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Berichterstattung täalich zwei- i Lesern alle im ng, insbesondere iu6 den anderen hlreiche, neu ge- in den Stand zu ittiL Lokalberichte dien. Mit der rirtes Unterer „Hessischen , so empsiehlt icn Annoncen
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, , Mainz, 13. Juni. Ein bedauerlicher Vorfall trug sich gestern Nachmittag oberhalb der neuen Anlage an dem sogenannten Wetsenauer Lager zu. Kwei den Weg vListrende Arbeiter wetteten miteinander um zwei Glas Bier, wenn der Eine von ihnen io hoch springe, daß er den Ast eines näher bezeichneten Baumes erreiche. Der Bc- tretfenbe ging auf diesen Vorschlag ein, sprang in die Höhe und riß einen Brotig her- »nier. Eine in der Nähe befindliche Schildwache eilte hierauf auf die Beiden zu und
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Im Monat April wurden im Großherzogthum überhaupt 2096 Todesfälle verzeichnet gegen 2214 im März oder aus 10,000 Emwohner 21.8 gegen 23O Von .... Sterbfällen ereigneten sich in den Provinzen Starkenburg 848 (956), Oberhesscn 610 (635), in Rheinhessen 638 (623); danach hatte die Sterblichkeit nur in Starkenburg eine erhebliche Abnahme aufgewtesen. Von den Verstorbenen waren unter 15 Jahre alte Kinder, 797 (im März 858) und davon innerhalb des ersten Lebensjahres verstorben 432 (476) und im Alter, vom 2. bis 15. Lebensjahr 365 (385); zu den Erwachsenen rechneten 1299 (1356). Todesfälle durch epidemische Krankheiten wurden 165 gezählt gegen 173 im März und zwar in den Provinzen Starkenburg 77 gegen 79, Oberhessen 55 gegen 58 und Rheinhessen 33 gegen 36 und nach der Art der hierher zählenden Krankheiten an Rachen- und Halsbräune 49 (42), an Scharlach 40 (50), an Keuchhusten 34 (31), an Masern 13 (20), an Abdominaliyphus 17 (24), an Blattern 6 (2), an Rose 5 (4) und an Ruhr 1 (0). Todesfälle im Wochenbett ereigneten sich 17 gegen im März. Von_ anderen wichtigen Krankheiten hatten Lungenschwindsucht 307 (im März 324) Sterbefälle veranlaßt, acute entzündliche Krankheiten der Athmungsorgane deren 287 (340), Gehirnschlagfluß 50 (55), acuter Gelenkrheumatismus 2 (1), Darm- S!xaArlLunb Brechdurchfall 42 (30). Allen anderen Krankheiten erlegen waren 876 901) Personen, und' kannt blieb die tödtliche Krankheit bet 305 (336). Von Todes- ffitten gewaltsamer Art wurden 45 gegen 33 im Vormonat verzeichnet und zwar durch Verunglückung 21 (19), durch Selbstmord 23 (13) und durch Mord 1 (1).
«■ . TA Monat April hatte eine im Ganzen geringere Mortalität als der vorher- ' mit Rücksichtnahme auf die Alterskategorien waren di< Sterbfälle be den Kindern jüngsten Alters einerseits und die der Erwachsenen SbCr.CrAnt8 "."Mindert. Epidemische Krankheiten zusammen hatten fast genau so viele Sterbefälle als im Vormonat veranlaßt, eine geringe Zunahme weisen solche an fachen- und Halsbräune, an Scharlach und ferner an Blattern auf, während solche durch Abdominaltyphus und Masern vermindert sich zeigten. Am erheblichsten war auf die Verminderung der Gesammtmortabilität der Rückgang in den Todesfällen durch acute E'krankungen der Athmungsorgane von Einfluß. Von den Todesfällen gewalt- larner Art erroiefen Selbstmorde eine auffallende Steigerung.
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verhaftete den Einen, der einen Zweig abgerissen. Der Arbeiter wollte sich aber der Verhaftung nicht willig fügen und setzte sich zur Wehr. Die Schildwache pflanzte nun ihr Seitengewehr auf und als her Arbeiter entspringen wollte, stach der Soldat mit seiner Waffe nach dem Flüchtling und stieß demselben das ganze Seitengewehr durch den Oberschenkel. Der schwer Verwundete, Namens Joh. Theobald, stürzte zusammen und mußte per Wagen in das Rochusspital befördert werden. Der Vorfall ist gewiß bedauerlich, aber ist es nickt ein großer Unverstand, sich dem Poften gegenüber, der mit der Verhaftung nur seine Schuldigkeit that, zur Wehre zu setzen?
