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drei ersten Tage nach der Communion findet Glockengeläute und Illumi­nation statt.

Bei den Wahlen zum rumänischen Senat ist die Opposition ebenfalls unterlegen, indem sie nur 10 Sitze errang.

Das jetzt wieder stärker hervoctretende Projekt eines zweiten Suezkanals hat auch eine internationale Rechtsfrage hervorgerusen. Es handelt sich nämlich dämm, ob die der Suezkanal-Compagnie verliehene ursprüngliche Concession als ein Monopol zu betrachten und in Folge dessen die Compagnie zunächst berechtigt sei, den zweiten Kanal ebenfalls zu erbauen. Die von der egyptischen Regierung hierüber befragten Rechtsverständigen haben nun ihr Gut­achten dahin abgegeben, daß die ursprüngliche Concession zwar die Eigenschaft eines Monopols besitze, das aber hinfällig werde, wenn die Compagnie außer Stande sei, den Verkehr zu bewältigen. Gegenüber dieser Ansicht wird in diplomatischen Kreisen darauf hingewiesen, daß die Frage endgiltig nur durch internationale Tribunale entschieden werden könne.

Aus Süd-Afrika sind Nachrichten eingetroffen, welche die dortige Lage in ziemlich bedenklichem Lichte zeigen. Im Basutolande steht ein neuer Auf­stand bevor, nachdem bereits im vorigen Monate eine Erhebung stattgefunden hatte, worüber s. Z. anscheinend gar keine Kunde nach Europa gelangt ist. Auch zwischen einem Theil der Boers und den Engländern stehen abermalige Zwistigkeiten in Aussicht. Der Präsident des Oranje-Freistaats, Brand, hat den Gouvemeur des Caplandes zur Erfüllung der von England dem Oranje- Freistaat gegenüber übernommenen Verpflichtungen aufgesordert, welchem Ver­langen der bekannte englische Egoismus wohl schwerlich nachkommen wird.

KeuLschlarrb.

Darmstadt, 16. Mai. . Se. Königl. Hoheit der Großherzog nahmen heute Meldungen entgegen und empfingen den Kirchenrath Fabricius aus Groß- Umstadt, den Gymnasiallehrer Dr. Balser aus Mainz, den Pfarrer Krätzinger aus Beffungen; zum Vortrag den Staatsminister Frhrn. v. Starck.

Zu Ehren der Anwesenheit Sr. Hoheit des Fürsten von Bulgarien sand gestern Nachmittag halb 5 Uhr im Großh. Schloß Galatafel statt, zu welcher das gesammte Gefolge des Fürsten, die Spitzen der Militär- und Civil- behörden, sowie das diplomatische Corps Einlösungen erhalten hatten. Wäh­rend der Tafel concertirte die Capelle des 1. Großh. Infanterie- (Leibgarde-) Regiments Nr. 115.

Berlin, 15. Mai. DerRetchsanzetger" meldet, daß der Kaiser den Geheimen Sanitätsrath Scholz in Schweidnitz, den Vater des Finanzministers, und die Wtttwe seines verstorbenen Sohnes in den erblichen Adelstand erhoben hat.

Dasselbe^ Blatt veröffentlicht einen Erlaß des Fürsten Bismarck, welcher es für unstatthaft erklärt, daß die Consulate dem Verlangen deutscher Zeitungsoerleger um Verbreitung ihrer Blätter im Auslande cntsprccbe.

Karlsruhe, 15. Mai. DieKarlsr. Ztg." veröffentlicht heute eine größere Anzahl Personal-Veränderungen in der Direction und Verwaltung der Staatsbahnen.

Als Vertreter des Großherzogs bei der Kaiserkrönung wird sich der Bruder des Großherzogs, Prinz Karl, nach Moskau begeben.

Nürnberg, 15. Mai. In der gestern und heute hier stattgehabten Versammlung der Delegirten der deutschen, österreichischen und schweizerischen Wagnervereine, welcher zwei Vertreter des Bayreuther Vermaltungsrathes bei­wohnten, wurde der allgemeine Richard Wagner-Verein zur dauernden Erhaltung der Bayreuther Bühnen-Festspiele conftituirt. Zur provisorischen Centralstelle wurde München gewählt; die erste Generalversammlung findet am 9. Juli in Bayreuth statt.

England.

London, 15. Mai. Auf der kalcdontschen Eisenbahn bei Lockerby (Schottlands stieß in der vergangenen Nacht der von Glasgow kommende Courterzug mit dem Güierzuge von Carlisle zusammen. Sieben Personen, darunter der Locomotioführer und der Hetzer des Güterzuges büßten bei dem Unfälle das Leben ein, eine Anzahl anderer Per,onen erlitt Verletzungen, der Personenzug wurde gänzlich zertrümmert.

