausretcht und der fürchterliche Aerger, welchen lebendige Ammen ihren Herrschaften zu bereiten pflegen, hier gänzlich in Wegfall kommt. Um auch für außergewöhnliche Ereignisse in Bereitschaft zu sein, ist W Firma augenblicklich mit der Herstellung einer Drillings-Amme beschäftigt-
Sine Wanderung durch die Hygieine - Ausstellung.
Von Paul Lindenberg, (Nachdruck verboten.)
Seitdem wir zum letzten Male die Ausstellung besucht haben, hat sich daselbst so Manches verändert, und zwar zum Besseren. Die Rasenflächen sind frischer und voller geworden, die Bäume haben einen dichten grünen Blätterschmuck erhalten und selbst ein reicher Blumenflor wagt sich bereits an das Licht der wärmenden Frühlingssonne. Auch der stolzeKuppeldau geht allmälig seiner Vollendung entgegen und gewährt schon jetzt trotz der zahlreichen tn schwindelnder Höhe zwischen den Eisengenppen herum- hanttrenden Arbeiter, einen kühnen und herrlichen Anblick. Der Baulichkeiten wegen ist der Haupteingang in den Ausstellungspalast noch nicht geöffnet und müssen wir daher vorläufig noch eins der beiden Nebenportale benutzen, um tn das Innere zu gelangen. P1
Wie es nicht anders zu erwarten, nehmen die Collectio - Ausstellungen des Magistrats von Berlin, der verschiedenen Ministerien, sowie der einzelnen Städte den ersten und zugleich besten Platz ein. Gleich links von der großen Büste der Kaiserin, welche im Mtttelraume Aufstellung gefunden hat, befinden sich die Kojen des Königlich preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten, des Ministeriums des Innern, des Justiz-Ministeriums und des Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- und Medtcinal- Angelegenhetten. Diese ministeriellen Special-Ausstellungen bestehen aus fast durchgehends vorzüglich gearbeiteten Modellen, aus statistischen Zusammenstellungen, erläuternden Karten und Abbildungen, aus Plänen, Zeichnungen und einzelnen Objekten. , . , r
Wenden wir uns vom Hauptetngang aus links, so finden wir hier zuerst die Sachen des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten und zwar der Abtheilung für das Bauwesen. Ziemlich komplett ist das Gebiet des Wasser- und Seebaues vertreten, denn wir erblicken die stattlichen Modelle des Leuchtthurms und des Lootsenwartlhurms von Swinemünde, ferner die der verschiedenen Baaken- und der Glockenkoje daselbst und einen ganz betatdirten übersichtlichen Reliefplan der dortigen Hafenanlage. An den Wänden hängen gewaltige Seekarten und ein anscheinend sehr praktischer und leicht in der Notb zu handhabender Apparat zur Rettung von Menschen innerhalb der Häfen. Neben Swinemünde sind noch in Modellen und Karten die Hafenanlagen von Pillau vertreten; von Landbauten finden wir nur das stattliche Modell des prächtigen Danziger Regierungsgebäudes.
Wenn die vorgenannten Gegenstände den Zweck haben, Menschenleben der Gewalt der Elemente zu entreißen ober sie vor den letzteren zu bewahren, damit sie noch länger „athmcn das rosige Licht", so enthalten die nächsten Kojen Vorkehrungen, um Menschen von der Außenwelt abzuschließen. Die heilige Justitia regiert hier und zeigt uns an dieser Stelle nicht ihr mildes und versöhnendes Antlitz, sondern das finitere, bestrasende. Da hat zuerst das Ministerium des Innern Modelle von der Strafanstalt zu Herford im Regierungsbezirk Minden ausgestellt und bas Justizministerium zeigt uns in übersichtlichen Modellen, Karten, Zeichnungen und dergleichen die Strafg-fängnisse am Plötzensee bet Berlin, bas Criminalgertcht in Moabit und das Gerichts- und Gesäng- nißgebäude in Flensburg. Die Querdurchschnitte dieser Modelle werden stets von den Besuchern der Ausstellung mit großem Interesse betrachtet, denn Diejenigen unter ihnen, die noch n cht hinein Gefängnisse ober Zuchthause einen Besuch abgestattet haben — wir meinen natürlich aus eigenem Antriebe und nur zum Vergnügen ober zur Belehrung — können sich hier eine klare und deutliche Vorstellung von den Ongnalen der Modelle machen. Sogar zwei Zellen sind in voller „Lebensgröße^ vorhanden und zwar eine Zelle für Unterfuchungsgefangene und eine Zelle zur Verbüßung kurzzeitiger Haftstrafen. Ein Bett, ein Stuhl, ein.Tisch bilden das Meublement dcs kargen Raumes, der am Tage dur ch ein schmales Fenster, am Abend durch eine Gasflamme sein Licht erhält. Der blaue Himmel und die lachende Sonne, welche heiter durch die gläserne Kuppel zu uns herniederschauen, bilden einen grellen Contrast zu den beiden schmalen und kahlen Räumen und locken uns zum Weiterschreiten.
