sei von Seiten Preußen« wiederholt gemacht morden, aber stets an der Kurie gescheitert. Die Regierung würde heute noch selbst eine solche Regelung Vorschlägen, wenn die Aussicht einer Annabine Seitens Roms vorhanden wäre.
- Der „Reichs-Anz." meldeti Die Reclamationen anläßlich der egypti« jd^en Wirren sind bis zum 8. Mai bei der internationalen Entschädigung«- Commission m Alexandrien anznmelden entweder birect bei dem Präsidenten der Commission ober durch Vermittlung der beteiligten Consulardehörden. Alle bei bem auswärtigen Amte oder bei dem deutschen General-Lonsulat in Alexandrien eingereichten Reclamationen Deutscher werden durch das General-Consulat an- gemeldet, die weitere Vertretung vor der Commission ist Sache der Interessenten. Letzteren wird, wenn sie wegen der einzuleitenden Schritte weiterer Information bedürfen, das deutsche General-Consulat Vermittlung gewähren. Der deutsche Vertreter in der Commission ist Gras Alaragiia, Mitglied de« Appellhofs in Alerandrien. , .
München, 17. Febr. Die Leiche Richard Wagner s traf um 2'/, Uhr Nachmittag« auf dem Bahnhofe ein und wurde von dem Flügeladjutanten des König«, Baron Lebret, welcher einen großen Lorbeerkranz überreichte, empfangen. Die Münchener Maler mit brennenden Flambeaux, Seputationen fämmtlicher Münchener Gesangvereine mit umflorten Fahnen, der Wagnerverein, alle eine große Zahl Lorbeerkränze tragend, bildeten Spalier. Der Zug fuhr unter den Klängen von Beethoven« Trauermarsch ein. Auf Bitten der Wittive Wagner'S unterblieb jeder Gesang und jede fonstige Feierlichkeit. Die Kinder Wagner'« fliegen ans und nahmen in bem Salon beS Königs ein ihnen offerirte« Diner ein; die Wittwe blieb, unsichtbar für Jeden, int Wagen. Um den Leichenwagen, welcher von den mitgebrachten Kränzen ganz überdeckt war, halten alle Deputationen bis zum Abgang nach Bayreuth mit dem Abend-Courierzuge Wacht.
Nürnberg, 16. Februar. Der „Correfp. von und für Deutschland" befürwortet ein einziges großes Wagner-Denkmal in Form der durch die gezeichneten Gelder garantirten Erhaltung des Festspielhauses zu Muster-Aufführungen und Musikfeften, eventuell die Errichtung einer Musikakademie in Bayreuth als am meisten dem Sinne Wagner'S entsprechend.
Hcstcrrctch.
Pestb, 16. .Februar. Aus Anlaß politischer Zänkereien sand heute ein Plstolenduell zwischen dem Obergesvan des Eisenburger Comitates und dem Abg. DyomS Pazmandy (äußerste Linke) statt. Letzterer wurde verwundet.
Pesth, 17. Febr. Im Abgeordnetenhauje brachte heute der Abg. Ugron eine Interpellation an den Ministerpräsidenten darüber ein, weshalb die Festungen Siddin, Rustschuk, Schumla und Silistria noch nicht geschleift seien, ob der Ministerpräsident Schritte gethan habe, damit der Art. 52 des Berliner Vertrages durchgeführt werde und womit der Ministerpräsident es motivire, daß er diesem Artikel bis jetzt noch keine Geltung verschafft habe. In der Begründung der Interpellation roirb darauf hingewiesen, daß der ungarische Handel und die freie Schifffahrt durch die Festungen gefährdet und daß letztere überdies als Operationsbasen und als Verpflegungsdepots benutzbar seien. Die Interpellation wird dem Ministerpräsidenten schriftlich zugestellt werden.
England.
Dublin, 16. Februar. Ein Beamter des Bureaus der öffentlichen Arbeiten ist unter Anschuldigung der Thellnahrne an dem Mord-Eomplot gegen Beamte heute verhaftet worden, ebenso ist Harrinton, als Secretär der National- Ltga, der jüngst wegen einer aufrührerischen Rede zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt wurde, heute festgenommen.
Dublin, 17. Februar. Proceß wegen des Complottes zur Ermordung von Polizeiosficianten und Beamten. In der heute fortgesetzten Verhandlung trat der Stadtrath James Carey, der sich unter den Angeklagten befindet, als Kronzeuge auf.