Telegraphische Depeschen.

Wolff's telegr. Correspondenr-Brrreau.

Berlin, 16. Mat. Der 10 Congreß des deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege und des Vereins für Gesundhettstechnik ist heute durch den Münchener Bürgermeister Ehrhardt eröffnet und von dem Bürgermeister Duncker Namens der Stadt Berlin begrüßt worden. Staatsmintfter Hobrecht wurde zum Vorsitzenden erwählt zu Vice-Prasidenten die Santtätsräthe Graf (Elberfeld) und Fischer (Hannover).

~ Das sächsische Königspaar ist heute Mittag hier eingetroffen und wurde auf d -m Bahnhof von dem Kaiser, Kronprinzen und den übrigen Prinzen in sächsischer Uniform empfangen. Um 1V4 Uhr besuchte das Köntgspaar, begleitet vom Kronprinzen und Prinzen Wilhelm, die HyMne - Ausstellung und wurde vom Comtte an dessen Spitze Staatsmtntster Hobrecht stand, empfangen und durch die Ausstellung' geleitet m - Die Nordd. Allg. Ztg " ist ermächtigt, die von derKreuzzeitung" mitge- theilten mtlltartschen Perfonaloeranderungen zu dementiren.

- Dasselbe Blatt bespricht ferner die Erwiderung des Organes des spanischen FinanzministersCorreo" auf die jüngst mitgethetlten Artikel desJmparctal" weist mehrere Jrrthümer desCorreo" nach und bemerkt der bezüglichen Aeußerung des Correo" gegenüber, die deutschen Zeitungen hätten allerdings große Schwierigkeiten bereitet und in Spanien irrige Ansichten über den Werth des neuen Handelsvertrags für Deutschland verbreitet. Dieselben seien Ursache, daß Spanien nach und nach seine Forderungen an Deutschland so hoch geschraubt hätte, daß man hier gezwungen war wenigstens einen Theil derselben zurückzuweisen. '

Die madagassische Gesandtschaft ist nach Essen zur Besichtigung des Krupp­schen Etablissements abgereist und wird dann über Köln und Vlissingen nach Lon­don gehen.

Kiel, 16. Mai. Der hier tagende hansische Geschtchtsverein hat die Stadt Goslar zum nächstjährigen Versammlungsort gewählt.

Dublin, 16. Mai. Der Kutscher Fitzharris, welcher von der Theil' rahme am Morde im Phönixparke freigesprochen war, ist im zweiten Proceß als Mitwisser nach vollbrachter That schuldig befunden und zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurtheilt worden.

Dublin, 16. Mai. Heute Nachmittag fand eine Versammlung der irischen Nationalliga statt, welcher Biggar tn Abwesenheit Parnell's präsidirte. Mehrere De- patirte besprachen das Schreiben btä Papstes an die irischen Bss -öfe. Biggar sagte die Worte des Papstes müßten mit großer Ehrfurcht vernommen werden, aber die Ansicht der irischen Partei müsse klar zum Ausdruck kommen. Mayne sagte die Notionalpartei werde wie O'Connell die Religion, nicht aber die Politik von Rom holen Der Papst sei das Haupt der katholischen Kirche, Parnell aber das Haupt Reicht3)08 trifd)e folge ihm, bis die Unabhängigkeit Irlands er- m Petersburg, 16. Mai. Der Präsident der russischen Gesellschaft des Rothen Kreuzes, General Baumgarten, ist gestorben.

Petersburg, 16. Mat. Gestern Mittag fand die Beisetzung des verstorbenen Reichskanzlers Fürsten Gortschakoff in der Familiengruft im Sergtuskloster statt Gegenwanig waren: der Kaiser, mehrere Mitglieder des Kaiserhauses, drr Minister des Auswärtigen, v. Giers, und andere höhere Beamte des auswärtigen Amtes, die Bot­schafter Fürst Lobanow-Rostowsk«, v. Saburoff, v. Nelidoff, die gewesenen Botschafter Graf Jgnatieff, v. Oubril und v. Nowikoff und die Verwandten des Verstorbenen. Vom diplomatischen Corps waren anwesend: der deutsche Botschafter, Generallieutenant v. Schweinitz, der deutsche Militärattache, Gcnerallteutenant v. Werder und die Ge­sandten Schwedens und Dänemarks. Reden wurden nicht gehalten. Der Kaiser wart die erste Hand voll Eide auf den Sarg.

