Freitag den 21. September
1888
Gießener Anzeiger
für den Kreis Gießen
Amts- und
Erscheint täglich mit Ausnahme des «SNtags.
Bureau t Schulstraße 7.
und Feiertagen, incl.
der
Pfg.; für auswärtige
erfolgt, den Anzeiger
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»dftil verricht erstreckt sich auf allgemeine Schulgegenstände, die verschiedenen Zweige der Naturkunde und landwirthschaftlichen Facher. Er wird von zwei Land- lll"1 , Mhschaftslehrern, einem seminaristisch gebildeten Hauptlehrer, dem Dr. med. C. Becker und anderen geeigneten Hulss ehrern ertheckt Die noth ge Anschmmng / 7J ' ' . " . J ' . . , , rxv Ur. r . rt~ f ....... Yt ........ Ctl.. x o Ci-«« Slftll ArtöYt Ittth InTmiAPTt HP PhtPImPTt IX1H?
Schmidt
Kreis-Schulinspectoc.
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Betreffend: Winter-Cursus der Ackerbauschule des landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz «berheffen zu Friedberg pro 1883/84.
Dr. Freihr. v. Gemmingen, Kreis-Assessor.
Preis viertekMrüch 2 Mark 20 Pf. mit Bringeriohn, Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
! Politische üeberfkcht.
Gietzen, 20. September.
Die Manöver in der Provinz Sachsen haben am Mittwoch ihr Ende erreicht; erfreulicher Weise hat der Kaiser denselben in ihrem ganzen Umfange beiwohnen können und die außergewöhnlichen Strapazen der Manöver- lage mit gewohnter Rüstigkeit ertragen. Nur ist der der Stadt Halle am ver- Mgenen Sonntag zugedachte Besuch des Kaisers auf ärztliches Anrathen unterblieben, da der greise Monarch nach den Anstrengungen der beiden vorher- I Segangenen Manövertage der Ruhe bedurfte, statt seiner war aber der Kronprinz erschienen und wurde von der Bevölkerung der „Hallorenstadt" mit Begeisterung empfangen; nach etwa dreistündiger Anwesenheit begab slch der Kronprinz nach Merseburg zurück. Am Donnerstag Vormittag verläßt der Kaiser Merseburg, um sich zu den Manövern des 11. Armee-Corps nach Homburg zu begeben.
Herr v. Schlözer, der Vertreter Preußens beim Vatikan, : iit in voriger Woche wieder auf seinem Posten eingetroffen und hat seine Amts- Utigkeit unter scheinbar günstigen Auspicien wieder ausgenommen. Nach einer Mittheilung der „Germania" hat nämlich der Papst, im völligen Einklang mit - dm preußischen Bischöfen und ohne die principielle Anerkennung der Vorbildung der betr. gesetzlichen Bestimmungen die Dispenseinholung für die Vergangenheit uni für dieses eine Mal zugestanoen. Ausdrücklich wird aber dieser Meldung gefügt, daß hiermit die Annahme, es könne bei dem Forstbestand der Maigesetze die gleiche Duldung im Amte ferner eintreten, ausgeschlossen sei. Jeden- !abls scheint indessen im Vatikan ein Umschwung in der Stimmung gegen Preußen mgetreten zu sein. Es geht dies auch aus dem verbindlichen Tone hervor, in Elchem der päpstliche „Moniteur de Rome" der Rückkehr des Herrn v. Schlözer geldenkt und wobei das Blatt die Hoffnung ausdrückt, daß Vie Verhandlungen fischen dem heil. Stuhl und Preußen einen für beide Theile befriedigenderen Erlaus nehmen werden.
Die Wahlmänner-Wahlen zu den badischen Landtagsmahlen diürsten in der Zusammensetzung des badischen Landtages keine wesentlichen Ver-
Bekanntmachung.
Der „Gießener Anzeiger" erscheint, wie gewohnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn.
Beilage „Gießener Familienblatter" welche dreimal wöchentlich dem Anzeiger beigelegt werden.
Der Abonnementspreis für den Anzeiger, frei in s Haus geliefert, beträgt 2 Mark 20 Abonnenten, welche nur bei der Post abonniren können, 2 Mark ercl. Postgebühr.
Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung „ich im IV. Quartal 1883 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen.
