14 Mär, Nachdem der BundcSrath dem Erlasse des Einfuhrverbot!! fftr S-bwetn-fleisch und Würste aus Amerika zugest minl hat, Ist e8 tm J> -
^sklin ÄÄ?n TÄ“ »«8 d-s Verbots no.hwendrg dasselbe nicht bl°S auf Mei/ninrn guaarcn welche aus Amerika direkt nach D-urschtano befördert werden, sondern °u, all! unter das Verbot fallenden Maaren, welche amerikanischen UisprungS Ind ,n «streck n ^n einem an den Bundesraih gerichteten Schreiben macht nun d.r Reichskanzler Vorschläge in Betreff der Ausführung des V-rb-Is und empsiehli zur V Kinderuna von Umgehungen, die Einfuhr derartiger G-gmstände auch auS anderen And«i als Amerika, m Zukunft nur bann zuzulas!-n, wenn durch behördliche Atleste nach-ewiesen wird daß die Gegenstände unverdächiigen, d. h. Nichtamerikmiifchen Ur- s^runas sind Wenn da« Verbot den durch dasselbe bezweckien saniiaien Schutz wirk- ich aewähren soll, so werden, heiß, es in dem Schreiben des Reichskanzlers dann weiter Uisprungsätteste nur solcher Behörden als beweisend anzuerkemun sein, welche einerseits in der Lage sind, sich aus eigener Amchauung von der Richligkeit der be- sch-iniat-n Thatsachcn zu üderzcugeu, anderseits aber auch für Gewissenhaftigkeit ihrer Atteste entweder dem Reiche oder der Regierung ihres Landes veianiwortUch sind. Werden hiernach Atteste der deutschen Consuln in erster Lune in Frage kommen, fj wirb man doch im Verkehrsinteresse sich aus die Zu affung solcher LonsulatSatt-st- niwt zu beschränken haben, vielmehr dürsten auch beglaubigte Atteste der zuständigen Polizeibehörde drs Ursprungslandes als ausreichend anzusehen sein. Da sedoch Die deutschen Grenzbehörden häufig nicht in der Lage s-m werden, selbst bcurtheilcn zu können ob die ausstellende B-Hörd auch in der Thal die zuständige Pol,zechehorde ist, so müßte dies auf dem Attest durch den für den betreffenden ausländischen Bezirk an, gestellten deutschen Consul noch besonders bescheinigt werden. Außerdem müßten die Ursprungsattcste frühestens 3i) Tag- vor Eintreffen der Sendungen an der deutschen Grenze ausgestellt sein und demnächst zur Verhütung wiederhol er Benutzung von der deutschen Grenzbcdörde -inbehalt-n werden. Was nun sp-crell die Einfuhr lebender Schweine betrifft, so hätte die ausländische Polizeibehörde zu bescheinigen, daß die dem speciell zu bezeichnenden Extrahenten gehörigen, nach Gattung, Gröge, Älter, Geschlecht, Farbe und sonstigen äußeren Kennzeichen einzeln zu befchr-ch-nden Thier- in O-sterr-ich- Ungarn (Belgien re) geboren und aufgezogen find und wahrend der letzten 30 Tage in dem IUM Bezirke der altestircndcn Amisstellc gehörigen Orte gestanden haben. Bei Spanferkeln (Schwtnen von weniger als 10 Kiiogr Gewicht) koanie, da deren Einführung aus Amerika kaum verfucht werden dürste, eine Befch-iniguag dahin genügen, daß die nach Zahl und Gattung kollektivifch zu b-zeichncnd-n Thi-re m Oefterreich- Ungarn (B-Igien -e,) geboren find. Schwieriger g-stalt-i fi-h die Sache beglich der Schweinefleisch-Präparat- und der Würste. Man wirb sich hier mit der B-fcheimgung der Polizeibehörde des (nicht amerikanischen) Fabrikationsortes begnügen müfi.n daß die nach Signatur und Verpackung oder bei größeren Stücken durch einen denselben von der Behörde aufgedrückten Stempel näher bez-ichneien Waaren von dem Fleisch- waarenfadrikanten R. N„ wohnhast in dem zum Bezirk der alt-stir-iiden AmIsstell- gehörenden Orte R., aus Thi-r-n englischen (belgische -c) Ursprungs hergestellt sind. Außerdem dürste es zweckmäßig sein, eine Bescheinigung dahin zu verlangen, daß der betreffende Fabrikant sich weder mit der Derarbeitun« von Schweinen Schwemeflersch und Speck amerikanische Ursprungs, noch mit dem An- oder Verkauf oder der Vermittelung von Geschäften in derartigen Artikeln amerikan scheu Ursprungs besaßt. Zur Begründung dieses Vorschlags bemerkt das Schreiben baß nach Auslas,unzeir amen, konischer Heitlingen eine Umgehung des deutschen Einsuhrverbots durch Umpackung der amerikanischen Waaren in europäischen (außerdeulschen) Pascn beabßchtigt ^wrrd Schließlich ersucht der Reichskanzler d,n Bundesrath um Beschlußnahme in der Sache mit bem Bemerken, daß die mit de-Handhabung d-S Verbots betrauten Grenzbehörden dis zu dem 30 Tage nach Verkündung der Verordnung erfolgenden Jnkraittreten derselben mit Instruktion zu versehen sein werden.
