Wafferwärwe der Lahn.
Am 18. Juli, Mittags zwllchen 11 und 12 Uhr: + 12V? R-, Luftwärme 4- 12« ” L. Chr. Rübsamcn.
Lokale-.
Gießen, 18. Juli. sSterblichkett in Gießens Die Zahl der Todesfälle während der Woche vom 8. bis 14. Juli betrug im Ganzen 8- Von drei erwachsenen Personen, welche betroffen wurden, starb eine an Lungenschwindsucht, eine an Krebs, eme an einem durch Sturz erlittenen Schädelbruch. Scharlach fordert noch immer Opfer, es erlagen demselben wieder 3 Kinder, die das 2. Lebensjahr schon überschritten Kinder im ersten Lebensjahre starben 2. das eine, nur wenige Stunden alt, an allgemeiner Schwäche, das andere an Brechdurchfall. . n n.G-
Gießen, 18. Juli. [14. Mtttelrheinffches Turnfest.j Am gestrigen 3. Festtage, welcher leider wiederum arg verregnet war, zogen frühmorgens eure ziemliche Anzahl unserer Gäste nach der Burg Gleiberg. Die Räumlichkeiten dieser Perle unseres Lahnthales waren bald übervoll besetzt. Die Gäste wurden mit herzlichen Worten willkommen geheißen und schloß die Begrüßungsrede mit einem „Hoch' auf unseren allverehrten Heldenkatser. Um 11 Uhr begann in der ziemlich wasserdichten Festhalle der officielle Frühschoppen, gewürzt mit launigen Liedern und turnerischen Kunststücken u. dergl. mehr. Mittags strömender Regen, welcher eine Feststtmmung nicht aufkommen ließ, bis zum späteren Nachmittag, wo sich allmälig die Festhalle wieder zu füllen begann und hier die urgemüthliche Stimmung bald wieder sich einfanb, welche ?a zum frohen Feste gehört- Sonst ernste und strenge Gesichter hellten sich auf und fühlten sich heimisch in der schäm n Halle, welche ein Meisterwerk der Architectur bildet und um welche es sehr Schade ist, wenn dieselbe nach einigen Tagen wieder abgebrochen werden muß. Herr Architect Stein resp. das Bau-Comitö hat mit dieser Halle Staunenswerthes geschaffen und unsere Gäste waren des Lobes voll über das schone Gebäude. Was nutzt aber das Gebäude allein, wenn man nicht gut darin aufgehoben ist? Dieses aber war im vollsten Maße der Fall. Wir bemerkten schon gestern, daß der Festwirth sowohl als auch die übrigen Wirthe des Festplatzes nur Prima-Waare führten. Wenn den Wirthen des Festplatzes das miserable Wetter einen Strich durch die Rechnung machte, so ist dies Angesichts der großen Ausgaben, welche die Herren hatten, gewiß zu bedauern. Leider konnte man sich aber während der kalten nast n Witterung nicht bei ihnen niederlassen und mußte nothgedrungen der Festhalle altes zuströmen. Und daß dort nun ein Jeder befriedigt wurde, daß Speise und Trank genügend vorhanden, daß die Bedienung trotz der enormen Menschmmasse eine rasche und coulante, überhaupt das ganze Wirthschafts-Wesen in der Festhalle dem Feste angemessen ein würdiges war, muß ein Jeder, der unparteiisch urtheilen will, dem Festwirth zugestehen. Klingenden Lohn mag er ja geerntet haben. Aber es will doch was heißen, ein Publikum, welches nach Tausenden zählt, zu befriedigen und Allen und Jedem Rechnung zu tragen. — Mögen die erlebten Tage Jedem, dem fremden Gaste sowohl als auch uns in freundlicher Erinnerung bleiben. Wir in Gießen freuen uns, daß es den Gästen gefallen, daß sich Gießens Bürgersinn wiederum glänzend bewährt hat und daß es ferner und immerhin so sei, darauf wollen wir hoffen und bauen. Unseren Bericht schließen wir aber mit dem bewährten Turnerspruch „Gut Heil!"
— Während des Turnfestes wurde in der Festhalle resp. auf dem Festplatz gestohlen: 2 goldene Medaillons mit goldenen Schlüsseln und Kettchen, eine goldene und eine silberne Uhr und verschiedene Portemonnais mit Inhalt.
