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Seftprebigt: ^dienst.
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----- , c m Q PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Betreffend: Die Stempelabgabe von Tanzbelustigungen. Greßen, am 16. Ma, 1883.
Das Großherzogliche Kretsamt Gießen
Att die Großberroalichen Büraermeistereien umd Ortspolizeibehörden des Äretfed.
Worden ist. n
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Betreffend: Wie oben. Darmstadt, am 30. Apnl 1883.
Das Großherroaliche Ministerium des Innern nnd der jur
an die Großherzoglichen Kreisämter. . .
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Bureau: Schulstraße 7.
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112 2amftag den 19. Mai 1883.
Gießener Anzeiger
"""/ Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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Politische Ueberficht
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Gietzen, 18. Mai.
Wie immer in den Tagen, die unmittelbar den hohen Festen folgen, io ist auch diesmal die Ausbeute an wichtigeren politischen Nachrichten eme geringe, da die politische Festtagspause durch Ereignisse von besonderer Beden- tuna nicht unterbrochen wurde. diesem Umstande ist es hauptsächlich zu- zuschreiben, daß sich auf dem Felde der inneren Politik wieder einmal verschiedene Gerüchte breit machen, unter denen wir allerdings nur alten Bekannten begegnen. So ist das Gerücht von einer bevorstehenden Reichstags-Auflösung abermals aufgetaucht, nur mit einer neuen Variante — nicht wegen Ablehnung der sofortigen Berathung des Etats pro 1884/85 und wegen Ablehnung der .Holzzoll-Vorlage soll der Reichskanzler entschlossen sein, das Parlament aufzulösen, sondern wegen dessen wiederholt zu Tage getretenen Beschlußunfählgkett, salls dieselbe nämlich nach Pfingsten wiederkehren sollte. Diese Lesart ist originell, aber sehr mangelhast begründet, denn eine Reichstags-Auflösung aus dem Grunde, weil der Reichstag öfters beschlußunfähig ist, wäre wirklich etwas ganz Neues und übrigens erscheint dieses Gerücht um so weniger begründet, als ja die wichtigsten Entscheidungen im Reichstage noch ausstehen. Unter den sonstigen Gerüchten, welche uns die Pfingstpause präsentirt, klingt besonders die alte Melodie von der angeblich erschütterten Stellung des preußischen Ministers des Innern, Herrn v. Puttkamer, hervor. Daß zwischen dem Letzteren und dem Fürsten Bismarck Frictionen bestehen, ist zwar kein Geheimniß, nur über die Ursache derselben herrschen verschiedene Meinungen; jetzt heißt es, daß die Rivalität zwischen Herrn v. Puttkamer und dem Finanzminister, Herrn Scholz, um den seit dem Rücktritt des Grafen Stolberg noch unbesetzten Posten eines Vicekanzlers die Spannung zwischen dem Kanzler und dem Minister des Innern hervorgerufen habe. Man erzählt, Herr v. Puttkamer habe sich bisher ge- ß schmeichelt, daß ihn das Vertrauen des Kaisers in jene Stelle berufen werde, jetzt glaube er aber, die Wahrnehmung machen zu müssen, daß ihm durch den Einfluß des Fürsten Bismarck in Herrn Scholz ein Rivale erwachsen sei. Inwieweit diese Version Anspruch aus Glaubwürdigkeit machen darf, wollen wir hier unerörtert lassen, immerhin verdient sie aber registrirt zu werden.
Der Kaiser stattete am Dienstag der Berliner Hygieine- Ausstellung seinen ersten Besuch ab, wobei der hohe Herr Gelegenheit nahm, den Ausschuß-Mitgliedern für die Wiederherstellung des schönen und humanen Werkes seine lebhafte Anerkennung auszudrücken. — Am Tage vorher war der osficielle Vertreter Frankreichs bei der Moskauer Kaiserkrönung, Herr Waddington , anläßlich seiner Durchreise durch Berlin zur kaiserlichen Tafel geladen. Der Kaiser zeichnete hierbei Herrn Waddington in augenscheinlicher Weise aus, was iehr bemerkt wurde. Auch Fürst Bismarck hat, wie verlautet, Waddington mit großer Zuvorkommenheit empfangen. Die Auszeichnung, welche somit dem französischen Krönungs - Botschafter von Seiten unseres Kaisers, wie des leitenden Staatsmannes zu Theil geworden ist, deutet darauf hin, daß Herr Waddington Namens seiner Regierung allgemeine Erklärungen abgegeben hat und daß dieselben vom Kaiser und seinem ersten Nathgeber mit Befriedigung ausgenommen worden sind.