— (Ein Fest beim Pariser Rothschild.) Um die Unterzeichnung des Heiraths- contractes zw schen seiner jüngsten Tochter, Fräulein Beatrice von Rothschild und Herrn Maurice Ephrusst zu feiern, gab Baron Alfonso Rothschild in Paris im großen Familienhotel der Rue Saint-Floreotin ein glänzendes Fest, zu dem 2500 Einladungen erlassen worden waren. In dem Speisesaal konnten die Gäste die Geschenke bewundern, welche Verwandte und Freunde der Braut dargebracht hatten: die Baronin James, ihre Großmutter, ein Dtamanlendiadem; Baron und Baronin Alfonse, die Eltern, einen Schmuck aus Perlen, Diamanten und Rubinen; dec Baron und die Baronin Gustave eine Diamantenschleife; der Bräutigam einen Saphirschmuck, seltenes Pelzwerk, ein Juwel von einem Gebetbuch, herrliche alte venetian sche Spitzen u. f. w.; Frau Henriette Evhrussi, die künftige Schwiegermutter, ein Tafelservice aus vergoldetem Silber; Frau Ignaz Ephrusst in Wien ein solches aus Silber; Baron Eduard Rothschild ein Sövres-Service; Herr v. Bleichröder in Berlin einen Hans Markart; der Katzenmaler Eugen Lambert einen Fächer, auf dem eine Familie seiner Lieblinge spielt; Ludov c Halevy ein äußerst geschmackvoll gebundenes Exemplar seines „Abb4 Konstantin" mit einer Illustration von Detaille, den Helden der Erzählung zu Pferde darstellend, und andere Herrlichkeiten mehr. Unter den Gästen bemerkte man den Herzog von Nemours und den Fürsten Joinville, den Prinzen Murat, die Botschafter Deutscklands, OesterreichUngarns, Englands, der Türkei, Portugals, den Herzog von Broglie, Marschall Canrobert, Herzog Decazes, Herrn Buffet, Herrn ß6on Say, Alexander Dumas, Victorien Sardou, Detaille, Ambroise Thomas, Ferdinand v. Leffeps, Emile Perrin und überhaupt alle Notabilitäten der aristokratischen, diplomatischen, Finanz- und Kunstwelt.
— sRache der Schwalben •) Durch die Blätter läuft eben folgende Geschickte: „In Klagenfurt spielte sich dieser Tage eine Scene aus dem Thierleben ab, die zahlreiche Zuschauer herbeilockte, welche dem interessanten Kampfe ums Dasein zwischen Schwalbe und Spatz die höchste Aufmerksamkeit widmeten. An der Südecke des neuen Sparkassegebäudes kann man unter den Consolen der Altane des ersten Stockwerkes vier Schwalbennester erblicken. Eines derselben wurde, während das Schwalbenpaar einen Ausflug gemacht hatte, von einem kecken Spatzen besetzt und alle Versuche der Besitzer, den unangenehmen Gast wieder ins Freie zu setzen, blieben erfolglos, vielmehr geberbete sich dieser sckon als Herr im Hause und traf alle Vorbereitungen, sich in dem Quartier festzusetzen. Es währte aber nicht lange, denn bald kehrte das vertriebene Sckwalbenpaar wieder an die Stätte der Besitzstörung zurück, aber in Begleitung von ungefähr einem Dutzend seiner Geschlechtsverwandten. Jede Schwalbe trug im Schnabel Material für die Zumauerung des Nestes und war dasselbe verbrauckt, flugs wurde neues herbeigeschafft. In wenigen Minuten war das übermüthige Spätzlein in dem occupirten Neste eingemauert; fruchtlos biteben nun seine Bemühungen, zu entkommen; es gelang ihm nur, sich mit dem Schnabel eine kleine Oeffnung ins Freie zu bohren. Der Leib aber blieb im Neste stecken und so traf den kecken Eindringling das Loos des Verhungerns. Das Nest befindet sich noch auf seinem Platze. Letzteres ist gewiß das Merkwürdigste, denn die Geschichte selbst steht schon in den ältesten Jahrgängen verschiedener Kalender. ,
— (Eine Lektion ) In der Frauenkirche in Dresden predigte am Ostersonntag der Superintendent Meier und die Kirche war, wie immer, wenn er predigt, sehr gefüllt. Vorn in einer Kirchenbank sitzt ein Soldat (Gemeiner); der Gottesdienst hat schon begonnen, da kommt ein Lieutenant, fommanbtrt ben Gemeinen zum Aufstehen unb setzt sich auf besten Platz Gegenüber in demselben Gange sitzt ein General. Dieser beobachtet den Vorgang und kaum hat sich der Soldat aufgestellt und der Lieutenant Platz genommen, so winkt er dem Soldaten ft"b veranlaßt feinen Platz einzunehmen, er aber geht einige Bänke zurück und sucht sich einen anderen Platz.