Sehr stattlich ist diesen Kojen gegenüber das Ministerium der geistlichen Unter; r-chts- und Medicinal Angelegenheiten vertreten. Da finb Modelle von Turnplätzen und Turnsälen, von einzelnen Gymnasialzimmern und von Schwimmbassins, von^.nem fast spartanisch eingerichteten Schlafsaal mit Waschraum des Berliner Lehrerseminars, von Ventilations-Vorrichtungen in den Schulen, Grundrisse und Modelle der Königl. Charite und der gebmtshülflichen Klinik, des Arde.tssaales bet Blindenanstalt in Steglitz und der Berliner Taubstummen-Anstalt, eine größere Anzahl Zeichnungen, darstellend die Universitäts-Institute zu Halle, Marburg und Kiel und das Polytechnikum zu Aachen, sechs Modelle der einzelnen Abtheilungeu der Köu gsberger Universität, z. B. des Operationssaales, der neuen chirurgischen Klinik, eines Operationstisches rc.,
und Verkehr.
Grünberg, 19. Mai. (Fruchtpreise.) Weizen X 19.96, Korn X 15.90, Gerste X 15.72, Hafer X 13.52, Erbsen X 00.00, Lein X 00.00, Samen X 00.00, Kartoffeln X 8.30. c
Frankfurt, 19. Mai. Auf dem heutigen Markt tosteie der Centner Heu X 3.00—3.80, Stroh X 1.80—2.20, Eier das Hundert X 4.50, Stück 5^, Butter 1. Qualität X 1.65, 2. Qualität X 1.55, Kartoffeln per Centner X 3-80—4.40, frische Kohlrabi 20—25 4 per Stück, Spinat 30 H, Rothkraut 35—50 Poularden X 3—3.50, Huhn 2—3.25, 1 Ente X 3—4, 1 Taube 50—60 H, Hahr X 2.00—2.50, Sommergans X 3—10.
AraEurt a. M., 21. Mai, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch d'as Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießem) Creditactien 260V4, Staatsbahnactien 285V2, Galizier 2577/0, Lombarden 1323/0, Nord- westbahnactien 1723/4, Gotthardbahnactien 117^, Darmstädter-Bankactien 1523/«, Disconto Commandit 201 Vz, Oesterr. Silberrente 673/e, 4% Ungar. Goldrente 7515/iß, 4% 1880er iKussen 73«/lß, 5»/« 1877r Russen —, 2. Orient-Anleihe 57«/16, , 4°/i Spanier 63Vs, 5% Rumänische Rente 935/e, 4% Uuific. Egypter 75, 5% Türken 12Vs, Dux-Bodenbach-Actien —. Tendenz: —.
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Uepertoir der vereinigten Ztadtthenter pi Frankfurt a. M.
Opernhaus.
Dienstag den 22. Mai: Der Wildschütz.
Mittwoch den 23. Mat: Zweites und letztes Gastspiel der Signora Trebeltt Der Prophet. Fides: Signora Trebellt. Außer Abonnement.
Donnerstag den 24 Mat: Die Nachtwandlerin.
Freitag den 25. Mai geschlossen.
Samstag den 26. Mat: Jes so n da.
Sonntag den 27. Mat: Walküre.
Montag den 28. Mat geschlossen.
Dtenstag den 29. Mai: Die Götte^'-'ämmerung.
Schauspielhaus.
Dfinstag den 22. Mai: Väter und «Löhne.
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Seit 16. »i136 ft* MM Stelle des Johai oficht Mitglied ve^ und Leihka
Aeinderg. (E. ®.) Gießen, den 25.'
Großh. Amtöze 3516 vr. Stz
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Anbrüche an "Lehrer i. P. 3d
Leihgestern sind Nichtberüch'ichtlguni unpmdben.
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Nachmittag!
aus hiesigem C1 tAben des Konrad fl We in der Wehftei uiihen Versteigerung
Glcßen, den 17.
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Einfache Qualität in Kattun do. do. in beliebiger Landestracht
Ausführung das städtische und ländliche Feuerlöschwesen in Württemberg vor Augen führt. Interessant ist auch die Collection von Topfgefäßen, welche von dem chemischen Laboratorium der Königl. Württembergischen Centralstelle für Gewerbe und Handel auf den Bleigehalt der Glasuren untersucht worden ist. ff ......................—■ ।
vermischte H.
