Daß das Topp-ljoch bie Körpcckraft der Thi-re mehr wie das Stirnband ronsumirt und der ihm lehr leicht die scdwerfim Verletzungen am Thierköip-r Vorkommen können, das hat eine hunderifache Beobachtung g-Uhrt. und welch eine große Threrquälerel das Einspannrn im Doppeljoch für die Thiere ist, das brauche ich nicht auSzufübrm, das sieht man d»m Vi-H schon an, wenn es auch nur #uf ebener Chaussee tm Doppeljoch einen leichten Wagen ziehen muß. Wer sich aber habet von der argen Thiei guöl-ret noch nicht genügend zu überzeug-» glaubt, der br- lrachte im Doppeljoch gehende Viebstücke im Hochsommer, von Mücken geplagt, an einer Holzfuhre auf schlechten Waldwegen!
Es ist keine Frage, daß nicht nur die Landwirthe aus ökonomischen G.ünden, sondern auch wir vom thierschützenden Standpunkt aus bemüht sein müssen, dem Doppeljoch ein Ende zu machen und dem Stirnband- mehr und mehr Eingang zu verschafft». Das wirksamst- Mittel hierfür ist der Erlaß eines Polizeireglements, wodurch da? Doppcljoch verboten wird und es ist unzw-ifelhaft, daß ein solches Reglement erlassen werden kann, denn daS Doppeljsch ist eine zum öffentlichen Zlerg-rnrü führende Tbi ergnälerei.
WerMifchres.
Lang-GönS. Bet der am 15 d. M- stattgehabten Ersatzwahl zum hiesigen «emcinderaih wurde das seitherige Mitglied desselvcu, Rtstauraleur und Postagent Johannes Rompf XII. dahier mit 81 Stimmen wiederaewühlt. Ein Beweis, daß derselbe sich während seiner seitherigen Amtspertode daS Vertrauen seiner Mitbürger zu erwerben gewußt.
— sNeue Sttrprtffion.] Bet dem stetig wachsenden Consum des Bieres, welches in Deutschland mehr und mehr zum Nattonalgetränk und BolkSnahrungsmttt-l gc. worden ist, verlangt daS Interesse deS coniumirenden Publikums, daß der Wirth daS Bier mindestens eben so gut zum Ausschank bringt, wie ihm dasselbe vom Brauer geliefert wird. Bekanntlich ist das Bier bsim Anstich des Fasses wegen seines hohen Kohlensäuregehaltes am wohlschmeckendsten und bekömmlichsten und nimmt beim weiteren Verzapfen an Güte ollmälig derart ab, daß die letzten drei oder vier Gläser als völlig ungenießbar bezeichnet werden müffen. Wie freudig begrüßt daher der Kenner den „Anstich- und wie ungern trinkt er von der Neige deS Fasses, wie verhaßt ist ihm geradezu der sogenannte „Nachtwächter". Die Frage nach einer guten, daS Bier wirklich con-
ftrvircnden Art des Ausschanks ist in hohem Maße zu einer brennenden geworden» bedeutungsvoll und wichtig für den Brauer, den Wirth und den Consumeuten. Nord mancherlei vergeblichen Nersuchen ist diese Frage neuerdinqs in vollkommener" i»-« definitiver Weise durch die Bierpression mit stüfsiger Kohlensäure (System Dr. Ravdi- Kunhetm) gelöst worden. Das darnach behandelt- Bier bleibt 1) während der emm » Zeit deS AuSschanks der verunreinigenden und verderblichen Einwirkung der atwo- spärischen Luft entzogen und befindet sich dauernd unter einem mäßigen Drück desjtn 'uo Gases, welches ihm fernen erfrischenden Wohlgeschmack verleiht und seine Bekömmst"- feit bedingt. 2) Ist das Bier zu arm an Kohlensäure, so verdesfcrt es sich während des Ausschanks wesentlich, so daß die letzten Gläser vom Faß die besten und b» Kennern die beliebtesten sind. 3) Der Wirth kann selbst bet geringem Consum blt. größten Fässer auslegen, ohne daß je ein Schalw-rden deS Bieres eistrcten könnle' 4) Der Foßmhalt kann biS zum l-tzteu Tropfen benutzt werden. 5) Infolge des gleichmäßigen Gehalts an Kohlensäure setzt das Bier in den Leitungen re. erheblich weniger ab. 6) Die Handhabung des Apparates ist äußerst bequem, einfach und sicher. 7) Dix Behörden, der Brauer, der Wirth und die Consumentcn erhalten durch den Apparol volle Sicherheit, daß daS Bier mindestens in gleicher Höhe zum Ausschank gelangi wie es vom Brauer geliefert wurde. 8) Durch das E »pumpen der Lust in den Wmd> k-ssel wird Wärme erzeugt, während durch den U-bergang der flüssigen Kohlensäme in die Luftform Wärme gebunden, also Kälte erzeugt und dadurch E.s gespart wsttz Die Kohlensäure nimmt im Gaszustande 450ms( mehr Raum ein als im flüssig^' Zustande, der bei einem Drucke von 35'/, Atmosphären eintritt. Flüssige Kohlensäure wird übrigens bereits sonst vielfach verwendet. Krupp benutzt deren Spannk.ast zum Pressen des flüssigen Stahls, während sie in Berlin bei den Dampfspritzen in der Z-st des AnheizmS, bis der nöthige Dampfdruck erreicht ist, zur Wirkung gelangt. Die flüssige Kohlensäure wird in eisernen Flaschen, welche amtlich auf 250 Atmosphäre» geprüft worden sind, versandt und hat die Firma H. Hammerschmidt in Bannen- Nittershaus-n den Alleinvertrieb der Kohlensäure, sowie die Fabrikation der Apparate übernommen. In Barmen haben solche Apparate bisher bereits in sieben Restaurants Anwendung gefunden und zwar bei den Herren F. Wolf (Prinz Carl), Reinh. Spottet, Fritz Lange (Walhalla), Wilh. Aprath, R. v Scheven, in Elberfeld Rod. Hein und Nordmarer. Herr Franz Kluge in Barmen, Löweustraße und KarlSstraße, besorgt b;e Herstellung her nicht einmal kostspieligen Einrichtung.
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