Ausgabe 
16.9.1883 Erstes Blatt
 
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Niederschläge.

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Der Großh. Heff. Civil-Commissar. (gez.) Dr. Braden, Großherzoglicher Kreisrath.

*) AuS Dr. SJ. Doerjierä Wett abgeschlossen am 15. August «Verlag d:: Preis 1 JL). Nachdruck verboten.

Der König!- Preuß. Civil-Commissar. sgez.) Stumpfs, Königlicher Regierungsrath.

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Telegraphische Depeschen. Wolff'« telcgr. Correspondenz-Buveau.

Merseburg, 14. September. Se. Mas. der Kaiser verließ heute Vor­mittag kurz nach 9 Uhr die Stadt, um die Parade über das 4. Armee-Corps abzuhalten; die Dörfer, welche der kaiserliche Wagen passirte, waren alle festlich geschmückt. In Groß-Kayna stieg Se. Majestät zu Pferde, begrüßte zunächst Vie anwesenden Fürstlichkeiten und die fremdherrlichen Ofstciere, welche auf Dem rechten Flügel der Parade Stellung sanden, und ritt sodann die Fronten ab. Der Vorbeimarsch begann um 10 Uhr 45 Min. Aus dem Wege zu dem Punkte wo Se. Majestät die Truppen vorüberDepliren ließ, nahm Allerhöchst- der elbe den Rapport des Generalmajors v. Köthen, des Führers der Krieger- vereine entgegen. Der Parademarsch währte bis 12 V- Uhr. Die fürstlichen Chess führten Sr. Maj. dem Kaiser ihre Regimenter vor. Prinz Wilhelm befand sich im Stabe des Generals v. Blumenthal. Se. Majestät svrach seine Allerhöchste Befriedigung über die Parade aus und ritt sodann die Fronten der etwa 300 Kriegervereine ab, wobei Allerhöchstderselbe mete Mitglieder derselben durch Ansprachen auszeichnete. Se. Majestät wurde überall mit begeisterten Zurusen begrüßt und kehrte um 2 Uhr zur Stadt zurück.

Wittenberg, 14. September. Die Versammlung des Luthertags be­schloß aus den Vorschlag ihres Präsidiums einstimmig, folgendes Telegramm an Se. Maj. den Kaiser abzusenden: . . . ~ o

Ew. K. K. Majestät sagen roir für die durch Se. K. K. Hoheit den Kronprinzen in Allerhöchstihrer Vertretung uns überbrachte huldreiche Botschaft, die uns zu dem Wittenberger Luthertag begrüßt hat, unseren ehrfurchtsvollen Dank und geloben vor Christo, dem Haupt und Herrn der Kirche, aus s Neue, an dem Bekenntniß unserer theueren evangelischen Kirche im Geist und Glauben unseres großen Reformators unverrückt zu halten und mit der Hülse von Oben den Beweis des Geistes und der Kraft weder in der Kirche, noch im Vater­lande schuldig zu bleiben. Das Präsidium des Wittenberger Luthertags.

Den Schluß der gestrigen Feier bildete eine glänzende Illumination der Stadt, die fick bis in die entlegensten Straßen erstreckte. Der Marktplatz mit dem Rathhause und den Standbildern der Reformatoren war besonders festlich beleuchtet. Der heutige zweite Festtag ist wie der gestrige vom herrlich­sten Wetter begünstigt. In der Stadtkirche finden Vorträge und Verhandlungen

berufenen Beamten und insbesondere den Gendarmen ist allgemein unter Hin­weisung auf die verschiedenen Landes-, Feld- und Forst-Polizei-Gesetze die pflichtmäßige Handhabung der Aufsicht anbefohlen.

Zur Unterstützung der Landgendarmen bei der Wahrnehmung des Polizei­dienstes sind zur Bildung von Gendarmerie-Patrouillen Mannschaften der Kavallerie commandirt, welche als besonderes Abzeichen einen Ringkragen von weißem Metall tragen, auf welchem sich zwei heraldische Adler in Gelb be­finden.

