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Sonntag den 15. April
Drittes Blattt.
Ne. 86
nzerger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags.
Bureau: Schulstraße 7.
Waarev,
Berlin den 1. März 1883.
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Betreffend: Den Remonte-Ankauf pro 1883.
den 10. Juli in Alsfeld,
Lampertheim,
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In Hatzfeld ferner
22.
23.
24.
12.
27.
28.
Gernsheim, Groß-Gerau.
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blechmarken.
Zugelaufen: 1 Pinscherhund. Gießen, den 14. April 1883.
>is zu oermiethea Neuen-Baue. ^ÄoermiZL 'teßQffe_18. wes $auft$ ist Zeitig zu ver- , Marktplak.^ r.^UDennittbcn- vlftsstratzr 64.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
______Fresenius.
Wen, 1(» wenden
Gefunden: 1 Theil einer Broche, 1 Handschuh, 1 Stück Uhrkette, 1 Geldbeutel, 1 Portemonnaie mit Inhalt, mehrere Schlüffel und, Hunde-
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fähige Schiefer leicht in den allgemeinen Verkehr gelangen kann. Endlich wäre noch hervorzuheben, daß die Obstzucht in der Umgegend von Biedenkopf, besonders m Dexbach und Engelback, sehr erfolgreich betrieben wird und daß durch Bahnverbindung der Vertrieb des Obstes, hauptsächlich Kirschen, erleichtert wird- Emer früher sehr bedeutenden Industrie, vämlich der Erzeugung von Hand- und Maichmenstnckwaaren kann leider durch die Bahn allem n cht wieder aufgeholsen werden.Esist bekannt, daß schon vor 30 Jahren durch eine Gießener Firma mit Unterstützung der hessischen Regierung die Handstrickeret im ganzen Hinterlande erfolgreich eingesührt wurde. Die Handstrickeret bot den besonderen Vorthcrl, daß sowohl Kinder als auch Greise eine leichte, immerhin lohnende Arbeit fanden, so daß mehrere Tausend Personen von dieser Handstrickerei lebten. Seit 11 Jahren etwa machte die Handstrickeret mehrund mehr der Maschinenstrickerei Platz, weiche einen solchen Umfang annahm, daß allein in drct Fabriken m Biedenkopf mehr als 100 Strickmaschinen gingen. waren vor
tiniaen Jahren noch in Laasphe, Gladenbach und^Battenberg etwa 1^0 Slrickmaschluen in Betrieb, so daß in der ganzen Gegend m't Zurechnung der Hülfsarbciter für Appretur und Färberei allein in der Maschinenstrtckeret etwa 1000 Arbeiter, und zwar zumeist Mädchen, beschäftigt wurden. Außerdem waren den Winter über mindestens 3000 Hausarbeiter in der Handftrickerei thätig. Die Bedeutung btefer ^buftrie für ble ®e^ol^rUbn6 geht daraus hervor, daß eine Strickerin in 14 Tagen durchschnittlich 15 18 an der Maschine verdiente. Jetzt liegt seit etwa !</« Jahren der wichtige ^dustrtezweig fast ganz darnieder und zwar lediglich in Folge der die freie Arbeit mrdrängenden Zuchthausarbeit. In den großen Strafanstalten, z. B. tn Plotzensee dei Berlin, fmb .^unbertc von Strickmaschinen in Tbättgkeit und während bei der freien Arbeit rm^ Maschinenbetrieb für das Dutzend Paar Strümpfe etwa 50 $ an Strickerlohn und 20 an Lohn für die Fertigstellung bezahlt werden, .wird dieselbe Arbeit in den Mthaufern für 15 geleistet. Daß unter solchen Umstanden von einer Concurrenz nicht die Rede fdn fann/ift s-lbstv-rständsich. und so ließt d-nn h-ul- das srüb-r -Me ganze Geg-nd ernährende wichtige Exportgeschäft in Strumpswaaren lediglich 'n den Hand-n der d.e »uchtbäusler beschäftigenden Unternehmer. Hier liegt also derselbe Fall ^r, wie bet der Marmortndustrie tm Mainthal. SBctltionEn an den Reichskan^rh°^nbs b-r keinen Erfolg gehabt, so daß man nur wünschen kann daß! bi
