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feit der leitenden französischen Politiker im vollsten Maße in Anspruch. Augenblicklich ruht der Schwerpunkt des französisch-chinesischen Streitfalls wegen Anam in den Verhandlungen, welche in Paris zwischen dem Minister des Aus­wärtigen, Challemel-Lacour, und dem chinesischen Botschafter Marquis Tseng geführt werden. Die französische Regierung ist geneigt, die Souzeränetäts- Ansprüche Chinas auf Anam bis zu einem gewissen Grade zu respectiren, dabei will sie sich aber ihre Aktionsfreiheit in Tongking durchaus nicht einschränken lassen und die Vermittelung zwischen den Ansprüchen Frankreichs und Chinas ist daher eine sehr schwierige. Die Verhandlungen dürften durch den Umstand nicht gefördert werden, daß in Canton bereits Ausschreitungen des chinesischen Pöbels gegen Europäer vorgekommen sind, indem die Häuser mehrerer Aus­länder in Brand gesteckt wurden; die Europäer flüchteten auf die im Hafen liegenden Kriegsschiffe. Chinesische Soldaten stellten schließlich die Ruhe wieder her und von Hongkong langten zum Schutze der Ausländer drei Kanonenboote in Canton an. Was die militärischen Operationen in Tongking anbelangt, so sind dieselben in Folge eingetretener Ueberschwemmungen und schlechten Wetters vorläufig eingestellt worden.

In England macht gegenwärtig eine verdächtige Bewegung in den fenisch-irischen Kreisen der Regierung wieder Sorgen. Worauf diese Bewegung eigentlich abzielt, ist noch unbekannt, aber bei dem verzweifelten Charakter der irischen Verschwörer ist ihnen jede Unternehmung zuzutrauen und die englischen Polizeibehörden haben daher Befehl erhalten, alle Schritte der als besonders verdächtig bezeichneten Personen genau zu überwachen. Was die auswärtigen Angelegenheiten anbelangt, so widmet das Londoner Cabinet den französisch­chinesischen Verhandlungen fortgesetzt die größte Aufmerksamkeit. Lord Lyons, der englische Botschafter in Paris, ist noch vor Ablauf seines Urlaubs auf seinen Posten zurückgekehrt; dem Vernehmen nach soll er beauftragt sein, dem französischen Cabinet die Bereitwilligkeit seiner Regierung, zwischen Frankreich und China zu vermitteln, auszusprechen.

Die Cholera wird für Egypten nunmehr bald ein überwundener Standpunkt sein. In Unter-Egypten behauptet sich die Seuche nur noch in Alexandrien, doch hier ist die Zahl ihrer täglichen Opfer auf das denkbar geringste Minimum herabgesunken und auch in Ober-Egypten ist die Cholera stark im Abnehmen begriffen. Es sollen nun auch die Operationen gegen den falschen Prophen", die in letzter Zeit geruht hatten, wieder mit frischer Kraft ausgenommen werden.

Aeutschland.

Jugenheim, 11. September. An die anläßlich des 50jährigen Militärdienst- Jubiläums Seiner Grotzherzogltchen Hoheit des Prinzen Alexander bereits ver­öffentlichten Nachrichten mögen die nachfolgenden specielleren Mrttheilungen sich noch anschlteßen.

Die Deputation des 1. Großh. Hess. Infanterie (Leibgarde)- Regiments Nr. 115, bestehend aus dem Commandeur Oberst v. Seebeck, Major v. Caprivi, Hauptmann Mangold und Premierlteutenant v. Stolzenberg, überreichte dem Jubilar Namens des Regiments die vorzüglich gearbeitete Bronce-Statuette eines Leibgardtsten auf schwarzem Marmorsockel mit einer bezüglichen Inschrift.

Das 2. Infanterie-Regiment (Großherzog) ließ durch seine Deputation: Com­mandeur Oberst v. Collas, Major Mache, Hauptmann v. Heyden und Premier­lteutenant Zimmermann, dem Jubilar ein kostbares Geschenk überreichen; dasselbe besteht aus einer schwarzen Marmorsäule mit silbernem Lorbeerzweig umwunden, welche auf ihrer Spitze den hessischen Löwen mit dem Wappenschild in Silber modellirt trägt; auf dem Sockel stad die betreffenden Dedicationen angebracht.

Die Deputation des K. K. Oesterreichischen Dragoner-Regiments bestand aus dem Commandeur Oberst Freiherrn v. Werhebe, Major Graf v. Sägur und Rittmeister Kuschka; Oberst v. Werhebe übergab das von Seiner Majestät dem Kaiser verliehene Mtlttärdienstkreuz.