Iceiheit. Ehre. Uateriand.
Wie bereits durch oorläufige, z. Th. etwas verfrühte und nicht immer den Tatsachen ganz entsprechende Miltheilungcn in weiteren Kre fen bekannt geworden, haben in den letzten Wochen in Berlin auf Anregung und unter Theilnahme einiger alter Herren wiederholt Beratungen von SDdegnten samrntlicher deutschen Burscheiischaften stattgefunden über die Frage, ob in dem Heuthen burschenschastlichen Leben Mitzfiande hervorgetteten und mit welchen Mitteln dieselben zu bekämpfen Men. Nachdem diese Verhandlungen m einem vorläufigen Abschluß geführt Haden, nachdem eine Einigung über einen der nächsten Versammlung des allgemeinen burscyenschaftlrchen Deputirten- Convents zu Pfingsten ds. Js. zu unterbreitenden Antrag erfolgt 'st, dürste es an der Seit sein, auch den weiteren, sich für die Entwickelung unseres Untve.süäts- und Studentenlebens interesftrenden Kreisen von dem Ergebntß dieser Bestrebungen Rechev- schasi abzul g n n offic etten Erklärungen der Delegstten von 32 Burschenschaften daß in den wesentlichen und für die durschenschastlichen Verbindungen chaak- teristischen Grundsätzen des Patriotismus, der Sittlichke'-t und der W'ssenschaftlichkeit noch heute eine volle Uebereinftimmung henscht- Namentlich ist noch heute die Herausbildung einer bewußt deulschnatonalen Gesinnung das Z'el sammtlicher Burschenschaften: von der Verpflichtung der Mitglieder auf einen bestimmten politischen Partei' stsndpunkt haben dagegen sämmtliche Burschenschaften schon seit lange, rote sie glauben mit vollem Recht, Abstand genommen.
Daß dem schönen Grundsätze der Wissenschaftlichkeit das wirkliche Thun und Treiben der aktiven Bu-.schenschaster nicht immer und überall genügend entspricht, mußte allerdings von verschiedenen Delegrrten zugestanden werden; doch wurden zugleich energische Maßregeln zur Abhülfe dieses Uebelstandes, der übrigens keineswegs den Burschenschaften tu höherem Maße eigen ist als anderen Verbindungen, seitens der bc- ireffenben Delegirten schon für die nächste Zukunft in Aussicht gestellt. Das Institut eines allwöchentlich stattfindenden wissenschaftlichen Abends, zur Anregung und Förderung allgemein wissenschaftlichen uud politischen Interesses, 'ft bei einer Anzahl von Burschenschaften noch in Anwendung ober rotrb demnächst wieder eingesühct werden, während andere Burschenschaften dasselbe nie gekannt hab<n und auch für die Zukunft die Einführung desselben nicht für ein nothwendiges Erforderniß halten.
Mehr, als bisher geschehen ist, wird es aber ernste Aufgabe aller Burschenschafter sein/ die Anforderungen an die Zeit ihrer Mitglieder so zu stellen, resp. herab- rusetzen baß der Studienfleitz der einzelnen dadurch in keiner Weise beeinträchitgt wird. Natürlich kann die Durchführung dieser allerdings hochwichtigen Resorm nur Aufgabe ber einzelnen Burschenschaften sein, da die Verhältnisse und Lebensgewohnheiten auf den einzelnen Hochschulen viel zu verschieden sind, um hier Detail-Vorschrift.n des Allgemeinen Deputirten-Convents möglich erscheinen zu lassen.