Wir bitten die neuen Abonnenten, namentlich auswärtige, ihre Bestellungen baldgefälligst aufgeben zu wollen, damit wir wllzählige Exemplare liefern können. G^peditivN.
ierbert, Ä* iooocooooo»|
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Änderungen Hervorrufen. Augenscheinlich hat der Compromiß zwischen der katholischen Volkspartei und den Demokraten nicht die von seinen Arrangeuren erwarteten Früchte getragen. Zwar sind der liberalen Partei Bruchsal und Pforzheim verloren gegangen, doch dafür hat sie von den Ultramontanen Baden- Baden, Gernsheim und allem Anschein nach auch Ettlingen erobert. Im günstigsten Falle wird die badische Centrumspartei nur in ihrer früheren Stärke von 22, resp. 23 Mitgliedern in die zweite Kammer zurückkehren und folglich wird auch in dem liberalen Regierungs-System in Baden keine Aenderung eintreten. . ~
König Alfonso von Spanien und König Milan von Serbien weilen gegenwärtig als Gäste am Wiener Kaiserhose und es ist begreiflich, daß die Anwesenheit beider Herrscher in der österreichischen Hauptstadt Anlaß zu mancherlei Combinationen giebt. Daß dieser Besuch auch seme politische Bedeutung hat, ist klar, denn hierdurch wird augenscheinlich die Annäherung Spaniens und Serbiens an das deutsch-österreichische Bündmß vorbereitet und der Umstand, daß sich König Alfonso und König Milan von Wien aus zu den Homburger Kaiser-Manövern begeben, ist nur geeignet, diese Annahme zu verstärken. Am Montag Abend begab sich Kaiser Franz Josef mit seinen hohen Gästen nach Neuberg zur Abhaltung von Jagden und von da aus zu den Kavallerie-Manövern bei Bruck.
Die französisch-chinesischen Verhandlungen wegen Anams bewegen sich noch immer im langsamsten Tempo, vielleicht daß sie durch die am Montag erfolgte Rückkehr des chinesischen Botschafters Margms -rzeng nach Paris in ein schnelleres Fahrwasser gelangen. Marquis iTseng weilte in voriger Woche in London und stattete hierbei auch dem englischen Minister des Auswärtigen, Lord Granville, auf dessen Landsitze Wa rner Castle einen längeren Besuch ab, bei welchem auch der französische Botschafter in London, Herr Waddington zugegen war. Lord Granville soll hierbei dem chinesischen Staatsmanne das lebhafte Interesse, welches das englische Cabinet an einem gütlichen Austrage der ostasiatischen Händel hege, ausgesprochen haben und lasse der ganze
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auf den
Gießener Anzeiger,
Amts- und ÄnzeigeblaN für den Kreis gießen.
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1 Mähren die reichen Lehrmittel der Anstalt, fowie Excursionen nach nahe gelegenen Gutswirthlchaften, gewerblichen Anlagen und sonstigen belehrenden Em- chtunaen. Aufnahmsfähig sind alle unbescholtene junge Männer, welche die Volksschule mit gutem Erfolg absolvrrt haben. In dre H. Klasse werden nur ! ioldje Schüler ausgenommen, welche vorher die L Klasse besuchten, oder nachweisen, daß sie sich anderweitig die Kenntnisse angeeignet haben, welche das ^ehr- iel der 1. Klasse bilden, alle anderen Schüler kommen in letztere. Das Schulgeld beträgt für die 1. Klasse 45 <^., für die H- , Klasse 3o eX Anmeldungen nimmt der Anstaltsdirigent, Großherzoglicher Landwirthschaftslehrer Dr. Tobisch, entgegen, welcher gewünschtenfalls auch anderweitige bezügliche Auskunft erthei .
Friedberg, den 12. September 1883. Das Curatorium der Ackerbauschule zu Friedberg.
ü ö Dr. Braden,
Kreisrath.
Stamm.
nb andere Wir' gewaschen bei nradt, Neuem:;
gegen genügend!:^ beit auszulcihcn. .
' Wed, ds. Bl. j rlingsstellc btic
Betreffend: Wie oben. Gießen, den"l7. September 1883.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
M: Schule besuchen, Unterstützungen verwilligt werden, indem wir recht gerne derartigen Beichlüsten Genehmigung ertyeuen.
kW Dr. Boekmann.
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung des Curatorinms der Ackerbauschule zu Friedberg empfehlen wir Ihnen, sich dafür zu bemühen, kB die Ackerbauschille durch recht viele junge, der Landwirthschaft sich widmende Leute aus Ihren Gemeinden besucht wird Wir bemerken rugl»ch hierbei »°ß für wenig Bemittelte Unterstützungen zur Disposition stehen und wir es nicht zu beanstanden finden, wenn auch von Gemeinden, aiu welchen simge Leute
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