— Gestern wurde einem Fremden in der Festhalle von einem andern, jedenfalls Taschendieb, das Portemonnaie mit ca. 30 X Inhalt aus der Tasche entwendet. Der Thäter wurde verhaftet und fand man bet der Visitation 70 X bei ihm vor.
731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht', wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von HA ASElVSTEmV de VOOLER *c Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt
Witterungskunde.*)
19. Juli. Donnerstag. Frühmorgens dunstig, stellenweise nebelig mit Thau, dann mit steigender Sonne aufgeheitert, auf Mittag zu gewitterhaft bis regnerisch bedeckt, Nachmittags bis zum Abend aufgebessert bis schön und warm; Nachts wohl Bedeckung und kühle Niederschläge. Das nächtliche Temperaturminimum liegt noch für den Juli tief. Nach Osten zu verlegen sich die Niederschläge mit Gewitternatur mehr auf den Morgen und Vormittag. Der Nachmittag bis zum Abend ist schön und warm, auch liegt das Temperaturminimum höher.
20. Juli. Freitag. Fortdauer des frühmorgens Hellen, Morgens zunehmend schleierigen, Mittags und Nachmittags gewitterhaft regnerischen Wetters, das sich spätnachmittags bis zum Abend erwärmt und aufhellt. In Nordwest- und Westdeutschland liegt die nächtliche Minimumtemperatur noch für den Juli tief. Nach Osten zu sind die Frühmorgen trüber.
*) AuS Dr. L. Overzier's Wetter-Prognose für den Monat Juli, abgeschlossen am 15. Juni (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 XV — Nachdruck verboten.
&ern, 17. Juli. In Folge der Neberschwemmung der Rhone ist die Simplonbahn'bei Granges und Siders unterbrochen. — Zwischen Vern und Freiburg ist der Mühlethal-Tunnel in einer Länge von 2>/a Meter emgesturzt. Die dadurch herbeigeführte Verkehrsstörung wird voraussichtlich erst in inehreren STaaen befeitiat werden können.
§ Alexandrien, 17. Juli. (Telegramm des „Neuter'schen Bureaus.") Die Cholera nimmt in Egypten immer größere Ausdehnung an. Die Sanitäts- Commission berälh Maßregeln, um Alexandrien zu isoliren, woselbst neuerdings wieder ein choleraverdächtiger Fall vorgekommen ist.
Kairo, 17. Juli. (Telegramm des „Neuter'schen Bureaus.") Von gestern früh 8 bis heute früh 8 Uhr starben an der Cholera in Kairo 12, in Damiette 23, in Mansurah 56, in Samanud 22 und in Menzaleh 42 Personen.
Konstantinopel, 17. Juli. Der vor einiger Zeit von Briganten gefangen genommene Italiener Corpi ist gegen Lösegeld wieder sreigelassen worden.
Vermischtes.
Darmstadt, 17. Juli. Ein bedauerlicher Unglücksfall passirte vor einigen Tagen auf dem Griesheimer Schießplätze. Während ein Württemberger Feuerwerker seine Mannschaft über den Mechanismus der Kanonenschläge instruirte, explodirte plötzlich das Demonstrationsobjekt, durch welches der zur Zielscheibe der Batterie dienende feuernde Feind markirt wird, in Folge unachtsamer Handhabung der Zündleine derartig, daß außer dem Feuerwerker noch 4 Leute der Mannschaft theils schwere, iheils leichte Verletzungen durch Brandwunden davontrugen, die ihre sofortige Ueberführung in das hiesige Militärlazareth nöthig machten.
Erb en heim, 16. Juli. Ueber einen Mord wird dem „Rh Cour " berichtet: In der hiesigen Gastwirthschaft »Zum Adler" kam es gestern Abend zwischen Arbeitern von dem zwischen Erbenheim und Castel belegmen Fort „Petersberg" zu Zank und Streitigkeiten, welche damit endeten, daß der 20jährige Kutscher Peter Hauser von Heringen in Rheinhessen, dessen Eltern in Castel wohnen, von dem Wittwer und Landwehrmann P. Weie von Sachsenhausen im Freien zwischen Gärten, im sogenannten „Graben" (früherer Wackgraben), durch einen Messerstich gelobtet wurde. Der Gestochene lebte noch mehrere Stunden, starb dann ober an Verblutung. Der Thäter, bereits in das Gefängniß nach Wiesbaden abgeführt, hat die ruchlose That etnge- standen, will aber von Hauser zuerst überfallen und angegriffen worden sein. Spuren von Schlagen mit dem schweren Stocke deS Hauser zeigen sich allerdings an dem Körper des Verhafteten. Morgen wird die Leiche einer Sektion unterworfen und dann Abends 6 Uhr beerdigt werden. Erbenheim ist wegen dieser schrecklichen That in großer Aufregung.