Das Kaiser!. Russische Chevaliers - Garde - Regiment war vertreten durch den interimistischen Commandeur Oberst Dubensky und das Kaiserl. Russische Dragoner- Regiment Nr. 23 durch den Commandeur Oberst Datteff und Lieutenant Trefort, welche die Gratulation ihrer Regimenter darbrachten.

Se. Majestät der Kaiser von Rußland gaben telegraphisch dem hohen Jubilar Kenntniß von der erfolgten Verleihung des St. Andreas-Ordens mit Diamanten.

Se. König!. Hoheit der Großherzog erfreuten den Prinzen durch Ueberreichung des 50jährtgen Militärdienstkreuzes.

Bei der Festtafel, für welche 40 Gedecke gelegt waren, brachte Se. Kgl. Hoheit der Großherzog in einer längeren Rede die Gesundheit des Jubilars aus. Dieser dankte und trank auf das Wohl des Allerhöchsten Landesherrn. Hierauf toasttrte Prinz Alexander auf Se. König!. Hoheit den Prinzen von Wales und Ihre Majestäten die Kaiser von Rußland und von Oesterreich, sowie auf die verschiedenen bet dem fteft vertretenen Regimenter.

_ ...Se- König!. Hoheit der Großherzog erhoben sich nochmals, auf das Wohl des Deutschen Kaisers trinkend, unter Bezugnahme auf die erfolgte Verleihung eines Preußi­schen Dragoner-Regiments an den Jubilar.

^Während und nach der Tafel concerttrte die Musik des Leibgarde-Regiments unter Musikdtrector Th. Adam.

Kesterreich.

Pefth, 12. September. Der Untoersitätsrektor Dr. Szabo erließ eine Ver­ordnung an die akademische Jugend, sich jedweder Ruhestörung um so eher zu ent­halten, als sonst gegen die Schuldigen mit aller Strenge gemäß der Disciplinar- Ordnung verfahren würde. Ein ähnlicher Erlaß erging auch von dem Rektor Szillv an der höheren polytechnischen Hochschule. 8

- Der ehemalige Vicegespan Pauß, der Schwiegersohn des verstorbenen Honoed- mmistcrs Szende, wurde von der Kurte wegen Veruntreuung von Amtsgeldern ru vier Jahren Zuchthaus verurtheilt. °

lieber die Ereignisse an der ehemaligen Militärgrenze circuliren hier die buntesten Gerüchte. Wenn die Nachrichten nicht übertrieben sind, so kann man dort auf eine organisirte Revolution gefaßt sein. Die kroatische Regierung erhielt aleiästalls ähnliche Nachrichten. Thatsache ist, daß die Stattonschefs der Linie Sziszek-Doberltn der ungarischen Staatsbahn Drohbriefe erhielten, daß die Aufständischen, welche als ehemalige Grenzsoldaten gut bewaffnet sind, in erster Reihe die Stationsgebäude über­fallen^ und die Bahnschtencn ausheben werden. Die L>tationsvorstände verlangen Militär und sind noch neuestens zwei Compagnien abgegangen, die heute Morgen be­reits die Linie besetzten. In Jabukovacz war zwischen Aufständischen und Gensdarmen estr großer Zusammenstoß. Zwei Männer fielen. Die Dtrectton der ungarischen Staatsbahnen wies die Stationschefs telegraphisch an, die aufgegebenen Frachten Genau ju beaugenscheinigen, da zu befürchten ist, daß unter falscher Deklaration Waffen an We Aufständischen gesendet werden. Fünfzig aufständische Bauern versuchten in der Stadt Krizsevacz einen Einbruch, wurden jedoch von Gensdarmen zurückgeworfen. In ^aesinya haben die Rebellen den Ortsnotar gefangen genommen und wollten ibn den Notar^ tran§portircn- Gensdarmen überfielen die Aufständischen und befreiten

Heute Nacht werden in Budapest Studenten-Unruhen befürchtet.

Telegraphische Depeschen.

Wolffs telegr. Correspon-en-*Bureau.

hnfi V; September. DerDeutsche Reichs-Anz." publicirt heute i

ba6 ^setz, betr. die Ertheilung der Indemnität für die durch die Bekannt- I

Wilhelm.

^ochdeni9.(

Schloß Babelsberg, 25. August 1883.

