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Giehouer Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

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BlttttiUt Schulstraße 7. Erscheint täglich tmt Ausnahme des Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Amtlicher Pöeil.

Gießen, am 18. Juni 1883.

Betreffend: Das Landgestüt, insbesondere die Bedeckung der Stuten durch die Landgestütsbeschäler.

Das Großherzogliche Kreisanrt Gießen

an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Wir sehen der Einsendung der Verzeichnisse der von Ihnen ausgestellten Bedeckscheine binnen 3 Tagen entgegen.

1)r. Boekmann. .________________

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Aeutschland.

Darmstadt, 16. Juni. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: ,

Am 6. Juni den Kreisbaumeister des Baubezirks Mainz, Baurath Fried­rich Noak auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste und unter Verleihung des Ritterkreuzes 1. Klasse des Ver­dienstordens Philipps des Großmüthigen, in den Ruhestand zu versetzen; an dems. Tage den Kreisbaumeister des Baubezirks Worms, Baurath Ernst Wil­helm Heim in gleicher Diensteigenschast in den Baubezirk Mainz, den Kreisbau- meister des Baubezirks Bensheim Karl Friedrich August Wiessel in gleicher Diensteigenschaft in den Baubezirk Bensheim, den Kreisbaumeister des Baube­zirks Alsfeld Adalbert Schneller in gleicher Diensteigenschast in den Baubezirk Friedberg, und den Kreisbaumeister des Baubezirks Nidda Friedrich Groß in gleicher Diensteigenschast in den Baubezirk Worms zu versetzen, sowie an demselben Tage den Bauaccessisten Georg Pfarrer aus Villingen zum Kreis­baumeister des Baubezirks Nidda, den Bauaccessisten Konrao Schnitzel aus Bechtheim zum Kreisbaumeister des Baubezirks Grünberg und den Bahnmeister bei der Main-Neckar-Eisenbahn Karl Poseiner zum Kreisbaumeister ves Bau­

bezirks Alsfeld zu ernennen.

Darmstadt, 16. Juni. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Bei­lage Nr. 14) enthält:

1. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Mainz, die für das Etatsjahr vom 1. April 1883 bis Ende März 1884 zur Bestrettung der Communal- Bedürfnisse der Stadt Mainz zu erhebenden Umlagen betreffend.

2. Uebersicht der für das Etatsjahr 1883/84 von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Com- munal - Bedürfnissen in den Landgemeinden des Kreises Offenbach.

3. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 1883/84 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal- Bedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Schotten.

4. Uebersicht der pro 1. April 1883/84 von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communal- Bedürfnisse in den Gemeinden des Kreises Groß-Gerau.

5. Dienstentlassungen:

Am 11. Mai wurde der von dem Herrn Fürsten zu Ysenburg-Birstein auf die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bindsachsen präsentirte Schulamtsaspirant Heinrich Hardt aus Aulendiebach für diese Stelle bestätigt; an dems. Tage wurde dem Schullehrer Johannes Braun in Alsfelv die Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Wieseck, am 16. Mai wurde dem Schulamts­aspiranten Philipp Werner aus Reichelsheim im Odenw. die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Frankenhausen, an dems. Tage wurden den Schulamts- aspirantinnen Anna Werte aus Zwingenberg und Agnes Thöbes aus Gerns­heim Lehrerinnenstellen an der kath. Schule zu Dieburg, am 19. Mai wurde dem Schulamtsaspiranten Johannes Andres aus Gonsenheim eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Mainz, am 24. Mai wurde dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Judith aus Hering eine Lehrerstelle an der Gemein.deschule zu Bür­stadt übertragen.

6. Ruhestandsversetzung:

Am 19. Mai wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Klein- Umstadt Johannes Kling aus sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand versetzt.

7. Concurrenzeröffnung:

Erledigt ist: Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bonsweiher mit einem Gehalt von 900 Jk

Die erste Kammer der Stände wird voraussichtlich in der ersten Woche des Juli eine oder mehrere Sitzungen zur Erledigung dringlicher Gegen­stände abhalten.

m Darmstadt, 17. Juni. Die zweite Kammer erledigte in ihrer gestrigen Sitzung die für bte Session noch zur Beratung stehenden Gegenstände. Zunächst be­willigte das Haus gegen 6 Stimmen für Erbauung eines Kreisamtsgebäudes in Offen« bach nach dem Anträge der Majorität des Ausschusses den Betrag von 90,000 X gegen 95,000 X, welche die Regierung angefordert hatte. Die Minorität beantragt, bte Forberung überhaupt vorerst abzulchnen. Staatsmtnister Freiherr v. Starck macht bei bieser Gelegenheit barauf aufmerksam, daß seit Einführung der Verwaltungsgesetze mit ihren auf Oesfentlichkett beruhenden Verwaltungscorporationen keinerlei An­forderungen für innere Einrichtungen in Kreisamtsgebäuden an die Stände gelangt feien, daß jedoch die Verhältnisse in Offenbach nunmehr zu einem Neubau umsomehr hindrängten, als das von dem Kreisamt .seither benutzte städtische Gebäude von der Stadt zur Befriedigung eigener dringender Bedürfnisse zurückoerlangt werde. Abg. Böhm tritt in erster Linie für die Negierungsfoiderung, eventuell für den Antrag der Majorität ein, für den letzteren weiter Han st ein.