— (Ersatz für Bau-, Arbeitsholz 2C.] Während auf der einen Seite zahllose praktische Männer auf die Gefahr gänzlicher Erschöpfung unserer Holzschätze h nweisen und sich alle Mühe geben, zur Erhaltung des noch Bestehenden und zum Anpflanzen von Bäumen aufzumuntern und zu belehren, streben anderseits erfinderische Köpfe darnach, das Holz zu Bauzwecken, in den Fabriken und zum Heizen oder sonst einem Zwecke unnölhig zu machen. Als man zuerst auf die Möglichkeit hindeutete, Bretter auS Stroh herzuftellen, welche an Stelle derer treten sollten, welche man bisher nur durch Fällen deS Monarchen der Wälder erlangen konnte, da waren wohl die meisten
geneigt, dies für eine ganz unpraktische Idee anzusehen. Heutigen TagS aber ist die damals verlachte Idee zur Tyatsache geworden. Aber nicht blos Stroh, sondern auch andere Materialieu fangen an, daS Holz zu ersetzen. Draht wird jetzt zu den Einzäunungen (Fenzen) verwendet und wird auch bald beim Häuserbauen bte Stell- der Latten an den Wänden entnehmen. Metall, Schiefer und Filz werden zur Dachbedeckung verwendet. Maschinerie wird jetzt ebenfalls ganz ausschließlich aus Metall konstruirt; Drahtlatten, Eisenpfosten, Verbindungsstücke. Tragbalken und Decken von Metall kommen immer mehr und mehr in Gebrauch. Unter den neuesten Erfindungen sind auch Fourniere aus Glas, welche so hergeftellt werden können, daß sie den Z er- hölzern bis zur Täuschung ähnlich sehen. Durch die Entdeckung, daß Glas so hergestellt werden könne, daß es seine gewöhnliche Gebrechlichkeit verliere, will man sogar an die Errichtung von Häusern ganz von Glas denken. Aber diese Umstände zeigen an, daß, wenn die gefürchtete Noth an Bau- und Arbeitsholz einmal eintreten sollte, dies weder das Bau-, noch das Fabrikinteresse so schwer treffen werde, wie man jetzt annimmt. „ . ,
— Eines der glücklichsten Städtchen in Deutschland dürfte Neustädte! bei Schneeberg tm sächsischen Erzgebirge sein. Die reichen Überschüsse einer blühenden Gemeindesparkasse würden genügen, um sämmtlichen Aufwand für das städtische Gemeindewesen zu decken. Trotzdem wird eine müßige Gemeindesteuer erhoben und, so lange dieselbe nicht für städtische Bedürfnisse gebraucht wird, dem einzelnen Steuerzahler bei der Sparkasse gutgeschrieben. Nach dem Tode des Steuerzahlers, unter besonderen Verhültn ssen auch früher, kommt das Guthaben nebst Zinsen an die Erben zur Auszahlung, so daß gleichzeitig die Gemeindesteuer zu einer zwangsweisen Lebensversicherung sich gestaltet.
— Eine aufregende Jagdscene, in welcher Prinz Leopold von Bayern dem Flügeladjutanten des Kronprinzen Rudolf, Major Grafen Mtttowkcky, das Leben rettete, macht in Jägerkreisen viel von sich reden. Sonntag den 8. ds-, Morgens, begaben sich Kronprinz Rudolf und Prinz Leopold von Bayern in Begleitung des Flügeladjutanten Grafen Mttrowsky und kleinem Jagdgefolge nach der Lobau zur Htrschjagd. Dort waren mittlerweile die entsprechenden Vorbereitungen getroffen und als die Jäger ihren Stand eingenommen hatten, begann der Trieb. Em Zufall wollte es, daß ein starker Hirsch in der Nähe des Standplatzes des Grafen M trowsky die Linie durchbrach und ehe der hierdurch ganz verblüffte Jäger noch einen Schuß übfeuern konnte, hatte ihn der Hirsch zu Boden geworfen. Aber nur wenige Secunden dauerte der Kampf zwischen dem Grafen und dem Hirsche, denn ein Schuß krachte und zu Tode getroffen stürzte der Hirsch nieder. Prinz Leopold hatte tm richtigen Moment denselben abgefeuert. Es war dies aber auch ein Meisterschuß, denn es gehörte unbedingt ein sehr gutes Auge und eine besonders sichere Hand dazu, dm wie toll um sich stoßenden und mit dem Jäger sich balgenden Hirsch zu erlegen, ohne den Jager zu verletzen. Graf Mürowsky, dessen Kleidungsstücke ganz zersetzt wurden, erlitt im Kampfe namentlich am Kopfe nicht unerhebliche Verletzungen. Die Jagd wurde sofort abgebrochen und bte Rückfahrt nach Laxenburg angetreten. Der Graf bifinbet sich bereits auf dem Wege der Genesung und konnte am Mittwoch schon das Bett verlassen.