Gestern ist die Krönungs-Commission mit ihrem Präsidenten, Grafen Pshlen und das gesammte Ceremonialamt nach Moskau abgegangeu.

c Zufolge diesbezüglicher Entschließung des Mmistercomite's ist allerhöchst an­befohlen worden, während des Kr önungstages und während der beiden darauf folgenden Tage diejenigen Behörden in Petersburg und Moskau ruhen zu lassen, welche dadurck keine Geschäftsstö'ung erleiden.

Die Königin von Griechenland ist gestern hier cingettoffen.

Der Gioßfürst Konstantin Konstantinowitsch und der Herzog Nicolaus von Leuchtenberg sind gestern hier angekomnnn.

Die jüdische ZeitschriftWoschad" begrüßt die Ernennung des Grafen Pahlen zum Prafldenten der Juden-Commission tn sympathischer Weise und hebt die völlige Unparteilichkeit desselben rühmend he. vor. Die Juden hätten immer und überall nichts als Unparteilichkeit u»d strenge Gerechtigkeit für sich verlangt und könnten deßhalb mit der Ernennung drs Grasen Pablen sehr zufrieden f?*n

Samara, 16. Mai. Durch einen gestern hier ausgebrochenen Brand |uw mehrer^ Hauserviertel eingeäjchert. Das Feuer ist gelöscht.

Lokales.

Gießen, 17. Mai. Am 9. Juni soll in Gießen am Geburtshause von Friedrich Diez eine Gedenktafel enthüllt werden und aus diesem Anlaß eine Erinnerungsfeier an den großen Romanisten stattsinden. Die Tafel ist vom Cartell- oerbande neuphilologischer Vereine deutscher Hochschulen gestifter und trägt die ent- sprechende Widmung. Die Feier roirb_ nach den schon jetzt getroffenen Vorbereitungen zu schltttzen eine ganz besonders glänzende werden, und dte akaoemlsch-neuphiloloai- f^En Vereine in Gießen und Marburg, sowie der Verband wissenschaftlicher Vereine tn Gießen bieten in gemeinsamer Arbeit alle Kräfte auf, den von nah und fern zn erwartenden Gästen ein reichhaltiges Festprogramm oorlegen zu können. Vor allem ät ein Festaktus am Nachmittag des 9. Juni, ferner ein Aufzug der Studentenschaft, Fackelzug und Festcommers tu Aussicht genommen, woran sich am folgenden Tage ein Ausflug nach Staufenberg anschlietzen soll. - Das mit den Vorbereitungen zur Feier betraute engere Comuä besteht aus den Vorsitzenden der Gießener akademisch wissen- schaftlichen Vereine und des Marburger neuphilologischen Vereins, den Ehrenoorsitz führen die Herren: Professor Lemcke (Gießen), Professor Stengel (Marburg) und l)r. Birch-Hirsch selb (Gießen). Ja diesen Tagen wird ein Aufruf an die Docenten und Studtrenden der romanischen Philologie erlassen werden, welcher zu möglichst zahlreicher Betheiltgung an der Diezfeier auffordert. Insbesondere wird der Besuch vieler ehemaligen Schüler jenes Begründers der romanischen Sprachforschung erwartet- Bekanntlich hat Diez (geboren am 15. März 1791 zu Gießen, ge,io<ben am 29. Mai 1876 in Bonn) durch Jahrzehnte den Lehrstuhl für romanische Philologie an der rheinischen Universität innegehabt und dort haben die meisten der heute an deutschen und aus­ländischen Hochschulen docirenden Romanisten zu Füßen des gefeierten und geliebten Lehrers gesessen. So gilt es denn nun, tn der in Gießen geplanten Feier der pietät­vollen Erinnerung an den großen Gelehrten in würdigster Weise einen Ausdruck zu geben und Zeugntß von der Liebe abzulegen, mit der die Vertreter und Jünger der romanischen Philologie an ihrem Meister hängen.

Vermischtes.

Wetzlar, 15- Mai. Ein bemerkcnswerther Fund ist dieser Tage in einem be- nachbaiten Orte Altenstädten gemacht worden- Bet irgend einer Erdarbeit so viel wir erfahren konnten, bet dem Ausgraben eines Kellers stieß em Einwohner Don da auf em Bcutelchen mit einer stattlichen Zahl alter schwerer SilbcrmÜnzen- Die Geldstück,, welche theilweise noch ausgezeichnet erhalten sind, stammen ihrer Mehr­zahl nach aus den Jahren 16091632, doch befinden sich auch einige aus dem sech- zeynten^Jahrhunderl darunter. Man wird also hiernach die Vermuthung, daß bi cf er Heine Schatz in der drangsaloollen Zeit des dreißigjährigen Krieges von seinem B sitzer vergraben word.n sei, als mindestens sehr naheliegend acceptiren können. Die Münzen haben fast durchweg die Größe eines Fünsmarkstückes und die meisten de:selbcn trugen die Kopse österreichischer und spanischer Potentaten. Herr Goldarbeiter Leister dahier, welcher die Stücke in seinen Besitz biachle, hat dieselben un Schaufenster uusgelegl, ido sie von Kennern und L-ebhadern solcher Raritäten angesehen werden können.