Magdeburg, 16. Mai. Die Enthauptung des Raubmörders Ziegeler hat heute früh auf dem mittleren Hofe des Crtmmalgerichtsgebäudes tm Beisein des Herrn Ersten Staatsanwalts Lane, des Gerichtsschretbers und der zu dem Akte geladenen Personen durch den Scharfrichter Krauts aus Berlin stattgefunben. Mit dem Schlage 6 ertönte die Armensünderglocke und verkündete den Eintritt der Katastrophe. Herr Erster Staatsanwalt Laue ließ den Delinquenten aus der Zelle vorführen, las demselben das Todesurtheil und die kaiserliche Bestätigung vor und übergab ihn dem Scharfrichter zur Vollstreckung des Urtheils; drei Gehülsen des Krauts führten Ziegeler, welcher sich kaum auf den Beinen zu halten vermochte, an den Richtblock, entkleideten seinen Oberkörper vollständig, schnallten ihn fest und fast in demselben Augenblicke lag der Kops auf dem Sande. Der Leichnam wurde dann in einen bereit gehaltenen schwarzen Sarg gelegt und die Versammelten verließen den Hof Der Act, von der Vorführung aus der Zelle bis zur erfolgten Hinrichtung, hat nur wenige Minuten gedauert. Gleich darauf wurde folgende „Bekanntmachung" an den Plakatsäulen angeschlagen:
Der durch vollstreckbar gewordenes Uctheil des Königl. Schwurgerichts vom 8. Marz d. I. wegen Mordes in zwei Fällen, begangen am 5. Januar d. I. gegen den Rentier Friedrich David Dähne und die unverehelichte Karoline Sander zu Magdeburg, sowie wegen gleichzeitig gegen den Dähne verübten Raubes zum Tode und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, ferner wegen Mordversuchs und Raubversuchs, begangen am 16. Januar d. I. auf der Chaussee bei Seehausen gegen den Postillon Helm, zu 15 Jahren Zuchthaus verurtheilte Gastwirth August Heinrich Ziegeler aus Lchleuß, Kreis Stendal, ist in Vollziehung der erkannten Todesstrafe heute früh um 6 Uhr im Hose des hiesigen Gerichtsgefängnifses mittelst des Beiles enthauptet worden. Solches wird tn Gemäßheit des § 549 der Criminal-Ordnung warnungshalber hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Magdeburg, 16. Mai 1883.
Der Erste Staatsanwalt, gez. Laue.
Auf Wunsch Ziegeler's war der Frau desselben die Mittheilung gemacht worden, 1 daß der Verurtheilte sie noch einmal zu sprechen wünsche; siewarjedoch nicht erschienen, wohl aber traf gestern in Begleitung eines Verwandten sein etwa sechsjähriger Sohn ein, um den Vater noch einmal zu sehen. Ziegeler hat, während fein Sohn bei ihm war, unaufhörlich geweint und nahm schließlich recht herzlich Abschied von ihm.
— Ein Schwabe ist der Erbauer der höchsten Brücke der Welt, nämlich des im September vorigen Jahres vollendeten, aus zwanzig eisernen Riesenthürmen über das Kinzua-Thal im nordwestlichen Pennsyloanien hinsührenben Viabucts der Lake Erie u. Western Coal und Railrood Co- Der Erbauer, Adolf Bonzano, wanderte vor mehr als dreißig Jahren aus Württemberg ein und ist jetzt Ober-Ingenieur und Theilhader der Brückenbau-Gesellschaft von Clarke, Reeves u. Co. zu Phmixville in Pennsylvanien. Die Brücke ist 94,70 Meter hoch, 625,44 Meter lang.
— Die künstliche Amme ist einer der Gegenstände, welche der „Kladderadatsch" bei feiner Wanderung durch die Hygielneausstellung heroorhebt. Er gibt davon folgende Schilderung: Schon lange ist auf dem Gebiete der Hühner-Aufziehung d-e künstliche Glucke bekannt und dies brachte den San'tätsraih Dr. Z'ppelmann in Berlin auf den Gedanken, für die Aufzucht detz Menschen etwas Aehnliches zu erfinden. Fortgesetzte Versuche und rastlose Arbeit führten endlich zur Construction der künstlichen Amme, welche aus Gummi, Glas und Porzellan hergestellt, mit Mckchstandsmesser und einer überaus sinnreichen Petroleumheizung oerfeben, feit einiger Zeit von der Firma Ziegen^ peter u- Co in Berlin mit Glück in den Handel gebracht wird. Diese Amrncn sind in verschiedenen Sorten zu haben, sowohl einfach tn Kattun, als auch in allen gewünschten Landestrachten, und da ihr Körper nach den schönsten Vorbildern deS klassischen AlterthumS geformt ist. bilden sie zugleich eine anmuthige Z^mmerz^erdc. Sie brauchen nur, wenn der Milchstandsmeffer das Versiegen des Nahrungsquells anz.'igt, mit Soda und heißem Wasser ausgespült und mit Sanitätsraths Dr. Zippel- mann's künstlicher Muttermilch, welche in versiegelten Flaschen sich jahrelang hält, wieder aufgelüllt zu werden Die feinsten Exemplare können, wenn sie aufgezogen werden, ein bis drei L-eder singen und eine Wiege ober einen Wagen in Bewegung setzen- Wir lassen den Preiscourant der Firma Ziegenpeter u. Co. hier folgen:
Prciscourant


