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ie« Zollgebietes bestimmten inländischen Tabak in gleicher Weise, wie dieses bezüglich des ausländischen Tabaks mittelst der Abfertigung auf Begleitschein II geschieht, dem Amt des Bestimmungsortes überwiesen werden kann. Wie wir hören, ist Seitens des preußischen Finanzministeriums dieser Antrag im Hinblick aus die dem inländischen Tabaksbau sowohl, wie auch dem inländischen Tabakshandel daraus erwachsenden Förderung befürwortet und ein diesbezüglicher Antrag beim Bundesrathe durch den Reichskanzler eingebracht worden. Die Ausschüsse des Bundesraths, welche sich mit der Angelegenheit beschäftigt haben, beantragen nunmehr beim Plenum Folgendes:
1) Die Erhebung der für inländischen Tabak festgestellten Steuer kann mittelst eines nach dem Muster für Begleitschein II auszufertigenden Versendungsscheines H einem zur Erledigung von Versendungsscheinen befugten Amte überwiesen werden. ,
2) Die Vorschriften des Begleitschein-Regulativs über Begleitscheine II finden hierbei sinngemäße Anwendung.
3) Die nach dem Muster 12 zu den Dienstvorschriften vom 29. Mai 1880, betr. die Besteuerung des Tabaks, anzufertigenden Versendungsscheine sind als Versendungsscheine I zu bezeichnen.
In dem Versendungsschein-Aussertigungs-Register ist in der Spalte 2 und im Versendungsschein-Empfangs-Register in der Svalte 4 die Gattung des Versendungsscheins durch Eintragung 1 bez. II ersichtlich zu machen. In dem Empfangs-Register ist ferner in den Spalten 7 und 8 die Vereinnahmung der Steuer nachzuweisen.
Vermischte-.
Berlin, 10. December. Die Eisenbahn-Verwaltungen haben bekanntlich in den Lügen besondere CoupeS eingerichtet, in denen nicht geraucht werden darf, und diese durch Tafeln kenntlich gemachten separirten Abthetlungen eines Wagens werden, weil sie gewöhnlich weniger stark besetzt sind und deshalb größere Bequemlichkeit als die Rauch-CoupäS bieten, nicht selten von Rauchern zur Fahrt benutzt. Während der Fahrt und besonders in Fällen, in denen diese Coupös nur von Herren besetzt sind, glauben letztere sich den Genuß einer Cigarre erlauben zu können und bereiten sich das Vergnügen des Rauchens oft trotz des Widerspruchs der Mitreisenden. Daß dies strafbar ist, zeigt die kürzl'ch erfolgte Verurthetlung eines Reisenden durch das Schöffengericht zu Solingen, bestätigt durch Urthetl der Strafkammer zu Elberfeld; das Urtheil lautete auf eine Geldstrafe von 15 JL, im Nichtzahlungsfalle auf Haftstrafe von 2 Tagen
Evangelische Gemeindevertretung.
Die geehrten Mitglieder der Gemeindevertretung lade ich, vorbehaltlich der an die einzelnen Herren ergehenden besonderen Einladung, hierdurch er- aebenst ein zu einer Sitzung, die am Sonntag den 16. December d. I., Vormittags 11 Uhr, in der Stadtkirche stattfinden soll mit folgender Tagesordnung:
1. Jahresbericht des Kirchenvorstandes über den kirchlichen und sittlichen Zustand unserer Gemeinde im Jahre 1882.
2. Der Voranschlag der evangel. Kirche für das Rechnungsjahr 1884/85.
3. Die Beleuchtung unserer Stadtkirche.
4. Ersatzwahl eines Mitglieds deS Kirchenvorstandes an Stelle des an: 6. December l. I. verstorbenen Herrn Schneidermeisters Louis Pimper.
Betreffs der gesetzlichen Erfordernisse der Wählbarkeit wird auf die §§ 13, 18 und 38 des Kirchenverfaffungs-Edikts hingewiesen. 8242
Gießen, den 14. December 1883.
Der Vorsitzende des Kirchenvorstandes:
Dr. Naumann, 1. Pfarrer.
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weil der Angeklagte trotz deS Widerspruchs von Mitreisenden in einem durch eine Tafel als für Nichtraucher bestimmten Couvä geraucht habe. Auch daS Singen unanständiger Lieder in einem Coupö hat Veranlassung gegeben, daß zwei Reisende vom Schöffengericht zu Hagen zu je 4 Tagen Gefängniß verurtheilt wurden.
— sDer dreijährige Kain^ Der „Soleil" erzählt aus Paris eine Ktndergeschichte so tragischer Natur, daß man wünschen möchte, sie wäre erfunden. Em dreijähriger Knabe, erzählt das genannte Blatt, hat aus Eifersucht gegen seinen anderthalbjährigen Bruder, der von der Mutter bevorzugt wurde, diesem mit einem Messer mehrere Stiche versetzr. Er versteckte dann das Messer hinter einem Koffer und als der Vater nach dem Kinde fragte, gab er seinem biblischen Vorbilde entsprechend zur Antwort, daß er ja nicht beauftragt war, über seinen Bruder zu wachen; derselbe sei über die Stiege gefallen. Etwas schärfer ins Verhör genommen, gestand er endlich seine abscheuliche That ein.
— ^Amerikanisches.^ In Newyork verbreitete sich jüngst die Kunde, vaß ein junges Mävchen am Tage nach ihrer Hochzeit ihr Clav er ve kaust habe, um für daS Geld eine Nähmaschine und Stoff zum Hemdennähm für sich und ihren Mann anzuschaffen. Wenige Wochen später waren auch ihre vier Schwestern theils verlobt, theilS schon verheirathet.
— sOhne Jagdscheins Zwei Jäger im Dorfe .... leben begeben sich — so erzählt Schorer's „Famtlienbl." — auf die Hasenjagd; der eine hatte einen Jagdschein, der andere nicht; aber verabredet batten sie sich und das war nützlich. Sie waren noch nicht weit gekommen, als das Auge des Gesetzes, der Gendarm, erschien und nach den Jagdscheinen fragte. Sofort begann der eine Jäger Fersengeld zu geben, amts- eifrtg folgt dem Delinquenten der Hüter der öffentlichen Ordnung und die Menschenjagd beginnt, bis beide erschöpft stille stehen. Die Pause benutzt der Jäger, nähert sich furchtlos dem behelmten CerberuS und zeigt ihm seinen Jagdschein. „Herr, wollen Sie mich zum Narren haben?" braust der Gendarm zornig auf, „warum sind Sie denn fortgelaufen?" — „Ich wollte mir nur eine Motion machen." — „Alberne Ausrede! Wo ist denn Ihr Jagdgenosse?" — Jetzt ging dem Hüter ein Licht auf, der war verschwunden und hatte sich schon so weit nach rückwärts concentrirt, daß ein Nachsetzen fruchtlos erschien. Der Gendarm hat sich jetzt vorgenommen, bet ähnlichen Fällen zuerst den Nichtausreißer zu visitiren.
— [@itt verbrannter „blinder Passagier s In einem der Kohlenmagaztne des Damvfers „Baltic" (von der White Star Linie) fand man das Skelett eines Mannes, der sich dort wahrscheinlich verborgen hatte, um billig als „blinder Passagier" in die „neue Welt" zu kommen.
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