12 Mai. Auf dem Amtsgerichte nannte heute ein Kläger den von ihm Verklagten einen Lausejungen. Der Vorsitzende verwies ihm dies, worauf er antwortete:Und ich wiederhole es, er ist es".Dafür erhalten Sie vierundzwanzist Stunden Haft".Wenn ich ihn kriege, prügle ich ihn durch".Für diese Aeußerung erhalten Sie weitere vierundzwanztg Stunden", sagte der Vorsitzende. xja mache ich mir noch lange nichts daraus".Nun erhalten Sie weiter vier­undzwanzig Stunden und sitzen über Pfingsten", bemerkte ihm der Präsident, schrieb einen Haftbefehl und ließ ihn abführen.

Salzburg. Der deutsche Feuerwehrausschuß hat beschlossen, den zwölften deutschen Feuerwehrtag tn Salzburg abzuhalten und es sind dazu die Tage des 7-, 8. und 9. September d. I. ausersehen worden. Mit dem Feuerwehrtage soll eine Aus­stellung von Gegenständen aller Art, welche auf das Feueclösch- und Rettungswesen Bezug haben, verbunden werden.

Frankfurt, 9. Mat. Vorgestern wurde ein Familienvater ausgepfändtt Der GerichtsDollzieher leitete das Aufladen der Habseligkeiten, während die Frau weinend zwischen Hausthür und Straße stand, als sich plötzlich freundlich grüßend ein Mann nahte und erklärte, daß er in der Absicht komme, ihrem Manne dm Lotteriegewinn, den dieser abz-iholen vergessen hätte, auszuzahlen. 450 Mark wurden ihr gegen das Loos ausg händigt die Schuld fammt Kosten mit 90 Mark bezahlt und das alte Hausgeräth von den Kindern mit Jubelgeschret in die elterliche Wohnuna zurücktransportlrt.

Bei einer Mensur, welche am 12. Mai in Würzburg stattfand, erhielt einer her Betheiligten, em Student aus Norddeutschland, eine derartige Verletzung, datz er Tags bavauf verschied.

_. r t ~ Dem Erfinder der Schnellpresse, Friedrich König, soll in seiner Vaterstadt Etsleben ein Denkmal errichtet werden. Ein Comtte, das sich dort gebildet hat, wendet sich vor Allem an die Buchdrucker und Buchhändler Deutschlands mit der Bitte, Absicht durch Geldbeiträge zu unterstützen.

Halsdorf, 9. Mai. Ein Vorfall, der sich dieser Tage in Rauschenberg ereignete, verdient zur Warnungen weiteren Kreisen bekannt zu werden. Ein dortiger Bürger hatte für Erlös einer Scheune den Betrag von 1200 JL in 12 Hundert-Markscheinen eingenommen, diese Summe aber so schlecht verwahrt, daß die Kinder desselben sick diese. Bildchen aneigneten und nachdem sie derselben überdrüssig geworden, sämmtlich in den Ofen warfen, wo sie sofort zu Asche wurden. Der Ruin des Mannes wird wohl dadurch herbeigeführt werden.

sAuch einamerikanisches Duell".) Zwei Debreczinerhöhere Töchter" haben gezeigt, wie man dem amerikanischen Duell seine lebensgefährlichen Folgen nehmen kann, ohne daß es seine Furchtbarkeit einbüßt In der höheren Mädchenschule geriethen die Fraulein A. V- und E- H. aus bisher unbekannten Gründen an einander. (56 erfolpte eine Herausforderung und man entschied sich für die in neuester Zeit am meisten beliebte Sorte des Duells, für das amerikanische. In der Ausführung nun liegt dic reformatorische Tragweite des Vorgehens der herzigen Kleinen. Wem die schwarze Kugel zufalle, so wurde bestimmt, her ist verpflichtet, seineFroufrous", die Stirn­fransen, abzuschneiden. Fräulein E. H- zog das verhängnißvolle Loos und muthig erfüllte sie ihre Pflicht- Wollten die Herren dem Beispiele folgen, so müßten sie statt der mörderischen Kugel gegen das Herz die blanke Scheere gegen eine Schnurr­barthälfte kehren.

Eine aus Papier gebaute 3)acht ist das Neueste auf dem Gebiete der amerika­nischen Schiffsbaukunft.

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