Es folgt die Berathung der Vorlage bet Regierung auf Verwilligung einer weiteren Summe von 125,000 X zur Gewährung von Staatshülse an die durch^die Ueberschwemmungen des letzten Winters Beschädigten, sowle Genehmigung eines drei- procentigen Darlehens an die Gemeinde Trebur. Der Ausschuß beantragt in seiner Gesammrheü Bewilligung der erstgenannten Summe; bezüglich der Beihülfe für Trebur beantragen drei Mitglieder des Ausschusses Zustimmung zu der Regierungsvorlage, wofür sich im Laufe der Debatte namentlich die Abgg. Jockel und Ellenberger aussprechen, während drei andere Mitglieder beantragen, der Gemeinde Trebur 15,000 X ohne die Verpflichtung zur Verzinsung und Rückzahlung und 15,000 X als Zprocentiges Darlehen zu gewähren. Für diesen schließlich gegen 12 Stimmen zur Annahme ge­langenden Antrag spricht namentlich Schröder. Ein Mitglied des Ausschusses (Osann) will der Gemeinde bte Verhülfe von 30.000 X ohne die Verpflichtung zur Verzinsung und Rückzahlung aus Staatsmttteln leisten und wird in her Debatte von den Abgeordneten Küchler, Franck und Wasserburg unterstützt. - Die Kammer lehnt sodann die Anforderung von 50,000 X zur Erbauung einer Gensdarmeriekaserne zu Darmstadt nach einer Beantwortung derselben Seitens des Herrn M.nistertalrath Weber und fast ohne Debatte mit 23 Stimmen ab.

Schließlich wird eine Interpellation des Abgeordneten Racke, die Ausführung des Reichsimpsgesötzes in Darmstadt betreffend, angezeigt und sodann von dem zweiten Präsidenten Muhl die Session für geschlossen erklärt-

Berlin, 16. Juni. Dem Vernehmen nach besteht Seitens der Reichs­regierung die Absicht, sofort an eine Umarbeitung des Unfallversicherungs- Gesetzes heranzutreten. Heber den Umfang und die Details dieser Umarbeitung ist natürlich noch nichts festgestellt; nur so viel scheint jetzt schon festzustehen, daß man an maßgebender Stelle der Ueberzeugung ist, es wäre am zweck- erttsprechendsien, zu der von Anfang an eigentlich beabsichtigt gewesenen Bildung von geographischen Verbänden zurückzukehren.

In Bezug aus den Parlamentsbau erfahren wir von zuverlässigster Seite einige Mittheilungen, welche gewiß in allen Kreisen mit Befriedigung aus­genommen werden dürften. Zunächst ist es beschlossene Sache, daß dem Archi­tekten Wallol die künstlerische Leitung des Baues übertragen wird; behuss Erledigung der bautechnischen Details, welche weniger den Künstler, als vielmehr den Praktiker erfordern, wird ihm ein höherer Baubeamter zur Seite stehen. Heber die Person dieses letzteren ist noch keine Bestimmung getroffen. Zur Überwachung der Arbeiten im Allgemeinen und behufs schleuniger Erledigung besonderer Fragen ist eine eigene Baucommission eingesetzt, welche besteht aus der Subcommission der Parlaments-Baucommission, dem Staatsminister v. Böt­ticher, dem Reichstags-Präsidenten v. Levetzow, dem Oberpräsidenten v. Forcken- beck nebst drei höheren Technikern. Herr Wallot ist gebeten, eine Scizze unter Berücksichtigung der ursprünglich von der Parlaments-Baucommisston gewünschten Abänderungen zu entwerfen. Nach allseitigem Wunsche sollen die Arbeiten unter allen Umständen derartig beschleunigt und gefördert werden, daß die Grundstein­legung zum neuen Parlaments - Gebäude noch in diesem Jahre erfolgen kann. (Berl. Polit. Nachr.). , ,a

Wie man aus Madrid schreibt, hat daselbst kürzlich em Mimsterrath stattgefunden, in welchem unter Anderm auch über die projectirte Reise des Königs Alphons nach Deutschland behufs Beiwohnung der preußischen Herbsi- manöver Beschluß gefaßt wurde. Der Ministerrath soll dem ReffeproM feine Zustimmung gegeben haben. Ueber den Reisetermin verlautet, daß König Alphons jedenfalls erst die Rückkehr seiner zum Besuch des Wiener Hofes abgereisten Gemahlin sammt Kinder abwarten wird, bevor er seintz Tour antrttt.

Die kirchenpolitische Commission nahm heute mit 13 gegen b stimmen die Kirchenvorlage in zweiter Lesung an. Die Majorität bestand aus dem Centrum, den Deutsch-Conservativen und dem forLschrtttlichen Mtgüede K Zu Art. 3 wurde ein Zusatz angenommen, wonach die beiden letzten Absätze der des § 16 der Maigesetze von 1873 über die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen ausgehoben werden. Dieselben .bestimmten, daß' von

30 Tagen gegen die Einspruchs-Erklärung bei dem Kirchenaerichtshof Berufung eingelegt werden könne, daß die Entscheidung endgiltig fein so .

BreSlau, 16. Juni. Gestern Abend nach 8 Uhr brach in der m der Sandvorstadt gelegenen Marienmühle Feuer aus, welches weiter um stch> griff und die Marienmühle, sowie die Phönixmuhle und em an dieselbe stoßendes Haus nMcherte, Sandvorstadt ist gegen Morgen erloschen, nachdem

es zwei Mehlmühlen und eine Oelmühle vernichtet hat. Erne Person ,st dabei in der^d^^runken^zwei^smd W« neueren Feststellungen

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