Sonntag den 16. September
Drittes Blatt
Kk. 214
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
vareaur Schulstraße 7.
Erscheint täglich mit Ausnahme deL Ms«tagS.
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Gießen, den 14. September 1883.
Aus b«r Fluth kleinerer Schriften empfehlen wir als die besten:
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gewähren u. dgl. m.
Die Gouverneure haben von Allen dem Kenntniß — zur
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. Unter solchen Umständen ist es natürlich sehr leicht mög-
Erlöschen sich befindende Epidemie stets neue Nahrung findet,
riTtfö Zum Luthersubiläum.
AuS Anlaß des am 10. November d. I. ftattfindenden 4OOjährigen Geburtstags Mer's ist eine geradezu unabsehbare Fluth von Lutherschrtften erschienen, gute und ?-bor rvi-dDU Aechte, echte und unechte durcheinander. Daß so viel über Luther geschrieben wird, 'ßrpeb' b'' ~ an un& iür sich höchst erfreulich. Denn wenn das Andenken an ihn uns recht zum
mr iiifl dergereichen soll, so muß das evangelische Volk ihn auch recht kennen
Daß so viel über Luther geschrieben wird,
PreiO vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. tntt Bringer! ohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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ion den dortigen (egyptischen) Behörden nicht mit Energie auf stete und prompte Durchführung verschiedener sanitärer Maßregeln gehalten werden wird. Es ist kaum •löübltd), aber wahr, daß in den dttlstädten, deren Wasserversorgung durch den Nil -'sorgt wird, auch nicht das Geringste geschieht, s.-lbst jetzt noch nicht, um das Wasser M einigermaßen von den gröbsten Unreinlichkeiten fernzuhalt n. Tie meisten Kadaver ! Mener Last- und Hausthtere werden nach Abzug des Felles in den Fluß geworfen. 1 den seichteren Stellen, wo das Trinkwossir geschöpft wird, wurden Thiere zur
Da tft zuerst ein: „Dr. M- Luther in Wort und Bild", von C. Evers, geziert mit den berühmten Stahlstichen von Professor Schwerdgeburth in Weimar. (Leipzig bet Uhlig, groß Quartformat, 12 Mark). Dann: „Luther's Geistliche Lieder" von Albert Fischer, mit den schönen Randzeichnungen von G. König. (Gütersloh bet Bertelsmann, 12 Mark )
2. Das „Lutherbüchlein" von Bernhard Rogge (Leipzig bei Reichardts, 40 Pf.).
3. Julius Disselhof: Jubelbüchlein zu Dr. Martin Luther's 4OOjährigem Geburtstag (Kaiserswerth, Dtaconissen-Anftalt). Für nur 30 Pf. bietet es auf 120 Seiten ein ganz vortreffliches Lutherleben mit einer Fülle interessanter Bilder.
4. Otto Zuck: Dr. Martin Luther (Bernburg und Leipzig bet Bacmeister 20 Pf.).
5. N. Fries: Martin Luther (Berlin, Fr. Schulze's Verlag. 64 S. 15 Pf.).
Von Rechts wegen sollten aber neben Luthers Leben auch Luthers Schriften, die leider nur zu wenig gekannt sind und in denen doch der ganze Mann lebt, gelesen werden.
Da hat, neben jener großen Ausgabe der Lutherlteder, K. Gerok eine kleine Ausgabe derselben unter dem Titel: Die Wittenberger Nachtigall (Stuttgart bei Krabbe, 2 Mark) erscheinen lassen. Möchten Luthers kraftvolle Lieder, von Gerok mit poetischem Worte eingeführt, in vielen evangelischen Häusern Eingang finden.
Eine tresfliche Auswahl von Luther's Schriften gtebt: I. Delius (Gotha bei F. A. Pertbes, geb. 2,40 Mark).
Bei Wiegand und Grieben in Berlin ist ein Neuabdruck von Luthers: Haus- p o stille (3.75 Mark) zu haben.
Eines oder das andere dieser Schriften sollte am Lutherfeste in keinem evangelischen Hause fehlen.