Wir können aber schon jetzt thatsächl'ch hinzufügeu, daß auf die bloße Anregung hin in einzelnen Burschenschaften Maßregeln getroffen sind, die für die Zukunft die Möglichkeit der Vereinigung eifrigen Studienfleißes mit forschem und flottem Burschen- leben innere Leben betreffenden Punkten z. Th. Reformen gar
nicht erforderlich erschienen, z. Th- aber ihre Durchführung den einzelnen Burschenschaften überlassen werden mußte, hat sich die Delegirten-Versammlung in der für das deutsche Studentenleben so wichtigen Duell- und Mensurftage über einige, wie wir hoffen wirksame und praktisch durchführbare Reformvorschlage ge ignet. Dieselben beruhen'freilich auf wesentlich anderen grundsätzlichen Anschauungen, als die entsprechenden Vorschläge des Herrn Dr. Küster in seiner Rede „Zur Reform der Burschenschaften". Es muß dies umsomehr hervorgehoben werden, als diese Rede, die den ersten Anstoß zu der Reformbewegnng gegeben hat, und die auf Grund der Rede formulirten Thesen eine sehr weite Verbreitung gefunden haben.
D'e grundlegende Ueberzeugung, in der fast alle Theilnehmer an den Beratungen, von den ältesten bis z' dm jüngsten Burschenschaftern, einig waren ist die, daß die Schläaermensur an und für sich keineswegs eine verwerfliche oder schädliche, sondern im Gegentheil eine für die Fortexistenz eines gesunden, freien deutschen Studentenlebens höchst vorthesthaste, ja unerläßliche, bis jetzt wenigstens durch n'chts b ssercs ersetzte Institution ist. Es kommt nur darauf an, die Anwendung der Schlagermensur so zu regeln, daß sie einmal ihren Zweck (die angemessene, anständige Austragung der un- vermechlichen Streit'crke.ten zwischen Studenten) vollkommen erfüllt, und daß sie zweitens nicht in mißbräuchlicher Weise übertrieben und der leeren Renommage wegen geübt wird, zumal da mit solcher Uebertrdbung der Mensuren die Erfüllung ber ernsten Ausgaben des Studirenden erfahrungsgemäß unvereinbar ist.
Um dies doppelte Zi l zu erreichen, werden dem Allgemeinen Deputirten-Convent einmal eine Reihe von Bestimmungen empfohlen, die es unmöglich machen sollen, daß
in Ruhinft Streitigkeiten, die aus studentischen Verhältnissen und Anschauungen resul- tiren, zu wahren Zweikämpfen auf schwere Waffen führen können Jede Forderung auf schwere Waffen, b.i ber ein Burschenschafter beteiligt ist, wird danach zunächst einem Ehrengericht unterliegen, beff.n burschenschastliche Mitglieder ein- für allemal verpflicht t sind, wenn es irgend thunlich ist, auf einfache Schlägermensur, eventuell Schlägermensur bis zur Abfuhr zu erkennen. Um die möglichste Garantie einer verständigen maßvollen Beurthellung der zu Grunde liegenden, meist doch ziemlich geringfügigen Diff 'enzen zu bieten, soll jedem derartigen Ehrengericht, A/un irgend möglich ein bereits tn’ö Philistertum übeigelittener, den studentischen Verhältnissen also etwas kühler gegenüberstehenber Mann angeboren. Wer die einschlägigen Verhaltn sie kennt, wird überzeugt sein, daß nach Annahme dieser Bestimmungen das Vorkommen jener leidigen Pistolen- und Säbelduelle um er, Nichts so gut wie ausgeschlossen ift.
^n Bezug auf die Schlägnmensuren empfiehlt die Berliner Delegirtenvcrsamm- [una bem Allgemeinen Deputirten-Convent die Ausstellung einer bestimmten Definition ihres doppelten Zwecks, nach dem sich die praktische Anwendung seitens ber einzelnen Burschenschaften zu richten hat. . ..