Der Kronzeuge (Earey sagte aus, 250 auserlesene Irländer hätten einen Eid geleistet, ber Todesstrafe allen Befehlen des Geheimbundes zu gehorchen. Zum Tode feien verurtheilt gewesen der frühere Viceckönig Cowper, Forster und Bourke.
Der Kronzeuge sagte weiter aus, daß die bei den Mordthaten angewen- deten Waffen aus London gesandt worden seien. Tie Handlungen der iltörber wären durch Depeschen aus London dirigirt. Carey identificirte sämmtliche Gefangene bis auf zwei als Mitglieder der Mord-Verbindung. Forster sei ganze Tage hindurch in der Absicht, ihn zu ermorden, verfolgt worden. Carey erklärte ferner, daß er, sowie andere Mitglieder der Verbindung der Meinung gewesen, die Fonds für die Mörder seien von der Landliga gesandt worden. Zur Zett der Ermordung Lord Cavendish' und Bourke's fei das Haupt der Verschwörung in Dublin eine mysteriöse Person, den Verschwörern nur unter der Bezeichnung „Numero 1" bekannt gewesen. Derselbe habe anscheinend viel Geld besessen. Carey berichtete hieraus über die Ermordung Lord Cavendish' und Bourke's. Der Angeklagte Brady habe Bourke angegriffen. Cavendish habe Brady hierbei mit einem Regenschirm geschlagen. Letzterer habe sodann Cavendish ermordet und sich hieraus umgewendet. Als er nun Bourke an der Erde liegen gesehen, habe er diesem die Kehle durchschnitten. Carey bestätigte die Auslagen anderer Zeugen vollkommen. Bei den Aussagen Carey's wurden bie Gefangenen von Schrecken vollständig überwältigt.
Italien.
Venedig, 16. Februar. Der Abgang der Leiche Richard Wagner'S ist heute Nachmittag 2 Uhr erfolgt. Der broncene Sarg ist im Style der Renaissance gehalten, der Eisenbahnwagen mit Sammet und Silber ausge- ichlaaen. Tie Familie Wagner'S begleitet die Leiche. Bis zum Bahnhose waren dem Trauerconducte gefolgt der Chef der Municipalität, der Präsekt, die Mitglieder des Sicco Marcello und die Freunde der Familie, darunter die Maler Passini und Joukowsky, sowie Banquier Groß. Letzterer wurde am Bahnhofe von dem Präsidenten des Lyceo Marcello, Grafen Contin, in deutscher Sprache ersucht, bei der Familie Wagner'S der Dolmetscher des Schmerzgefühls zu sein, welches das ganze künstlerische Venedig empfinde. — Die Journale veröffentlichen ein Schreiben des Grafen Contin, worin derselbe im Auftrage der Familie Wagner'S Venedig und Italien den Dank derselben für die Theilnahme auS- spricht, welche ihr von den Behörden, der Pressen, den Vereinen und der Bevölkerung zu Theil geworden sei.
Neapel, 16. Februar. Der Ningkrater des Aetna schleudert glühende Lavastücke aus. Der Berggipfel ist Nachts durch fortwährende Lohe erleuchtet. Gestern fand eine starke jeismographijche Erschütterung statt.
Türkei.
Konstantinopel, 14. Februar. Eine aufregende Scene hat sich am vorigen Freitag in der Moschee des Sultans Achmet zugetragen. Als der Imam das Gebet für den Sultan lesen wollte, trat aus der Schaar der Gläubigen ein Softa plötzlich zu dem Priester auf die Kanzel und rief, ein Schwert schwingend, mit lauter Stimme: „Was, du willst für einen Mann beten, welcher das Land ruinirt ?" und spaltete mit einem Hieb das Haupt des Priesters. Die Versammlung schaute entsetzt zu, während der Mörder ruhig von der Kanzel hinabstieg, ohne auch nur einen Versuch zur Flucht zu machen. Abdul Hamid, jagte er, habe kein Recht, Haupt der Gläubigen zu sein, da er seinen Pflichten nicht nachkomme. Man machte keinen Versuch, den Mörder gefangen zu nehmen. Einige wollten ihm sogar die Flucht erleichtern. Schließlich bemächtigte sich aber die Polizei des Mannes und er wurde, auf Befehl des Sultans , nach dem Wdiz Kiosk gebracht.
Amerika.