Wer's vermag, sollte sich auch mit einer der kleineren Broschüre wcht begnügen, sondern zu einem ausgeführten Buche greifen. Denn wahrlich, Luther's Bild voll Geist und Glauben lebendig im Herzen tragen, kann in unserer Zeit, der so große und ernste Aufgaben gestellt sind, unserem Volke nur zum Gewinn gereichen. Daß das geschehen möge, ist mit allen treuen Freunden unseres evangelischen Volkes unser herzlicher Wunsch.
Gießen, den 14. September 1883.
Dr. Naumann. Schlosser. Dingeldey.
Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Bookman n.
pm, VvWp Denn wenn das Andenken an ihn uns recht zum
gereichen soll, so muß das evangelische Volk ihn auch recht kennen rrnen. nicht nur so von einer Seite, wie ihn diese oder jene Partei sich ausmalt, Wern den ganzen Luther, wie er leibt und lebt.
Wir haben da gar nicht nöthig, etwas zu verduckeln oder zu ^rsch weigen, und unsere protestantische Geschichtswissenschaft mit dem ernsten Wahr- Wsmn, der ihr eigen ist, thät's auch nimmermehr. Der Luther tft uns eben kein Eiliger, sondern ein Mensch, und bei Menschen gilt's halt immer: Wo viel Licht 5 da fehlt auch der Schatten nicht. Unser Herr Gott hat ja wohl gewußt, was er ?/in Werkzeug gebrauchte, und daß auf einen groben Klotz je zuweilen ein grober M gehört. Da kann man denn freilich, wenn man recht bösen Willen hat und ein W aus lauter Schatten zeichnet, aus lauter „Worten Luther's und seiner Freunde" Lutherbild zusammenbringen, vor dem einem graust. Aber — das hat schon in den !iW6er Jahren ein gescheiter Mann nachgewiesen — auf diese Manier kann
Aber, wie schon gesagt, es wird auch vieles über Luther gedruckt, das Schund 1 °2?cr 0flr Gift. Es versteht's eben auch nicht jeder, über so einen Mann zu Netiben. Dazu mutz man etwas von seinem Geiste in sich haben. Da erhebt sich die RH: Was soll ich lesen, was kaufen? Und weil diese Frage schon so Manchesmal an die Unterzeichneten gerichtet worden ist, so möchten sie sich erlauben, MM Rath dafür zu geben.
Ein Werk ersten Ranges von anerkannt wissenschaftlicher Bedeutung ist das M von Dr. Julius Köstlin, Professor in Halle: „Martin Luther. Sein Leben W leine Schriften", das jetzt in 2. Auflage in Elberfeld bei Friederichs erschienen ist. J? Wt zwei Bände und kostet 12 Mark. Wer Zeit und Geld dafür hat, der mag sich W Luch ansckaffen. Ohne die schwere wissenschaftliche Waffenrüstung, dafür aber oi«, schönen und merkwürdigen Bildern geziert ist das Buch unter dem Titel: fflru Ab en" bet Fues in Leipzig für 10 Mark zu haben. Für Leute mit wobl- MUtem Geldbeutel wollen wie gleich noch einige Prachtwerke anfügen, die sich be- zu G-sch-nk-n Im Lutheijahre eignen.