Homburg v. d. Höhe den 10. September 1883.

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von dem Paradeterrain und überdies nach den Umständen des Falles die in den allgemeinen Gesetzen begründeten Strafen zur Folge haben müßen. Zu der eiaenen Einsicht des Publikums hegen roir indessen das volle Vertrauen, daß dasselbe seinerseits schon zur Aufrechthaltung der Ordnung beitragen, und den Anordnungen der Behörden, sowie den Belehrungen und Anweisungen der dienstthuenden Executiv-Organe willig nachkommen werde, damit Ordnungs- widriakeiten Störungen des Verkehrs und namentlich auch Unglucksfalle, wie sie sonst bei dem voraussichtlich starken Andrange von Zuschauern immerhin im Bereiche der Möglichkeit liegen würden, gänzlich verhütet bleiben.

Nicht minder läßt sich erwarten, daß allseitig von dem Publikum auf dem Manöver- und Paradefelde daraus Bedacht genommen werden wird von den Fluren jede Beschädigung fern zu halten. Den zum Feld- und Horstschutz

Deutschland.

Berlin, 13. September. DieNordd. Allg. Ztg." sagt gegenüber den Auslassungen Wiener und Berliner Zeitungen, welche behauptet halten, daß die Mächte wegen Bulgariens gegen Rußland sehr aufgebracht sewn: Wir consta- Hren daß in maßgebenden Kreisen von einem Aufgebrachtsem gegen Rußland Nichts zu verspüren ist. In Wien, Berlin und Rom ist der Wunsch vorherr­schend, mit Rußland in Frieden zu leben, keine der Machte hat em Interesse am Kriege man hat von Rußland Nichts zu verlangen, Nichts zu wünschen; wegen der Vorgänge in Bulgarien ist von keiner Seite, nicht. einmal von der Pforte Klage geführt worden. Das Aufgebrachtsein gegen Rußland besteht also

stand mehrfach zur Sprache gebracht. Ein dem jetzigen ^"5mtssionsverfahren an- haftendes Hauptübel wird vielfach indem Princip gefunden, daß der Regel nach der Zuschlag dem Mindestfordernden zu ertheilen ist. In Folge des Zuschlags an den Mindestfordernden haben oft erhebliche Nachforderungen bewilligt werden müssen well die Qualität der Lieferungen eine schlechte war. Wetter hat man sich mehrfach darüber beschwert, daß die Submissionsbedingungen der preußischen Staatsverwaltungen zu­weilen Bestimmungen enthielten, die gar nicht imt£. zu halten seien, daß ferner unter den technischen Behörden ost Personen maßgebend seien, welche nicht genügende^Kennt­nisse hätten, um die gelieferten Gegenstände gehörig beurthestcn zu können, und daß oft DieLieferanten durch hohe Conventionalstrafen, welche dte Verwaltung auferlege schwer aeschädtgt würden. Das Bedürfniß einer Neuordnung des öffentlichen Submissions- Wesens unterließt hiernach keinem Zweifel und wird auch Seitens der preußischen Staatsregierung anerkannt. Die üb?r das öffentliche Submissionsverfahren erhobenen Klagen haben dem Vernehmen nach zu Verhandlungen zwischen den dethnlgten Ministerien geführt und es sind bereits gutachtliche Berichte der P^vinzialbehorden eingegangem Wie c5 hecht, wird an maßgebender Stelle auch der seitens der Dele- girttnkonfercnz deutscher Gewerbekammern am 4. Juni ds. Js. gefaßten Resolution Beachtung geschenkt:die beschaffnden Behörden durch eine zweckmäßige Organisation zu estier selbstständigeren Berücksichtigung des Beschaffungszweckes und planmäßigen Abwechslung in der Vergebungsmethode zu befähigen, insbesondere durch> periodische oder ständige Berufung einer gemischten Commission für regelmaßige Reoision des Verfahrens und der Submissionsschemate Sorge zu tragen und die Akkordirung der Arbeiten damit zu erleichtern durch Niedersetzung von Schiedsgerichten und gemischten Uebernahmecommissionen, Einrichtung von Materialprüfungsanstalten, ^^esmaßige Auf­stellung von Preistabellen und Concentration des Jnformirungswesens über Leistungs­fähigkeit und Vertrauenswürdigkeit der Submittenten- Äe preußische Staatsregierung ist auch der Frage näher getreten, ob sich eine gesetzliche Regelung des öffentlichen Sub­missionswesens empfehlen würde.

