Einzelbild herunterladen

6185

ir innigst-

Str. 217. Mittwoch den IS September 1888

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

vureaur Schulstraße 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des MOtztztagS.

Sterbehaus I

einem yvwu^v , -

-

Chk. WB -

iramnarxwg

aaeawifeEs- Tamarr. »ctgawwaroBnag

H)vLitLf^e

tnÄ

t

'

ebenen:

nilie.

ganzen Welt gewonnen hat Gewissensfreiheit und Duldung mit der ^dringlichen Mahnung, stets dessen eingedenk zu bleiben, daß die Krast des Protestantismus nicht im Buchstaben und der starren Form, sondern im zugleich Wendigen und demüthigen Streben nach der Erkenntniß christlicher Wahrheit Grütze, schloß der Prinz seine Rede, welche gleich dem Erlaß des kaiserlichen dllters, ein lautes Echo in allen protestantischen Herzen wecken wird.

Die großen Herb st Übungen der deutschen Truppen, denen ie Anwesenheit des obersten Kriegsherrn seit Jahren den bezeichnenden Namen kr Kaisermanöver verliehen hat, haben mit der am 14. September stattgesun- hen Parade des 4. Armee-Corps auf dem historischen Schlachtfelde von Roß- ihren Anfang genommen. Dieselbe ist in glänzendster Weise verlaufen; Von den nach Zehntausenden zählenden Zuschauern wurde der Kaiser überall, er sich zeigte, enthusiastisch begrüßt; nach Beendigung des Parademarsches, m welchem die sürstlichen Chefs ihre Regimenter vorführten, kehrte der Kaiser illh Merseburg zurück.

Die 30. Generalversammlung der deutschen Katholiken Düsseldorf hat am Donnerstag ihr Ende erreicht, ohne irgend ein bemerkens- Arches Resultat erzielt zu haben. Wenigstens hat sie keinerlei Anhalt zur Be- «nheilung der kirchenpolitischen Situation dargeboten, obwohl dieselbe durch den desich, den Herr v. Schlözer vor seiner Rückkehr nach Rom dem Fürsten Bis- Arck abgestattet, wieder mehr in den Vordergrund der Discussion gerückt wird, «erkenswerth war die Düsseldorfer Katholiken-Versammlung nur insofern, als ? ühr auch Verhandlungen über die Thesen der unlängst aus Schloß Haid ver- M'melt gewesenen ultramontanen Socialpolitiker stattgefunden haben. Diese ^.Handlungen und namentlich das Auftreten des Centrumsführers, Herrn Winidthorst's, bestätigen die Annahme, daß in den Reihen des Centrums ernst- lchtt Meinungs-Verschiedenheiten über gewisse socialpolitische Fragen herrschen

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brintzerlotzr!

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

rr l Pr Gießen, am 13. September 1883.

Betreffend: Dre Aufstellung der Voranschläge der Landgemeinden des Kreises Gießen für 1884/85.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Nach unserem Amtsblatt Nr. 7 von 1881 sind die Voranschläge spätestens Ende October dem Gemeinderath vorzulegen und spätestens bis zum 18. November an uns einzusenden. Wir beauftragen Sie daher, sofort mit der Aufstellung der Voranschläge zu beginnen und hierbei die Be- sümmungen der Instruction vom 20. October 1874 und die zu den vorderen Voranschlägen ergangenen Beschlüsse genau zu beachten. Ferner bemerken wir, daß : 1) als Beitrüge zur Kreiskasse dieselben Summen vorzusehen sind, welche für 1883/84 in die Kreiskasse bezahlt wurden;

2| bei Berechnung der Holzpreise unsere Verfügung vom 31. October 1882 Anzeiger Nr. 258 maßgebend ist.

Im Uebrigen verweisen wir noch auf unsere Verfügung vom 20. September 1881 Anzeiger Nr. 225 und sprechen die Erwartung aus, daß Ne die Voranschläge pünktlich an uns einsenden werden.

Dr. Boekmann.

Betreffend: Die Taubstummen-Statistik. Gießen, am 17. September 1883.

Das Großherzogliche Kreisamt -Gießen

an die Ortsfehulvorstände des Kreises.

Sie wollen, soweit dies noch nicht geschehen, alsbald die in obigem Betreff zu erstattenden Berichte einsenden.

Dr. Boekmann.

n ttiovu l I , .........

*etl die Worte des fürstlichen Sprechers und mit besonderem Nachdruck wies

Stockderselbe darauf hin, was die That Luther's nicht nur den Protestanten, sondern i S 6er nntnow orinU aa^am^v.

«»Sm tzernitt t HwK H "S.-

ÄH

mr mi! °llm »

eines Familienlogis _______NeuW. le kleine, nenhergm ung an rnbige h ib per 1. Oktober boii hr. 8ony,^BierbM elgroßes Familienlozi; !rmiethen bei

PH. TchlattekA nsarde von 3 Zimimn: ruhige Leute zu nemi ktober beziehbar.

-rie-el, BahnhofM-r kleines Logis zu nini M, Caplansgahk^ möbt Rimmer zuvmli

ßr. Fürsts

und es ist Herrn Windthorst nur durch Stellung derCabinetsfrage" gelungen, die Einigkeit im ultramontanen Lager wieder herzustellen. Recht eigenthümlich berührt es bei den Verhandlungen des Düsseldorfer Katholikentages, daß wah­rend derselben der Chef der Centrumspartei den Vorschlag einer internationalen Katholiken-Versammlung gemacht hat, mit dem herausfordernden Gedanken, am 10. November, dem 400jährigen Geburtstage Luther's, einenGebe.sverein für die Beendigung der Glaubensspaltung" zu gründen.

