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Witterungskunde.*)
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Neues GrünKorn
eingetroffen.
4826
4465
3592 Ein Haus mit schönem Laden, inmitten der Stadt gelegen, ist zu verkaufen durch I. Blitz.
Ca. 20 000 Winterkohlpftanzen
Nnd^ abzugeben bei
4865 Wirth Leib am Philosophenwal d
*) Aus Dr. L. Overzier's Wetter-Prognose für den Monat Juli, abgeschlossen am 15. Juni (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 JLY — Nachdruck verboten.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Correspondenz-Bureau.
Vertin, 19. Juli. General-Feldmarschall Graf v. Moltke antwortet- auf das Schreiben, welches ihm zur Unterzeichnung des Aufrufs für das Luther- Denkmal in Berlin einlud, er betheilige sich grundsätzlich nicht an Aufrufen, für das Unternehmen selbst stelle er aber seine Mithülfe in Aussicht.
Wien, 19. Juli. Wie die „Wiener Zeitung" meldet, hat der Handelsminister die lOtägige Observations-Reserve auch auf die Schiffe mit unverdächtiger Ueberfahrt und diplomirtem Arzt an Bord, sowie auf sämmtliche Schiffe indischer Provenienz, welche den Suezkanal passirt haben, ausgedehnt.
Nyiregyhaza, 19. Juli. Tisza - Eszlarer Proceß. Mehrere Zeugen sagen aus, der Sicherheits-Commiffar Bay habe die Jnquisiten tortuirt, was dieser indeß in Abrede stellt, mit dem Bemerken, die Zeugen seien von den Juden bestochen. Es kam tn Folge dessen zu einem heftigen Auftritt zwischen dem Commissar und den Vertheidigern. Der Staatsanwalt Szeyffert verlangt die Vorladung des Abg. Onody, um denselben darüber zu vernehmen, ob er in Eszlar noch vor der Section der Leiche das Gerücht gehört habe, daß Die Dadaer Leiche die einer Prostituirten sei. Nach Schluß der Sitzung forderte Onody den Staatsanwalt, Letzterer lehnte unter Berufung auf die Ergebnisse der Verhandlungen die Forderung vorläufig ab.
Rom, 19. Juli. Der preußische Gesandte v. Schlözer, der österreichische Botschafter Graf Ludolf und der bayerische Gesandte v. Tautphoeus find abgereist.
Petersburg, 19. Juli. Die hiesige deutsche Kolonie beabsichtigt die 400jährige Jubelfeier der Geburt Luthers in Kirchen und Schulen festlich zu begehen, auch die Errichtung von Stipendien für arme Kinder und eine festliche Bewirthung armer lutherischer Glaubensgenoffen ist außerdem in Aussicht genommen.
Bukarest, 19 Juli. Die Regierung hat für alle mit regelrechtem Patente in Sulina und Kustendsche landenden Schiffe und Reisende nebst Wagen und Waaren eine gesundheitspolizeiliche Revision, für andere Schiffe eine 8tägige Quarantäne angeordnet. Der Hafen von Mangalia ist gegen alle Provenienzen geschlossen worden.
Alexandrien, 19. Juli. (Telegramm des „Reuterffchen Bureaus"). Der englische General-Consul Malet hat in London telegraphisch um die Ent- senoung von 12 Aerzten nach Egypten ersucht.
Rew-Uvrk, 19. Juli. Nach hier eingegangener amtlicher Duldung aus Veracruz sind daselbst im Monat Mai d. Js. 90, im Monat Juni 261 und im Monat Juli bis zu Abgang der Meldung 144 Personen am gelben Fieber gestorben.
Wafferwarwe der Lahn.
Am 20. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: 4- 12t/? R-, Luftwärme 4- 15° R L. Ehr. Rübsamcn.
Lokales.
Gießen, 20. Juli. Man schretbt der „Darmst. Z." aus M ü n ch e n, daß am 10. ds. der Geheime Regterungsrath Dr. Gustav Heyer, Professor der Forstwissenschaft an der Universität München, auf tragtfche Weise das Leben verloren hat. Er hatte an genanntem Tage in der ausgesprochenen Absicht, zu seiner am Nachmittag stattfindenden Vorlesung zurückzukehren, eine Tour nach dem Flüßchen Ammer unternommen, um zu angeln, kehrte jedoch nicht zurück. Angehörige und Amtsgenossen begaben sich auf die Suche und conftatirten an Ort und Stelle, daß ihm em Unfall zugestoßen fein müsse, wie vermuthet wird, ein Schlaganfall. Erst am 14. dieses Monats wurde die Leiche gefunden.
Das Unglück erregt in allen Münchener Kreisen das größte Aufsehen und die wärmste Theilnahme. Die Universität verliert eine ihrer größten Zierden Heyer war ein Hesse, in Gießen geboren, als Sohn des dortigen Professors Dr. Karl Heyer, dessen Nachfolger auf dem forstlichen Lehrstuhl er spater wurde.