Afrika.

Rom, 14. September. Die Curie wird Mitte Oktober die in den vatikanischen Archiven bestndlichen, Luther betreffenden Dokumente veröffentlichen als' Gegendemon­stration zu der Lutherfeter in Deutschland. Die Dokumente enthalten alle Berichte der Nuntien Deutschlands und Oesterreichs über Luther's reformatorische Handlungen, des en Hetrath rc- Sie sind daher vom vatikanischen Standpunkt aus wichtig. (F. Z )

öt.

über die kirchlichen Ausgaben der Gegenwart statt. Das Fest ist auch heute sehr zahlreich besucht.

Bonn, 14. September. Der Professor der Rechte an der hiesigen Universität, Geh. Justizrath v. Stintzing, hat nach einem aus Oberstdorf bei Sonthofen in Bayern eingegangenen Telegramm durch einen Unglückssall dai Leben eingebüßt. , , rr .

Stade, 14. September. Nach den über die Reichstags-Ersatzwahl un 19 Hannoverischen Wahlkreise (Neuhaus-Otterndors) vorliegenden Meldungen sind bis jetzt für Hottendorf (nat.-lib.) 3945, für Cronemeyer (Fortschr.) 31o5, für Klenck (Welfe) 756, für Oehme (Soc.) 241 Stimmen abgegeben. An« 30 Wahlbezirken liegt das Wahlergebniß noch nicht vor. .

München, 14. September. Die Regierung hat den Antrag der Map rität, in den Noch bestehenden beiden Simultanschulen katholische Parallelklassrn einzurichten, abgelehnt. r

London, 14. Septbr. DasReuter'sche Bureau" meldet aus Hong­kong von heute: Bei Phonhai zwischen Hanoi und Sontay hat zwischen Den französischen Truppen und den Streitkräften derSchwarzen Flagge" ein fecht stattgefunden, das 8 Stunden dauerte. Die Verluste der Franzosen m Tobten und Verwundeten werden aus 2 Osficiere und 50 Mann, diejenigen derSchwarzen Flagge" aus 500 bis 600 Mann angeschlagen. Nach einer weiterenReuter'schen Meldung" aus Shanghai von heute sollen in Folge non Aufreizung durch einedie weiße Lllie" genannte geheime Gesellschaft tn Wuchang Ruhestörungen stattgesunden, haben. Ein englischer Justizbeamter te giebt sich nach Canton, der französische Gesandte und der englische Gouverneur in Hongkong sind nach Peking ab gereift.

Newiiork, 14. September. Em- Depesche desN-wyoik v-rald" über bw jüngste Ges'chi der Franzosen in Toi'gking besagt: Nach amtlichen sranzosist-n Quellen seien die Franzosen am 1. September bis Palan, etwa zwols M-llen w« Sontay, oorgerüdt und hätten nach dreilagigem Kamps- die Poswonen der »SchlvatZiN Flaggen" mit dem Bayonnet genommen. Der französische Verlust betrag 2 DfffcifK und 14 Mann tobt, 3 Osfielere und 40 Mann verwundet. Die schwarzen Fla«ga> verloren 500 Todte und 2 Geschütze. General Bauet zog sich nach Hanoi zurück m Verstärkungen abzuwarten und ließ 300 Mann zur Besetzung der den schwären gl-M° weggenommenen Position zurück.