New-Aork, 17. Februar. Die Ueberschwemmungen haben nicht weiter zugenommen, das Wasser fällt. In New-Albany (Indiana) sind 1200 Häuser eingestürzt und 5000 Personen obdachlos. Die verursachten Verluste werden auf 1 Mill. Dollars geschätzt.
New-?^ork,Z7. Februar. In Braidwood (Illinois) stürzte in Folge des durch die Ueberschwemmung gelockerten Erdreichs eine Diamantengrube ein, es sollen dabei 62 Personen den Tod gesunden haben.
Telegraphische Depeschen.
Wolffs telegr. Correspondenz-Burearr.
Bayreuth, 18. Februar. Bet der Ankunft des Zuges mit der Leiche Richard Wagner'S befanden sich auf dem Bahnbofe zum Empfange anwesend: der Bürgermeister Muncker, die Mitglieder des hiesigen Wagneiconntö, die Verwattungsräthe Feustet von hier, Heckel auS Mannheim, Schön aus WormS und viele musikalische und journalistische Celebritäten. Die Ehrenwache bei bem Leichenwagen wurde aus 27 Mann brr hiesigen Bürgerseuerwekn gebildet. Mit dem Zug langte als Vertreter dcszrönigs, der Generaladjutant Graf Pappenheim, hier an; ferner sind hier eingetroffen die Hof- capeUmelfter Levy aus München und Hans Rechter auS Asien. Professor Jul. Hey aus München, die Musikdincioren Hansky aus Prag, Porges aus München, Klingcmann auS Hannover HanSleben aus Rotterdam, S- Hanns auö Brüssel, Kliebert aus Würzburg u. A Frau Cosima Wagner befand sich bei der Ankunft in einem so leidenden Zuslande, daß sie von dem Bankier Groß und dessen Gemahlin aus dem Wagen gehoben und zu ihrer Equipage mehr getragen als geleitet werden mußte.
— Eine schon jetzt zahllose Menschenmenge, die von Minute zu Minute wächst, harrt des Beginns der Letchenseter. Die florb.hangenen Straßenlaternen brennen in düsterem Scheine, von fast jedem Hause wehen Trauerflaggen. Der Leichenwagen ist mit Epheu, Farren uud Tannenreis-Kränzen geschmückt; auf dem kupfernen Sarge ruht ein herrlicher Kranz mit der Inschrift: „König Ludwig von Bayern dem Wort- und Tondichter Richard Wagner." Der Kranz besteht aus den prächtigsten Blüth n und Palmenblättern. Ein eigener Wagen ist schon überhäust mit Sträußen und Kränzen und noch treffen deren in großer Menge ein. So sandte Salzburg einen Edclweiß- kranz, bk Stadt Venedig und der Circolo artifioiale di Venezia herrliche Klänze mit imitirten Begontnblättern, der Sänger Theodor Reyirney:r von Venedig einen wundervollen Kranz von Eichen- und Colleusblättern, die Sänger des Parsifal einen Kranz mtt der Inschrift: „Dem Meister die Genossen des Gral." Prachtvolle Kränie trafen ferner ein von dem Münchener Hofopern-Orchester, von der Societa musicale Benedetta Marcello tn Venedig mit der Widmung: „al sommo genio del arte, segno del .eterna amrairazione“, von dem Vcrwallungsrath des Bühnenfestspiels^ Profeffor Schon m Worms, vom Wagner-Verein in Berlin, von den Hoslheater-Sängern tn München, von hem Sänger Scaria von dem Männergesangverern in Botzen, von dem Patronats- veren in Mannheim u. f. w
London, 18. Februar. Der deutsche Verein für Kunst und Wissenschaft „Athenäum" hatte gestern Abend in St. Georges Hall unter dem Protektorate des Herzogs und der Herzogin von Connaught eine Festvorstellung zum Besten der durch die Ueberschwemmung in Deutschland Beschädigten veranstaltet. Der Herzog und die Herzogin von Connaught, der Prinz und die Prinzessin von Wales, sowie die Elite der Londoner Deutschen, darunter Graf Herbert Bismarck, wohnten der Vorstellung bei. Den Glanzpunkt des Abends bildeten von Alma Tadenia arrangirte lebende Bilder.
Paris, 18. Februar. In einem heute Vormittag im Elys6e abgehaltenen Ministerrath nahm der Präsident Grövy definitiv die Entlastung des Cabinets an. Es heißt, der Präsident werde Jules Ferry zu sich berufen.
