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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags-
Vureaur Schulstraße 7.
len. Bruder,
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i!g, daß unser
Gießen, den 16. Mai 1883.
Dr. Boekmann.
N Blumen- dey für die
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diebenen«
Famke.
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PreiS vierteljährlich 2 M^rk 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Politische Uebersicht.
Gießen, 17. Mai.
Die hehre Stille der Festtage ist durch keinen Mißton gestört worden und weder aus dem Gebiete der inneren, noch der äußeren Politik sind außergewöhnliche Ereignisse zu verzeichnen. Bei uns wird der politische Born wohl ^erst mit dem Wiederbeginn der parlamentarischen Verhandlungen in nächster Woche wiederum regelmäßig zu fließen beginnen, wenn nicht bis dahm ungewöhnliche Ereignisse eintreten. So stürzen sich denn die Blätter auf jeden Stoff, der irgendwie über diese Verlegenheits-Pause hinmegzuhelfen im Stande ist. Mit besonderem Eifer erörtert man in den politischen Kreisen den mehrtägigen Ausenthalt, den der Haupt-Vertreter Frankreichs bei den Moskauer Krönungsfeierlichkeiten, Herr Waddington, aus seiner Durchreise m diesen Tagen in der deutschen Reichshauptstadt nimmt. Man legt dein Verweilen des republikanischen Staatsmannes, der aus den Tagen des Berliner Congresses beim Fürsten Bismarck persönlich noch im besten Andenken steht, eine gewisse Bedeutung bei, anscheinend nicht ohne Grund. Man meint, die Aufgabe des Herrn Waddington in Berlin würde darin bestehen, das Mißtrauen zu zerstreuen, welches in den Berliner Regierungskreisen noch gegen den Fortbestand der republikanischen Negierung in Frankreich besteht und somit letztere Macht^aus der Jsolirung zu bugsiren, in welcher es sich gegenüber der deutsch-österreichisch- italienischen Allianz einigermaßen befindet. ,
Das Hamburger Seeamt hat am vergangenen Sonnabend in Sachen der „Cimbria" eine Sitzung abgehalten. In derselben theilte der Vorsitzende mit, daß der Senat dem Anträge des Seeamtes, Ermittelungen über die Lage und den Zustand der „Cimbria" anzustellen, abgelehnt habe. Rechtsanwalt Dr. Hübner plaidirte in längerer Rede sür die Schuldlosigkeit des Kapitäns Cuttill vom „Sultan", woraus Rechtsanwalt Dr. Stammann in Vertretung des Kapitäns Hansen alle sür die Schuldlosigkeit der „Cimbria" sprechenden Argumente vorsührte. Dr. Stammann hob hierbei hervor, daß viele Aussagen auf einen dritten Dampfer hindeuten, der ohne Zweifel an der Collisionsstelle gewesen fein müsse. Daraus erkläre sich, daß der „Sultan" grünes und rothes Licht zugleich gesehen, nämlich das rothe von der „Cimbria", das grüne von dem andern Damvser. Dadurch, daß der „Sultan" einem dritten Schiffe habe ausweichen wollen, sei er in die „Cimbria" hineingelausen. Das Seeamt nahm schließlich den Antrag des Reichs - Commissars an, drei Sachverständige zu ernennen, welche die im „Sultan" gefundenen Eisentheile der „Cimbria" untersuchen und prüfen sollen, um zu constatiren, ob Mäiegel in der Bauart und Ausrüstung der „Cimbria" zu der Katastrophe beigetragen haben. Das Resultat dieser Untersuchung wird in öffentlicher Sitzung bekannt gegeben und sodann später der Spruch formulirt werden.
Auf czechischer Seite dringt man immer stärker darauf, die Belohnung für die dem österr. Ministerium Taaffe im Kanipfe um die Schulnooelle gewährte Unterstützung baldigst zu erhalten. Den Czechen zu Liebe soll die Negierung den böhmischen Landtag auflösen, da erstere hoffen, bei den Neuwahlen sich auf ewige Zeiten die Majorität zu sichern. Im Zusammenhang mit der nach dieser Richtung hin eifrigst betriebenen Agitation steht das Bestreben, die böhmischen Handelskammern zu czechisiren, die ihre besonderen Vertreter auf dem Landtage haben. Die Majorität der Prager Handelskammer ist
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freilich allen Bemühungen der Gegner zum Trotz noch deutsch, aber in der Pü- se„er Handelskammer haben die Czechen bereits im vorigen Jahre die Majorität, wenn dieselbe auch nur eine Stimme beträgt, errungen unv dies wird voraussichtlich auch in diesem Jahre bezüglich der Neuwahlen zur Budweiser Handelskammer geschehen. Wie in Pilsen, so soll auch in BuoweiS auf dis Mischen Wähler ein Druck zu Gunsten der czechischen Candidaten ausgeübt werden und leider dürfte dieses Manöver nicht ohne Erfolg bleiben.