Nach wenigen Jahren einer erfolgreichen Lehr- und literarischen Thättgkeit bekam er seitens der königlich vreußischen Regierung den ehrenvollen Ruf ernes Dtrectors der neu gegründeten Forstakademte Münden bet Göttingen, welche zur Blüthe zu bringen ihm rasch gelungen war. Als eifrigstem Vertheidtger der Unioersitstsbildung der Forstleute konnte ihm vor etwa 6 Jahren ein glanzender Ruf noch München gelegentlich der Gründung forstlicher Leyrftühle an der dortigen Universität nur willkommen fein — er sollte leider verhängnißvoll für ihn werden.
Heyer starb im Zentth geistiger Productionsfähigkeit, erst 57 Jahre alt; hochgeachtet von Fach- und Amtsgenossen, beliebt bet seinen Schülern, war er zugleich bahnbrechend im Forstfach, hauptsächlich in den mathematischen und statischen Dls- ciplinen, sein Name ist in der Forstwissenschaft durch mehrere Werke unsterblich und sein engeres Vaterland kann stolz auf ihn sein.
Gottesdienst in öer Synagoge.
Freitag Abend 7'- Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 845 Uhr.
Schulzmdorferstraße 19, ereignete, erhalten wir folgende Details. In der neunten Vormittagsstunde war der Arbeiter Wilhelm L'phard, 39 Jahre alt und In der Steinstraße 37 wohnhaft, an einem mit siedender Äalilauge gefüllten großen Kessel beschäftig! Bei dieser Arbeit verlor er das Gleichgewicht und stürzte, obwohl er sich an einem anderen neben ihm stehenden Arbeiter festzuhalten versuchte, kopfüber in die kochende Flüssigkeit und zwar dergestalt, daß er vollständig untertauchte. Sofort herbeieilenden anderen Arbeitern gelang es, den Unglücklichen noch lebend aus dem Kessel zu ziehen doch hatte er bereits so schwere Brandwunden am ganzen Körper daoongetragen dab er auf Anordnung des sofort hinzugerufenen Sanitätsraths Dr. Solger schleunigst in die Chariiö geschafft werben mu&ie. Sein Zustand ist ein ganz enifitzlicher und nach Ansicht der Charit6-Aerzte ist fast jede Hoffnung ausgeschlossen, den Aermsten am Leben zu erhalten. Er ist total verbrüht, die Haut fällt in langen Fetzen herab, ebenso löst sich Kops- und Barthaar ab. Der Unglückliche ist Familienvater und hinterlaßt eine Frau, die demnächst ihrer Niederkunft entgegen sieht. Der zweite Arbeiter, an dem sich Liphard festzuhalten versuchte, erlitt habet ebenfalls schwere Brandwunden im Gesicht und an den Händen, jedoch ist er in der Lage, sich in seiner Wohnung ärztlich behandeln zu lassen.
— (Desinficirung eines £elegramm§.) Der „Slovenski Narod" berichtet folgenden komischen Vorfall aus Laibach: „Gestern brachte ein Depeschenausträger dem Herrn S. welcher Verwandte in Damiette hat, ein Telegramm. Beim Aufmach n der Depesche bemerkte S, daß die Depesche schon vor 24 Stunden in Laibach angekommen fei. Er war darüber ungehalten und sagte dem Austräger: „Das ist aber doch zu viel datz mir das Telegramm erst nach 24 Stunden zugestellt wird. Glauben Sie, daß so etwas nichts zu bedeuten habe? Ich werde Ihnen das schon zeigen!" Darauf antwortete der Telegraphendiener ruhig und gelassen: „Das Telegramm ist richt-g vor 24 Stunden angekommen, aber wir mußten dasselbe, da es aus einem Lande kommt, wo Cholera grassirt, nach den Befehlen der Sanitätsbehörde während dieser Zett d'sinficiren " (’)
— Eine hübsche Amcdote wird aus Oldenburg erzählt. Ein Arbeiter, der von den in Hamburg auf der Internationalen Viehausstellung erteilten Preisen gehört hatte, dachte daran, sich ein Musterexemplar eines Schweines großzuziehen. In Gegenwart seiner Frau unterhandelte er mit einem Händler über ein Mutterschwein. Da fiel ihm seine Frau in das Wort: „Wat schält wie mit bat Swien dohn, Du kümmsl jo doch den Abend aß en Swien to Hus." Der Mann erwiderte: „Dett iß en Snack de hört hier gar ntch her," kaufte indessen das Schwein nicht.
J. CwHickeH.
Mitglied der deutschen Möbeltransport-Gesellfchast,
Darmstadt, ______ Bleichstraße Nr. 2 9.
Vermischtes.
