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Hierdurch würde auch doS Brd-nk«n vermieden werben, doß die geschaffenen Räume etwa selbst einer neuerlichen Hochwassergefahr anheimfallen könnten. Von Großh. Regierung sei daraus erwidert worden, daß Ba>ackendauten nur subsidär, d h. insoweit errichtet werden würden als anderweitige Räume nicht oder doch nicht rür den in Aussicht zu nehmenden längeren Zeitraum b<8 zur Wrederdewohnbarkcit der üderichwemmten Häuser zu Gebote ständen. Auch fei zu beachten, daß eine aUmweite DiSloctrung der unterzubringenden Personen von ihrer Heimstätte zweifellos auf große Schwierigkeiten stoßen würde. Aus diesem Grunde sei auch deren Unterbringung in ttrunlichstcr Räbe des UrberschwemmungSgedictS in Aussicht genommen, selbstverständ­lich in hochwasserfreier Lage und unter, wenn auch nur in provisorischer Weise er­folgender Schließung der gefahrdrohenden Dammbruchstellen Jrd nsollS solle aber die Errichtung von Barackenbaittcn, inne,bald deren übrigens für die einzelnen Familien getr nnte Abtdeilungen bergestellt werden würden, auf daS Nothwcndtgste beschrankt und bei den hierüber adzuschließenden Sonfroden demnächstige Zurücknahme deü Bau­materials durch die Erbauer zu angemessenem Preise auSdedungen werden.

Gegen die ferner in Aussicht genommenen technischen Veranstaltungen zur Ent­leerung der überschwemmten Gebiete von Wasser sei keinerlei Einwand erhoben worden. Dagegen sei bet diesem Anlosie Seitens deS Ausschusses betont worden, wie gerade die jüngsten Ereignisse von Neuem die hervorragende Wichtigkeit deS StrombauwescnS in unserem Lande und damit die Rotbwcndigkeil erwiesen hätten, einen in diesem Fache praktisch erfahrenen und erprobt n Techniker zu gewinnen, welchem die Bearbeitung dieses VerwaltungSzweigeS in der bautechnischen Abtheilung deü Großberzogl. Finanz­ministeriums zu übertragen wäre. (Schluß folgt.)

Berlin, 13. Januar. Reichstag Der Präsident theilt mit. daß der floifer die ReichStagSdeputation, welche den Dank für die Unterstützung der lleberschwemmien überbrachte, beute Mittag äußerst erfreut und huldreich empfangen und geäußert habe, auS der EinNimmipkett deS Beschlusses deS Reichstags, ihm danken zu lassen, folgere er. daß der Beschluß deS Reichstags so wie seine Bewilligung gemeint, nämlich HerzenS- 1 fache fei; für die Bewilligung des Dispositionsfonds, die »hm die Abdülfe von mancherlei Roth ermögliche. sei er dem Reich tage jcdeSmal dankbar. Der Kaiser bade sich bei den Mitgliedern der Deputation eingehend nach dem Umfang deS RothftandeS und der Lage der Beschädigten erkundigt und ihn (den Präsidenten) beauftragt, d m Reichstage für die Uebermittelung deS DankeS semerseits wiederum zu danken. Der Reichstag nahm sodann trotz deS Widerspruchs deS StaatSsecretärS Burchard den Antrag Büchtemann an, denaturirlen Talg nicht alS Palmilin zu behandeln. Ein fernerer Antrag. Talg und Palmöl, zur ©teannfabrifation bestimmt, zollfrei zu lassen, gebt an die Budgetcommission. daS Haus erledigte hierauf Wahlprüfungen nach den Com- missionSanträzcn. Die Wahl Lenzmann'S wurde für ungiUig erklärt.

Nächste Sitzung Donnerstag.

Wie verlautet, erklärte der Finanzminister, er halte die Licenzsteuer für noch nicht definitiv beseitigt Wenn man ober allseitig betone, daß fein Erlaß ohne Ersatz erfolgen soll und wenn für eine Deckung deS Ausfalls der vier untersten Steuerstufen durch die bereite bestehenden Steuererlässe sich eine überwältigende Majorität auSspreche, dann wolle er für seine Person d>m nicht entgegen sein, die Regierung könne dazu aber nicht die Initiative ergreifen. Die Beseitigung der vier unteisten Steuerstufen sei allerdings die Hauptsache und würde eventuell durch die Aushebung der früheren eteuer erläge erkauft werden müssen.