— (Vacanzenliste im Bereiche des 11. Armeecorpsj Auf Stationen des Königlichen Eifinbahn-Betriebsarnts Frankfurt a. M., 3 Stations-Aspiranten für den Stations- und Expeditionsdienst. Während der einjährigen probeweifen Beschäftigung beim Dienstantritt je 75 X nach 6 Monaten 90 X monatliche Remuneration; nach Ablauf des Probejahrs erfolgt Prüfung zum Stations-Assistenten und wird der Aspirant nach bestandenem Examen als Stationsdiatar contradltd) angestellt; Einkommen nach einem Jahr 105 X, nach 2 Jahren 112,50 X monatliche Remuneration; bei vorhandener Vacanz und nach abgelegter Prüfung Ernennung zum Stations-Assistenten mit einem Gehalte von 1350-1800 X und dem gesetzlichen Wohnungsgeldzuschuß; nach abgelegter Prüfung zum Stationsvorsteher oder Güter-Expedienten 1800 bis 3200 Gehalt. - Königliches E'senbahn-Betriebsamt Frankfurt, 2 Portier-Asp-ranten. Während der 6monatlichen probeweifen Beschäftigung ein von den örtlichen Verhältnissen abhängiger und nur für die wirklichen Arbeitstage zahlbarer Tagelohn von 1,60 X bis 2,50 X\ nach Ablauf der Probezeit erfolgt Prüfung zum Portier; Gehalt 810 bis 1050 X nebst dem gesetzlichen Wohnungsgeldzuschuß. — Hanau, Postamt, Packetträger, 700 X Gehalt und 144 X Wohnungsgeldzuschuß. — Marburg. Postamt, Postschaffner und Postpacketträger, 800 und 700 X Gehalt und je 108 X Wohnungs- geldzuschuß. — Wetzlar, Bürgermeisteramt, dritter Polizei-Sergeant, 450 X Gehalt und 120 X MiethSenischädigung ober freie Dienstwohnung und 60 X Kletdergelder. — Jrn Bezirke des 8. Armeecorps Andernach, Königl. Jnspection der Hilfsstrafanstalt, Aufseher; wählend der Probezeit 75 X Remuneration monatlich, nachher 900 X Gehalt, 120 X Miethsentschädigung — Köln, Armendeputation, Verwalter des Jnvalidenhauses, 2000^. Gehalt pro Jabr, nach Abzug von 10pCt. für freie Wohnung, Brand und Licht. — Köln, Eisenbahn-Betriebsamt (rechtsrheinisch), Bureau-Assistent, Gehalt 75 X monatlich, steigend bet guter Führung und Dienstleistungen innerhalb 2 Jahren auf 112,50 X monatlich.
Allgemeiner Anzeiger.
Dss Neueste in Spitzen in schwarz, weiß, creme, ecru und allen Modefarben, Krausen, Handschuhe, Sommer-Unterröcke, Corsetten, Schürzen, Strümpse, leichte Unterjacken und Hosen re., empfiehlt zu den billigsten Preisen
4767 Julius Schulze, Sonnenstraße 20.
Meinen billigen
KAFFEE
insbesondere einen vorzüglich gut und kräftig schmeckenden Java, «X L— bei größerer Entnahme billiger, bringe in empfehlende Erinnerung.
4496 Ohr. Wallenfels.
Wegen Umbau meines Lagers verkaufe von heute ab alle Sorten Steinkohlen in bester Qualität zu billigerem Preise.
Gg. Unverzagt, Kohlenhandlung,
3980 Kaplansgasse.
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ist seit bei Leopold Gießen al - übriger Passiva -
7) Am 13.31 „Friedr Gießen ist aufgabe er!
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