Körperschaften sich mit dieser wichtigen Frage eingehend beschafi gen. Jetzt, wo di Frag- des Canalbaues in Deutschland cm- hervorragend- W>»tigkeit S°w'nnt- w man dem Wunsch- Ausdruck geben müssen, daß die Zuchthäuser vorwt-g-nd mit dem Canalbau beschäftigt werden sollten, um nicht 'n d°r produk,Io»fr ie Arbeit unmöglich zu machen und den Nationalwoblstand in^unb-r-ch-n barem Ji B 3 schädigen Von der früher so bedeutenden Strumpswaar-n-Jndustr - sind ^tzt nur ck die Spinnereien in Biedenkopf und Battenberg übrig, welche Kuns 'ar“e"t°ct6mur'b,n Wolle verarbeiten und ihre Garne, welche früher an Ort und L-tell jetzt sogar an die großen Zuchthäuser zum Verstricken liefern.__
N <a). zruyufi m vyivp’oivvviwHi , ,
<t\;a non her Remonte-Ankauss-Kommission erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und sofort gegen Quittung vaar bezahlt. .
Werbe mit folÄÄ welje den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Wtung des Kaufpreises und her Unkosten rurückiunebmen auch sind j^ippensetzer (Köpper) vom Ankauf ausgeschlossen und wird es sich empfehlen, hierauf be,anders zu achten, damit die Zur^aabe^derieniaen^PMd'e wllche stck iErhalb der ersten 8 Tage nach dem Eintreffen in den Depots mit diesem Fehler behaftet zeigen, vermieden wird Die^Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke, rindlederne Trense mit starkem Gebiß und eine Kopfhalfter von Leder oder Hans mit 2 mindestens zwei Meter langen, starken hänfenen Stricken ohne besondere Vergütung mitzugeben. . <
Um die Abstammung der vorgeführten Pferde feststellen zu können, ist es erwünscht, daß die Decklcheme möglichst mitgebracht werden.
Königlich Preußisches Kriegsministerium, Abtheilung für das Remonte-Wesen.
gez. von Rauch. Gr. von Klinckowstroem.
Vorderhaus^, Härte Ammer können bei der
fler mit Cabinet gersttL'.L!' Zimmer in der Ms äftsös Wirtes AMer , ^euenweflJK
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23 e r w i s ch t e S.
- Eine kuriose Affaire, welche fett Einiger Zeit in
machte, hat jetzt durch den Tod einer Persönlichkeit, d e da m V ^ussot, der tm ihrcn Epilog erfahren. Es ist dies die Affaire des Rauvmoro ,, ^^rtheitt Jahre 1853 von dem Wrtdjt aber durch einen ganz
wurde. Der Prozeß an sich bot nichts Besond zutrug, die allgemeinste
eigenthümlichen Vorfall, der sich in der Schluß h 6 ^ gewisser Planchat, Aufmerksamkeit Unmithlbflt ted)t wie, auf diesen für
Bureaudiener des Journals „La Presse , d , Plgnchat betrachtete von ungefähr die Zuhörer nicht bestimmten Blatz gerathen ^'^n sonderbaren Gedanken, was der den Hals des Angeklagten und kam 0 ■’' J $or0ef$macf der Guillotintrung
V-rbr-ch-r wohl ^pflnben n?nana^a^ftel "m Planchal so ausnehmend und b-lästlgt- b-r-ltet würde. Dies- Vorstellung g f ^nnl-, ihm di-scn Vorgeschmack zu
lhn schließlich so sehr, daß! " sich £**^06 £pbeäurtlj£tl v-rkünd-t-, fuhr der schlechte verschaffen Al« dah-r der Prastdent^da«^ achten Hand -in paar Mal scharf über Spaßvogel dem Rousso! mit Munde so gut als er vermochte das Geräusch nach
be/vorbttngt wenn -s rohes Fleisch durchschneidet. Der Effect
Rnb-ns «Ickes war noch viel drastischer, als Monsieur Planchat ihn sich aus- | g/matt^hatte! Der an sich sehr furchtsam- und senstttve Angeklagte fiel nämltch wie
Zum Ankauf von Remonten im Alter von vorzugsweise drei, und ausnahmsweise vier Jahren sind im Bereich des Großherzogthums Hoffen für dieses
Jahr nachstehende, Morgens 8 Uhr beginnende Märtte anberaumt worden und zwar:
v den 21. August tti Bickenbach,
„ * Nidda,
„ „ Butzbach,
„ „ Nieder-Wöllstadt,
20. August in Groß-Bieberau.
mer u. Zubehör, Blcichstraße.
Hais zu ver- Schühenstraße^ er zu vemiethen. Zleichstraße 12. amilienlogis non vermiethen durch _ Z. Blitz. Stof. Gottschick ^Bel-Etage), be- mit allem Zur oder Juni ander-
Jismarckstraße. mer mit Sabiner e Dame zu ver- r Erped. ds. Bl- u vermittln bei ,_Selter5®eg.
Zimmer, auf lermiet^en, rtenstraße 29. ioftte ist zu veH iarttzrratze 32, i p;r 1. April zu mkfurterstr. 67. :r zu vermielbeN'
Neustadt 31. r zu vemiethen tto Schmidt, sZiinmer nebst
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Die neue Eisenbahn Cölbe-Laasphe.
Die am vorletzten Montag erfolgte Eröffnung des regelmäßigen Bahnverkehrs aus her neuen, 35 Km. langen Strecke Marburg-Laasphe ist für das Hinterland ein Ereigniß von ganz hervorragender Bedeutung, wie dke freudige Aufregung der gan-en Bevölkerung bewies. Nach langen Verhandlungen und Vorarbeiten ist endlich dlffe Theilstrrcke fertiggestellt worden, welche erst dann ihre volle Bedeutung gewinnt, we«iN sie durch eine weitere Linie mit dem Siegerlande und dem westfälischen Kohlenrevier in dtrecte Verbindung gebracht wird- Die Projecte zur Herstellung dieser Anschlußbahnen sind bereits dem Landtage vorgelegt und, so viel uns bekannt, in der Commission des Abgeordnetenhauses schon genehmigt worden, so daß aller Wahrscheinlichkeit nach bald mit dem Bau begonnen werden kann. Nachdem man der Terrain« schwterigkeiten wegen das frühere Projekt der Linie Laasphe - Altenhunden hat fallen lasten handelt es sich nunmehr um den Bau der Linie Laasphe-Erndlebrück-Hilchenbach mit einer Abzweigung von Erndtebrück nach Berleburg in die Schiefergegend bet Raum- land. Da ferner die Strecke Hilchenbach-Kreuzthal sich bereits tm Bau befindet, so würbe sodann mit Ausführung dieser Linien ein direkter Weg von Marburg nach dem westfälischen Kohlenrevier geschaffen sein. Jetzt machen die weftfäl'schen Kohlen, welche nach Stationen der neuen Strecke Cölbe-Laasphe gehen, den bedeutenden Umweg über Stegen Betzdorf, Gießen und Marburg, trotzdem aber macht sich schon der Einfluß der nun eröffneten Strecke in der Fracht geltend. Für das Städtchen Biedenkopf mit feiner industriereichen Umgegend z. B. stellt sich jetzt die westfälische Kohle um etwa 40 X pro Doppelwaggon billiger als bei dem früheren Axentransport von Marburg oder Dillenburg aus, so daß der Gentner gute Nußkohle franko Biedenkopf letzt etwa 80 H kostet. Was schon diese geringe Ersparniß für eine Gegend mit einer sehr alten Eisenindustrie bedeutet, liegt aus der Hand. Für fünf Hüttenwerke, die Karlshütte, die Wilhelmshütte, die Ludw'.gshütte, die Amalienhütte und die Friedrickshütte, von welchen die drei ersten im Kreise Biedenkopf und die beiden letzteren im Kreise