Der Reichsanzeiger meldet, das StaatSmin sterium habe die Wiederaufnahme der Staatsletstungr.n für den preußischen Antheil der Diöcese Olmütz vom 1 Oktober 1882 beschlossen.

Die JRorbb. Allg. Zig" fordert die deutschen Interessenten auf, bei der demnächst zusammentretenden tntcrndLonalin (Fommnfion die anläßlich der egyptts i en Wirren entstandenen Entschädigungsansprüche unverzüglich zu wahren- Rach dem Programm werde nur für direcle Verluste eine Entschädigung gewahrt Die Ansprüche gegen die durch die egyptischen Ereignisse zahlungsunfähig gewordenen egyptischcn Schuldner feien durch eine bet den internationalen Gerichtshöfen zu beantragenden Beschlagnahme der denselben etwa zujub.lligend»n E-tichäalgungen zu realisireu. Es empfehle sich möglichst unverzüglich im Wege b.r Ccssion eventuell durch Beschlag­nahme gegen die egyptischen Schuldner vorzugeben.

Karlsruhe, 13. Januar. Die Frau Grobherzogin hat sich heute nach Mannheim begeben, um von der Hülsslhätigkeit für die nothleidenden lieber» schwemmten persönlich Kenntniß zu nehmen. Die Rückkehr der Frau Großher­zogin hierher erfolgt heute Abend.

Der Eisenbahnverkehr zwischen Maxau und Winden und zwischen Maxau und Lauterburg wird am 16. d. MtS. wieder beginnen, ebenso der Verkehr auf der unfahrbar gewesenen Strecke Steinen-Maulburg der Wiesenthal- Bahn. Die bei dem badischen Landes-Eomitö eingegangenen Beträge zur Unterstützung der durch die Ueberschwemmung Beschädigten haben mit Einschluß der von Sr. Majestät dem Kaiser gewährten Hülfe 210,000 JL erreicht; die Sammlungen des Äkannheimer Comitös betragen 90,000 jl

Aesterreich.

Wien. 13. Januar. Nach einer Mittheüung der Abendblätter findet die Castalionsverhandlung in dem Ringtheater-Proceffe am 9. k. Mts. statt.

Pesth, 13. Januar. Die Donau ist 'eit gestern 31 Elm. gefallen, bei Neusatz ist dieselbe 17 Ctm. gestiegen, das Waffer erreichte daselbst das FestungS- Thor. Die Commumcation ist durch Treibeis gehindert. Aus Mohace-Zombor wirb gemeldet, daß das Hochwasser die Dämme durchbrach. Es sind Schutz­arbeiten im Gange und umfasiende Vorkehrungen zur Rettung von Menschen und bereu Habe getroffen.

Frankreich.

Paris, 13. Januar. In Folge des Todes Gamdetta's und Chancy'S richtete der Commandant des 10. Jägerbataillons folgenden Tagesbefehl an die Truppen:Das Vaterland ist in Trauer! Die beiden hohen Herzen, welche 1870 die Ehre Frankreichs retteten, haben gleichzeitig aufgehört zu schlagen. Gambetta und Chancy gehören zukünftig der Unsterblichkeit an. Schaaren wir uns eng um die nationale Fahne und rufen Denjenigen, welche uns über unsere Mißgeschicke infultiren möchten, aus voller Brust zu: Da stehen wir! Wagt es doch, uns anzugreifen!Gaulois" giebt zu, daß eine öffentliche Subscription für Die Überschwemmten in Elsaß-Lothringen diplomatische Necla- mationen herbeiführen konnte und schlägt daher einen SammlungS-ModuS vor, welcher einen mehr privaten Charakter tragen würde.Justice" undJntran- sigeant" erklären sich bereit, in jeder Weise mitzuwirken. Die leitenden republu kamschen Organe enthalten sich jedoch bis jetzt der Meinungsäußerung.

Bei Ueberführung der Leiche Gambetta'S nach Nizza hatten in Dijon, Maron, Lyon, Marseille die Behörden, sowie Vertreter der Korporationen am Bahnhose sich eingefunden, wo sie Kränze überreichten und ihre Trauer um Gambetta ausdrückten.