New - Aork 18. Februar. Bei dem Grubenunglück in Braidwood sollen 74 Arbeiter, meistens Ausländer, um's Leben gekommen sein
H f a l e i
(Siesten, 19 Februar. In der Sitzung des historischen Localoereins am 17. Februar setzte Herr Dr Btndewalb seine interessanten Mittheilungen über Joh. Balth. Schupp fort Indem sich Redner besonders bet der Wanderzeit unseres berühmten Landsmannes aufhielt, zeigte er, wie derselbe überall, in Süd- und Nord^ deutschland, tn Polen, Dänemark und Holland mit den berühmtesten Männern seiner Zeit in Verkehr stand. Richt selten traten die schweren Qualen des 30jährtgen Krieges oirect an Schupp heran Auch nachdem er Professor zu Marburg geworden und er in glücklichen Famklten- und Amtsverhälinlssen lebte, waren ihm diese nicht erspar! und bei der Eroberung von Marburg 1645 verlor er sein ganzes Vermögen D>c Professur war ihm verleidet und er nahm eine Stelle als Hofprediger und Schul- insp>ctor in Braubach an. — Es ist nicht möglich, hier in kurzen Zügen ein Bild zv geben von der großen Menge interessanten Materials, das Redner zu S chu ppS Lebe« und zur Zeitgeschichte mkttheilte. Manches davo r beruhte auf quellenmäßigen Studien, doch sind gerade aus dieser schweren Zeit diese Quellen höchst dürftig. Um so erfreulicher ist, einzelnes gerettet zu sehen. Möchte dasselbe doch veröffentlicht werben Hoffentlich wird Herr Dr. Binbewald auch den Rest feiner fleißigen Studien über Schupp uns noch mitthetlen.
Giesten, 19. F-.bruar. Im Volksbildungsverein hält morgen (Dienstag) Aden» Herr Realjchuldtrector Soldan einen Vortrog „über das eleclr tsche Licht' Bet der eminenten Bedeutung diests Themas bedarf es wohl keiner weiteren Äer» j sicherung, daß der tn Aussicht gestellte Vortrag ein sehr instructiv^r und belehrcndet ! sein wird.
— Bei einer tn der Nacht vom Samstag auf Sonntag am Riegelpfad zwischen I Arbeitern stattgefundenen Schlägerei erhielt ein LOjähriger Arbeiter einen lebensaefähn । lichen Messerstich in den Rücken. Er wurde in die Klinik verbracht. Der Thäter in | verhaftet- I
Vermischtes.
Darmstadt, 17. F bruar. sMttitärdienstnachrichten.j v. Scherff, Oberst und : Chef des Generalslabes des XI. Armeecorps, der Rang eines Brtgade-Commandeurs : verlieh m; Machenhauer, Bayer, Port.-Fähnrichs vom 1 Großh. Inf - (Leibgarde^ i Regt- Nr. 115, Hoos, Port..Fähnrich vom 2 Großh. Inf.-Regt (Großherzog) Nr. Uv' zu Secoildlieutenants befördert; Schmitt, Pr.-Lt. vom 4. Großh. Inf. Regt (Print i Karl) Nr. 118, von dem Commondo bet der Unteroffiziers-Schule tn Ettlingen tn I ult März er. entbunden; Frhr. v. Rotsmann, Petersen, Port-FähnrichS vom Grotzv- 1 Feld-Artillerie-Regt Nr. 25 (Großh. Artillerie-Corps) zu außeretatsmäßigen Seconv'
Sn* At!-d W®
_ 8« M"! *! s W-n oöi 6 joü Dorog^^
ßfklßsj Xitnadnl'^' jetten anf dem oer-r l Leiirillm
3) harpn't.
5) 8> folg,
Cutmirt Hdingungen n Alm trnnt ? Cnmnt nr.fi Äujschnn ,v Minalin;' » konnitta-4 tO iiilmhen.
GirM, der.
Tie Hros 1152
holM in der ftr
Montag
von T m Diftrict NbfmÖart bay:
10 ffcnti
Neu K. ^01
bSs
ttiji o irtl
Fiih
17 Su,
■223*
^0 Mit n, Mil , .M bt
s*
I
U83hnt iWZN, fern
62 (hdh 5 M , mir s
Mte 202
•il ,nchtei Mali
von $ Ult Urict; Mft Quj ® $mir.