Berlebura liegen, wird nicht nur der Bezug des Erzes aus der Gegend von Gießen und Dillenburg bedeutend erleichtert, sondern auch der Absatz der Gießereiprodukte wesentlich gefördert. Auch liegt jetzt vielleicht die Frage nahe, ob man aus den Hüttenwerken statt des bisherigen Holzkohlenbetrtebes den Koksbetrieb einführen solle. Die Leistungsfähigkeit dieser Hüttenwerke, von denen mehrere von der Düsseldorfer Ausstellung her vorthetl- haft bekannt sind, ist schon jetzt eine ziemlich große, es wurden auf diesen Werken Gußwaaren aller Art, insbesondere Poteriewaaren. Maschinen- und Bauguß angefertigt. Die Fabrikation gußeiserner Oefen verschiedener Systeme ist eine hervorragende Specialität, das Roheisen wird aus den von den eigenen Gruben kommenden Erzen erblasen. Außer der Eisenindustrie ist noch eine Reihe anderer Industriezweige hervorzuheben, welche durch die Eröffnung der neuen Bahn günstig beeinflußt werden. So besteht z. B. in Wallau schon feit 150 Jahren eine ziemlich bedeutende Papierindustrie, welche zur Zeit täglich 30 bis 40 Gentner Maschinenpapter liefert. Man ist j>tzt im Begriff, die Gellulose- und Holzstofffabrikution dort einzuführen. 2 I / " ' wird die Pappfabrikation und die Erzeugung von Fensterpapier betrieben. Große Hoffnungen setzt man in Folge des neuen Verkehrsmittels auf die Hebung der Forst- wirthschaft im ganzen oberen Lahnthale. Die zum Theil im Besitz der Gemeinden befindlichen großartigen Waldungen konnten bisher der schlechten Verkehrswege halber nur ungenügend ausgebeutet werden, jetzt aber faßt man nicht nur den Export von Grubenholz nach Belgien und von Hopfenstangen nach dem Elsaß, sondern auch den Absatz von Eisenbahnschwellen energisch tn's Auge. Der Umfang des Holzgeschäfts verspricht ein sehr bedeutender zu werden, da die Fürsten Wittgenstein-Berleburg und Wittgenstein-Hohenstein großartige Waldungen besitzen und ferner allein die Stadt Biedenkopf einen Waldbesitz von etwa 10,000 hessischen Morgen mit ganz bedeutendem Buchenbestande hat. In der durch die Bahn ausgeschlossenen Gegend sind ferner noch Lager von Ocker und Giünstein, sowie Brüche von Kalkstein, Schiefer und Sandstein vorhanden, welche nunmehr eine lohnende Ausbeute versprechen. Wetter wird oberhalb Laasphe Kupfersahlerz tn guter Qualität gefunden, dessen Ausbeute neuerdings von einer Gesellschaft m-t großem Gapltal in Angriff genommen wird. Der bei Leisa in der Nähe von Ludwigshütte gewonnene Braunstein, einer der besten hochprocentigen Pyrolusite, wird ebenfalls durch die Bahn absatzfähiger. Dieser Braunstein wird hauptsächlich zur Chlorkalk-Fabrikation nach England transportirt. Die an mehreren Stellen gemachten Schiefersunde ferner geben vielleicht zur Entwickelung einer größeren Schiefergewinnung im Lahnthale Anlaß, da nunmehr der gute und sehr Widerstands-