Für die Wittwe des Generals Ehancy soll von der Negierung die BewiÜMng einer Pension von 12,000 Frcs. beantragt werden.

Nizza, 13. Jan. Der Eisenbahnzug mit Gambetta'S Leiche ist heute früh 7'/, Uhr hier eingetroffen. Am Bahnhof erwarteten der Präsekt, der Maire und der Munizipalrath den Sarg, der alsbald von Feuerwehrmannschasten nach dem Aahuhoss-Saale getragen wurde, in welchem ein Trauer-Katafalk errichtet war. Tte Bevölkerung der Staot und Umgegend und zahlreiche Delegationen zogen im Lause des Vormittags vor dem Sarge vorüber. Die Beerdigung ist auf 1 Uhr Nachmittags festgesetzt.

Von allen Seiten strömt die Bevölkerung zu, um vor dem Sarge Gambetta'S vorüberzuziehen, auf der Rhede ist bas Evolutions-Gefchwaber vor Anker gegangen, die Mannschaften find an's Land gefetzt, um an dem Leichen- Zltge thellzunehmen; der Seepräfekt von Toulon, Admiral Peyron, wohnt dem Leichenbegängnisse ebenfalls bei.

Nizza, 13. Januar. Der Leichenzug Gambetta'S fetzte sich um 1 Uhr in Bewegung. Trotz des ungünstigen Wetters nahm eine sehr große Menschen­menge an dem Leichenbegänguiß Theil.

Ettgtand.

Dublin, 13. Januar. Gestern Abend wurden in mehreren hiesigen Stadtvierteln zahlreiche Verhaftungen vorgenommen, in den Wohnungen mehrerer der Verhafteten würben heute früh Waffen aufgefunden. Die Mehrzahl der Verhafteten besteht aus Arbeitern, unter denselben befindet sich indeß auch ein Munizipalrath.

"Die Zahl der hier Verhafteten einschließlich des Munizipalrathes Carei) beträgt 17. Die meisten Verhafteten sollen an einem Complot zur Ermordung mehrerer Der hiesigen Polizei-Offieianten theilgenowmen haben.

Der Munizipalrath und zwanzig andere Angeschuldigte wurden heute vor das Zuchtpolizeigericht gestellt unter der Anschuldigung, an einem Complote zur Ermordung mehrerer Polizei-Osficianten und Beamten theilgenonunen zu haben. Auf den Antrag des öffentlichen Anklägers wurde die Verhandlung auf 8 Tage vertagt.

Windsor, 13. Januar. Die Herzogin v. Connaught ist heute Mittag von einem Sohne entbunden worden.

Delgien.

Brüssel, 13. Januar. DerGazette" zufolge leidet der König an einem leichten gastrischeu Fieber, doch ist bereits Besserung confiatirt und fein Grund zu Besorgnissen vorhanden.

Alutien.

Rom, 13. Januar. Die Nachricht von der Entsendung einer italieni­schen Fregatte nach Tripolis wird von derAgenzia Stesani" für unrichtig erkl rt, ebenso unbegründet feien auch die Gerüchte, nach welchen Italien und Frankreich eine gemeinsame Aktion in Betreff der egyptischen Angelegenheit vereinbaren sollten.

Nußkand.

Petersburg, 13. Januar. Das Kaiserpaar fuhr nach der gestrigen Ankunst bivect nach der Kasan-Kathedrale und der Fesiungs-Kathebrale, alsdann in das Aniuchaw Palais. Heute findet großer Empfang im Winter-Palais statt. Der Kaiser verlieh dem katholischen Erzbischof FialkoWSki den Alexan- dernewski-Orben.

Amerika.

New - , 13. Jan. Die Zahl ber bei dem Hütelbranbe in Mil­

waukee uin's Leben gekommenen Personen beträgt nach den vorgenommenen weiteren Ermittelungen 82.

Telegraphische Depeschen.

Lvotff'ä trlcgr. Eorrespotrbeur'Bureau.

London, 14. Januar. Der Herzog unb die Herzogin von Edinburgh habeil ihre Abreise nach Berlin zur Theilnahme an der Silbernen Hochzeitsfeier Ihrer K. K. Hoheiten des Kronprinzen unb der Frau Kronprinzessin auf mor­gen Abend festgesetzt.