Die 28 Ergänzungswahlen zum sächsischen Landtage haben die Wahl von 16 conservativen, 6 fortschrittlichen, 3 nationalliberalen Abgeord­neten und eines Socialdemokraten zur Folge gehabt; über zwei, nur als liberal" bezeichnete Abgeordnete ist die nähere Parteistellung noch unbekannt. Im Allgemeinen haben die Wahlen keine Veränderungen in den Parteiverhält- nissen des sächsischen Landtags ergeben.

Die aufrührerische Bewegung in Kroatien zieht trotz aller versöhnlichen Dispositionen" der ungarischen Regierung immer weitere Kreise. Jetzt ist auch das sog. Banat und das Gebiet der ehemaligen Militärgrenze von ihr erfaßt worden und auch hier sind es hauptsächlich die Bauern, welche sich der Durchführung des ungarischen Staatsgedankens mit gewaffneter Hand widersetzen. Es haben an der Banatgrenze schon wiederholt blutige Zusammen­stöße zwischen den Truppen und den Bauern stattgefunden und hat man in Buda - Pesth die Entsendung größerer Truppenmassen nach den insurgirten Districten ernstlich in's Auge gefaßt. König Milan von Serbien ist zum Chef des österreichischen Infanterie-Regiments Nr. 97 und Fürst Alexander von Bulgarien zum Obersten im österreichischen Dragoner-Regiment Nr. 6 ernannt worden.

Während die französischen und die chinesischen Diplo­maten noch wegen Anams hin- und herschachern, sind in Tongking neue und heiße Kämpfe entbrannt. Von Hanoi aus operiren die französischen Truppen zur Zeit gegen Sontap und auf dieser Linie ist es in den ersten Septembertagen ' zwischen den Franzosen und den Streitkräften derSchwarzen Flagge" bei Phonhai oder Pallan zu einem blutigen Zusammenstöße gekommen. Amtliche französische Quellen selbst besagen, daß der Kampf, in welchem die Franzosen ca. 60 Mann darunter 5 Osficiere und die Gegner 500 Mann nebst 2 Geschützen verloren haben, drei Tage gewährt habe. Den Franzosen sei die Besetzung der feindlichen Positionen gelungen, doch habe sich General Bonet zu­rückgezogen, um Verstärkungen abzuwarten. Gerade wie bei der Affaire von Phukai sind die Franzosen auch jetzt wieder zurückgegangen, trotzdem daß eine kleine Abrheilung die feindlichen Positionen noch besetzt hält; es sieht dies gerade nicht nach einem glänzenden Siege der Franzosen aus. Vorläufig geht also der Krieg in Tongking neben den Verhandlungen in Paris weiter und es liegt auf der Hand, daß die chinesische Regierung jede neue Schlappe, welche die Franzosen im Kampfe mit derSchwarzen Flagge" erleiden würden, zu ihren Gunsten ausbeulen würde.

Kaiser Alexander dehnt seinen Besuch am dänischen Königshofe un- gswöhnlich lang aus. Nachdem die Abreise des russischen Herrschers von Kopen­hagen bereits aus den 15. September festgesetzt war, hat derselbe seinen Aufent-

gedenkt Kaiser Wilhelm in diesem Erlaß des gewaltigen und gottgesegneten Dirken Luther's, wobei deb greise Kaiser zugleich in ergreifender Weise seine W evangelische Gesinnung ausspricht. Mit einer zu Herzen gehenden Zusam- Anfassung Dessen, was die Lutherfesie fördern sollen die Weckung und Ver- Üesung evangelischer Frömmigkeit, die Wahrung guter Sitte und die Befestigung Friedens in der evangelischen Kirche schließt diese wichtige Kundgebung unseres Kaisers. Den in ihr enthaltenen Gedanken nimmt die Rede, welche Kronprinz Friedrich Wilhelm bei der Einweihung der Wittenberger Lutherhalle Schalten hat, auf; oii den Geist und das Wirken des großen Reformators, das üch auf mehr als einem Gebiete deutsch-nationalen Lebens bethätigt hat, erinner-

EiRltLdung

/l einer Sonntag den 23. Septen,der l. I., Nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus Stein zu Nidda statthabenden Besprechung der Mit- Wieder des Landespferdezucht Vereins und Freunde der Pferdezucht.

Tagesordnung: 1) Referat über die für die landwirthschaftlichen Verhältniffe der Provinz Oberhessen am meist geeignete Pferderace. Von Herrn Veterinär Dr. Kreuder zu Nidda.

2) Hebet den Zweck des Landespferdezucht-Vereins.

Stammheim, den 15. September 1883. Im Auftrag des Präsidenten des Landespferdezucht-Vereins.

_____ Adf. Rullmann.

W jw'V» ' ® 1, yo'ld

iGi^tzen, 18. September.

Zu zwei bedeutungsvollen Kundgebungen hat das am Don- __________ $ msiag in Wittenberg gefeierte Lutherfest geführt, Kundgebungen, die um so Wes Zimmr Httll bmerkenSwerther erscheinen, als sie von unserem Kaiserhause ausgehen. Durch eines in3^en> :| Erlaß vom 25. August hatte Kaiser Wilhelm den deutschen Kronprinz mit "TtoctmifSfl ieiner Vertretung bei jener erhebenden^Feier beauftragt und in markigen Worten ^istperA^E^