Der Kronprinz fuhr fort:

Wen Quan Mafien, M 3. Witgstweg , den 13 * «Meisterei

Etepha,

Win g Uhi ^Mge Gemein!

Gottesdienst in der Zynagoge. , a,

Freitag Abend 6 Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag M g Samstag Abend 7 Uhr.

....

MM ®i d<n 1.

Lchwiilgi «62 Aep 15 Mmbim < Ä Weigerung lata Bedingte ist erben. » gilt, dm 13. 6 : W. Obersörste ' Lnng.

te£. bis »

Onantitö A|. Rieten

13. e NeW|let( er

In sinniger Weise sind in diesen Räumen aus den Tagen der Reformaiioi Andenken aller Art vereinigt, deren Vermehrung und Vervollständigung ich glücklich« Fortgang wünsche. Denn unser Volk kann nicht oft und lebhaft genug an bk Segnungen erinnert werden, welche es dem Manne verdankt, dessen Namen bitfi Halle trägt. Wer dächte nicht hier und heute dessen, was Martin Lnther's Geist uni Wirken auf mehr als einem Gebiete des deutsch-nationalen Lebens für uns erwott^ Möge diese Feier uns eine heilige Mahnung fein, die hohen Güter, welche bei [te dtN 20. S formator uns gewonnen, mit demselben Muth und in demselben Geiste zu behauM womit sie einst errungen worden sind. Mögen sie insbesondere uns in dem Entsch^ festigen, alle Zeit einzutreten für unser evangelisches Bekenntn ß und mit ihm für Gewissensfreiheit und Duldung. Mögen wir stets dessen eingedenk bleiben, daß M

»mchung vom 9. August 1883 angeordneten Zollermäßigungen, sowie die allgememerung der Zollermäßigungen in den Tarisen A zu dem deutsch-jial» scheu und dem deutsch-spanischen Handels- und Schiffsahris .Vertraue tZ 10. September 1883. 1

« a Merseburg, 13. September. Se. Majestät der Kaiser ist, begleitet von K. K. Hoheit dem Kronprinzen, sowie Ihren König!. Hoheiten den Prinzen Srhbrii Karl und Albrecht mit großem Gefolge um 4 Uhr hier emgetroffen. Auf dem BabÄ hatten sich Se. Komgl. Hoheit Prinz Wilhelm, die Herzöge von SachsrmMtÄ- Sachsen-Koburg-Gotha und Anhalt, der Erbprinz von Sachsen-Meiningen der von Schwarzburg-Rudolstadt und Fürst Heinrich XIV. von Reuß zum Empfana?^ gefunden; außerdem waren anwesend der commandirende General des IV

Blumenthal, Oberpräsident v Wolff, Regierungspräsident v. Dtest, LandesdttÄ Graf Wintzingerode und die Spitzen der städtischen Behörden. Nach Begrüßung Fürstlichketten und Entgegennahme etlicher Vorstellungen fuhr Se. Majestät Kronprinzen zur Seite, in vierspännigem Wagen, durch die reichgeschmücklen Strait in welchen die Krieger-, Turner- und Gesangvereine, sowie die Schuljugend Sv7> - bildeten. Der Kaiser wurde überall auf dem Wege enthusiastisch begrüßt. Im Hofe hielt eine Compagnie des 75. Regiments mit Musik und Fahnen die Ehrens. Um 5 Ubr fand btt Sr. Majestät Diner statt.

rr Wittenberg, 13. September. Heute Nachmittag 1 Uhr erfolgte die feiert Eröffnung der Lutyerhalle. Der Kronprinz hielt dabei folgende Ansprache:

Nachdem ich eben in ernster Sammlung am Grabe des großen Reformator geweilt habe, betrete ich nunmehr die Stätte, worin der glaubensstarke Mann in m. loser Arbeit die Wege suchte, auf denen er freudigen Muthes vorwärts schritt zu kJ großen weltgeschichtlichen Thai. Beauftragt, den Kaiser bei dem heutigen SVeftaoitA dienst zu vertreten, soll es in Luther's Wohnhaus mein Erstes sein, die Wor te zu vr. lesen, welche der Kaiser anläßlich dieser Feier an mich erlassen hat."