— sDer Hungertod eines „blinden Passagiers.") Einen schrecklichen Tod erlitt ein unbekannter Mann, der sich im Hamburger Hafen in den Laderaum des Dampfers „Professor Woermann", Capt. I. Meinertz, etngeschlichen hatte. Es geht dem „Hamb. Fremdenbl." über diesen traurigen Fall folgende nähere Mtttheilung zu, die zu gleicher Zett als Warnung für alle Diejenigen gelten dürfte, die die Absicht haben, als foger. „blinde Passagiere" eine freie Ueberfahrt nach England oder gar Amerika zu gewinnen. Am 28. Juli d. I., Nachmittags 2 Uhr, wurde unweit Little Popo, an der Westküste Afrikas, in 6° 10' nördl. Breite und 1° 30' öftl. Länge beim Aufräumen des Laderaums auf dem „Professor Woermann" im untersten Raume eine männliche Leiche gefunden, deren Persönlichkeit Niemandem bekannt war. Das Alterndes Verstorbenen kann ungefähr auf 20 Jahre taxlrt werden, seine Körperlänge beträgt 5 Fuß 8 Zoll. AuS der Lage der Leiche und der näheren Umgebung ging hervor, daß der lebendig Begrabene eine Zeit lang In seinem Grabe noch gelebt haben muß. Er hatte genügenden Raum, um sich etwas zu bewegen. Mehrere der nächstliegenden Kisten, in welchen sich Flaschen mit Old Tom Genevre befanden waren erbrochen und einige Flaschen waren offenbar von dem Unglücklichen ausgetrunken worden. Als Nahrung für einige Zeit diente dem Manne ein Schinken, dessen Knochenreste sich noch vorgefunden haben. Offenbar hat sich der Verstorbene hier im Hafen eingeschlichen. um eine srete Reife nach England zu machen, denn, wenn er gewußt, daß das Schiff nach Afrika designirt war, wäre er wohl kaum zu dem Entschlüsse, sich verstauen zu lassen, gekommen. Da Niemand von der Schiffsmannschaft den Verstorbenen kennt, so ist es ausgeschlossen, daß derselbe ein Schiffsarbeiter ist, welcher einem bösen Zufall sein trauriges Geschick verdankt, etwa dadurch, daß er im Raume eingeschlafen ist und von der übrigen Lade- mannschaft nicht bemerkt wurde. Ohne Zweifel erlitt der Ung ückliche einen schreck lichen Tod durch Hungern und Erstickung, vielleicht auch zog er es in den letzten Augenblicken vor, sich völlig zu berauschen und in diesem Zustande den Tod zu erwarten. Die Feder sträubt sich, die Situation des armen Menschen auszumalen, der sicherlich von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag mit tödtlicher Angst erwartete, daß sich endlich das Geräusch des Ausladens bemerkbar mache. — Der Hamburger Polizei ist natürlich der schreckliche Vorfall bekannt gegeben worden und wird es vielleicht möglich fein, den Verstorbenen zu identificiren. t c 3 r Ir
— Eine drastisch-komische Standchenepisode erzählt uns ein Mitarbeiter wie folgt: Ein Ehemann, dessen Frau den Herrn im Hause spielte, hatte einen Männer- Gesangverein bewogen, seiner Gattin zum Geburtstage ein Abendständchen zu bringen. Die Sänger stellten sich also unter den betreffenden Fenstern auf und begannen denn auch mit dem unvermeidlichen: „Das ist der Tag des Herrn!" Die Frau eilte entrüstet an's Fenster und rief hinab : „Was wollt Ihr? Wollt Ihr mich uzen? Warum
Den Bedürfnissen der meisten nach einer ausführlicheren Lutherbiographie entspricht tine besser als die schon in dritter Auflage erschienene von Dr. Carl Burk (Stuttgart bei Karl Krabbe. 342 S. Elegant gebunden 4 Mark), die auf gründlichen ©tubnn ruhend und dem gegenwärtigen Stande der Wissenschaft entsprechend in edler volksthümlichtr Sprache das Bild des großen Reformators zeichnet.
Etwas ganz eigenartiges tft: „Dr. Martin Luther's Leben" von Luther's Freund Schüler, Magister Johann Matthestus in Predigten geschildert und jetzt herausgeg'ben. (Berlin bei Wiegand und Grieben. 326 S-, geb. 1,75 Mark).
1. „Bilder aus Dr. Martin Luthers Leben" von E. Fromme! (Bielefeld Velhagen und Klasing, mit Farbendruckbild und 34 guten Holzschnitten, 50 Pf), das so frisch und volkslhümlich geschrieben ist, wie eben nur Fromme! schreiben kann.