Als die Hauptaufgabe ber Schlägermensur wird, wie schon erwähnt, die an; stänbige Austragung der Streitigkeiten zwischen Studenten angesehen Daraus folgt, daß b e Burschenschaften danach streben müssen, mit allen andern satisfaktiongebenden studentischen Korporationen in ein geregeltes Contrahage - Paukverhältnttz zu treten. Natürlich wird ein solches nur auf der Grundlage völliger Gleichberechtigung beider Theile abgeschlossen werden können. x , £n i k ,
Als ein Nebenvortheil der Mensur wird ferner anerkannt, daß die für jedes in eine Verbindung eintretende Mitglied bestehende Gewißheit, auf die Mensur ZU kommen, ein werthvolles Mittel ist. um ber betreffenden Verbindung ungeeignete Mitglieder a limine fermutialten. Da nun diese Gewißheit bet bloßen Contrahage-Mensuren, namentlich so lange zwischen den Burschenschaften und den Corps kein Paukoerhaltniß besteht für die Burschenschaften der tneitim Universitäten nicht vorhanden snn würde, muhte wenn auch von vielen Seiten mit W'derstreben, die Nothwendigkftt einer beschränkten Zulassung der sog. Bestimmungsme.ffur zugestanden werden. Doch wird dem Allgemeinen Deputirten-Convent vorg.schlagen, an dicse Zulastung die Forderung zu knüpfen daß die einzelner, Burschenschaften die Bestimmungsmensur ebm nur so weit anwenden dürfen, als sie für den angebeuteten Zweck erforberlich ist, und daß sie namentlich verpflichttt sind, dem renommisttschen Streben einzelner Mitglieder nach einer möglichst bohen Rabl von Mensuren entschieden entgegenzutreten. Es erscheint dics um so mehr geboten, al8 erfahrungsmäßig mit allzu häufigen Mensuren eme wirklich schulgemäße Erlernung der Fechtkunst unvereinbar ist, womtt denn der ganze Nutzen des Fechtens für die körperliche Ausbildung verloren geht.
Andere Vorschläge bezwecken die höchst wünschenswerthe Einschränkung der sog. P. P -Suiten.
Da alle diese Vorschläge aus Vereinbarung der Vertreter der überwiegend^ Mehrzahl aller deutschen Burschenschaften beruhen, steht zu hoffen, daß der zu Pfingsten in Eisenach tagende Allgemeine Deputirten-Convent dieselben zum Beschluß erheben wird und damit den Weg einer verständigen und maßvollen Reform des deutschen Verbindungslebcns. wie es seit fast 70 Jahren in den deutschen Burschenschaften zum Ausdruck gelangt, beschreiten wird. , _ n ö .
I. A. der in Berlin studirenden
Mitglieder der deutschen Burschenschaften
C- Neumann, cand. phil.
ß t t m f f 4 t e i
Nteder-Mörlen. In der Nacht vom 9. auf den 10. März kam ein Mann von hier, welcher in der Schulthcis'schen Gärtnerei in Steinfurth gearbeitet hatte, des Abends nicht nach Hause. Am 10., Morgms, wurde er von ferner Frau tm Felde erfroren aufgefunden. Derselbe ist bei dem tiefen Schnee wahrscheinlich von dem Wege abgekommen, eine Zeit lang herumgeirrt und schließlich vor Entkräftung liegen geblieben.
Kassel, 13. März. Much ein Eisenbahn-Unfall] Ein eigenthümliches Mißgeschick widerfuhr den Passagieren des gestern Nachmittag von hier um 5 Uhr abge; laffenen Personenzugs der Bergisch-Märkischen Bahn auf der Bahnstrecke Kassel Bebra- Der Zug ist ein sog. gemischter, welcher zum überwiegenstcn Thetl aus Güterwaggontz besteht und nur hinten am Ende wenige Personenwagen mit sich führt. Aus diesem Grunde kommt es nun, daß ber Zug auf den Bahnhöfen sehr weit durchfahren muß, um die hinten befindlichen Personenwagen vor den Perron zu bringen. So war etz auch gestern auf dem Bahnhofe Altmorschen, wo man um halb 8 Uhr aulangt. Der Zug war ausnahmsweise lang und die Lokomotive stand m Folge dessen weit vom Bahnhofsgebäude entfernt, bet der herrschenden Dunkelheit kaum zu sehen. Da ertönte das Abfahrtszeichen, die Locomotive sitzt sich in Bewegung und mit ihr in ziemlicher Geschwindigkeit auch die säoimtlichen GÜterwag n, aber, o weh! die Personenwagen bleiben ruhig auf dem Geleise stehen und rühren sich nicht von der Stelle, die Koppel; fette war bet bem heftigen Ruck des Anfahrens zerrissen Das Kornische an der Sache war nun aber, daß, ehe man das Stehenbleiben der Wagen bemerkte, der vordere Theti des Zuges tu raschem Tempo davonfuhr und auch nicht anhtelt, weil jedenfalls baß ihm gegebene Signal von dem Lokomotivführer nicht mehr gehört worden war. Erst auf der nächsten Station wurde das Fehlen der Personenwagen bemerkt. Der Zug konnte jedoch jetzt nicht hier warten oder zurückkehren, er fuhr ruh g weiter und es blieb nichts anderes übrig, als von Station Rotenburg eine Maschine zu borgen, welche die sitz ngebliebenen Passagiere in Altmorschen abholte, was denn auch nach anderthalb Stunden erfolgte.