Der Stand der kirchenpolitischen Verhandlungen in Preußen ist wieder einmal so ungewiß als je. Jedenfalls haben die jüngsten zwischen der preußischen Regierung und dem Vatikan gewechselten Noten zu keinem positiven Ergebnisse geführt, da erstere in ihrer Antwort auf die letzten Vorschläge des Kardinal-Staatssecretärs Jakobini an dem Verlangen der Anzeigepflicht sesthält, wozu sich die Kurie durchaus nicht herbeilassen will. Da übrigens Herr v. Schlözer, der preußische Gesandte beim Vatikan, in diesen Tagen einen dreimonatlichen Urlaub anzutreten gedenkt, so werden die kirchenpolitischen Verhandlungen für die nächste Zeit wohl gänzlich ruhen.
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Es ist eine auffällige Erscheinung, daß das Deut,chchum m Oesterreich gerade unter dem „Versöhnungs-Regime" des Grafen -vaaffe einen nach dem andern seiner Außenposten verliert. Es macht stch dies namentlich in Krain bemerkbar, wo alle die kleinen Städte, welche noch vor einem halben Jahrhundert vorherrschend deutsch waren, im Laufe des letzten Jahr- ebnts slovenisirt worden sind. Auch die Hauptstadt dreies Kronlandes selost, Laibach, wird diesem Schicksal nicht entgehen; bei den letzten Communalwahlen sind in Laibach ausschließlich Slovenen gewählt worden, obwohl diese Stadt zu einem Drittel von Deutschen.bewohnt ist nnd so wird denn auch wohl die osficielle Schreibweise „Laibach" bald dem slavonischen „Ljubljana" Platz machen müssen. Schon jetzt träumt man in slovemschen Kreisen von einem Groß- Slavonien, das außer Krain auch Istrien, Triest, Görz und Gradrsca, lowie den südlichen Theil von Kärnthen und Steiermark umfassen und vielleicht nur durch eine Art Personal-Union mit dem österreichischen Gesammtstaat verbunden werden soll. Bei der entgegenkommenden Haltung des Ministeriums Taaffe gegenüber den Wünfchen der Slovenen haben diese Träume ja auch thre
*$9$n den leqitimistifchen Kreisen Frankreichs herrscht nicht aerinae Aufregung,' da der Graf v. Chambord, der legrtumstische Prätendent S&eSSt«4i-»°-e*eS"»MWÄ f0H. Graf Heinrich ü- Chambord, den seine Anhänger bekanntlich bei jeber Gelegenheit als König Heinrich V. begrüßen, ist der starrste Vertreter des legi- timistischen Princips, das die Wer Revolution m den Februarkoth trat, noch immer hält er das Lilienbanner der Bourbonen hoch und es ist daher begreiflich, welche Bestürzung, zumal Graf Chambord kinderlos ist sem>pl°kchches vtnscheiden in den Reihen der Legitimisten Hervorrufen mußte. Von dem klerikalen „Moniteur de Rome«, welcher zu dem „Hofe von Görz" m nahen. BqAEge» 'A'' wird zwar die Nachricht, daß die Herzoge von Aumale und Chartres zu dem schwererkrankten Grasen v. Chambord berufen worden seien, dementirt, der Mittheilunq von der schweren Erkrankung des Prätendenten widerspricht aber das Blatt nich?; die Nachricht von seinem Hinscheiden würde demnach nicht allzusehr überraschen. - Die französische Deputirtenkammer hat m '^r Dwnstags- Sitzung die Credit-Vorlage bezüglich der Tongkmg-Expe iton mit lW gegen 50 Stimmen, also mit geradezu überwältigender Mehrheit angenommen.
D e r e n g l i s ch e n R e g i e r u n g ist in ihrem Kampfe gegen die femsch irischen Revolutionäre ein unerwarteter Bundesgenoffe c nach der
erstanden. Leo XIII. hat. nämlich den irischen Klerus, destart nach der „nationalen" Seite neigt, in nicht m,ß,uverstehen e ^uch offen und ent« nicht nur dem Treiben der Landliga sernzuhalten, > durchaus miß-
schieden für die Regierung einzutreten zu
b'llrgend über die Betheiligung de sch Wirten Parnell zu widmenden Gunsten emes dem bekannten Agita tor ui d Bpi ^cumentirten Willen des «* '»•"“» -»—
Nach langem Zögern ist °ndUch i bie Krönung selbst erfolgt, wozu Einzug der MaMawnin Moskau^ russischen „Regier.-Anz." ist auch
alt n Hauptstadt des russischen Reiches entfalten wird.
alten Hauptm Deputirtenkammer hat d>e große Debatte über
bie Potttik des Cabinets de Pretis aus der Pstngstwoche bis in diese Woche