Hierauf verlas der Kronprinz folgende kaiserliche Cabinetsordre;

In den Tagen vom 12.-14. September soll in Wittenberg eine Lutherfeier 6 gehalten werden, welche durch das Herannahen des 400jährtgen Gcdächtnißtages d*- Luther's Geburt veranlaßt wird. Die an mich gerichtete Bitte, persönlich zu crfduimt habe ich nicht gewähren können. Ich empfinde aber als evangelischer Christ uni oberster Inhaber des Kirchenregiments lebhafte Theilnahme für jede derartige fair wobei das evangelische Bekenntniß einen ungeschwächten Ausdruck findet. Auch würd'? ich vollauf den reichen Segen, welcher für unsere theure evangelische Kirche davon gehen kann, daß ihre Glieder aller Orten an das große Erbe und die edlen i?ü!e erinnert werden, welche Gott durch die Reformation uns bescheert hat. Zumalh Wittenberg, dem nächsten Schauplatz von Luther's gewaltigem gottgcsegnetem W'iktt mochte ich bei solchem Feste nicht unvertreten sein, um so weniger, als dasselbe übe den Rahmen einer blos localen Feier htnausragt. Demzufolge will ich Eurer foifa: lieben Hoheit meine Vertretung bei dem bezüglichen Festgottesdienst hierdurch übte tragen. Zu Gott aber flehe ich, daß die bevorstehenden Lutherfeste gereichen mögen iin Weckung und Vertiefung evangelischer Frömmigkeit, zur Wahrung guter Sitte, iur Befestigung des Friedens in unserer Kirche.

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und Wesen des Protestantismus nicht im Buchstaben beruht, nicht in starrer For«, I sondern in zugleich lebendigem ernstlichem Streben nach Erkenntniß der christlit^ Wahrheit- In diesem Sinne begrüße ich den heutigen und die folgenden Lutheitsz« mit dem innigen Wunsche, daß sie beitragen mögen, das protestantische Bewußtsein starken, die deutsche evangelische Kirche vor Zwietracht zu bewahren und ihren Frleber dauernd fest zu begründen."

Wittenberg, 13 September. Der Kronprinz und der Prinz Wisht nahmen das Dejeuner auf dem Bahnhofe nrt den Spitzen der Behörden tu und reiften dann weiter zum Manöver nach Merseburg.

Wien, 13. September. Wie derPolit. Corresp." aus Chartum P meldet wird, ist der Asrikareisende Ernst Marno am 17. August gestorben.

Pesth, 13. September. DieUngar. Post" läßt sich aus Ag:M melden, daß in Jabukovac, an der Grenze des Banats, die Truppen von dn Schußwaffe Gebrauch machen mußten, wobei 15 Personen getöDtet und :in Anzahl anderer verwundet wurden.

Woch den 19. von Morgens 1( ' hj der Gemeinde .Mg gehörende j I i hsel, Birnen ' | Änd versteigert , Dbom, den Ijs. Urgermeistm Schäfel ß-Berstk

Belgrad, 13. September. Der König hat dem deutschen Reichskan-n Fürsten v. Bismarck, den Weißen Adlerorden verliehen.

Rom, 13. September. Der preußische Gesandte v. Schloezer, ist Iw her zurückgekehrt und stattete heute dem Kardinal-Staatssecretär Jacobini er- Besuch ab.

Konstantinopel, 13. September. Der Sultan hat Ghazi Muktv' Pascha zur Theilnahme an den preußischen Manöoern entsende^

SchiffSbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschm Lloyl c Bremen, I. M. Schulhof in Gießen.

Bremen, 12. September. fPer transatlantischen Telegraph ! Der Postdaa-^ General Werder, Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen. xoeSY- am 29. August von Bremen abgegangen war, ist gestern 1 Uhr Nachmittags nav behalten in Newyork angekommen.

Kirchliche Änzeiaen der Stadt Gieße».

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst:

Sonntag den 16. September (17. nach Trinita tis).

_ Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Dingeldey. .

Kirchliche Feier des Geburtstags Sr. König!-Hoheit des Geir Herzogs.

Liturgie und Lieder stehen als Anhang im neuen Gesangbuch.

Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser-

Kinderkirche.- Vormittags 8 Uhr, Pfarrer Schlosser. l

Ani nächsten Sonntag findet die Feier des heiligen Abendmahls ) die Beichte wird am Tage zuvor, Nachmittags 2 Uhr, gehalten werden.

Die P f a r r g e s ch ä f t e in der Woche vom 16- bis 22. September bcfrrf Pfarrer Din geldey.

Katholische Gemeinde.

m 18. Sonntag nach Pfingsten. /rnnimmm

. Von 6 Uhr an: Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Commuw V2IO Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Sakramentalische Andacht.