Berlin, 11. September. Der an Stelle von Dr. Schulze-Delitzsch zum Anwalt der Genossenschaften erwählte Dr. Fr. Schenck zu Wiesbaden hat die Berufung i,genommen und fein Amt mit folgender Ansprache an die Genossenschaften an- flttrefen:
„Von dem 24 Allgemeinen DereinStag zum Anwalt der deutschen Genossenschaften hülfen, zeige ich Ihnen an, daß ich die Geschäfte Übernommen habe, und begrüße Sie öl§ Ihr Anwalt. Ich bin in das mir übertragene Ehrenamt mit dem ernstlichen Men eingetreten, den wahren Interessen der deutschen Genoffenschasten und deren Mglieder nvine ganze Kraft zu widmen und mir Ihr Vertrauen für olle Zeit zu er- hslten. Gewähren Sie mir olle — und ein Jeder an seiner Stelle — Ihre Unters Kühling in meinem redlichen Streben, dann wird es uns gelingen, das große deutsche K nsssenschastswetk zu festigen, fortzuiühren und weiter auszubilden, zum bleibenden
Zwar ist dem neuen Anwalt die Hebetftebelung nach Berlin oder Potsdam zur Wicht gemacht, da dieselbe sich aber nicht so schnell bewirken läßt, so sind die Vereine Men worden, alle für die Anwaltschaft bestimmten Briefe dis auf Weiteres nach Wiesbaden zu finden.
Nr. 22 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 11. d. M., enthält:
(Nr. 1516.) Auslieferungsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem orientalischen Freistaat Uruguay. Vom 12. Februar 1880.
Nr. 23 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 13. d. M., enthält:
(Nr. 1517.) Gesetz, betreffend die Ertheilung der Indemnität für die durch die Bekanntmachung vom 9. August 1883 angeordneten Zollermäßi- gungen, sowie die Verallgemeinerung der Zollermäßigungen in den Tarifen A zu dem deutsch-italienischen und dem deutsch-spanischen Handels- und Schifffahrtsmirage. Vom 10. September 1883.
hnung im i. Stocks
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8 Jl11.Q u 3 jedem ehrlichen Manne ein Scheusal machen. Und es soll's w L keiner glauben, daß sich das evangelische Volk dadurch seinen Luther rauben läßt. Ser ollen Menschlichkeiten, die unserem Luther anhaften, fühlt es den warmen Herz-
rburger-Straße 2k rj; mmer mit allem M heil, zu vermiethU ■
odjoemme geführt, selbst die Kleider der Cholera-Leichen gewaschen. Auf den Märkten ?"den in großer Menge Wassermelonen, zum großen Theil verdorben, und Räucher- zÄn-tten ^e (Häringe), aber vielfach In Fäulniß übergegangen, ohne Controle feilgeboten.
Äs.^mjlie zuv^ i ^ie auf den Kirchhöfen zur Abhaltung der nach arabischer Sitte auf den Gräbern FranksuE. -tienden Angehörigen der Gestorbenen aufgestellten Wächter lassen sich durch Bestech- - aller Art verleiten, den Angehörigen zu den nicht tief vergrabenen Leichen Zutritt
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Parterre-U^ Wur Geists' Blethen und am 1 (;?'
— Alle Nachrichten au8 Egypten stimmen darin überein, daß die Cholera- Spibemie abzunehmen beginnt und in Kürze wohl erloschen sein wird. Es dürfte von [nuimuuiv-, o........ i, ^oßem Jntertsse fein, zu erfahren, daß die sich mtt der Erforschung des Cholera-
uckstuhl Il.Astel-' 'ams beschäftigende französische Expertenkommission bereits an Pasteur telegraphirt ■ 1 lit, daß sie dem Cholerapilz auf der Spur fei, auch der griechische Arzt hat bet seinen iliitersuchungen von Cholerakranken, bei denen er sich streng an das Koch'sche Per- 'obren hielt, Bacillen entdeckt. Es unterliegt keinem Zwe fei, daß die deutsche Com- Won sicherlich, wenn em Bacillus da sein wird, denselben entdecken und genauer Untren wird. Ferner stimmen alle Berichte von Aerzten und Laien darin überein, tof) eine Gefahr von Wiederauftreten der Seuche stets vorhanden fein wirb, so lange
iimin? MoniordM' l Silken an unfern großen Meister Dr. Schulze-Delitzsch, zum Wohle der Menschheit SeuSfr’? * »u Ehr.n und Frommen d-S V-terlandes."
er 11 beziehen Ömnr 4ft dem n»»en 91 nmnTf die UederNedeluna nnrfi Rerltn ader NntsdliM lur
Reiber, BahnM»
lequemhdjj • Uhilfe geschieht aber nichts.
\t ^ÄinbergtG ba6 die bereits im Erli.....
fleisab^-^-7^ atnn nicht ein internationaler Gesundheitsrath ernstlich einschreitet.
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