Rom, 14 Januar. Das gestern an der Triester Börse verbreitet gewesene Gerücht von einem Attentate auf den König Humbert entbehrt aller inib jeder Begründung.

Madrid, 14. Januar. In ber Provinz Murcia sind wieberholte Erberschütterungen wahrgenommen worden, es haben jedoch keine Beschädigungen stattgesuuden.

Petersburg, 15. Januar. ^Privat - Depesche). In Bernditscheff brannte in der Nacht zum Sonntag der Circus nieder. 300 Menschen sind dabei umgekommen.

Loka l e

** Gießen, 15. Januar. [Goncert.] Das Programm des gestrigen Concert- Veremsabends halte den auch für künftighin wünsch'nswerihen JBorjUfl sinnvoller Gliederung Ali der Spitze des ersien Theiltz eine Mozan'iche Symphonie und eine Syaiphon e muß unter allen Umstanden voranstehen; zum Schluß des ersten rhetls ein Concert für Violine nut Begleitung des Orchesters von Niels Gabe; zu Anfang des zweiten Theils eine Ouvertüre von Mendelssohn und dazwischen als Entremets Solovorträge für Gesang und Violine; das ist gerade so viel, als Jeder­mann gern hören wird und auch der Auswahl nach geeignet, vcrschtedena'tige Geschmacks­richtungen zu befriedigen.

Die Symphonie C-du- (Jupiter) von Mozart war in ihrer Ausführung gewiß für alle Hörer eme Quelle ungetrübten Genusses. Wenn auch Jupiter nicht in feiner ganzen Majestät dann thront, so schttnt er dafür in heiterer Selbstgenügsamkeit, um­lagert von allen Götte, n und bedient von den Grazien, auf eine Welt voll Schönheit, Frieden und Glück herabzuschauen-

D e oorzugswelse im Entrollen so klarer und durchsichtiger Gebilde geschickte Hand unseres Musikdirecto^S Herrn Adolph Felchner bewählte sich tn ber Aus­führung dieses Wnkes aufs Glänzendste. Der letzte der vier Sätze ist in feinem Aufbau ein unerreichtes Muster höchst kunstvoller, contrapunktlichrr Arbeit, dabei fließend unb schwungvoll und tn kraftvoller Energie de« musikalischen Ausdrucks unter den Mozart'sch-n Wetten fast einzig bnneb-nb Als saubere Detailarbett des Orchesters und auch in Rücksicht auf stimmungsvolle Wiedergabe verdient außer dem Finale namentlich das schöne Andante cantabile (zweiter Satz) hervoigehoben zu werden. Das ganze Werk wurde, von einer kaum bemerkbaren Unebenheit bei den Holzblase- inftrumenten abgesehen, mit Frische und Präcision «xecutirt.

Die EntttehungsgesLichte der Ouueiture zum Märchen vonber schönen Melusine" von Mendelssohn haben wir kürzlich tn diesem^ Blatte, wie sie ber Componist selbst in einem Briefe an feine Schwester Fanny erzählt, mitgethetli. In der Thai hat Menveltzfohn mit dieser Ouveitnre ein Werk geliefert, welches, um mit feinen Wo ten zu nben,cs mmenbig hat", ein Weik so zart unb duftig, wie bad Märchen selbst, dem cs seine Entstehung verdankt. Auch diese Nurnrnir wurde in vor­züglich gelungener Weise wiedergeg.-brn.

Fräulein Marianne Etßler aus Wien, eine Schülerin Lsonardtz, trug außer dem Gade'sch n Concert datz herrliche Adagio auS dem neunten Violinconc<rt von Spohr und Grande fantaisie militaire von Hubert Leonard vor, alle drei P dcen mit Begleitung dctz Orchesters. Die junge Dame bekundete eine brillante Technik unb überwand alle Schwierigkeiten mit v rtuosir Leichtigkeit Ihre Bogenführung ist äußerst elegant, der Ton. wenn auch gerade nicht sehr ft<v f und rn nk g, was füi eine Dame fein Vorwurf sein darf, doch utno und voll, weittragend und von einschmetchelndem