- [Unöerbrennbare Urkunde.) Ein Franzose, Herr H. Meyer zeigte kürzlich, wie das PatentBureau von R- Lüders in Görlitz schreibt, auf der Versammlung eines wissenschaftlichen Vereins von ihm erfundenes unverbrennliches Schreckmatertcfl vor, das alles bisher in dieser Art Dagewcsene in den Schatten stellt. Wie das Papier und die Tinte hergestellt seien, mockte der Erfinder nW angeben, da die Patente für die betreffenden Gegenstände in einigen Ländern noch nicht ertbeilt waren, doch deutete er an, daß Asbest bei dem Papier eine Hauptrolle spiele. Es wurde eine Zeichnung in Aquarellfarben vorgezeigt, die der Gluth eines Brennofens ausgesetzt war und dennoch den unveränderten Ton der Farben, wie vollständige Biegsamkeit des Papiers zeigte. Um augensche nl'ch zu beweisen, welche Hitze das Material zu ertragen im Stande sei legte der E> sinder eine nach seinem Verfahren hergestellte Lithographie von 15 und 16Zentimeter zwischen zwei im Zustande der Schmelzung befindliche Glasschichten. Nach dem Herausnehmen zeigte sich das Papier unverändert unb der Druck hatte nicht das Geringste an seiner Schärfe eingebüßt. Es liegt auf der Hand, welchen enormen Werth diese Erfindung für die Herstellung werthvoller Dokumente hat, die,
Die Sterblichkeit im Großherzogthum Hessen.
Darmstadt, 12. Juni.
Im Monat März Ifb. Js. ereigneten sich im Großherzogthum msgesammt 2214 Todesfälle gegen 1967 im vorausgegangenen Monat, welcher Betrag, bet auf 31 erhöhter Anzahl btr Tage bieses Monats, rote sie bei vergleichender Betrachtung erfordert wird, erreicht wird; es starben, auf 10,000 Einwohner berechnet, 23.0 gegen 20.4 im Februar- Von den Todesfällen im März kommen auf tue Piooinz Starkenburg 956 (921), auf die Provinz Obersten 635 (538) und auf die Provinz Rheinhessen 623 (503). Die gegen den Vormonat allgemein im Großherzogthum erhöhte Sterblichkeit hatte in Rheinhessen, aber auch in Oberhessen auffälliger sich bemerkbar gemacht. Von den Verstorbenen waren Kinder (unter 15 Jahren) 858 (804) unb unter diesen vor Vollenbung bes ersten Lebensjahres verstorben 473 (461), tm zweiten bfö fünfzehnten Jahre 385 (373); zu den Erwachsenen gehörten 1356 (1135); die hohe Sterblichkeit betraf sonach vorwiegend die erwachsene Bevölkerung. An epidemischen Krankheiten insgesammt verstorben waren 173 Personen, im Februar 190, bejro. bet der Ausrechnung von 3 Tagen 210 Davon entfallen auf Stc-rkenbur g 79 (115), auf Oberhessen 58 i67) und aus Rheinhessen 36 (28) und w-ts die rinzelnen hierher zählenden Krankheitsformen anlcngt auf Hals- unb Rachenbraune 42 (60) auf Scharlach 50 (44), Keuchhusten 31 (33), Masern 20 (31), Abdominaliyphus 24 (16), Blattern 2 (1) unb auf Rose 4 (4). Tobesfälle im Wochenbett würben 21, ebenso viele als im vorausgegangenen Monat, gezählt. Von anberen vorherrschenden und wichtigeren Krankheiten halten Lungenschwindsucht 324 (252), acute entzündliche Krankheiten der Athmungsorgane 340 (287), Gehirnschlagfluß 55 (50), acuter Grlcnkrheumatismus 1 (1), Darm- katarrh unb Brechburchfall 30 (35) Todesfälle veranlaßt Allen anderen Krankheiten erlegen waren 901 Personen, im Vormonat 806; nicht ermitt-It wurde die den Tod veranlassende Krankhctt bei 336 (275). Todesfälle gewaltsamer Art waren 33, ebenso viele als im Vormonat, verzeichnet; darunter durch Verunglückung 19 (16), durch Selbstmord 13 (14) und durch Mord 1 (0).
Im Vergleich des Monats Februar weist der März eine höhere Erwachsenen- sterblichkett auf, welche durch Vermehrung der Todesfälle durch Lungenschw'ndsucht, zum Theil durch solche an acuten entzündlichen Lungenkrankheiten, veranlaßt erscheint; die Mortalität durch epidemische Krankheiten hatte, in ben Provinzen Starkenburg und Oberhessen wenigstens, eine Abnahme erfahren, insbesondere durch Rückgang der Sterbefälle an Rachen- und Halsbräune, sowie an Masern; in Rheinhessen war die Epidemiesterbltchkeit eine etwas erhöhte, insbesondere durch Zunahme der Todesfälle an Keuchhusten und an Abdominaliyphus.
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Ne. 137. Drittes Blatt. Sonntag bett 17. Juni o 1883
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Amts- und Anzeigeblait für den Kreis Gießen.