Darmstadt, 19. Juli. Der diesjährige (11.) Hessische Feuerwehrtag, der wahrend der Tage vom 21. bis 23. Juli hier stattfinden wird, verspricht einen besonders glanzenden Verlauf zu nehmen. Angemeldet sind nicht weniger als 50 ver- fcmebene Cvrporationen, die eine Gcsammtzahl von ca. 2300 Mitgliedern nebst vierzehn eigenen Mustkkorps^zu den Feierlichkeiten entsenden. Der Haupttheil der letzteren entfallt, wahrend der Samstag theilwetse den geschäftlichen Verhandlungen gewidmet ist, auf den Sonntag, für welchen außer dem großen Festzuge durch die Hauptstraßen der Stadt auch eine große Uebung der hiesigen Feuerwehr auf dem Markte mit einem Mastenangriff auf die (in Brand gedachte) Hofapotheke und die umliegenden Hauser proiektirt ist. Dazu u. a. am Nachmittag und Abend ein gewähltes Concert im Saalbau unter Mitwirkung der auswärtigen Feuerwehrkapellen. Schade wäre es wenn etwa in Folge des jetzt täglich zu fürchtenden schlechten Wetters die vortrefflichen Arrangements nicht zu ihrer vollen Entfaltung und Wirkung gelangten.
Sprottau, 15. Juli. In vielen Orten des Kreises haben gestern und vorgestern schwere Gewitter, verbunden mit orkanartigem Sturm und Hagelschlag großen Schaden angerichtet. In mehreren Ortschaften hat der Blitz etngeschlagen. Dle Vavie'-- fabrik in Eilau ist niedergebrannt.
_ Berlin, 16. Juli. sU»glücksfall.) Ueber einen ganz entsetzlichen Unglücksfall, der sich am gestrigen Sonntag Vormittag in der chemischen Fabrik von Dr. Marasse
21. Jult. Samstag. Der Morgen ist besser, namentlich in Westdeutschland, der Mittag und Nachmittag zerstreut ballig dis gewitterhast bedeckt, der Abend gut Nach Osten sind die Nachmittage bet mittägigen Gewittern noch aufgebessert bis heiter und warm; nach Süden Vor- und Nachmittags stellenweise ergiebige Niederschläge, nach Norden keine oder nur mäßige Niederschläge.
22 Juli. Sonntag. Morgens schön, Mittags und Nachmittags zerstreut wolkig und gewttteihaft veränderlich mit Aufhellung kurze Zett Nachmittags, Abends besser bis schön.
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Evangelische G e in e i n i> e.
M.vrteSdienK:
Sonntag den 22. Juli (9. nach Trinitatis).
Vormittags 9>/2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann und Superintendent Dr. Habicht aus Darmstadt.
Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Der Großherzogliche Superintendent wird an diesem Sonntag in hiesiger Gemeinde die alle 5 Jahre wiederkehrende ordentliche Kirchenvifitation abhalteir. Derselbe wird, auch zur Gemeinde redend, beiden Gottesdiensten beiwohnen und zugleich in denselben eine Prüfung unserer neuconfirmirten Jugend vornehmen msseil. Deshalb sollen die neuconfirmirten Mädchen im Vormittagsgottesdienst sich einfinden und ihre alten Consirmandenplätze einnehmen, und sämmtliche Neuconfirmirte aus dem Gymnasium, der Realschule und der Stadtknabenschule sollen im 9c a ch m i t t a g s g o t t e s d i e n st erscheinen und die Bänke um den Altar einnehmen.
Die Angehörigen unserer Gemeinde, besonders auch die Mitglieder der Gemeindevertretung, werden freundlichst gebeten, zur Feier der Kirchenvisitation an den Gottesdiensten zahlreich theilzunehmen.
Kinderkirche: Vormittags 8 Uhr, Pfarrer Schlosser.
-x xx Sonntag, den 29.Juli, findet die Feier des heiligen Abendmahls ftatt; die Beichte wird am Sanistag zuvor, Nachmittags 2 Uhr, gehalten werden.
Die Pfar r ge schäfte in der Woche vom 22. bis 28. Juli beforat Pfarrer Dr. Naumann.
Katholische Gemeinde.
. 10. S o n n t a g n a ch P f i n g st e n.
,n Bon 6 Uhr an: Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communioii. V2IO Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Andacht.
4934
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^rantfurt a. M., 20. Juli, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Kursbericht. MttgSeilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 251V2, Staatsbahnactien 277y4, Galizier 2503/4, Lombarden 1343/4, Nord- westbahnactien 173, Gotthardbahnactien 113V4, Darmstädter - Bankactien 1543/fl, ^^^^L^ommandit 1953/., Oesterr^Silberrente 673/4, 4% Ungar. Goldrente 75%, 4% 1880er Swssen 72"/io, o% 1877r Russen 92%, 2. Orient-Anleihe 57, 40/n Spamer 633/ie, 5% Rumänische Rente 93’/8, 4% Unistc. Egypter —, 5% dürfen —, Marienburger —, Hess. Ludwigs bah nact. — Tendenz: —.
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