Lokal«».

Gießen, 15. September. Samstag den 22. l. Mts., Vormittags 9'/- Ilsi findet eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses des Kreises Gießen statt. W kommen zur Verhandlung: _

1. Klage der Gemeinde Lumda gegen den Vogelsberger Bergwerksverein u)^, Unterhaltung des sogen. Lumwegs. . M

2. Recurs des Bildhauers Wilhelm Barthel und Anderen dahier gegen ein» Polizeibefehl betr. Reinhaltung des Chausseegrabens rechts der Grünverz-r

3. Desgl'. des Maschinenmeisters Daudt dahier betr. Aufräumen desChaus" grabens in der Frankfurterstraße. ..

4. Ansinnen des Großh Kieisamls Gießen an die Gemeinde Muschenhetm w Aufbringung von Kosten, zur Räumung der Wetter.

Gietzen, 15. September. Gestern Abend zwischen 7 und 9 Uhr tobte unserer Stadt und Umgebung ein ganz fürchterliches Unwetter. Der ganze Hmn war fast ohne Pause durch grelle Blitze erhellt, wahrend fortwährendes Rolleniv Donners diese phänomenale Naturerscheinung begleitete. Wir erinnern uns nld?L . ein so lange anhaltendes Blitzen erlebt zu haben. E'n wolkenbruchartiger Regen, bunden mit Hagel, setzte theilweise die Straßen unter Wasser. Hoff-ntlich wlro o. y Unwetter der'Ernte keinen Schaden zugefügt haben.

Vermischtes.

Darmstadt, 13. September. Die Trauung der Prinzessin Victoria von Hl^ mit dem Prinzen Ludwig von Battenberg wird im Laufe des Herbstes m Komg» Schlosse in Windsor stattfinden. Die Königin Viktoria wird wahrschernlich etwas von Schottland zurückkehren, um der Hochzeit belzuwohnen.

Reiskirchen, 14. September. Bei der gestern dahier statt gehabten meisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Herr Heinrich hunger l . 89 Stimmen einstimmig wiedergewahlt. .Eine auch hier vorhandene sch ch^ vartei zog es vor, nachdem sie schon bei der Utz en Gememderathswahl ekie flrün Niederlage erlitten hatte, diesmal von der Wahl ganz bleiben, tmofl

in jeder Hinsicht bewährten Manne noch recht lange vergönnt seinl, in. mme sicher und geistiger Frische das nun zum vierten Male rhm übertragene A i Segen der Gemeinde zu verwalten.

Witterungskunde/) 1

16. September. Sonntag. Frühmorgens wohl sonnigunds ruh g, heraufziehende Ballen, die Mittags zur Bedeckung..führen. Mittagsm sch^k an den Küsten bis zu Sturm; Nachmittags bester, ortsich aufgehellert zu lw Abend, Nachts Niederschläge. c Ä, s

17. September. Montag. Nach Westen zu ^morgens sann a, na« trüber; Morgens herausztehenbe weiße und bunkle Ballen bis zur ^^uf49l5ge. Zik ntcht ohne Ntederschläge, Nachmittags ausgeb-siert bis gut. Nachts N'-d-r,w Allgemeinen noch zeitweise wtnbig unb besonbertz Morgens verSnberltch

® 18. September. Dienstag. *

über wolkig, Mittags brohenb bet aufgeirtschtern Wind, N^'^^Nordax herbstlich angenehm, namentlich nach Osten zu. 3m Allgemein mehr theils heiter, lhetls nebelig, nach Süden zu an den prognostmnen ä

Gefundene Gegenstände:

1 Pincenez, 1 Leitriemen, 1 goldener Ohrring, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken. Gietzen den 15. September 1883. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

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