Während die Franzosen sich zur Tongking-Expedition rüsten, haben sie thatsächlich bereits in Afrika den Grund zu einer neuen Colome gelegt. Nach einer dem französischen Marineminister zugegangenen Depesche hat Brazza, der beauftragt ist, sür Frankreich am Congo Besitzungen zu erwerben, von der Ortschaft Loanao und dem umliegenden Gebiete Besitz ergriffen. Loango und das gleichnamige Gebiet liegt an der Westküste Süd-Afrikas, zwischen deni 4. und 5. Grad südlicher Breite und der Küsten-Cordillere im Osten. Im weiteren Sinne umfaßt die Landschaft Loango, ohne ein größeres politisches Gemeinwesen zu bilden, das Gebiet zwischen dem Congo und dem Mazumbastuß und zählt ca. 800,000 Einwohner, die eine Menge kleiner und von einander unabhängiger Staaten bilden. Die Hauptausiuhr-Producte Loangos bilden Palmöl, Gummi und Elfenbein; das Land ist außerordentlich fruchtbar, besitzt aber em sehr ungesundes Klima. Von Loango aus ist Brazza nach neueren Meldungen mit seiner Expedition nach dem Congo selbst weitermarschirt.
Am Pfingstmontag ist der erste der wegen der Ermordimg des Lord Cavendish' und Bourke's zum Tode verurtheilten Ferner, ^osef Brady, im Kilmainham-Gefängniß zu Dublin hingerichtet worden. V°r dem Gefängnisse, das von einer starken Abtheilung Grenadiere und Dragoner umgeben war, hatte sich eine große Volksmenge eingefunden, doch wurde dw Ruhe mcht gestört Als die schwarze Flagge den Vollzug der Hinrichtung verkündete, entblößte die versammelte Menge das Haupt. ... .. eineS
Noch niemals dürfte im Czarenre.che sich«diKrönung emes Herrschers in einem so glänzenden Rahmen vollzogen ha , ■=
27. Mai bevorstehenden Krönung Kaiser Alexanders Ul. Nach dem^vom „Regier.-Anzeiger" jetzt veröffentlichten Ceremomell f 3 ' einem
Krönung selbst werden sich die Moskauer^Krönung g Theil? sich an großartigen Volks- und Nationalfeste gestalten, ff 3 feierlichen Einzüge dieser Stelle kaum gedrängt imebergefren taffen
der Majestäten, welche am 22. Mai erfolgt, wi s s Festprogramms
Akt den Haupt- und Glanzpunkt^des.au
bilden. Die Krönung begmnt. damit daß d« K° w £ * Reichs- anlegt, sich die Krone aufs W »t,
apfel m die links Hand nimmt un. da . kleineren Krone und nimmt die hierauf eigenhändig seine S-mahlm m m fk bie ßette beä
Menn nun, bekleidet rm Pu p & Es folgen
Andreasordens ai.gesigt a , neven u ©dbung des Kaiserpaares
s°dann verschiedene C. momen, s° rem Akte empfangen die Majestäten die und Commumon desselben. Ra« tz Würdenträger und kehrt nun der Gratulationen zunächst ^de^ " das große Krönungs-Diner stattfindet,
I vobü'der Kaiser und die Kaiserin an besonderem Tische speisen. Während der
Bekanntmachung. - ..........
de- Sorfiant.es t»s ü.nbespferleludflverein. im Geoßhe«ch»m b-iV >ch '»«ffeniiiche» ««"•«>»■ « «“ ®"<” Generalversammlung am 26. I. M. zu Butzbach abhalten wird. Zur Verhandlung kommt folgende
Tagesordnung:
1) Rechenschaftsbericht des Vorstandes. x ~ , .f
1 2) Bericht des Ausschusses über die Jahres-Rechnung pro 1882 und Decharge-Ertheilung.
4) Wahl der Provinzial-Vorsteher und deren Stellvertreter für Starkenburg und Rheinhessen.
5) Bericht über die Merlauer ^enroeibe^^^ ^.^^^lichen Bezirksvereins Gießen.
^ncliioolc Grünewald,
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Das Großherzogstche Kreisamt Gießen
an die Großberrvalichen Bürgermeistereien der nachbenannten Orte»
Die Besichtigung her Gemeinde - Zuchtstiere und Zuchteber durch die von dem landwirthschaftlichen Bezirksverein gewählte Commission wird an folgenden Tagen 22. Mai: in Daubringen, Rlainzlar, Treis a. d. Lda., Allendorf. a d. Lda Staufenberg, Ruttershausen und Lollar,
y • in Wieseck Ält-Buseck, Trohe, Rödgen, Groß-Bu eck, Beuern, Bersrod, Winnerod und Reiskirchen
Allendorf m d/ .Lahn Groß-Linden, Lang-Göns, Leihgestern und Klern-Linden.
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der Commission zur Besichtigung vorgeführt werden können. „ f
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Freitag den 18. Mai 1883»
„Wehener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Meßen.