Wien, 12. Marz. Allem Anscheine nach sind es die Vorgänge auf dem Wagner- Commers vom 6. März im Sophiensaale, welche der Polizeidirection eine willkommene Gelegenheit zum Einschreiten gegen den deutsch nationalen Abgeordneten Schönerer geboten haben. Diese stürmischen Kneipscenen erhalten dadurch noch nachträglich eine gewisse Wichtigkeit. Die Redner des Abends hatten sich, wie zu erwarten war, mcyt mit dem künstlerischen W-rken Wagners allein beschäftigt, sondern auch mit seiner nationalen Gesinnung. Die Worte von der Tribüne gaben immer prononctrter und leidenschaftlicher bem deutsch-nationalen Standpunkte Ausdruck, lieber den Schluß des Abends, an welchem d.e Geister des Bieres sichtlich ihren Antheil hatten, ist ausprcß- polizeiltchen Gründen wenig in die Oeffentlichkeit gedrungen. Die Deutsche Zeitung schildert denselben unter Zubülfenahme von Auslassungssternen folgendermaßen: Abgeordneter Schönerer wird mit lauten Rufen aufgefordert, die Tribüne zu besteigen, es erhebt sich jedoch einiger Widerspruch Das Wort wird Herrn Professor Polzer ertheilt Er beginnt mit einer Lobrede auf Schönerer; es wäre besser bestellt um uns, wenn wir nur ein Dutzend Schönerer im Parlamente hätten. Stad. phil. Hermann Bahr betont die Bedeutung Wagners als Politiker; er sei nicht blos mit Phrasili, sondern auch mit Thaten für seine politische Anschauung eingetreten. Im Jahre 1848 habe er muthig, ohne alle Rücksichten gekämpft und dies ehren wir an ihm. R'chaid Wagner habe auch nicht vergessen, daß acht Millionen deutscher Brüder an ber Grenze des deutschen Reiches ...... Redner schließt mit der Aufforderung, zu schwören, daß ..... (Stürmischer Beifall und Händeklatschen, Prost-Rufe.) „Colloquium“ Der Präsident bringt zur Kenntniß, daß der Negierungsvertreter alle weiteren Reden unterlagt habe. (Unbeschreiblicher Lärm. Rufe: Schönerer! Schönerer!) Derselbe betritt die Tribüne und beginnt: „Wir ließen uns schon so manches anthun, wir ließen uns unterdrücken, aber so weit geht unsere Geduld nicht .... Dort, wo ich mich meiner Immunität erfreue, habe ich Aehnliches erst jüngst gesagt. (Hurrah! Tobender Lärm; der Präsident versucht es, Schönerer zum Abtrcten zu bewegen, vergeblich ) Redner schließt mit einem Hoch auf .... Oberpolizeicommissar Boog erfläil untr Lärm unter Pereat-Rusen, er werde den Commers schließen. (Gelachter, Lärm, spöttische Rufe, verworrenes Getöse.) Der Präsident schreitet, nachdem ein wenig Ruhe her- gestellt ist, ZUM „Officium Salamandri in honorem defuncti Richardi Wagner.“ Donnernd Hingen die Gläser auf den Tischen, doch wurde die Zeremonie unter den Eindrücken des eben Erlebten etwas zu rasch abgethan. „Die Wacht am Rhein" erklingt spontan aus tausend Kehlen. Zehn Gruppen tntoniren zehn verschiedene deutsch-patriotische Lieder; Hunderte Prost- und Pereat-Rufe ertönen durcheinander; Alles entfernt sich geräuschvoll und lärmend. (Köln. ZtS-)
— (Wirkungen des Telephons.) Ein biederer Landmann im „Far West" zmeisiltt an der Fernwirkung des Telephons, bis man ihn aufforderte, durch einen solchen Apparat einmal mit seiner 5 Meilen entfernt wohnenden Gattin sich zu unterhalten „Halloh, Sarah", rief er hinein, doch ein Blitz, bej im nämlichen Moment den Draht traf, warf ihn zu Boden. „Das ist die Sarah, wie sie leibt und lebt!" erklärte er, sobald er sich vom Boden aufgerafft und von seinem Schrecken erholt hatte.
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